Warum du als Frau von Altersarmut bedroht bist – und was du dagegen tun kannst

Altersarmut ist ein Problem, von dem besonders Frauen betroffen sind. Das liegt zum Teil an der Politik, zum Teil aber auch an uns selbst. Aber du musst als Frau nicht in der Altersarmut landen. Ich erkläre dir, worin die Risiken bestehen und wie du dich schützen kannst.

Jede Frau kann später mal in die Altersarmut rutschen. Aber was bedeutet Altersarmut eigentlich? Es heißt nichts anderes, als dass man im Alter nicht genug staatliche Rente bekommt, von der man leben kann – wenn das Geld also nicht einmal für Basics wie Essen und Miete reicht.

Das Thema Rente ist für junge Frauen natürlich gedanklich noch sehr weit weg, aber eine 25-Jährige aus München ist von Altersarmut theoretisch genauso bedroht wie eine 60-Jährige aus Leipzig. Wie viel gesetzliche Rente man später mal bekommt, richtet sich nämlich danach, wie viel Geld eine Frau im Laufe ihres gesamten Lebens als Berufstätige in die Rentenkasse zahlt. Oder anders gesagt: wie viel sie im Job verdient.

Frauen bekommen halb so viel Rente wie Männer

Aktuellen Zahlen zufolge arbeitet in Deutschland weit über die Hälfte der Frauen für weniger als 2.500 Euro brutto im Monat. Bei 40 Arbeitsjahren – ohne irgendwelche Pausen, sondern mit Durchmalochen wohlbemerkt – bekommen die Frauen am Ende weniger als 1.000 Euro Rente im Monat raus. In der Realität sieht die Lage erwartungsgemäß noch schlechter aus: Laut einer Studie der Hans-Böckler-Stiftung kriegen deutsche Frauen durchschnittlich 634 Euro gesetzliche Rente. Männern steht übrigens fast das Doppelte zu – aber die Jungs arbeiten eben länger und verdienen auch mehr. Laut der Süddeutschen Zeitung wird Hochrechnungen zufolge  bei bis zu 75 Prozent der heute 35- bis 50-jährigen Frauen die gesetzliche Rente unter dem jetzigen Hartz-IV-Niveau liegen.

Frauen verdienen immer noch weniger als Männer

Warum Frauen von Altersarmut bedroht sind, lässt sich also schon mal aus beruflicher Sicht auf zwei fatale Probleme runterbrechen: Erstens arbeiten wir zu kurz und zweitens verdienen wir zu wenig. Ungleiche Bezahlung ist noch immer peinliche Normalität in Deutschland. Laut Statistischem Bundesamt bekommen Frauen im Schnitt 21 Prozent weniger Gehalt bzw. Lohn als ihre männliche Kollegen. Für diesen sogenannten „Gender Pay Gap“ gibt es wohl mehrere Gründe: Frauen verhandeln beim Gehalt nicht hart genug, ist zum Beispiel einer. Stimmt schon. Wir hadern tendenziell mehr mit uns, fragen uns tausendmal, ob unsere Gehaltsvorstellung für den potenziellen Job nicht vielleicht doch etwas zu hoch angesetzt ist. Außerdem schauen wir nicht nur aufs Gehalt, sondern achten auch darauf, dass uns der Job inhaltlich erfüllt.

Dann gibt es noch solche Branchen, für die Frauen aufgrund ihres Geschlechts und den damit verbundenen Rollenklischees als fleißige Bienchen quasi gesellschaftlich vorbestimmt zu sein scheinen: Pflegerin, Erzieherin, Frisörin. Alles immer noch typische Frauenberufe, aber alles leider sehr schlecht bezahlte Berufe. Die besser verdienenden Chefs sind in diesen Branchen oft wiederum Männer.

Was du für eine bessere Bezahlung tun kannst

Wenn du dich in Gehaltsverhandlungen unsicher fühlst, hol’ dir für die Vorbereitung Hilfe von einem Profi und lass dich für solche Situationen coachen. Außerdem brauchst du Verbündete, mit denen du dich austauschen kannst. Networking ist angesagt. Wenn du weißt, wieviel deine Kollegen verdienen, kannst du auch besser deinen eigenen Marktwert einschätzen. Seit Juli 2017 hast du sogar dank des sogenannten Entgelttransparenzgesetzes ganz offiziell ein Recht darauf, zu erfahren, wie viel Geld deine Kollegen verdienen. Voraussetzung ist, dass du für einen Arbeitgeber mit mindestens 200 Angestellten arbeitest. Dann kannst du dich einfach an den Betriebsrat wenden und der gibt deine Anfrage anonym an die Personalabteilung weiter.

Kindererziehung ist immer noch Frauensache

Will eine Frau auf den Chefsessel, muss sie sich die altbekannte Frage stellen: Kind oder Karriere? Beides gleichzeitig zu schaffen, ist eher eine Traumvorstellung. Wenn Frauen eine Familie gründen, sind sie es immer noch überwiegend, die zu Hause bleiben und sich um den Nachwuchs kümmern. Von der Elternzeit nutzen viele Väter nur die zwei Pflichtmonate und machen danach schön karriereorientiert weiter mit ihrem Vollzeit-Job – ohne eigene finanzielle Einbußen.

