Quartalsbericht Q1/2021

Im Quartalsbericht Q1/2021 erzähle ich euch, wie ich die Macht von Fokus aktuell erfahre, warum ich den ganzen Tag Cardi B und Nicki Minaj höre, was mein Tagesrekord an Klimmzügen ist und welche Themen mich richtig deprimieren und wütend machen. Außerdem geht es um die Angst vor dem Unbekannten. Als Bonus verrate ich euch, warum es diesen Quartalsbericht fast nicht gegeben hätte.

Hier kannst du dir den Quartalsbericht anhören.

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Business Highs & Lows

Lasst uns direkt mit den Business Highs loslegen

Bei Madame Moneypenny fokussieren uns nur noch auf das Mentoring. Das heißt konkret: weniger, aber bessere Produkte. Weniger, aber „bessere“ Kundinnen. Damit meine ich Frauen, denen wir einfach am besten helfen können. Die committed sind und total Lust auf das Mentoring haben.

Fokus

Dabei lerne ich gerade wieder die Kraft von Fokus kennen. Es ist ein riesiger Unterschied, 5-6 Produkte oder Projekte zu haben und für alle ein bisschen zu arbeiten oder sich wirklich mit allen Kapazitäten auf eine Sache zu fokussieren. Das ist für mich und mein Team ein super Beispiel dafür, was Fokus bewirken kann. Um diesen zu halten, braucht es aber auch viel Disziplin.

Madame Moneypenny wächst

Wir haben uns innerhalb der letzten Monate verdreifacht (was ehrlicherweise nicht so schwer ist, wenn man am Anfang nur zu zweit oder alleine ist). Wir sind jetzt 6 Personen. Das ist so erst einmal in Ordnung. Ich habe nicht vor, dass in diesem Jahr nochmal zu verdoppeln oder zu verdreifachen. Lieber ein kontrolliertes und reifes Wachstum, bei dem die Mitarbeiter*innen und die Struktur auch hinterher wachsen können, als jetzt auf einmal noch totale viele Leute einzustellen (auch, wenn wir diese gebrauchen könnten). Das ist wieder ein Fokus-Thema zwischen Wichtigkeit und Dringlichkeit: Was brauchen wir aktuell wirklich? Wie können wir aus dem, was wir zur Verfügung haben, das Beste herausholen?

Altbewährtes verbessern

Ansonsten ist die Marschrichtung gerade: altbewährtes optimieren. Lieber das Mentoring ständig verbessern, als neue Produkte oder Projekte zu starten. Auch hier ist das Thema wieder Fokus: Was wir haben, das machen wir bestmöglich und damit sind wir die Besten auf dem Markt. Diese Stellung wollen wir durch Optimierung von Inhalten und Abläufen beibehalten. Erst danach würden wir etwas Neues ergänzen, aber auch nur, wenn es aus Sicht unserer Kundinnen Sinn macht.

Am Unternehmen arbeiten

Ganz generell ist die größte Herausforderung für mich seit Langem immer noch ein Unternehmen aufzubauen, das überlebt, wächst, floriert und Spaß macht. Ich merke auch: Früher waren meine Produkte die, die für euch Endkundinnen bestimmt waren (beispielsweise das E-Book). Heute ist mein Produkt das Unternehmen Madame Moneypenny und daran arbeite ich sehr aktiv.

Das merke ich daran, womit ich meine Zeit verbringe.

– Vor 3 Jahren habe ich hauptsächlich Videos fürs Mentoring gemacht, Blogartikel geschrieben, etc.

– Heute mache ich Videos, um meine Mitarbeiter*innen zu schulen. Ich definiere also viele Prozesse und stelle Leitplanken auf, um meinen Mitarbeiter*innen Guidance zu geben. Glücklicherweise bin ich laut dem Persönlichkeitstest 16 Personalities Architektin. Das passt also gut und macht mir Spaß, auch wenn es natürlich eine große Herausforderung ist.

Investition in Coachings

Ich investierte außerdem wieder viel Geld in Coachings. Denn wie ihr wisst, ist die Investition ins Humankapital das Wichtigste. Neben meinem 1:1 Businesscoach machte ich auch ein Mentoring, der von der Investition dem Preis eines guten Sportwagens entspricht. Es hat sich wieder total gelohnt. Die Investition habe ich wieder raus.

Jemand, der noch nie ein Coaching gemacht hat, kann sich nicht vorstellen, wie viel einem das bringt. Da die Teilnahme an einem Mentoring oder Coaching nicht greifbar ist wie der Kauf eines Produktes, stehen manche Menschen diesem eher skeptisch gegenüber. Da ich weiß, wie viel so ein Coaching bringt, werde ich es weiterhin machen, um mich und Madame Moneypenny voranzubringen.

