Diese 5 Wörter solltest du streichen

Ich glaube sehr stark daran, dass unsere Gedanken und unsere Worte unser Handeln und somit unseren Erfolg (wie auch immer, jede von uns den definiert) bestimmen. Und doch gehen wir mit beidem so sorglos um. Wir sind zu unachtsam, zu bemerken, welche Gedanken wir denken und welche Wörter wir nutzen und was diese Phrasen mit uns machen. In diesem Artikel beschreibe ich 5 der häufigsten Wörter, mit denen wir uns selbst sabotieren, kleinmachen und limitieren. Vielleicht hilft dir diese Liste dabei, verstärkt auf deine Sprache zu achten und sie deinen Zielen anzupassen.

1.Oder

Gehaltserhöhung oder mehr Urlaubstage. Karriere oder Familie. Geld oder Zeit. Arbeiten oder Urlaub. Gesund oder reich. Warum entscheiden? Du willst beides. Du willst die Gehalterhöhung und mehr Urlaubstage. Du willst Karriere und eine Familie. Du willst mehr Geld und mehr Zeit. Also sieh zu, wie du es hinbekommst anstatt dich von vorne herein durch deine Denk- und Ausdrucksweise zu beschränken. Hol dir beides, hol dir alles. Finde Wege, wie du alles haben kannst anstatt zu akzeptieren, dass es angeblich nur eins gibt.

2. Müssen

Daran arbeite ich aktuell sehr hart: Das Wort „müssen“ aus meinem Sprachgebrauch zu verbannen. Ich muss nicht arbeiten, ich muss nicht nach Hause, ich muss nicht zum Meeting, ich muss nicht Sport machen. Ich muss nichts davon. Ich entscheide etwas zu tun oder zu lassen. Wir sind im Grunde selbstbestimmte Wesen (auch, wenn es einige interessante und nachvollziehbare Ansätze in der Philosophie gibt, die anderes behaupten) und entscheiden selbst. In dem Moment, in dem sich das Wörtchen „müssen“ einschleicht, geben wir jemand anderem die Macht über unser Denken und Handeln. Das ist bequem, führt aber dazu, dass wir ständig die Verantwortung abgeben anstatt uns selbst Gedanken darüber zu machen, was wir wollen.

3. Versuchen

„Ich werde versuchen eine gute Präsentation abzuliefern.“ Nein, wirst du nicht. Du wirst es nicht versuchen, du wirst es tun. Versuchen gibt es nicht. Wenn du ein gesunder Mensch bist, versuchst du nicht vom Stuhl aufzustehen, du stehst auf. Entweder du tust etwas, oder du lässt es bleiben. Versuchen hält immer noch ein Hintertürchen offen. Versuchen bedeutet, dass es genauso gut auch nicht klappen kann. Es soll aber klappen. Du möchtest es erreichen. Also erreiche es anstatt zu versuchen es zu erreichen.

4. Ob

Ob ist die kleine Schwester von versuchen. Immer, wenn sich das Wörtchen „ob“ einschleicht, kann es ein Nein geben. Die Überlegung „Ich schaue mal, ob ich mehr Geld verdienen kann“ lässt zwei Ergebnisse zu: Du verdienst mehr Geld oder du verdienst nicht mehr Geld. Es kann also auch nicht klappen. Zaubertrick: Ersetze „ob“ durch „wie“ und schon bist du in der richtigen Spur. Plötzlich überlegst du nicht, ob du mehr Geld verdienen kannst, sondern wie. Es gibt also kein Nein mehr. Du bist schon im „Ja“-Strang und dein Gehirn sucht proaktiv nach Lösungen, dieses Ja umzusetzen.

5. Irgendwann

„Irgendwann möchte ich auch mal viel Geld haben…“ „Irgendwann möchte ich meinen Job wechseln…“ „Irgendwann werde ich mich um meine Finanzen kümmern…“ „Irgendwann möchte ich ein eigenes Unternehmen gründen…“ „Irgendwann möchte ich eine Weltreise machen…“ Irgendwann gibt es genauso wenig wie versuchen. Wann ist irgendwann? Nächste Woche? In 3 Jahren? In 30 Jahren? Nie? Wie willst du deinen Traum realisieren, wenn du ihn auf irgendwann terminierst? So weißt du gar nicht, was du ab jetzt tun musst, um ihn zu erreichen. Setze dir für die Dinge, die dir wichtig sind, ein konkretes Ziel. Selbst, wenn du deine Weltreise dann nicht pünktlich zum 01.01. 2020 sondern erst am 01.09.2021 antritts. Egal. Hauptsache du trittst sie überhaupt an. Und die Wahrscheinlichkeit, dass du sie antrittst, ist exorbitant höher, wenn du dir nicht vornimmst, sie „irgendwann“ zu machen, sondern an einem definierten Termin. Zum Aufschreiben und Nachhalten deiner finanziellen Ziele, lege ich dir übrigens mein Finanzjournal ans Herz. Es begleitet dich 90 Tage lang dabei, auf dein finanzielles Ziel hinzuarbeiten.

