Geburtstagsspecial: 5 Jahre Madame Moneypenny

In dieser Woche feiern wir den 5. Geburtstag von Madame Moneypenny. Gemeinsam mit Journalistin Kira Brück schaue ich auf die letzten 5 Jahre zurück. Krass, was in dieser Zeit so alles entstanden ist. 

Wir sprechen darüber, wie sich Madame Moneypenny von meinem Alter-Ego hinzu einem Unternehmen entwickelt hat und warum ich keinen klaren Plan für die Zukunft habe.  

Es geht um meine größten Erfolge und Herausforderungen, die schönsten Momente und darum, welche Entwicklung ich als Person durchgemacht habe. 

Außerdem verrate ich mein Erfolgsgeheimnis, meine wichtigsten Learnings und Tipps für Unternehmerinnen. 

Hier kannst du dir das Video dazu anschauen:

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Vom Alter-Ego zum Unternehmen

Kira: Happy Birthday! 5 Jahre gibt es Madame Moneypenny nun schon. Was hättest du damals auf die Frage geantwortet, was das genau ist? Was würdest du heute antworten? 

Natascha: Vor 5 Jahren hätte ich das wahrscheinlich noch nicht wirklich beantworten können. Damals war das eher eine Idee, ich steckte noch in der Namensfindung und wusste noch nicht genau, was sich daraus entwickelt wird. Ich hätte gesagt, dass Madame Moneypenny, ähnlich wie bei anderen Finanzbloggern (Finanzrocker, Finanzwesir etc.), mein Alter-Ego-Name ist. 

Heute würde ich das so nicht mehr sagen. Madame Moneypenny ist nicht mehr mein zweiter Name, sondern ein Unternehmen, hinter dem ein ganzes Team steckt. Es ist für mich eine Bewegung. Dass sich meine Followerinnen ‘Moneypennies’ nennen, war keine Idee von mir. Was das Ganze noch cooler macht, wie ich finde. 

Kira: Gefühlt kennt dich jede Frau unter 40. In meinem Umfeld zumindest hat jede schon von Madame Moneypenny gehört. Heute geht man davon aus, dass du vor 5 Jahren genau wusstest, was du tust. Gab es Momente, in denen du aufhören wolltest oder du dich gefragt hast, ob das wirklich jemand braucht? 

Natascha: Tausende wahrscheinlich. Solche Momente gab es immer mal wieder, gerade am Anfang. Der Start mit einer neuen Idee ist einfach mit viel Unsicherheit verbunden. Und auch danach kann man das ganz gut mit einer Achterbahnfahrt vergleichen. Ein bisschen wie am Aktienmarkt auch. Zu Beginn wusste ich nicht, ob es sich meine Bemühungen irgendwann auszahlen würden. Oder ob ich in der Lage sein würde, meinen Lebensunterhalt damit zu bestreiten. 

Auch heute noch gibt es Momente, in denen ich Entscheidungen treffe, ohne zu wissen, ob alles so läuft, wie ich mir das vorgestellt habe. 

Von der Bloggerin zur Buchautorin

Kira: Trotzdem hast du es nicht bei wg-suche.de belassen, sondern ganz bewusst etwas Zweites aufgebaut. Was hat dich motiviert, weiter zu machen?

Natascha: Was mich unglaublich motiviert ist, Entwicklungen zu sehen. Ich weiß noch genau, wie ich mich am Anfang so krass gefreut habe, dass 10 Menschen gleichzeitig meinen Blogartikel lasen. Diese Resonanz war total wichtig. Sonst hätte ich es wahrscheinlich irgendwann einfach sein gelassen. 

In den ersten 1,5 Jahren ist Madame Moneypenny trotzdem nicht durch die Decke gegangen. Das kam dann mit der ersten Female Empowerment Welle und der Ausbreitung der sozialen Medien. Da hat mein Thema natürlich super reingepasst. 

Kira: Du hattest dann natürlich auch schon Vorarbeit geleistet….

Natascha: Ganz genau. Ich hatte schon mal vorgelegt, dann kam von hinten diese Welle und ich hab mir ein Surfboard geschnappt und bin draufgesprungen. 

Kira: Am Anfang hast du hauptsächlich Artikel über deine eigenen Erfahrungen geschrieben. Wann kam der Moment, in dem du gemerkt hast, dass du damit Geld verdienen kannst? Bist du da alleine drauf gekommen oder hattest du einen Sparringspartner an deiner Seite? 

Natascha: Ich habe Madame Moneypenny nicht angefangen, weil ich dachte, das sei eine tolle neue Einkommensquelle. Das schwang mehr im Hintergrund mit. Es war eher so, dass es irgendwann kommen musste. Sonst hätte ich das nicht ewig weitermachen können. 

Auf jeden Fall hatte ich relativ früh schon eine Facebook-Gruppe gegründet. Hauptsächlich, weil ich den Frauen, die mir ihre Fragen stellten, einen Raum geben wollte, um sich untereinander auszutauschen. 

Aus dieser Gruppe kamen dann Anfragen. Zunächst mal die, ein Buch zu schreiben, und das habe ich dann auch gemacht. Damit war mein E-Book ‘Bali statt Bochum’ meine erste Monetarisierungsquelle. 

