Sparen für Kinder: Wie du für deinen Nachwuchs einfach Geld anlegst

Sparen für Kinder: Ein Dauerthema in der Madame Moneypenny Community. Seine eigenen Finanzen im Griff zu haben, ist die eine Sache, aber spätestens wenn man irgendwann Kiddies haben möchte, sollte man sich gut und vor allem früh genug überlegen, wie man ein Geldpolster für den Nachwuchs anlegt. Denn wer wie ich noch keine eigenen Kinder hat, weiß trotzdem: Die kleinen Rotzlöffel kosten ihre Eltern eine Menge Moneten, bis sie erwachsen sind. Und der Kosten-Batzen namens Studium kommt dann oft erst noch oben drauf. Also habe ich mal die besten Tipps zum Sparen für Kinder zusammengesucht. Achtung, Spoiler: ETF-Sparpläne sind ganz weit vorne mit dabei.

Bevor es ans eigentliche Sparen für Kinder geht, hier zunächst noch folgende beeindruckende Zahl: Etwa 120.000 Euro geben Eltern im Durchschnitt für ihren Nachwuchs aus, bis dieser 18 Jahre ist. So lautet die Schätzung des Statistischen Bundesamts aus dem Jahr 2008. Das ist nun zehn Jahre her, bis heute ist es wegen der gestiegenen Lebenshaltungskosten also sicher noch mehr geworden.

Aber mit dem 18. Geburtstag ist die finanzielle Verantwortung für Eltern längst nicht vorbei. Sie sind nämlich gesetzlich dazu verpflichtet, ihrem volljährigem Kind Unterhalt zu zahlen, bis der Sohn oder die Tochter eine Ausbildung oder ein Studium abgeschlossen hat – in den 120.000 Euro ist das noch nicht mit einberechnet. Das läppert sich bei mehreren Kindern.

Das kostet ein Studium 

Ein Beispiel: Gehen wir davon aus, man möchte seinem Kind ein Studium finanzieren, ohne dass es einen Kredit aufnehmen muss. Laut einer Sozialerhebung des Deutschen Studentenwerks aus dem Jahr 2016 braucht ein Student im Schnitt rund 900 Euro im Monat zum Leben – davon geht das meiste übrigens für die Miete drauf. Bei einem Bachelor-Studium von drei Jahren käme man in dem Fall also auf 32.400 Euro. Puh…

Da wäre es doch eine äußerst komfortable Ausgangssituation für die Eltern, wenn sie das Geld für den Unterhalt ganz locker aus einem schon lange über viele Jahre gehegten und gepflegten Spartopf herausnehmen können. Und jetzt kommt ein entscheidender Punkt: Diesen Spartopf sollten Eltern schon seit dem Zeitpunkt regelmäßig befüllt haben, als Junior noch ein ganz kleiner Hosenscheißer war, um den Zinseszins über mehrere Jahre voll mitzunehmen.

Sparen für Kinder – je früher, desto besser

Beim Sparen für Kinder kann man also ähnlich vorgehen wie beim passiven Vermögensaufbau, indem man auf Zeit setzt und beispielsweise ab dem Tag der Geburt einen Teil des vom Staat gezahlten Kindergelds (194 Euro, Stand: 2018) monatlich zur Seite legt. Damit sind wir nach der Klärung für den besten Zeitpunkt zum Sparen bei der nächsten wichtigen Frage: und zwar, wo man das Geld am besten hinpackt.

Der klassische Bausparvertrag macht keinen Sinn. Die Zinsen sind zu niedrig, und wer ist sich schon sicher, ob der Nachwuchs später überhaupt eine Immobilie kaufen will. Das Ersparte fürs Kind auf einem normalen Girokonto zu parken, ist auch keine Hammer-Idee. Denn die Inflation, dieser Spielverderber, lässt das Geld einfach weniger werden. Gerade 2017 waren laut Statistischem Bundesamt die Verbraucherpreise unter anderem für Lebensmittel und Mieten so hoch wie seit fünf Jahren nicht mehr.

„Sicheres“ Anlegen für Kinder lohnt sich kaum

Ein bisschen mehr Zinsen kriegt man mit Kinder-Konten, also wenn das Kind auch der offizielle Inhaber des Kontos ist. Das Tagesgeldkonto ist eine naheliegende Option für Eltern, denen vor allem nach Sicherheit ist. Zinsen kriegt man damit aber schon länger so gut wie keine mehr. Ein kostenloses Tagesgeldkonto, das man im Namen des Kindes anlegen kann, bietet beispielsweise die ING Diba* unter dem Namen „Extra-Konto Junior“ an. Die Bank verspricht jedoch lediglich 0,75% Zinsen für die ersten vier Monate nach der Kontoeröffnung.

