Rebalancing

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Was ist Rebalancing?

Rebalancing ist eine (notwendige) Methode, um deine ursprüngliche Portfoliostruktur wieder herzustellen. Stell dir vor, es ist seit deinem Anfangsinvestment ist ein Jahr vergangen. In diesem einen Jahr haben sich deine Asset-Klassen unterschiedlich entwickelt – manche sind gefallen, manche gefallen. Da du dich in der Ansparphase befindest und die Erträge deiner ETFs direkt wieder in selbige investierst (bei thesaurierenden ETFs geschieht das ja automatisch), sich die ETFs aber unterschiedlich entwickeln, verschieben sich die Anteile deiner Asset-Klassen.

Ein stark vereinfachtes Beispiel: Dein Portfolio umfasst 2 ETFs, du hast 100 Euro investiert: 50% in ETF A und 50% in ETF B. ETF A hat nach einem Jahr eine Rendite von plus 10% hingelegt, ETF B ist um satte 20% gestiegen. Der neue Wert von ETF A ist nun folglich 55 Euro (50 Euro plus 10%), der von ETF B sogar 60 Euro (50 Euro plus 20%). Dein neuer Depotwert ist 115 Euro. Da ETF B so saugut performt hat, hat er aber nun nicht mehr 50% an deinem Portfolio sondern 53% und ETF A hat nur noch 47%. Das ist also eine Verschiebung und die ist nicht gut: es soll ja aber 50/50 sein. Du musst also deine ursprüngliche Struktur wieder herstellen.

Wie geht Rebalancing?

Die beste ist, wenn du frisches Kapital in die unterrepräsentierte Asset-Klasse nachschießt. Sprich, du nimmst einen Teil deines Ersparten oder Sondereinnahmen (bspw. Steuerrückzahlungen) und kaufst die entsprechenden ETFs so nach, dass die korrekte Gewichtung wieder hergestellt ist. Oder du verkaufst Anteile des starken und kaufst dafür Anteile am schwachen nach (bedeutet aber mehr Transaktionskosten…). Du solltest Rebalancing ca. einmal pro Jahr machen beispielsweise immer am 01.01. eines neuen Jahren.

Ich weiß, es fühlt sich im ersten Moment komisch an, die schwächere Asset-Klasse noch stärker zu befeuern. Hier trennt sich dann die irrationale Spreu vom rationalen Weizen unter den Anlegern, und ich weiß ja, zu welcher Sorte du gehörst! Es lohnt sich diese psychologische Hürde zu überwinden, denn du wirst mit dem wissenschaftlich belegten „Rebalancing-Bonus“ in Höhe von einem halben Prozentpunkt deiner Portfoliorendite belohnt. „Wow, ein halber Prozentpunkt…“ Doch Achtung, durch unseren geliebten Zinseszins, machen 0,5% auf 35 Jahre gesehen einen Zugewinn von etwa einem Fünftel deines Vermögensendwertes aus. Ein Fünftel! Das sind bei 20.000 Euro, ganze 4.000 Euro! Haben oder nicht haben?!

 

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1 Kommentar
  1. Julia 2 Monaten ago
    Antworten

    Eine Frage:
    Wie machst du es mit beim Rebalancing der ETFs die als Währung z.B. USD haben?
    Nimmst du den aktuellen Wechselkurs oder den Wechselkurs als du gekauft hast?

    Gruß

    Julia

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