Da gingen dann natürlich die nächsten Fragen los. Für wie viel verkauft man so ein E-Book? Was, wenn es den Leserinnen nicht gefällt? Über den Verkauf haben ich mich deshalb nicht mal freuen können. Im Gegenteil. Mir ging der Arsch auf Grundeis. Als ich nach ein paar Wochen immer noch keine Stinkbombe im Briefkasten hatte, wurde ich ein bisschen entspannter.

Der krasseste Moment der Madame Moneypenny Geschichte

Kira: Irre, dass auch du mit dieser typischen Frauenhaltung gestartet bist… Was, wenn ich nicht gut genug bin.. Was war rückblickend der beste Moment der Madame Moneypenny Geschichte? 

Natascha: Es gab unendlich viele coole Momente, auch ganz kleine. Der krasseste war aber als mein Taschenbuch 2018 zum Spiegel Bestseller wurde. 2017 hatte ich angefangen zu schreiben, wir haben viel Marketing gemacht und zu sehen, dass deine Arbeit Früchte trägt … der Hammer. 

Vor allem, weil es mir gezeigt hat, dass ich einen Unterschied mache. Ob das nun Sichtbarkeit für das Thema ist, oder die Erkenntnis, dass Frauen und Finanzen doch ganz gut zusammen passen.

Es braucht die richtige Mischung aus Mut und Disziplin

Kira: Was ist dein Erfolgsgeheimnis? Ist es die Disziplin?

Natascha: Wenn ich es herunterbrechen müsste, ist es wahrscheinlich die Mischung aus Mut und Disziplin. 

Mut hilft dabei, auch mal große Sachen anzupacken. Sich selbst zu hinterfragen und zu reflektieren. Sich zu trauen, nicht immer perfekt zu sein. 

Die tollsten, mutigsten Ideen nützen aber nichts, wenn ich sie anschließend nicht diszipliniert umsetze. Disziplin heißt, sich Ziele zu stecken, einen Plan aufzustellen, sich zu fokussieren und dann den Arsch hochzukriegen, um die Sachen auf die Strecke zu bekommen.

Ohne diese Komponenten wäre Madame Moneypenny nicht, was es heute ist.

Die Frage ist: Was habe ich zu verlieren?

Kira: Du hast ja gerade von deinen Glaubenssätzen gesprochen, die auch du am Anfang hattest. Wie hast du es geschafft, sie abzulegen?

Natascha: Das war am Ende eine Gewöhnungssache. Ich habe gelernt, dass meine Arbeit gut genug ist. Außerdem habe ich gecheckt, dass ich in dem Bereich, in dem ich mich bewege, meinen Kund*innen nicht meilenweit voraus sein muss, um einen Mehrwert zu liefern. Es reicht, wenn ich einen Schritt weiter bin. 

Einen Coach oder so gab es aber nicht. 

Kira: Es braucht mehr weibliche Unternehmerinnen. Was kannst du diesen mit auf den Weg geben? 

Natascha: Erstmal glaube ich, dass nicht jeder Unternehmerin werden muss. Man muss da schon Bock haben auf alles, was dazu gehört. Da sollte frau sich überlegen, ob das in den eigenen Lebensentwurf passt. Ob sie bereit ist, die Verantwortung zu tragen und die Extrameile zu gehen, um erfolgreich zu werden. 

Ansonsten ist Unternehmertum eine sehr coole, interessante und herausfordernde Reise. Wenn du nur so einen kleinen Funken Entrepreneurship in dir hast und Bock hast, neue Wege zu gehen, Sachen auszuprobieren, zu verändern… dann würde ich immer dazu raten, es einfach auszuprobieren. Die Frage ist ja immer: Was habe ich zu verlieren?

Frau darf sich damit anfreunden, von nichts eine Ahnung zu haben. Nein, du bist nicht gewappnet für alles, was auf dich zukommt. Und trotzdem bekommst du das irgendwie hin. Auch ohne sofort zu wissen, wo genau du hinwillst. Was du brauchst ist ein ‘Macherinnen-Gen’, um einfach loszulegen und dranzubleiben. 

Kira: Man kann sich ja auch einfach Hilfe holen. 

Natascha: Na klar. Am Anfang hab ich natürlich alles komplett selber gemacht. Logisch, denn das muss man sich ja erstmal leisten können. 

Kira: Kannst du dir vorstellen, jemals wieder als Angestellte in einem Unternehmen zu arbeiten? 

Natascha: Jetzt gerade nicht. Aber sag niemals nie. Vielleicht sage ich in 5 Jahren, dass ich ein bisschen langsamer machen möchte. Das würde aber wahrscheinlich nicht lange halten. Da müsste ich schon sehr viel Bock drauf haben. Die Fragen, die ich mir stellen würde: Kann ich da wirklich was bewegen? Was ist die Herausforderung?

Bei Madame Moneypenny gibt es kein Endziel. Es geht um das Warum.

Kira: Siehst du Madame Moneypenny eigentlich als Start-Up?

Natascha: Eher nicht. Zum einen verbinde ich das immer mit Investoren, die große Summen an Geld in eine halb fertige Idee pumpen. Da unterscheidet sich mein Ansatz einfach grundlegend. Zum anderen habe ich das Gefühl, über das Anfangsstadium hinaus zu sein. 

Kira: Gibt es ein Ziel für Madame Moneypenny? Willst du das Unternehmen zum Beispiel irgendwann verkaufen?