Fazit

Um zu der Person zu werden, die du sein möchtest, ist es unabkömmlich, deine Gedanken und deine Sprache maximal an deine Ziele anzupassen. Mit „oder“, „ob“ und „irgendwann“ kommst du nicht weit.

Schreibe doch mal nur 5 Tage lang (das wird schon reichen) alle limitierenden Wörter und Phrasen auf, die du denkst und/oder aussprichst und reflektiere dann, was sie in dieser Situation mit dir machen und wo du wärst, wenn du diese Wörtchen eliminieren oder ersetzen würdest (zum Beispiel „ob“ durch „wie“). Das trainiert deine Achtsamkeit und du kannst ganz proaktiv für dich entscheiden, diese Phrasen zukünftig nicht mehr zu gebrauchen.

10 Kommentare

  1. Hallo Natascha,
    100% einig mit Dir.
    Ich habe diese Worte schon länger für mich gestrichen. Meine Erfahrung: Die meisten Leute verstehen nicht. Wenn jemand zu mir sagt: Du musst, wirds eng. Erklärung machts eher noch schlimmer, also schweigen? Ich hab noch keine „geradlinige Umschiffung“ dieser Falle gefunden, Suche wird fortgesetzt. Wünsche Allen viel Mut, es ist ein guter Weg zu mehr Ehrlichkeit.
    LG
    Ursula

  2. Vielen Dank für den Beitrag.
    Ich habe in einem Seminar gelernt, das Wort „man“ aus meinem Sprachgebrauch zu streichen. Auch dies schafft eine ganz andere Einstellung zum Leben und Beruf.

    Viele Grüße,
    Frank

  3. Tanja Hertel / #7Lieblingssachen

    Bis auf einen Punkt, finde ich alles super! „Ich muss“ gewöhne ich mir auch gerade ab und ersetze es durch „Ich will…“. Nicht nur für mich wirkungsvoll, sondern auch für meine Umwelt :-D. Hab viel weniger Diskussionen dadurch, meine Vorhaben und Bedürfnisse durchzusetzen. Bei „Ich muss“ kriegt man viel zu viel reingequatscht und macht den Eindruck man sei überlastet und hätte nix im Griff. „Ich will“ ist die klarere Sprache. „Ich will“ und Punkt ;-).
    Punkt 3 macht mich nachdenklich – als Perfektionistin hab ich schon viel zu viel nicht angepackt aus Angst es nicht gut genug zu machen. „Done is better than perfekt“, 80% eh oft mehr als ausreichend, Fehlerfreundlichkeit!!! (die erkämpfe ich mir so hart). Wer nicht versucht ist doch schon gescheitert? Ich muss versuchen! Es gibt keine Gelingarantie. Aber die Garantie, dass man hinterher dazugelernt hat und fürs nächste Mal weiß was noch besser geht und wie! Und das ist der einzige Weg. Wenn ich meinen Kindern sagen würde: „Nein, Du versuchst nicht, sondern Du machst es richtig gut.“ – so erziehe ich keine mutigen Menschen.
    Ich mache – für viele wird‘s gut genug sein und es wird auch immer welche geben, für die nicht. Und für einige aber auch überragend – weil ich finde, dass ich das was ich kann schon besser kann/mache als viele andere 😀

  4. Hallo Natascha,
    Dieser Text von dir, ist der beste Denkanstoß überhaupt! DANKE!!!!
    Besser kann man es nicht auf den Punkt bringen!
    Ich habe mich mit allen 5 Wörtern angesprochen gefühlt und das werde ich auf jeden Fall ändern!

    Danke für diesen Motivationsschub!

  5. Deine Liste finde ich gut. Alles Wörter, die gut und gerne zu vermeiden sind.
    Ich arbeite seit einiger Zeit daran, daß Wörtchen „eigentlich“ aus meinem Sprachgebrauch zu verbannen.
    Liebe Grüße,
    Lydia

  6. Soso,
    du willst mir also sagen:
    „Du musst irgendwann versuchen nicht mehr ‚ob‘ zu sagen, oder?“
    😉

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