Frauen und Finanzen – eine Bestandsaufnahme

Als ich vor zwei Jahren Madame Moneypenny ins Leben gerufen habe, lief das Thema Frauen und Finanzen ziemlich weit unter dem Radar – sowohl in den Medien als auch bei Banken und anderen Finanzdienstleistern. Nun, zwei Jahre später, lässt sich erfreulicher Weise feststellen, dass sich etwas tut. Zeit für eine kleine Bestandsaufnahme und einen Überblick über die verfügbaren Angebote für Frauen.

Frauen und Finanzen  – warum ist das Thema so wichtig?

Weil immer noch zu viele Frauen in finanzieller Abhängigkeit leben und akut von Altersarmut bedroht sind. „Frauen und Finanzen“ ist kein Trend-Thema, sondern eine gesellschaftliche Aufgabe, die es anzugehen gilt. Es gibt genug zu tun. Denn: Frauen erhielten 2016 mit durchschnittlich 815 Euro Rente monatlich etwa 21 Prozent weniger als Männer. So fanden es die Finanz-Heldinnen heraus. Aktien und Wertpapiere halten aktuell nur 9,5 Prozent der Frauen in Deutschland in ihrem Portfolio. Das sind fast 12 Prozent weniger als bei den Männern. Und der Anteil schrumpft: 2003 waren es noch 12 Prozent. Außerdem sparen Frauen weniger Geld als Männer und Mädchen bekommen weniger Taschengeld als Jungs.

Frauen und Finanzen in den Medien

In den Wochenzeitungen (online und offline) wurde das Thema Altersarmut besonders Frauen betreffend vor allem in den letzten Monaten oft thematisiert. Hier die besten 5 Artikel dazu:

Zusätzlich entdecken klassische Frauenzeitschriften den Bereich Frauen und Finanzen für sich. Ich war schon ein wenig überrascht, als die Zeitschriften Petra, Freundin und myself Interviews bei mir anfragten. Die Petra macht sogar eine komplette Doppelseite aus meinem Interview, die myself ein einseitiges Porträt. Läuft also ganz gut, es gibt aber sicherlich noch Potenzial!

Initiativen großer Marken

Mittlerweile entdecken auch große Marken die „Nische“ Frauen und Finanzen für sich. So startete die comdirect Anfang des Jahres die Initiative Finanz-Heldinnen, die ich ebenfalls in Form von Gastbeiträgen auf dem Finanz-Heldinnen-Blog und durch Teilnahme an Events und Panel-Diskussionen unterstütze. Warum tue ich das? Weil die Thematik Frauen und Finanzen mehr Aufmerksamkeit braucht. Und die bekommt es, wenn große Marken mit großen Budgets mitmischen. Wir haben die gleiche Mission und ich freue mich über jegliche Weggefährtinnen.

Auf der Invest-Messe gibt es nun eine „Ladies Veranstaltung„, der Deutsche Gewerkschaftsbund betreibt das Projekt „Was verdient die Frau?“ (es wird im Sommer ein Webinar mit mir geben) und die Brigitte nimmt das Thema Frauen und Finanzen als festen Bestandteil ihrer Brigitte Academy auf. Die Female Future Force von EditionF bietet natürlich auch einen Themenblock zur finanziellen Unabhängigkeit.

Blogs & Portale zum Thema Finanzen und Frauen

Anfang 2016 war ich noch ziemlich allein auf weiter Flur, was Blogs über Frauen und Finanzen betrifft. Nur Klunkerchen hat damals die Stellung gehalten. Mittlerweile gibt es Nachwuchs, den du dir auch mal anschauen solltest:

Bücherempfehlungen Frauen und Finanzen

Hier vier Bücher, die du gelesen haben solltest – von Frauen für Frauen.

1.Worth It: Your Life, Your Money, Your Terms*

2. Prince Charming Isn’t Coming: How Women Get Smart About Money*

3. Women & Money: Owning the Power to Control Your Destiny*

4. Bali statt Bochum (gibt’s jetzt auch als Hörbuch)

Was du tun kannst

Ja, genau: Du. Damit Frauen und Finanzen bald nicht mehr wie Öl und Wasser zu einander stehen, braucht es tatkräftige Unterstützung. Bewegungen entstehen durch Menschen, die sie treiben. Rede mit deinen Freundinnen, Kolleginnen, Tanten, Omas, Töchtern über Geld. Erzähle ihnen von den tollen Angeboten, die es mittlerweile gibt und schließe dich uns an. Stelle Fragen, übernimm‘ Verantwortung und gehe mit gutem Beispiel voran.