Natascha: Das ist eine Frage, auf die ich noch keine richtige Antwort habe. Den Plan, Madame Moneypenny zu verkaufen, gibt es aktuell nicht. An wen auch? Das müsste jemand sein, der darin ein riesen Potenzial sieht und alles daran setzt, das Unternehmen richtig, richtig groß zu machen. 

Auch wenn ich mir die Einstellung in meinem Team anschaue, sehe ich das nicht kommen. Wir handeln so, als spielten wir ein unendliches Spiel. Da geht es weniger um das Unternehmen an sich und viel mehr um das Warum dahinter.

Wer weiß, welche Produkte Frauen in Zukunft brauchen. Ist auch eigentlich egal. Mir geht es darum, die Mission immer ein Stück weiter zu treiben. Da gibt es kein Endziel.

Fragen – die zwei Seiten der Medaille

Kira: Total spannend! Welche Frage kannst du nicht mehr hören? 

Natascha: Was ist ein ETF? Ich weiß aber auch, dass Journalisten diese Frage für ihre LeserInnen natürlich stellen müssen. Deshalb beantworte ich sie auch  gerne zum 578.000sten Mal. 

Also auf einer Seite die ganz fachlichen Fragen. Aber auch: “Warum ist das Thema so wichtig?” oder “Warum ist das bei Frauen anders mit den Finanzen als bei Männern?” Diese Fragen zu beantworten gehört einfach zu meinem Job dazu. Am Ende ist es ja ein Kompliment, dass sie die Antwort nicht googeln, sondern von mir hören wollen. 

Aus der Community gibt es keine Frage, die mir spontan einfällt, die ich nicht mehr hören kann. Da werden so unterschiedliche Themen besprochen, die mich wiederum anregen, über ganz neue Dinge nachzudenken. 

In meinem Format „Moneycall“ können mir Frauen aus der Community per Whatsapp ihre Fragen stellen, die ich dann im Podcast beantworte. Bei einigen muss ich selbst erstmal nachdenken. 

Kira: Kannst du dich noch an eine erinnern?

Natascha: Ja. Eine Schauspielerin fragte mich, wie frau am besten Freund*innen findet. In ihrem Umfeld gab es niemanden, mit dem sie sich über Finanzen, Vermögensaufbau etc. austauschen konnte, und sie fühlte sich nicht wohl. 

Wie genau baut man sich ein Umfeld auf, das einem gut tun? Weg von der Oberflächlichkeit hin zu dem Konzept des inner Circles? Ich saß vor meinem Mikro und konnte das so nicht beantworten. 

Seitdem komme ich immer mal wieder darauf zurück und stelle mir selbst diese Fragen. Wie habe ich es denn gemacht? Wer ist eigentlich in meinem inner Circle? Fehlt da vielleicht noch eine Komponente? 

Ich habe zum Beispiel keine Clique von früher. Es gibt einen harten Kern von Menschen, die immer in meinem Leben sind. Das sind aber nur 3-4. Dann gibt es andere, die immer mal wieder kommen und gehen.

So viel zum Thema, dass es Fragen gibt, die mich noch mal herausfordern, selbst zu reflektieren.

Vorher-Nachher Geschichten berühren mich

Kira: Finde ich stark. Was ist das schönste Feedback, das du je bekommen hast. 

Natascha: Ich finde Vorher-Nachher Geschichten toll. Es berührt mich zu hören, wie der Weg von Frauen aus der Community aussieht. Von 10.000 € im Dispo-Kredit hinzu vielen tausend Euro angespart und kurz davor zu investieren. Einfach genial! Es gibt eben keine magische Pille. Jede muss für sich selbst einmal eine Entscheidung treffen und den Weg selbst gehen. Und der ist meist geprägt von vielen Auf und Abs. Diese Geschichten haben eine Strahlkraft für alle Frauen, die den Weg noch vor sich haben. 

Das erste Mal, wo mir richtig das Herz aufgegangen ist, war der Moment, als mich eine Frau als Vorbild bezeichnet hat. Das ist mitunter das schönste Kompliment, das man mir machen kann. 

Kira: Wow! Es ist auch einfach stark zu sehen, wie sich die Frauen aus der Madame Moneypenny Community gegenseitig coachen. Ich lese das selbst manchmal, weil ich das so motivierend finde. Eine teilt ein Problem und 30, 40, manchmal 500 Frauen antworten darauf. Das ist schon sehr, sehr geil. Ein Beispiel, wie soziale Medien Menschen zusammenbringt, die sich im ‘realen Leben’ nie vernetzt hätten.

Natascha: Ganz genau. Es gibt den Frauen das, was ihnen in ihrem Umfeld teilweise fehlt – Menschen, mit denen sie sich über diese Themen austauschen können. Wir haben es irgendwie geschafft, eine Gruppe gleichgesinnter Frauen zusammenzubringen, die sich gegenseitig unterstützen. Ich selbst muss da keinerlei Input mehr geben.

Wir können nicht von allen gemocht werden

Mir ist es wichtig, ein Umfeld zu kreieren, in dem sich proaktive, lösungsorientierte Frauen wohlfühlen und gegenseitig unterstützen. Und im Kontrast dazu denjenigen, die sich laufend beschweren, eben nicht. 

Kira: Machst du da eine Art Community Management? 

Natascha: Das regelt sich ehrlicherweise ganz gut von alleine. Es ist ganz ähnlich wie beim Content, den ich produziere. Gewisse Menschen werden davon angezogen, andere stößt er wiederum ab. Und das ist in Ordnung so. 

