Wie bringe ich meinen Mann dazu, sich endlich mit dem Thema Finanzen zu beschäftigen?

Viele Frauen tun sich noch immer schwer, wenn es um das Thema Finanzen geht. Allerdings sind es oftmals auch Männer, die sich vor dem Thema scheuen. In diesem Artikel erkläre ich dir, was du tun kann, damit sich dein Mann endlich mit dem Thema Finanzen beschäftigt.

Geht es bei Madame Moneypenny nicht eigentlich um Frauen?

Moment mal? Du fragst dich gerade, ob du auf dem richtigen Blog gelandet bist? Natascha, schreibst du nicht eigentlich über finanzielle Unabhängigkeit für Frauen? Das stimmt schon! Und ja, du bist auf dem richtigen Blog gelandet.

Bei mir geht es um Finanzen für Frauen, weil gerade diese so viele Gründe haben, sich mit ihren Finanzen auseinanderzusetzen. Wer mir schon eine Weile folgt, dem wird das bestimmt bekannt vorkommen:

Frauen sind besonders gefährdet, in die Altersarmut zu rutschen. Sie haben außerdem oftmals noch weniger Vermögen als Männer. Die Gender Pay Gap und die Teilzeitfalle sind dafür nur einige von vielen Gründen.

Deshalb ist es so super wichtig, dass frau sich mit ihren Finanzen beschäftigt. Trotzdem kümmert sich in vielen Beziehungen immer noch der Mann um die Finanzen.

Es gibt auch Männer, die kein Interesse an dem Thema Finanzen haben

Es gibt aber auch den umgekehrten Fall: Frau hat angefangen, sich zu informieren, sich Wissen anzueignen und sich mit ihren Finanzen auseinanderzusetzen. Oder vielleicht hat sie sich auch schon immer um die Finanzen gekümmert. Der Mann dagegen will nichts von dem Thema wissen und ist ein Finanzmuffel.

Was kann frau in diesem Fall tun? Wie kriegt sie ihren Mann dazu, sich mit dem Thema Finanzen auseinanderzusetzen?

Dazu habe ich die besten Tipps aus der Community gesammelt.

Was sind die Gründe dafür, dass Mann sich nicht mit den Finanzen auseinandersetzt?

Es gibt unterschiedliche Gründe, warum er es nicht tun. Ich habe die 4 häufigsten Finanzmuffel-Typen und ihre Gründe identifiziert.

Typ 1: Er vertraut seinem Finanzberater blind 

Er informiert sich nicht über das Thema und legt sein Geld blauäugig in Finanzprodukte an, die vom (männlichen) Finanzberater empfohlen worden. Diesem vertraut er blind, teilweise auch mehr als seinem eigenen Urteilsvermögen.

Typ 2: Er hat wirklich überhaupt kein Interesse an dem Thema

Er möchte mit dem Thema Finanzen wirklich gar nichts zu tun haben, kümmert sich überhaupt nicht und möchte auch nichts abschließen.

Typ 3: Er spart, aber legt nichts an

Immerhin spart er und teilweise sogar sehr viel. Leider aber nur auf dem Sparbuch oder auf dem Tagesgeldkonto. Er investiert sein Geld nicht.

Typ 4: Er gibt sein ganzes Geld aus

Das Geld, das er verdient, gibt er direkt wieder aus. Übers Sparen oder gar Anlegen denkt er nicht wirklich nach.

Viele Frauen, gerade diejenigen unter euch, die sich schon intensiv mit dem Thema beschäftigt haben, fragen sich, wie sie ihren Partner dazu bewegen können, dies anzupacken.

Da Geld eine Beziehung auch belasten kann oder sogar zu Streit führen kann, macht es durchaus Sinn, dass sich beide mit dem Thema auseinandersetzen.

Hier sind die 5 besten Tipps aus der Community: Wie bekomme ich meinen Mann dazu, das Thema Finanzen anzupacken?

1. Als Frau die Verantwortung für die Finanzen übernehmen

Gerade wenn es um gemeinsame Finanzen in der Beziehung geht, ist das auf jeden Fall eine super Option. In diesem Fall solltest du als Frau auf jeden Fall die Verantwortung übernehmen. Yin aus der Community erzählte kürzlich in den Money Stories wie sie genau das geschafft hat. Ihre Geschichte gibt es hier. Das kann beispielsweise bedeuten, dass du die gemeinsamen Finanzen verwaltest und dann dir und deinem Partner ein Taschengeld auszahlst, das zur freien Verfügung steht.