Wenn du noch nicht in der Madame Moneypenny Facebook-Gruppe bist: Hier ist der Link. Und wenn du jetzt noch eine Freundin in die Gruppe einlädst, hast du deine gute Tat für heute schon getan.

 

Foto: Pexels

5 Kommentare

  1. Hallo,
    ich (28) muss zugeben, dass ich mich sehr über den Artikel im Spiegel gefreut habe. Tatsächlich habe ich mich schon häufiger mit dem Thema Finanzen auseinander gesetzt, da ich „nur“ eine Ausbildung gemacht habe und mein Gehalt zwar jetzt gut zum Leben reicht, aber ich mich ebenfalls gefragt habe, wie man später im Alter auch noch gut davon leben kann. Glücklicherweise hat mich mein Freund „gezwungen“ mit ihm zum Finanzberater zu gehen und wir haben uns gemeinsam beraten lassen. Vom Verständnis her fiel es mir aber während unserer Gespräche doch hier und da schwer dem Ganzen zu folgen. Würde mich jemand nach den Einzelheiten des abgeschlossenen Vertrages fragen, würde ich wohl auch nur mit den Schultern zucken – nicht, weil ich nicht zugehört habe, aber das ganze Thema ist einfach sehr anstrengend. Viele Begriffe sind Fremdwörter. Und ich stehe nicht allein da. Als ich meinen Freundinnen davon erzählt habe, dass ich jetzt etwas für die Altersvorsorge getan habe, hörte ich auch nur: „Ach, das müsste ich auch mal tun!“ und wusste genau, dass da nicht viel passieren wird. Eher hatte ich das Gefühl ihnen ein schlechtes Gewissen gemacht zu haben. Daher ist es mir eher unangenehm so etwas mit ihnen zu bereden, dabei verdienen sie weniger als ich und sind erst recht von Alterarmut bedroht. Daher finde ich es eigentlich wichtig, dass dieses Thema aufgegriffen wird, vor allem aber so erklärt wird, dass man es auch ohne Wirtschaftsstudium versteht und niemand davor Angst haben muss sich mit dem Thema auseinander zusetzen.

    Viele Grüße

  2. Hallo,
    zu diesem Thema hat Colette Dowling in den 90ern zwei sehr interessante Bücher geschrieben:
    „Der Cinderella-Komplex“ und „Sterntaler – Wie Frauen mit Geld umgehen“. Googelt mal danach. Sie lohnen noch heute und sind ganz günstig antiquarisch zu bekommen. Ich, heute 59, habe viel für mich daraus gelernt und mich mit 55 selbst pensioniert.
    Euch allen viel Erfolg beim Verdienen, Genießen und Anlegen.

  3. Hallo Natascha,
    Entschuldige, wenn ich Dir widerspreche – aber soo neu ist das Thema nun auch wieder nicht. Schon seit den Neunzigern / Anfang der Zweitausender gibt es Finanzberatungen von Frauen für Frauen verbunden z.B. mit den Namen Marion Weichert-Prinz (Hamburg), Svea Kuschel und Helma Sick. Weiterhin gibt es auch schon länger deutsche Bücher zum Thema: z.B. „Aschenputtels Portemonnaie“ (1992), „Frauen leben länger – aber wovon?“ (1996) oder die Bücher von Helma Sick, die auch lange eine Finanz-Kolumne in der Brigitte hatte (oder noch hat).
    Der „einzige“ Unterschied zu den von Dir genannten Finanz-Publizistinnen ist, dass jetzt mehr über Blogs veröffentlicht wird und weniger über Frauen-Finanz-Seminare (gibt es seit den 90ern!) und Bücher. Ihr seid eine neue Generation, die dieses wichtige Thema jetzt für sich entdeckt. Die Ersten seid ihr aber nicht!

    • Liebe Beate,

      du widersprichst mir ja gar nicht. Ich habe nirgends behauptet, dass es bis vor zwei Jahren keine Berater gab, die sich auf Frauen spezialisiert haben. Die gibt es immer 😉 Und, dass es vorher auch schon Bücher gab, ist auch klar. Allerdings empfehle ich lieber neuere Lektüre.

      VG Natascha

  4. Liebe Natascha,
    vielen herzlichen Dank für Deinen tollen Blogbeitrag bzw. den Blog insgesamt – ich liebe Deine Impulse!
    Du stellst hier tolle Bücher für Frauen vor, leider sind drei der vier auf Englisch (und Deines war natürlich eh schon Pflichtlektüre).
    Gibt es denn auch deutsche Bücher, die speziell in Richtung Frauen und Finanzen empfehlenswert sind?
    Viele lieben Grüße
    Ramona

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