Warum du nicht fertig wirst – und was du tun kannst.

Vielleicht kennst du das auch: Du hast dich belesen, informiert, recherchiert und möchtest nun deine Investment-Karriere starten. Aber irgendwie kommst du nicht so richtig vom Fleck. Lauter kleine Dinge hindern dich daran. Du scheinst dich in Details zu verzetteln. So jedenfalls ist mein Eindruck, wenn ich manche Beiträge in der Madame Moneypenny Facebook-Gruppe oder auch die Emails lese, die mich erreichen. Dabei sind mir 5 Ursachen aufgefallen, warum viele Menschen einfach nicht fertig werden.

1. Du machst aus einem Haushaltsbuch eine Wissenschaft

Manchmal werde ich gefragt, ob man die jährlichen Kosten besser gebündelt in einem Monat in das Haushaltsbuch einträgt, oder sie lieber pro Monat aufsplittet. Diese Frage ist für mich sinnbildlich für das „In-Details-verlieren“-Syndrom. Es ist wurscht! Schreib‘ die Zahl einfach irgendwo hin. Es geht doch nur darum, dass du diese Kosten auf dem Schirm hast. Plus: Sie sind doch gleich hoch – egal, ob du die jährlich oder monatlich erfasst. Komm‘ in die Pötte und widme dich den wichtigeren Dingen.

2. Du verbringst zu viel Zeit mit Lappalien

„Ich habe jetzt stundenlang Girokonten recherchiert und kann mich immer noch nicht entscheiden, welches ich nehmen soll.“ Du hast was? Was gibt es an Girokonten stundenlang zu recherchieren? Die sind alle gleich. Bei dem einen gibt es 75 Euro Willkommensbonus, bei dem anderen 100 Euro, bei dem dritten nichts. Es ist ein Girokonto, kein Auto. Diese Zeit solltest du besser damit verbringen, dir zu überlegen, wie du dein Geld investieren sollst. Verschwende deine Zeit nicht mit Lappalien und Details. Gehe die Dinge an, die dich einen großen Schritt in Richtung deines finanziellen Ziels bringen. Denke größer!

3. Du gestaltest dein Depot zu kompliziert

Manche haben 18 Excel-Tabellen gebastelt, bevor sie auch nur einen Euro investiert haben. Keep it simple! Ja, ich erkläre in meinem Online-Kurs verschiedene Varianten des Weltportfolios von kompliziert zu einfach. Wenn du aber 4 Wochen brauchst, um dich für eine Variante zu entscheiden und sie dann noch mit 8 Extraschleifen versiehst, machst du es zu kompliziert. Fang‘ erstmal einfach an – verkomplizieren kannst du immer noch. Done is better than perfect, my friend.

4. Dir fehlt der Fokus

„Ich habe folgende Fragen zu den Kosten dieses ETFs: 1…. 2…. 3…. 4…. “ – „Hast du dich bewusst für deinen Hedge-ETF entschieden?“ – „Nee, den hab‘ ich zufällig bei justetf.com aus der Liste gefischt.“ Hmm, du beschäftigst dich also (wahrscheinlich stundenlang) mit den Kosten eines ETFs, in den du eh nicht investieren möchtest? Warum? Warum verbringst du deine kostbare Zeit nicht mit dem ETF, in den du investieren möchtest? Und am Ende sind Investitionen an der Börse dann „zu zeitaufwendig“ und „kompliziert“. Kein Wunder, wenn du dich mit Dingen beschäftigst, die vollkommen irrelevant für dich sind. Ich frage als Vegetarierin ja auch nicht den Kellner, wie viel die Steaks kosten.