In den letzten Jahren habe ich gelernt, dass es weder meine Aufgabe ist, die Welt zu retten, noch jedem zu helfen. Es gibt viele Menschen, die gar keine Veränderung in ihrem Leben wollen. 

Kira: Du bist ja auch zum Beispiel jemand, der nicht so auf Immobilien-Kauf steht. Zu dem Zeitpunkt, wo du das öfter mal in deinen Podcasts erwähnt hast, habe ich gerade eine Immobilie gekauft. Ich wusste, dass ich das einfach aushalten musste. Schließlich gibt es nicht DIE Wahrheit. Jede Lebenssituation ist anders und es wird immer Menschen geben, die einem davon abraten. 

Natascha: Absolut. Jede muss da ihre eigene Wahrheit finden und dafür dann auch die Verantwortung übernehmen. 

Kira: Jeder ist am Ende für sich selbst verantwortlich. Wie gehst du aber mit den ‘Hatern’ da draußen um, die das nicht verstehen? 

Natascha: Ich lese es einfach nicht. Gerade die Kommentare unter Interviews, die ich extern gebe. Es interessiert mich nicht, weil es mich nicht weiterbringt und im schlimmsten Fall Energie raubt, die ich für andere Dinge einsetzen könnte. 

Die Kommentare unter meinen Podcasts, Blogartikel etc. lese ich mir natürlich schon ab und an durch. Aber auch hier ist das Lustige, daß unter ein und demselben Beitrag die eine sagt, ich würde zu schnell, die andere, ich würde zu langsam sprechen.

Kira: Das bringt das Ganze doch genau auf den Punkt. 

Natascha: Wir können nicht von allen gemocht werden. Die Ablehnung gehört deshalb wahrscheinlich einfach dazu. Die Frage, die du dir stellen kannst: Wem möchtest du gefallen? 

Ich muss allerdings sagen, dass die Madame Moneypenny Community eine der freundlichsten überhaupt ist. Was ich manchmal von anderen Unternehmer*innen höre, erschreckt mich da richtig. Ablehnung erfahren wir sowieso. Dann können wir uns zumindest aussuchen, wofür wir abgelehnt werden wollen.

Sleep, Work, Eat, GZSZ, Repeat – Die Anfänge von Madame Moneypenny

Kira: Du hast mal gesagt, dass du ganz am Anfang früh aufgestanden bist und angefangen hast zu schreiben. Wie kann man sich das vorstellen? 

Natascha: Genauso kann man sich das vorstellen. Damals hab ich in Kreuzberg gewohnt und der Schreibtisch stand direkt neben dem Bett. Zu Beginn hab ich natürlich noch nicht so viel Zeit investiert, das kam dann erst, als die 10 Leser auf meinem Blog waren (lach). 

Aber als ich mein E-Book geschrieben habe, bin ich echt um 5 Uhr morgens aufgestanden, um 2 Stunden daran zu schreiben. Danach ging es zur Arbeit bei WG-Suche und abends, direkt nach GZSZ, ging es direkt wieder weiter damit. 

Kira: Bist du jemand, der viel Kaffee trinkt? Hast du irgendein Ritual, was dir da Kraft gibt?

Natascha: Ich trinke keinen Kaffee und habe mich zu der Zeit auch alles andere als gut ernährt. Trotzdem hat mich irgendwas immer weiter angetrieben. Das ist der Part, der total schwer zu erklären ist. Ich konnte einfach nicht anders. 

Kira: Schaust du heute GZSZ online, wenn du keinen Fernseher mehr hast? 

Natascha: Ne, gar nicht. Ich hab damit irgendwann aufgehört.

Es ging damals wie heute auch um den Inhalt

Kira: Du hast deinen ersten Online Kurs ja auch ohne großes Equipment von zu Hause aus gestartet. Hast du da mal den Gedanken gehabt, dass das vielleicht doch nicht professionell genug ist? Und wie war die Resonanz? 

Natascha: Nach dem E-Book war der Online-Kurs das zweite richtige Produkt. Es war keine Option, ein Studio zu mieten. Schließlich wusste ich noch gar nicht, ob das alles funktioniert. Das Set-up war ein Rattanregal von meiner Mutter, ein Stapel Bücher und mein Laptop mit Webcam obendrauf. Irgendwann hab ich mir noch einen Scheinwerfer gekauft und los ging der Videodreh. Anschließend hab ich auch alles selbst geschnitten – eine mühsame Arbeit. Aber die Videos sind heute noch im Kurs zu finden. 

Wenn ich heute nochmal reinschaue, bin ich erstaunt, wie sehr ich mich seitdem verändert habe. Allein meine Ausstrahlung ist heute eine ganz andere. 

Unprofessionell fand ich das aber nicht. Es ging damals wie heute um den Inhalt.

Wer steckt hinter Madame Moneypenny?

Kira: Wir wollen ja heute auch mal hinter die Kulissen blicken. Wie viele Menschen arbeiten für Madame Moneypenny? 

Natascha: Teamaufbau – ein sehr aktuelles Thema. Wir haben Teresa, die den ganzen Laden eigentlich am Laufen hält und vieles in der täglichen Organisation übernimmt. Sie ist fest angestellt. Dann habe ich gerade frisch 2 neue Mitarbeiterinnen eingestellt. Einmal für den Bereich Produkt und Vertrieb und einmal für den Bereich Content & Marketing. Das ist das Kernteam. 