Wenn es um seine persönlichen Finanzen geht, kannst du natürlich auch Unterstützung anbieten. Wenn er damit einverstanden ist, kannst du ihm helfen, seine Finanzen aufzuräumen.

2. Gemeinsam über Finanzen sprechen und ihn an das Thema heranführen

Erstmal gilt: In einer Partnerschaft über Geld reden ist ein Muss. Die Gespräche sollten aber konstruktiv bleiben. Wenn ihn das Thema trotzdem nicht so recht interessiert, kannst du versuchen, es ihm schmackhaft zu machen. Es gibt sehr viele (auch kostenlose) Ressourcen zum Thema Finanzen, die er nutzen kann. Schlag ihm doch ein paar Bücher zu dem Thema vor, gerne auch meins 😉

Ihr könnt auch Finanz-Podcasts zusammen hören, zum Beispiel den von Finanzrocker. Eine weitere Idee ist, den Zinseszinsrechner zu nutzen, um das Thema investieren schmackhaft machen und aufzuzeigen, welche Erträge man beim Investieren erzielen kann.

3. Von der Verbraucherzentrale beraten lassen

Erzähl deinem Partner von deinem eigenen Termin und der Beratung. Schlag ihm vor, auch einen Termin bei der Verbraucherzentrale zu machen. Vielleicht könnt ihr sogar zusammen hingehen. So bekommt er eine dritte (unabhängige) Meinung und Informationen zu bestehenden Verträgen und den dafür anfallenden Gebühren.

4. Von deinen (Anlage-)Erfolgen erzählen

Ein weiterer Tipp ist, immer mal zu berichten, was du so mit deinem Geld machst. So kannst du ihm Informationen über deine ETF-Sparpläne geben. Werde dabei ruhig konkret und erzähl ihm, welche Gewinne du erzielst und welche Zinsen du bekommst. Erzähle ihm von den Ausschüttungen deiner ETFs und bezahle beispielsweise ein Abendessen davon. Es kann auch helfen, zu zeigen, dass er mit ganz kleinen Beträgen anfangen und es ausprobieren kann.

5. Komplett raushalten

Achtung: Wenn ihr verheiratet seid, ist das nicht wirklich eine Option für euch.

Für Paare, die unverheiratet zusammenleben, ist es aber durchaus eine Möglichkeit. Frei nach dem Motto: Es ist sein Geld und somit nicht deine Angelegenheit. Solange es nur sein eigenes Geld ist, ist das in Ordnung.

Wenn es ums gemeinsame Geld geht, sollte das aber keine Option sein. Im Gegenteil: Die gemeinsamen Finanzen sollten klar geregelt sein.

Fazit

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, deinen Mann dazu zu bringen, das Thema Finanzen anzupacken. Probier einfach mal aus, was bei euch am besten funktioniert. Generell gilt: Wenn es um die gemeinsamen Finanzen geht und er sich nicht kümmert, zögere nicht, selbst die Verantwortung zu übernehmen.

Mit welchen Tipps hast du deinen Mann dazu gebracht, sich um seine Finanzen zu kümmern?

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2 Kommentare

  1. Genau mein Thema 😉 Ich habe bei uns „einfach angefangen“ und mein Mann ist in der Kategorie „eigentlich müsste ich auch mal… (ein Depot aufmachen/mich mit Altersvorsorge beschäftigen/Versicherungen durchschauen)“

    Für gemeinsame Finanzen bin ich definitiv treibende Kraft, ich versuche ihn aber mitzunehmen. Bei uns heißt das viel, ich lese mich ein, schicke ihm aber auch immer mal Links (die er viel zu oft nicht liest haha), beschreibe möglichst einfach, was ich warum tun möchte und auch, was daran problematisch sein könnte. Gerade der letzte Teil ist nicht ganz einfach, aber ich will keine Risiken verschweigen. Denn ja, Aktien können auch fallen und ja, ich habe auch dann vor, sie weiter zu halten.