Weitere Kinder-Konto-Anbieter:

Vor sogenannten Ausbildungsversicherungen oder Kinderschutzbriefen raten die meisten Experten ganz klar ab. Mit solchen Produkten kann man nach Angaben der Anbieter seine Kinder vor Risiken wie Unfällen, Krankheiten oder Schulunfähigkeit schützen lassen. Aber sowohl die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen als auch die Stiftung Warentest kritisieren, dass die Produkte meistens schlichtweg zu teuer und unflexibel sind – von einer vernünftigen Rendite ganz zu schweigen.

Sparen für Kinder mit ETF-Sparplan 

Apropos Rendite! Ich hatte es in der Einleitung angekündigt: Wer vom langjährigen Sparen für Kinder am Ende auch etwas mehr profitieren will und bereit ist, ein etwas höheres Risiko als beim Sparkonto einzugehen, für den könnte ein ETF-Sparplan eine Option sein. Der Grund ist simpel: Neben einer ordentlichen Rendite sind die Kosten niedrig und der Aufwand hält sich in Grenzen.

Natürlich sollte man auch beim ETF-Sparplan als Werkzeug fürs Sparen für Kinder ein paar Dinge beachten. Zunächst müssen sich Eltern entscheiden, ob sie den Sparplan über sich oder direkt über den Namen des Nachwuchs laufen lassen wollen.

Wenn Junior die Inhaberin des Depots ist, gelten für sie die selben Steuerfreibeträge wie bei Erwachsenen, also einmal der Sparer-Pauschbetrag (801 Euro) sowie der Grundfreibetrag (9.000 Euro). Besonders vermögende Eltern können ihre eigenen Freibeträge also weiter voll ausschöpfen, müssen aber eine Extra-Steuererklärung fürs Kind abgeben, sobald dessen Freibeträge überschritten werden.

Das Problem mit Bafög und der Sozialversicherung

Eltern sollte auch unbedingt klar sein: Sobald das Vermögen vom Nachwuchs während des Studiums den Betrag von 7.500 Euro übersteigt, entfällt der Anspruch auf Bafög. Und wenn das Kind vorher schon durch die Kapitalerträge monatlich mehr als 425 Euro einnimmt, ist die kostenlose Mitversicherung bei der gesetzlichen Krankenkasse der Eltern auch futsch.

Was Eltern aber wohl am häufigsten vom eigenen Depot fürs Kind abschreckt, ist die Sorge, dass ihre Kids das Geld für unsinnige Sachen ausgeben, sobald sie 18 Jahre geworden sind. Denn ab diesem Zeitpunkt haben die Eltern keine Zugriffsrechte mehr auf das Depot. Um das Risiko für Juniors eventuelle Dummheiten zu minimieren, könnte man vor ihrem 18. Geburtstag immerhin einen Auszahlungsplan einrichten, durch den sie nur in Form von vorher festgelegten monatlichen Raten an die Moneten kommt.

Junior Depot: So geht die Depot-Eröffnung für Kinder

Ein eigenes Depot fürs Kind anzulegen, ist nicht sonderlich schwer. Die Eltern geben sich in dem Depotantrag als gesetzliche Vertreter an, unterschreiben den Wisch und schicken ihn zusammen mit einer Kopie der Geburtsurkunde des Kindes an den jeweiligen Broker. Depots kann man unter anderem bei folgenden Anbietern eröffnen:

Comdirect „JuniorDepot“:

  • die ersten 6 Monate sind kostenlos
  • monatliche Sparrate ab 25 Euro
  • 25 Euro Prämie bei Eröffnung
  • Zum Junior-Depot der comdirect* (Reiter „Depot“ oben und dann „Junior-Depot“)

ING Diba „Direkt-Depot Junior“:

  • kostenlose Depotführung
  • monatliche Sparrate ab 25 Euro
  • 75 Euro Prämie bis 28. Februar 2018
  • 4,50 Euro pro Order für die ersten 6 Monate
  • Zum ING Diba Junior-Depot* (Reiter „Sparen“ und dann „Sparen für Kinder“)

Das Depot später aufs Kind übertragen

Eltern, die das Depot fürs Kind doch lieber über ihren eigenen Namen eröffnen wollen, können es später durch eine Schenkung übertragen. So umgeht man die Abgeltungssteuer, bei einem Betrag von über stattlichen 400.000 Euro fällt allerdings eine Schenkungssteuer an. Alles, was unter 400.000 Euro liegt, kann steuerfrei verschenkt werden. Dürfte für die meisten ja ausreichen. Wenn die Großeltern eine Schenkung an ihren Enkel machen wollen, liegt der Freibetrag übrigens bei 200.000 Euro.

Nehmen wir noch einmal das Beispiel von oben, in dem das Bachelor-Studium des Kindes um die 32.400 Euro kostet. Hätten seine Eltern seit dessen Geburt bis zum 18. Geburtstag monatlich 100 Euro in einen ETF-Sparplan für dem MSCI World gezahlt, käme bei einer jährlichen Rendite von etwa 7% am Ende rund 42.000 (abzgl. Steuern) heraus. Nicht schlecht, oder? Da freuen sich alle, wie ein kleines Kind.

Habe ich etwas vergessen? Wie sparst du für deine Kinder?

Foto: Pexels

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