Bei der Buchhaltung unterstützt mich mein Papa. Es gibt eine Social Media Agentur und eine Reihe von Freelancern, die den gesamten Social Media Auftritt im Griff haben. Für Performance Marketing und Web-Development gibt es eine weitere Person. Und zu guter Letzt kümmert sich Katharina um alle Presseanfragen. 

Kira: Das Kernteam ist also bewusst klein gehalten und du buchst dir drum herum, was gerade aktuell gebraucht wird. 

Natascha: Ich achte mittlerweile darauf, dass die wichtigsten Positionen intern besetzt sind. Das war auch schon mal anders. Trotzdem soll der Kern schlank bleiben. Ich habe nicht die Vision, irgendwann mal 50 Angestellte zu haben. Mir ist es wichtiger, richtig gute Leute zu haben, die gut zusammen passen.

Der Aufbau meines Teams ist ein persönlicher Entwicklungsprozess

Kira: In welcher Phase befindet sich Madame Moneypenny als Unternehmen und was sind deine aktuellen Herausforderungen? 

Natascha: Tatsächlich genau das. Ich habe lernen müssen, dass ich nicht alles alleine machen kann und auch nicht die Beste in allen Jobs bin.

Wir befinden uns gerade in der klassischen Wachstumsphase. Teamaufbau, Prozesse einführen und optimieren, Unternehmenskultur einführen. Um all solche Sachen geht es. 

Ob ich das richtig mache – keine Ahnung. Mit meinem ersten Versuch, ein Team aufzubauen, bin ich kläglich gescheitert. Das ist definitiv für ein Entwicklungsprozess für mich persönlich. 

Ich stelle mir Fragen wie: Wie möchte ich als Unternehmerin und als Chefin sein? Was will ich machen, was nicht?

Kira: Wie bist du denn als Chefin? 

Natascha: Da müssten wir mal Teresa fragen. Zumindest hab ich von ihr mal eine Tasse mit der Aufschrift “Best boss ever” bekommen. 

Was ich lernen muss, ist noch klarere Ansagen zu machen. Man kann, glaube ich, nie klar genug sein. Oft gehe ich zu sehr von mir aus und dem, was ich denken würde. 

Ansonsten gebe ich viel Freiraum und hasse Micromanagement (auch, wenn es ab und an noch vorkommt). Ich sehe mich eher in der Rolle die Voraussetzungen dafür zu schaffen, dass die Menschen gute Arbeit machen können und ihre Ziele erreichen. 

Dazu gehört es, Ziele zu setzen, klare Strukturen zu schaffen und Werte vorzuleben. Wie vorhin schon erwähnt, unterstütze ich mutige Entscheidungen, habe aber ein Problem damit, wenn jemand immer auf Nummer sicher geht.

Mittlerweile sind wir in einem Stadium angekommen, in dem ich selbst keine Antworten auf alle Fragen habe. Ich muss zwar so tun, als wüsste ich es, weil einer am Ende eben eine Entscheidung treffen muss. Mit Sicherheit sagen, welche die Richtige ist, kann ich schon lange nicht mehr.

Das Mentoring Programm war der nächste logische Schritt

Kira: Wir haben über die ersten 10 Leser deines Blogartikels gesprochen, über ein erstes E-Book, deinen Online-Kurs und deinen Spiegel-Bestseller. Welche Meilensteine haben wir aus den letzten 5 Jahren noch vergessen? 

Natascha: Das Mentoring Programm war definitiv auch ein wichtiger Entwicklungsschritt. Es entstand aus der Überlegung heraus, wie ich Menschen noch besser dabei unterstützen kann, in die Umsetzung zu kommen. An fehlendem Wissen hapert es eigentlich nie. Davon gibt es genug da draußen. 

Wie bei mir auch, kommt man besonders gut voran, wenn man für einen Teil des Weges an die Hand genommen wird. Das Mentoring war deshalb nur der nächste logische Schritt.

Ich wünschte, ich hätte mir früher Unterstützung geholt.

Kira: Du lässt dich coachen. Suchst du dir immer für das jeweilige Thema den richtigen Coach? 

Natascha: Mal so, mal so. Kurz vor einer wichtigen Verhandlung würde ich mich ganz speziell darin coachen lassen. Ansonsten habe ich gerade einen Business Coach an meiner Seite, mit dem ich alle 3-4 Wochen zu aktuellen Herausforderungen austausche.

Kira: Du würdest aber sagen, dass das eine Investition ist, die sich lohnt, richtig? 

Natascha: Auf jeden Fall. Ich wünschte, ich hätte mir schon viel früher Unterstützung von einem Coach geholt. Gerade am Anfang ist das aber natürlich schwer realisierbar. Gute Coaches kosten schließlich auch viel Geld. 

Es gibt wenig gute Abkürzungen im Leben, aber sich einen guten Coach zu holen, ist eine davon. Ich gehe aus jeder Session mit einem ganz anderen Gefühl raus, als ich reingegangen bin.

Warum mein erster Versuch ein Team aufzubauen zum Scheitern verurteilt war

Kira: Wo bist du gescheitert? Welche Rückschläge hattest du zu verkraften? 

Natascha: Mein größtes Scheitern war mein erster Versuch des Teamaufbaus. 

Kira: Okay, was ist da schief gelaufen? Wann war das ungefähr? 