Musik, die ich gerade höre

Moment fahre ich total auf weibliche Rapperinnen und Musikerinnen ab. So zum Beispiel Cardi B, Nicki Minaj, Megan Thee Stallion und Beyoncé, um nur einige Namen zu nennen. Deren Texte sind unglaublich motivierend und ich finde es großartig, dass weibliche Rapperinnen über ähnliche Themen rappen wie die männlichen. Auch wenn sie sich oftmals immer noch anhören müssen, dass sie über so etwas nicht rappen können. Aber wo ist denn der Unterschied zu den männlichen Rappern? Wenn es eine Frau macht, ist es etwas Besonderes oder vielleicht sogar verwerflich.

Business Lows

Ich berichtete im letzten Quartalsbericht von einem Fehler, der mich auch lange emotional beschäftigte und es immer noch tut. Mal schauen, wie sich das weiterentwickelt.

Persönliche Highs & Lows

Personal Highs

Geige

Frei nach dem Motto: Mühsam ernährt sich das Eichhörnchen. Ich spiele seit Wochen die gleichen zwei Lieder ohne großartige Sprünge. Es geht gerade mehr um die Konstanz, die Nuancen und Feinheiten und das finde ich auch gut so. Es gab auch eine Zeit, in der ich das Geigespielen als weiteres To-do auf meiner Liste gesehen habe und nur an schnelle Ergebnisse dachte. Heute arbeite ich mit meiner Geigenlehrerin aktiv daran, dass es stattdessen für Entspannung sorgt, die Gehirnzellen auf andere Ideen bringt und den Horizont erweitert.

Es tut mir sehr gut, auch wenn ich immer dieselben beiden Lieder spiele. Ich werde mir jetzt eine eigene Geige kaufen, um mein Commitment zu erhöhen. Eine gute Geige kann um die 1000 Euro kosten. Diese Investition wird mich auf jeden Fall motivieren, wirklich dran zu bleiben und weiter in mich zu investieren.

Klimmzüge

Auch hier kann ich nur sagen: Mühsam ernährt sich das Eichhörnchen. Trotzdem gab es einen Durchbruch: Ich schaffe jetzt 5 Klimmzüge. Es gilt: Üben, üben, üben. Die Klimmzugstange hängt an meiner Wohnzimmertür, ich übe dann immer mal im Vorbeigehen. An einem Samstag habe ich einen neuen Tagesrekord geschafft: 50 Klimmzüge – an einem Tag nicht am Stück. Aber immerhin.

Ein Fun Fact dazu:

Mein Ziel waren eigentlich 100 Klimmzüge, das hat aber nicht geklappt. Das zeigte mir wieder: Es ist wichtig, sich große Ziele setzen, um bei etwas Kleinerem landen, was man aber nicht geschafft hätte, wenn man sich das große Ziel nicht gesetzt hätte.

Wenn ich mir als Ziel 30 Klimmzüge gesetzt hätte, hätte ich die wahrscheinlich geschafft. So habe ich mir 100 gesetzt und 50 geschafft. Ich finde es gar nicht schlimm, die 100 nicht geschafft zu haben. Es zeigt mir, dass das Ziel etwas zu hoch gegriffen war und dass ich einfach weiter üben muss. Die 50 waren für mich schon ein richtig großer Erfolg und pushen mich, weiterzumachen.

Wenn du dich davon inspirieren lassen möchtest: Mach eine Challenge und setz deine Ziele bewusst hoch an. Schau, wo du landest und feiere dich dafür.

Ich habe 50% meines Zieles erreicht und anstatt zu sagen: „Oh nur 50% erreicht”, habe ich mich dafür gefeiert, 50% erreicht zu haben. Es hat mich mehr motiviert als deprimiert. Alles eine Frage des Mindsets.

Aikido

Ansonsten habe ich viel Lust, Neues auszuprobieren. Ich habe gerade ein tolles Buch über Aikido gelesen. An Aikido fasziniert mich nicht nur der Sport, sondern die ganze Philosophie dahinter. Wenn hier die Sachen wieder öffnen, hätte ich große Lust, Aikido auszuprobieren.

Instagram

Ich habe Instagram ungefähr 14 Tage von meinem Handy gelöscht. Es war leichter als gedacht. Mir hat es gut getan, einige Tage mal nicht bei Instagram zu sein. Von euch hat das niemand gemerkt, da nicht ich, sondern mein Team die Posts bei Instagram verfasst. Probier es auch gerne mal aus!