5. Du lässt dich von Sonderaktionen ablenken

Hier ein Aktions-ETF, dort eine spezielle Kombi aus Festgeldkonto mit 3% und aktiven Fonds. Und schon beschäftigt man sich mit Dingen, die man eigentlich gar nicht haben wollte. Deine Marschrichtung sind deine Strategie, dein Ziel und deine persönliche Risikobereitschaft. All das erarbeitest du dir bevor du dich mit den konkreten Produkten auseinandersetzt. Sie geben schon bestimmte Produktgruppen vor, so dass du an diesem Punkt bereits weißt, dass aktive Fonds zu teuer sind und die tollen 3% aufs Festgeldkonto postwendend für die Kosten der Fonds draufgehen. Fokussiere dich darauf, was für dich passt, nicht, was gerade zufällig irgendwo angeboten wird. Übrigens enden die meisten Sonderaktionen ja auch irgendwann wieder und dann stehst du da mit einem ETF, den du nur aufgrund der Aktion gekauft hast, die nun leider nicht mehr gilt.

Das kannst du tun:

1. Effektivität: Fokussiere dich aufs Wesentliche. Und das ist nicht dein Girokonto, sondern deine Anlagestrategie.
2. Pragmatismus: Ein Haushaltsbuch ist ein Haushaltsbuch. Es soll dir dein Leben vereinfachen, nicht komplizierter machen. Ein Depot soll dir Rendite bringen, nicht immer wieder etliche Stunden deiner Zeit klauen. Einfach gewinnt.
3. Entspannung: Entspann dich. Investieren ist ein Prozess. Über die nächsten Jahre wird sich so unendlich viel ändern. Es wird neue Banken geben, vielleicht auch gar keine mehr. Es wird andere ETFs geben, vielleicht auch komplett neue Produkte. Vielleicht hast du in 5 Jahren nicht mal mehr ein Girokonto! Darauf kannst du dich heute eh nicht vorbereiten. Also: Anfangen und flexibel bleiben. Wichtig ist, dass du eine Strategie hast, denn die wird sich nicht so schnell ändern. Wenn du noch keine fundierte Strategie für deinen Vermögensaufbau hast, ist mein Online-Kurs übrigens genau das Richtige für dich. Hier geht’s zum Kurs!

Foto: https://pixabay.com/de/holz-kreis-bunt-geometrie-rund-63941/

3 Kommentare

  1. Finanz-Skills

    Vom Lesen ins Tun zu kommen ist nicht so einfach, wie es klingt. Viele Menschen sind zu verkopft. Alles muss haargenau geplant werden. In Deinem Artikel gehst du da wunderbar darauf ein. Erst mal starten. Optimieren, anpassen und verbessern kann man dann immer noch.

    Danke für den „aufweck“ – Artikel

    Grüße
    Johanna

  2. Pingback: Mehr freie Zeit haben – 8 Tipps für täglich 1 Stunde mehr Freizeit (und bessere Laune).

  3. Guter Artikel, habe mich in vielen Punkten wieder erkannt. So geht es mir nicht nur beim Thema investieren, sondern auch in anderen Bereichen.
    Ich glaube, ein Grund dafür ist, dass man noch Hemmungen oder Angst vor dem Unbekannten hat und sich deswegen lieber an den bekannten Dingen festbeißt. So ist es z. B. einfacher, die Konditionen eines Girokontos zu vergleichen, als sich auf eine Investmentstrategie festzulegen.
    In Rich Dad, Poor Dad wird ein ähnlicher Aspekt kurz angesprochen. Dort heißt es, dass es auch eine Art von Faulheit sein kann, sich immer mit Dingen zu beschäftigen die einen nicht wirklich voran bringen. Ob man zum Beispiel 2h faul auf der Couch liegt oder eben das 100. Kontomodell studiert – am Ende hat man bei beidem nichts gewonnen.
    Seit mir das für mich selbst klar geworden ist, versuche ich, diesem Grübeln und verrennen in unwichtige Details aktiv entgegen zu wirken. So frage ich mich oft, ob diese Sache in einem Jahr noch noch wichtig ist. Wenn nicht, verschwenden ich keine weitere Zeit damit, sondern versuche, es einfach zu machen.

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