Natascha: Alles. Das war ziemlich genau vor einem Jahr. Ich hatte verstanden, dass ich nicht alles alleine machen kann, und habe mir Leute zur Unterstützung eingestellt. Allerdings habe ich mir zu wenig Gedanken darüber gemacht, was genau deren Rolle eigentlich ist. Ich hatte auf Berufseinsteiger gesetzt, die selbst noch viel Guidance brauchten. 

Dass es am Ende nicht funktioniert hat, lag nicht an meinen Mitarbeitern, sondern daran, dass ich schlechte Entscheidungen getroffen habe. 

Es war das erste Mal für mich, dass ich jemanden entlassen musste. Das war eine echt krasse Erfahrung für mich. Gehört wohl auch mit dazu. Schön ist es trotzdem nicht.

Warum ich keine Opfer für meinen Erfolg bringen musste

Kira: Welche Opfer hast du für deinen Erfolg bringen müssen? 

Natascha: Wahrscheinlich hatte ich weniger Freizeit als andere. Das würde ich selbst aber gar nicht als wirkliches Opfer bezeichnen. Es war eher so, dass Madame Moneypenny in der Anfangsphase meine absolute Prio Nummer 1 war und somit war es okay. 

Es gab ein paar Momente, in denen ich Bilder von alten Freundinnen im Urlaub gesehen habe und feststellen musste, dass ich nicht mal gefragt wurde, ob ich dabei sein will. Höchstwahrscheinlich, weil ich die letzten zwei Male abgesagt hatte. Sich einzugestehen, dass man nicht mehr wirklich dazugehört, ist kein schönes Gefühl. Man fragt sich dann, ob es das alles wert war. 

Rückblickend würde ich aber sagen, dass es ein ganz natürliches Mechanismus ist. Das Umfeld ändert sich im Laufe des Lebens, je nachdem, wie man sich entwickelt. 

Ein anderes Opfer, das ich gebracht habe, ist meine Haarfarbe. Die grauen Haare lassen auch nicht mehr lange auf sich warten. Ansonsten habe ich nie das Gefühl gehabt, irgendetwas unglaublich Wichtiges auf der Strecke gelassen zu haben. 

Kira: Bereust du etwas? 

Natascha: Nicht wirklich. Es ist schon alles richtig so, wie es gelaufen ist. Klar würde ich mit dem Wissen und der Erfahrung, die ich heute habe, manche Entscheidungen anders treffen. Ich wusste es aber damals nicht besser.

Wie entspannte Phasen bei mir aussehen

Ich glaube, dass die Dinge im Leben in Wellen verlaufen. Es gibt anstrengende und entspanntere Phasen. Zum Beispiel habe ich mir dieses Jahr den gesamten Juli freigenommen. Prioritäten ändern sich und das ist auch gut so. 

Kira: Was machst du, wenn du 4 Wochen frei hast? 

Natascha: Sport, lesen, auf dem Balkon liegen, mich sonnen, Podcasts hören … das hat tatsächlich sehr gut geklappt diesen Sommer. War ja eh Lockdown und ich konnte nirgendwo hin. 

Kira: Okay, du kannst also echt entspannen.

Natascha: Mal mehr, mal weniger. Momentan zum Beispiel klappt das wieder weniger gut und ich arbeite mehr, als ich wollen würde. Dafür habe ich aber eben auch Phasen, in denen ich komplett runterfahre. 

Kira: Und bist du normalerweise jemand, der weite Reisen macht, wenn sie frei hat? 

Natascha: Die letzten zwei Jahre war ich im Januar immer dort, wo es warm ist. So war ich zum Beispiel 2018 im südlichen Teil Afrikas unterwegs. 2019 in Sri Lanka.

Kira: Richtig mit dem Rucksack?

Natascha: Nee, das hätte ich früher gemacht. Heute spare ich an anderen Dingen als am Urlaub. Da darf es durchaus mal eine schöne Unterkunft sein. Vielleicht sogar mit Pool.

Joballtag

Kira: Was leitet dich bei wichtigen Entscheidungen? 

Natascha: Ich lerne immer mehr, auf mein Bauchgefühl zu hören. Bei fast allen Entscheidungen, die sich im Nachhinein als falsch oder schlecht herausstellten, hätte ich es besser wissen können. Ich hatte eigentlich immer schon die Intuition, dass da irgendwas nicht stimmt. 

Ansonsten versuche ich, so schlau wie möglich abzuwägen. Welche Risiken sind involviert? Wie ist das Kosten-Nutzen-Verhältnis? Dafür ist aber nicht immer Zeit. Deshalb bin ich ein Fan von schnellen Entscheidungen. 

Kira: Was nervt dich an deinem Job? 

Natascha: Es gibt viele Dinge, die ich nicht gerne mache. Sachen, die passieren müssen, aber viel Zeit kosten. Briefe zu öffnen zum Beispiel nervt mich total. Aber auch Ablage, Terminkoordination etc. – da fehlt mir einfach die Geduld.

Kurz: Alles, was mich und meine Mission nicht voranbringt, nervt.

Mein Pool, meine Party

Kira: Es gibt einen Instagram Post von dir, wo du den Mittelfinger zeigst. Darunter steht: “Mein Pool, meine Party!”. Erklär mal, was dahinter steckt. 