Personal Lows

Ein Aspekt, der mich privat in den letzten Wochen ziemlich heruntergezogen hat, waren einige feministische Themen, bei denen ich wirklich dachte, dass wir schon weiter sind.

Zum Beispiel:

– Die Türkei tritt aus der Instanbul-Konvention aus

– Das Abtreibungsverbot in Polen

Sarah, die auf dem Nachhauseweg in London ermordet wurde

Ich will nichts Falsches sagen, aber es sind mal wieder Männer, die das machen. Es sind Männer, die entscheiden, aus der Istanbul-Konvention auszutreten. Es sind Männer, die entscheiden, was Frauen mit ihren Körpern zu tun haben und was nicht. Es sind Männer, die Frauen auf dem Nachhauseweg umbringen.

Natürlich sind das nicht alle Männer, aber es sind halt nun mal Männer.

In letzter Zeit gab es meiner Ansicht nach viele solcher News. Das deprimiert mich und macht mir Angst. Genauso macht es mich wütend und emotional. Ich frage mich dann, wo wir eigentlich gerade stehen? Ich finde es gruselig, was gerade politisch und gesellschaftlich passiert.

Immerhin habe ich das Gefühl, dass wir Feminist*innen (glücklicherweise gibt es auch immer mehr Männer, die sich engagieren) lauter geworden sind, zumindest um mich herum.

Trotzdem ist mir am Beispiel von Sarah in London erst bewusst geworden, dass das auch mein Leben ist – und zwar mein Leben als Frau. Angst zu haben, im Dunkeln auf die Straße zu gehen.

In einem Instagram-Post von Influencerin Lucy Mountain beschreibt sie, welche Verhaltensweisen wir Frauen annehmen, um uns sicherer zu fühle. Zum Beispiel: Den Schlüssel zwischen den Fingern haben, Anrufe vorzutäuschen oder uns die Nachricht „Text me when you get home“ schreiben. Das war auch die Kommunikation mit Sarahs Freundinnen. Aber Sarah schrieb nicht, weil sie nie zu Hause ankam.

Dadurch ist mir noch einmal klar geworden, wie sehr wir Frauen unser Leben danach richten, dass uns keine Gewalt passiert. Wieder sind es wir Frauen, die sich und ihr Leben aufgrund von Männern anpassen.

Ich empfinde dabei eine Mischung aus Angst, Wut, Verzweiflung. Ich habe einfach das Gefühl, das wie hier nicht merklich vorankommen.

Auf der anderen Seite sehe ich viele Männer, die sich jetzt mit dem Thema beschäftigen. So war ich positiv überrascht, als ich in einem Berliner Mainstream-Radiosender eine Show gehört habe, in der Männern Tipps gegeben wurde, wie sie sich korrekt verhalten können.

Zum Beispiel:

– Von sich aus die Straßenseite zu wechseln

– Wenn eine Frau in einer brenzligen Situation ist, einzugreifen („Ich kann dich nach Hause bringen, wenn das ok für dich ist“ ) Wichtig ist, dass immer die Frau entscheidet.

Generell fühlt es sich für mich so an, als ob die Aufschreie lauter würden und als ob sich etwas tun würde, aber wir sind natürlich noch lange nicht dort, wo wir hinwollen. Wir müssen gemeinsam alle noch viel lauter werden und uns überlegen, wie wir bei diesem Thema schneller vorankommen. Ich habe auch keine Lösung parat, das sind erstmal Beobachtungen.

Um solche feministischen Themen weiter voranzubringen, ist es aber schon gut, wenn

– wir alle weiter darauf achten

– wir aufeinander achten

– wir Männer darauf hinweisen, wenn etwas nicht angebracht ist

– wir zur Polizei gehen

– wir entsprechend wählen

– wir entsprechende Organisationen mit Spenden unterstützen

Mir fällt dazu immer Kristina Lunz mit dem Centre for Feminist Foreign Policy ein. Dort ist eure Spende sehr gut für feministische Themen platziert. Mit ihr kooperieren wir als Madame Moneypenny jetzt auch, sind also als Firma Partner*in und unterstützen Kristina und ihr Team.

Meine persönlichen Erkenntnisse

Meine Erkenntnisse über das Leben

Übers Leben durfte ich wieder einiges lernen – vor allem über die Angst, uns von Bekanntem zu lösen. Diese Angst begegnet mir immer mal wieder. Es kommt direkt der Gedanke: Was ist dann? 