    Letztlich haben wir einen Teil gemeinsames ansparen/investieren, wo gerade ich viel die mittel bis langfristigen Entscheidungen geprägt habe. Dazu gehört ein passabler Puffer für kurzfristiges und unerwartetes, ein kleiner Teil Aktien/ETFs für „Alter“ und ein mittelgroßer Teil für „vielleicht wollen wir in 5-10 Jahren mal nach Eigentum schauen“. Mit dem Aktienteil werden wir nicht reich, aber es ist ein Anfang…

    Letztlich manage ich aber nicht alles, sondern jeder hat auch Geld für sich und da kommt dann sein „ich müsste auch mal“ vs mein „ich mach dann mal“ ins Spiel. Bei mir geht da auch nen großer Teil in nennen wir es Individualvorsorge (?) hauptsächlich eine BU, eine alte Rentenversicherung von der ich mich nicht trennen kann und Aktien. Der Rest ist dann Hobbies/Konsum. Er gibt auch nicht mehr aus, aber bei ihm liegt das Geld einfach so rum. Da versuche ich mich dann so gut es geht rauszuhalten, auch wenn es manchmal schwer fällt. Er äußert wie gesagt, dass er da auch mal mehr machen will, aber ich berate da höchstens.

    Letztlich ist die Aufteilung natürlich etwas illusorisch. Im Worst Case haften wir eh gemeinsam für das meiste und wenn einer in Schwierigkeiten gerät, hilft der andere aus. Auch, falls wir wirklich irgendwann ein Haus kaufen, gehe ich davon aus, dass wir das Ersparte nochmal zusammenkratzen müssen und das ist völlig okay so.

    Vielleicht geben wir irgendwann die Einzeltöpfe auf, aber für den Moment fühlen wir uns damit wohl.

  2. AlexJ von BuzzNews

    Das kommt häufiger vor, als man denkt – Männer haben in der Regel keine Ahnung von Geldanlage, sie empfinden es aber häufig als ihre Aufgabe und kümmern sich widerwillig darum, weil sie sich sonst unmännlich vorkämen (mal so als steile Spekulation).

    Das Ergebnis dieser maskulinen Expertise können wir in den Anlageformen sehen, die die Deutschen durchschnittlich haben, und in den Kommentaren, wenn das Thema aufkommt.

    Tja, was kann die Leserin tun?

    Ergänzend zu deinen Vorschlägen:

    Ich würde darauf setzen, dass er weniger Gewinnmaximierer als Verlustvermeider ist. Also muss man ihm ordentlich berechtigte Angst einjagen vor der Zukunft:

    – Vorrechnen, um wie viel Kaufkraft er jedes Jahr ärmer wird durch Inflation, wenn er nichts tut. Wichtige Aussage: In 30 Jahren ist dein Geld nur noch halb so viel wert!

    – Vorrechnen, wie schnell das Vermögen aufgebraucht sein wird im Alter

    Darüber hinaus gilt: Weniger subtil beeinflussen wollen (das demütigt und beleidigt, wenn man den Braten riecht), sondern geradeaus, mit offenem Visier, und zielgerichtet vorgehen, zumindest wenn die beiden verheiratet sind:

    1. Termin mit ihm vereinbaren und ihm vorab sagen, dass es eine Stunde lang um die Geldanlage gehen wird, um das lästige Thema endlich abzuhaken. Da dann seine Perspektive dazu einholen, Ich-Aussagen machen, das übliche Programm. Die Ich-Aussagen dürfen es gerne auch in sich haben: „Das wirkt auf mich so, als ob dich unsere finanzielle Zukunft nicht interessiert und du mich sogar gefährdest.“

    2. In einem zweiten Termin (2 Wochen später) eine konkrete Lösung mit knapper (!) Begründung präsentieren: Welche ETFs, welche Beträge. Sie kümmert sich ums Kaufen und um Rebalancing, er hat damit nichts zu tun – außer er will es. Danken darf er ihr in 25 Jahren.

    Falls er bockt: Buch von Kommer in die Hand drücken (Souverän investieren für Einsteiger), ihm sagen, dass er das innerhalb von 4 Wochen gelesen haben soll, damit er überhaupt halbwegs qualifiziert mitreden kann. Alternativ: gemeinsam mit ihm passende Videos schauen. Und wichtig: Immer ihn auf nen Fahrplan festlegen: So wird es dann und dann gemacht, es sei denn, er widerspricht innerhalb von 4 Wochen aktiv. Schweigen ist Zustimmung. Rührt er sich nicht: Umsetzung, rigoros. Sätze wie „Ich übernehme das für uns, du hast damit nichts zu tun, kannst aber jederzeit einbezogen werden, wenn du willst. Ich habe mich damit ausführlich beschäftigt, sodass du darauf vertrauen kannst. Ich mach das.“

    Mein ernst gemeinter Tipp ist also: empathische Dominanz. Klarer Fahrplan. Vollendete Tatsachen. Nicht über die grundsätzliche Notwendigkeit diskutieren, sondern höchstens über Feinheiten (wird er aber sowieso nicht wollen).

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