Natascha: Ich weiß gar nicht mehr genau, was das war. Irgendjemand hatte mal wieder einen unnötigen Kommentar da gelassen. Da dachte ich mir ganz einfach, dass ich mal ein klares Statement setzen muss. Das ist mein Kanal, ich mache hier, was ICH für richtig halte. Wenn dir das nicht gefällt, dann darf diese Person gerne auf ‘unfollow’ drücken.

Ein Blick in meinen Kleiderschrank und wie mein typisches Wochenende aussieht

Kira: Es gibt das Gerücht, dass du 3 dunkelblaue, 3 schwarze und 3 graue Pullover hast. Stimmt das? Und langweilt es dich nicht, jeden Tag gleich auszusehen? 

Natascha: Nein, es stimmt nicht. Es sind nur jeweils 2 Pullis. Die Farben stimmen aber. 2 davon sind richtig schön warme Kaschmirpullis. Ich habe ein Modell gefunden, das gut sitzt, schlicht ist und zu allem passt – da hab ich gleich mal zugeschlagen. Ich besitze noch zwei Kuschelpullis für zu Hause. Da hab ich ja eh nur Jogger an.

Ich mag es grundsätzlich lieber, wenn es weniger ist statt mehr. Beim Schrank Ausmisten hab ich mich deshalb entschieden, alles ein bisschen zu vereinfachen. Da ich eh total ungern Kleidung shoppen gehe, erleichtert mir das mein Leben. Außerdem muss ich morgens nicht mehr überlegen, was ich anziehe. 

Kira: Hast du eigentlich ein klassisches Wochenende. Kaufst du deine Brötchen zum Beispiel immer beim gleichen Bäcker?

Natascha: Sport ist definitiv eines meiner Rituale am Wochenende.

Kira: Verrätst du, was du da machst? 

Natascha: Ich trainiere unter der Woche drei Mal mit einem Fitnesstrainer. Am Wochenende gehe ich dann gerne im Wald laufen. Ich würde nie auf die Idee kommen, mich im Fitnessstudio auf ein Laufband zu stellen. Letzten Sonntag habe ich mal wieder Yoga gemacht. 

Ansonsten ist eines der Rituale natürlich am Samstag, um 15:30 Uhr den BVB anzufeuern. Darum herum wird alles andere geplant. 

Kira: Wenn du auf einer Hochzeit eingeladen bist und an dem Tag ist ein BVB-Spiel, stellst du also sicher, dass es da auch einen Fernseher gibt…

Ob ich mich selbst als Promi sehe? Nein!

Kira: Siehst du dich eigentlich selbst als Promi oder Person des öffentlichen Lebens? 

Natascha: Nee!! Wirklich überhaupt nicht. 

Manchmal gibt es auf Veranstaltungen Menschen, die mich fragen, ob ich ihr Buch signieren kann. Es kann auch passieren, dass ich mal auf der Straße angequatscht werde. Wie ein Promi fühle ich mich aber deshalb trotzdem nicht. Das möchte ich auch nicht sein.

Vielleicht liegt es aber auch an der Barriere der sozialen Medien. Ja, ich habe 100.000 Follower. Davon kenne ich aber nur einen Bruchteil. 

Kira: Wie ist es für dich, wenn du auf der Straße angesprochen wirst?

Natascha: Es gab mal eine coole Situation, in der eine Frau auf ihrem Fahrrad vorbeifuhr und schrie: Hey, Natascha Wegelin. DANKE. Ich rief dann ganz verdutzt: “Bitte” und dann gingen wir beide wieder unserer Wege. Das war total lustig. Der ungewöhnlichste Ort, an dem ich angesprochen wurde, war in der Sauna.

Auch mein Leben besteht nicht nur aus Disziplin

Kira: Du lebst deiner Community Fleiß, Ehrgeiz und Disziplin vor. Warst du schon immer so? 

Natascha: Ehrgeizig war ich tatsächlich schon als Kind. Ein Beispiel dafür ist die Tatsache, dass ich Fußball in einem reinen Jungen-Team gespielt habe. Dort habe ich gelernt, mich durchzusetzen und für mich einzustehen. Am Anfang ist man eben “das Mädchen”, bei dem keiner so recht weiß, was auf dem Fußballplatz zu suchen hat. Nach einer Weile mussten sie aber eingestehen, dass ich “für ein Mädchen” richtig gut war. In Wahrheit war ich besser als die meisten Jungs.

Kira: Wie belohnst du dich für Erfolge? 

Natascha: Viel zu selten, glaube ich. Für mich ist ein ruhiger Abend oder ein Besuch im Spa eine Belohnung. Ich sollte mir aber definitiv viel öfter mal selbst auf die Schulter klopfen. 

Kira: Du hast erzählt, dass dich jemand als Vorbild bezeichnet hat. Hast du selbst denn Vorbilder?

Natascha: Obwohl ich über diese Frage viel nachdenke, habe ich nicht das eine Vorbild. Ich schaue mir viel von Sportlerinnen und Sportlern ab. Empfehlen kann ich zum Beispiel die Doku über Toni Kroos oder das Buch von Jürgen Klopp*.

Kira: Für wen gibst du dein letztes Hemd? 

Natascha: Das würde ich immer für meine Familie geben. Da würde ich auch meinen Arm und mein Bein geben. 

Kira: Du kaufst keine neuen Klamotten, verzichtest auf Zucker, Alkohol, hast keine Cheat Days… besteht dein Leben nur aus Disziplin? 