Meine Erfahrung ist: Es kommt erst etwas Neues, wenn auch Platz dafür ist. Man kann nicht wissen, was kommt, weil es den Platz im Hier und Jetzt dafür noch gar nicht gibt. Die Antwort auf: “Was dann?” bekommen wir erst, wenn wir uns gelöst haben. Das ist super schwierig. Ich habe das aber in unterschiedlichen Lebensbereichen mal größer und mal kleiner gelernt – und hoffentlich jetzt auch mal begriffen. Ich glaube, es macht Sinn, diesen Raum zu lassen und zu schauen, womit sich dieses Vakuum füllt. Denn es kommt ja immer etwas Neues und ganz oft sogar etwas Schöneres. 

Ich versuche es im Hinterkopf zu behalten und noch präsenter zu haben, wenn es darum geht, Entscheidungen zu treffen, sich von etwas Altbekanntem zu lösen. Ich weiß nicht, was die Zukunft bringt, aber das muss auch so sein. Man weiß erst, was die Zukunft bringt, wenn sie da ist. Und die Zukunft kann erst da sein, wenn es den Platz im Hier und Jetzt gibt.

Meine Erkenntnisse über Menschen

Ich habe mich in den letzten Wochen mit der gewaltfreien Kommunikation beschäftigt. Dabei ist mir bewusst geworden, dass Menschen im Grunde sehr empathische Wesen sind, wir aber verlernt haben, empathisch miteinander umzugehen.

Bei gewaltfreier Kommunikation geht es um emphatische Kommunikationsweisen, seine eigenen Bedürfnisse zu kennen und zu artikulieren und auf Gefühlsebene zu kommunizieren.Ich denke es würde uns sehr gut tun, wenn mehr von uns dies praktizieren würden. Falls euch das Thema interessiert, gibt es mehrere spannende Bücher dazu. Das Buch von Marshall Rosenberg, Begründer der gewaltfreien Kommunikation, kann ich euch empfehlen.

Erkenntnisse über mich selbst

Die Angst sich von Altbekanntem zu lösen, trifft auch auf mich selbst zu.

Mir ist bewusst geworden, dass ich Wachstum oft mit dem Business und Produktivität gleichgesetzt habe. Ich merke jetzt, dass man sicherlich auch in anderen Lebensbereichen noch wachsen kann, zum Beispiel durch die gewaltfreie Kommunikation. Zum Thema Kommunikation, Empathie, Beziehungen aufbauen und pflegen kann ich mich hoffentlich in den nächsten Monaten mit schlauen Menschen austauschen und mehr darüber lernen.

Bonus

Ich hatte keine Lust, diesen Quartalsbericht aufzunehmen. Ich war kurz davor, es nicht zu machen und dieses Format zu streichen. Keine Ahnung, woher das kam. Vielleicht weil reflektieren anstrengend und mühsam ist und man sich viel mit sich selbst beschäftigen muss. Trotzdem ist das Sinn der Übung und somit auch meine Quintessenz.

Ich bin im Nachhinein froh, dass ich den Quartalsbericht aufgenommen und die Reflexion gemacht habe.

Vielleicht ist das auch ein Learning für euch: Keine Lust gehabt – jetzt bin ich froh, dass ich es gemacht habe. Daran merke ich wieder, dass eine Aktion ganz oft der Anfangspunkt ist. Sie ist oftmals der Weg heraus aus Unsicherheiten, Zweifeln oder fehlender Lust. Motivation kommt aus der Aktion. Auch wenn diese total klein ist.

Deswegen gibt es jetzt den Quartalsbericht und ich bin sehr froh, dass ich ihn aufgenommen habe – wie sagte mein Oma immer: Der Appetit kommt beim Essen. Das ist ein schönes Schlusswort.

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5 Kommentare

  1. Nicole Hof

    Liebe Natascha,

    Danke für Dein Bewußtsein über all diese so superwichtigen feministischen Themen und Deine bereichernden Beiträge, die ich immer wieder sehr schätze.

    Durch einen Deiner Beiträge bin ich in der Vergangenheit auf den CFFP aufmerksam geworden, und sofort Mitglied geworden. Wenn ich heute als Mutter einer kleinen Tochter auf meine eigene Schulzeit zurückblicke, dann waren wir vor 30 Jahren in feministischen Themen wesentlich weiter als heute. Das läßt mich einfach zu der Erkenntnis gelangen, daß wir wieder viel präsenter, fordernder und lauter werden müssen. Niemand wird uns freiwillig etwas schenken, wenn wir nicht selbst dafür Sorge tragen und die Verantwortung für uns übernehmen, unermüdlich dafür eintreten, und es in die Welt tragen.