Natascha: Nein, gar nicht. Ich teile diese Seite von mir vor allem deshalb so häufig, weil Disziplin etwas ist, was viele Menschen inspiriert und voranbringt. Auch ich bin in vielen Momenten undiszipliniert. Momentan zum Beispiel greife ich morgens nach dem Aufwachen wieder zu allererst zum Handy, um Instagram zu checken. 

Wie immer im Leben, ist es alle eine Frage der Balance. Es ist wichtig, diszipliniert zu sein und genauso wichtig, sich zu entspannen.

So hat sich meine Beziehung zu Geld verändert

Kira: Du hast in einem Podcast gesagt, dass du dir schon immer was aus Geld gemacht hast. Hat sich deine Beziehung zu Geld in den letzten Jahren verändert? 

Natascha: Schon, ja. Ich erinnere mich noch, dass ich als Kind viel gespart habe, um mir etwas von dem Geld kaufen zu können. Das hab ich also schon immer gern gemacht. Es gab aber auch eine Phase, in der ich viel ausgegeben und Besitz angehäuft habe. 

Meine Beziehung zu Geld hat sich insofern geändert, als dass ich mittlerweile einen anderen Fokus habe. Am Anfang von Madame Moneypenny ging es viel darum, ein System aufzusetzen und zu sparen. Während dieser Zeit habe ich mir selbst Challenges auferlegt und im Blog jeden Monat meine Ausgaben offen gelegt. Wenn mich heute jemand nach meiner Sparrate fragt, kann ich das nicht mehr beantworten. Weil es nicht mein Fokus ist. 

Heute bin ich bereit, mehr Geld auszugeben für 

  • Reisen, 
  • Komfort & Bequemlichkeit, 
  • meine Gesundheit, 
  • Geschenke,
  • Coaches und 
  • alles, was mir Zeit erspart.

Im Gegensatz zu früher habe ich nicht mehr das eiserne Sparmindset, weil ich andere Prioritäten habe.

Showtime – introvertiert und trotzdem vor der Kamera

Kira: Man glaubt es kaum, aber du bezeichnest dich selbst als introvertiert. Kostet es dich Kraft, mit vielen Menschen zusammen zu sein? 

Natascha: Es gibt ein sehr schönes Buch von Susan Cain ‘Quiet’*. Sie beschreibt sehr gut, was Introvertiertheit eigentlich bedeutet. Es ist nicht das gleiche wie Schüchternheit – obwohl ich das als Kind definitiv war. Wie du schon richtig gesagt hast, kostet mich das Zusammensein mit Menschen super viel Energie. Das gleiche gilt, wenn ich lange Interviews gebe. Danach könnte ich manchmal einfach um 17 Uhr ins Bett gehen. 

Ein Grund, warum ich heute keine Seminare mehr gebe. Ich brauchte danach immer erstmal eine Woche Urlaub.

Damit mir das in meinem Job nicht im Weg steht, achte ich auf einen guten Ausgleich. Ich weiß genau, wann Showtime ist, und habe da dann auch Bock drauf. Danach nehme ich mir aber nichts anderes mehr vor, damit ich entspannen kann.

Entweder-oder?

Kira: Spielen wir noch ein kleines Entweder-oder Spiel. Fahrrad oder U-Bahn?

Natascha: Kommt drauf an. In der U-Bahn kann ich mehr Dinge erledigen. Eine Fahrradfahrt erlaubt mir runterzukommen, mich zu bewegen, Podcast zu hören,…

Kira: Morgens Kaffee oder Tee? 

Natascha: Am liebsten frischer Ingwer Tee. 

Kira: Lieber Yoga oder Laufen? 

Natascha: Ich mag beides. Wenn ich mich entscheiden müsste, würde ich mich fürs Laufen entscheiden. 

Kira: Weihnachten oder Ostern? 

Natascha: WEIHNACHTEN. Da freue ich mich jetzt schon wieder drauf.

Kira: Bar oder Club? 

Natascha: Hate it both. Wahrscheinlich eher die Nichtraucher (!) Bar.

Kira: Bargeld oder Kreditkarte? 

Natascha: Immer Karte. 

Kira: Eule oder Lerche? 

Natascha: Da ich spätestens um 10 Uhr im Bett bin, lautet die Antwort wohl Lerche. 

Kira: Modern Family oder BVB Spiel.

Natascha: Boah. Modern Family ist meine absolute Lieblingsserie, die ich auch immer wieder aufs Neue schaue. Da kann ich mich echt nicht entscheiden.

Vervollständige die folgenden Sätze …

Kira: Zum Abschluss hab ich noch 3 Sätze, die du vervollständigen darfst.

  1. In 5 weiteren Jahren ist Madame Moneypenny … whatever it is. 
  2. Ich freue mich total darauf, älter zu werden. Ja! Ich freue mich total darauf, diese Lebensweisheit zu haben, immer ruhiger zu werden, immer mehr Mittelfinger zu zeigen. Ich hoffe, dass das mit dem Alter kommt. 
  3. Alte, weiße Männer … sollten langsam mal den Weg frei machen. Müssen aber definitiv mit in die Feminismus-Debatte einbezogen werden. Das Gute ist ja, dass der Aktienmarkt kein alter, weißer Mann ist. Da kannst du machen, was DU willst.

Relevante Link:
Doku über Toni Kroos 
Buch von Jürgen Klopp*
Buch von Susan Cain ‘Quiet’* (für alle Introvertierten unter euch!)

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