  2. Liebe Natascha, wir kennen uns nicht. Wir werden uns auch nicht persönlich kennen lernen. Und wahrscheinlich liest du diese Mail nicht selbst. Trotzdem ist es mir wichtig hier zu schreiben, wie sehr ich es genieße, dass es Frauen gibt, die sich für Frauen engagieren. Und das du so eine Frau bist.
    Das hat mich so inspiriert, dass ich viele ganz kleine Verhaltensweisen geändert habe. Und zusammen könnten das doch ganz große Schritte werden.
    Ich möchte dich bitten noch ganz lange weiter zu machen.
    Liebe Grüße Jutta

  3. Vielen Dank für den tollen Quartalsbericht, den ich sehr gelungen und inspirierend finde. Die Themen wirken auf jeden Fall nach. Es wäre sehr schade, ja sogar ein Verlust gewesen, wenn du den Podcast nicht gemacht hättest. In die Aktion kommen – genau 🙂

  4. Michaela

    Liebe Natascha,
    Danke!! für deinen Quartalsbericht. Ich bin froh, dass du ihn mit uns geteilt hast. Ich war sehr bewegt (bin es noch) von deinen Gedanken über Gewalt an Frauen und Dominanz durch Männer.
    Dieses Thema beschäftigt mich schon länger sehr. Der wichtigste Grund für mich beim Mentoring – und jetzt bei Mastermind mit zu machen – war, in meine finanzielle – und persönliche – Weiterentwicklung zu investieren, meine Selbstverantwortung zu stärken. Schnell ist mir jedoch auch klar geworden, welchen Beitrag du mit dem Mentoring, der Stärkung der finanziellen Unabhängigkeit von Frauen, dem Verbinden von Frauen, dem Einbezug aller Ebenen der Persönlichkeitsentwicklung zur Stärkung von Frauen, leistest. Ich bin zutiefst überzeugt, dass durch solche Art Veränderung des Mindsets, des Selbstverständnis von Frauen, auch ein Beitrag zur Reduktion von Gewalt gegen Frauen geleistet werden kann. Bereichernde Bücher hierzu waren von Edith Schlaffer (Gründerin von Frauen ohne Grenzen) die Emotionsfalle sowie von Melinda Gates das Buch Wir sind viele, (how Empowering Women changes the world).
    Mich bewegt auch, dass ich Mutter eines Sohnes bin, der dabei ist, ein Mann zu werden. Damit verbunden ist für mich die Frage, welchen Beitrag leisten wir Frauen, dass Männer zu Tätern werden? Und welchen Beitrag können wir leisten, dass unsere Kinder, unsere Söhne nicht Teil eines frauenverachtenden Mindsets werden? Ich glaube immer wieder: ein Bewusstsein für Eigenverantwortlichkeit.
    Du hast darüber gesprochen, dass Männer über Frauen entscheiden und von Frauen scheinbar verlangt wird, sich anzupassen. Mir fällt in diesem Zusammenhang auf, dass in den Medien eine Sprache verwendet wird, die die Verantwortlichkeiten verdreht, bzw. die Täter-Opferrollen verdreht: Frauen müssen sich anders anziehen, sich anders verhalten ….usw. Besonders erschüttert war ich über Berichte: Frauen werden zunehmend Opfer häuslicher Gewalt
    Müsste es nicht heißen: Männer haben sich zunehmend nicht mehr unter Kontrolle? Können ihre Emotionen nur schwer kontrollieren, haben Schwierigkeiten, Bedürfnisse zu formulieren und lassen ihre Verzweiflung an Schwächeren raus? Männer benötigen in der Corona-Krise (oder generell) mehr Unterstützung um nicht gewalttätig zu werden? Benötigen Hilfsangebote. Dadurch würde Gewalt auch nicht als etwas dargestellt, das Teil des Alltags ist, sondern als etwas, das „krank“ ist. Macht über Frauen nicht als etwas gesellschaftlich akzeptiertes, nicht als Teil einer männlichen Identität, sondern als etwas, dem man sich stellen kann, mit dem man lernen kann umzugehen.
    Und: ich saß auf dem Hometrainer während ich deinen Bericht gehört habe. Ich bin so energievoll in den Tag gestartet. Teilen, verbinden, Anstöße geben – Danke, Natascha. Einen schönen Sonntag noch und ich freu mich auf alles was noch kommt,

    Liebe Grüße, Michaela

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