Mütter dagegen reduzieren oft freiwillig ihre Vollzeit- auf eine Teilzeitbeschäftigung. Oder noch viel schlimmer: Sie machen langfristig nur noch Minijobs, weil der Mann ja als Hauptverdiener das Geld mit nach Hause bringt. Spätestens jetzt sollte die innere Alarmglocke dröhnen. Dauerhafte Minijobs im 450-Euro-Bereich machen aus einer ordentlichen Rente nämlich einen mickrigen Haufen Elend. Pro Jahr steigt der Anspruch durchschnittlich nur um 4,50 Euro. Willkommen auf dem Weg in die Altersarmut!

Was du tun kannst, um nicht in der Minijob-Falle zu landen

Es ist wichtig, auch mit Kind als Frau wieder so schnell wie möglich in den Vollzeit-Job zurückzukehren. Und gerade auch, wenn du beruflich nicht so viel verdienst. Teilzeit sollte nur eine Zwischenlösung sein. Ganz zur Not tut es auch ein sogenannter Midijob, also eine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung bis 850 Euro. Die Elternzeit nach der Geburt des Kindes solltest du dir mit deinem Partner gleichberechtigt teilen – sprich halbe-halbe.

Ehegattensplitting treibt Frauen in die Altersarmut

Gemeinsam Nachwuchs kriegen, eine Familie gründen, heiraten – das schweißt Paare unweigerlich zusammen. Es verlockt sie aber auch zu mehreren fahrlässigen Entscheidungen: Der Mann wird zum Alleinverdiener, die Frau rutscht in die Teilzeit – wie bereits gesagt. Einen großen Anteil daran trägt das deutsche Steuerrecht, Stichwort Ehegattensplitting. Demnach können Paare mehr Steuern sparen, je weiter ihre Einkommen in der Höhe auseinandergehen. Steuern sparen klingt im ersten Moment natürlich toll, letztendlich aber geht es zulasten der Frauen, die dafür ihre Karriere runterschrauben oder sogar aufgeben. Deswegen ist die unsägliche „Herdprämie“, offiziell heißt sie Betreuungsgeld, ebenfalls keine gute Idee, weil sie Mütter sogar dazu ermutigt, länger zu Hause zu bleiben. Natürlich wollen Frauen besonders in den ersten Jahren möglichst viel Zeit mit dem Kind verbringen – auch in dem Glauben, es sei das Beste fürs Kind. Aber die kleinen Racker eher früher in die Kita zu bringen, kann sogar einen positiven Effekt haben. Laut einer Studie sind solche Kids später mal kommunikativer und durchsetzungsfähiger.

Zerbricht eine Ehe, stehen Frauen ohne alles da

Die Folgen der ungleichen Einkommensverteilung in einer Partnerschaft zeigen sich tückischerweise erst dann so richtig, wenn die Beziehung zerbricht. In Deutschland wird jede zweite Ehe geschieden. Kommt es zu einer Trennung, stehen Frauen, die sich jahrelang ausschließlich um die Kinder gekümmert und den Haushalt geschmissen haben, als Single-Mutter auf einmal ziemlich dumm da. Denn sie selbst haben ja nichts in die Rentenkasse eingezahlt. Die Zuhausegebliebenen sind nach und nach von ihrem Partner finanziell abhängig geworden. Aber ein generelles Recht auf Unterhalt vom Ex-Mann haben Frauen seit einer Gesetzesänderung im Jahr 2008 nicht mehr.

Wie du für den Worst Case einer Trennung/Scheidung vorsorgen kannst

Das Ehegattensplitting klingt zwar verführerisch, bringt dir als Frau unterm Strich in Sachen Rente aber finanzielle Nachteile. Dieser Versuchung zu widerstehen, ist so wichtig, um sich vor Altersarmut zu schützen. Egal, wie toll und harmonisch deine Beziehung ist: Behalte immer ein eigenes Konto, wo du dir Geld beiseite legst. Parallel dazu könnt ihr beiden das praktische 3-Konten-Modell fahren. Lass vor der Familienplanung unbedingt einen Ehe- oder Partnervertrag aufsetzen, in dem ganz klar geregelt ist, wer von euch beiden wie lange wegen bei dem Nachwuchs zu Hause bleibt. Wenn du weniger der Karrieretyp bist und freiwillig länger für die Kindererziehung beruflich aussetzen willst – was auch legitim und nachvollziehbar ist -, dann nagel deinen Partner schriftlich auf einen finanziellen Ausgleich für deine Renteneinbußen sowie Unterhalt im Falle einer Scheidung fest.

Warum du finanzielle Verantwortung übernehmen solltest

Wir halten fest: Warum Frauen eher in die Altersarmut rutschen, hat mehrere Ursachen. Zum einen liegt es an der Politik, die etwa durch das Ehegattensplitting dafür sorgt, dass Frauen weniger arbeiten, sich mit schlechter bezahlten Jobs begnügen und dadurch zu wenig in die Rentenkassen einzahlen. Aber sollen wir darüber jetzt unser Leben lang jammern und hoffen, dass die Politik vielleicht irgendwann mal Mütter für deren Leistungen in den Familien finanziell honoriert? Das wäre nicht Moneypenny-like, tun wir also nicht. 

Wir Frauen dürfen das Problem der drohenden Altersarmut nicht einfach verdrängen. Stattdessen müssen wir – jetzt kommt mein Standardsatz – Verantwortung für unsere eigenen Finanzen übernehmen. Und das beinhaltet auch, sich privat um die eigene Altersvorsorge zu kümmern, etwa zum Beispiel mit monatlichen ETF-Sparplan. Wie das geht, zeige ich dir übrigens in meinem Online-Kurs

Hängen wir noch in alten Geschlechterrollen fest?

Darüberhinaus müssen auch wir jungen Frauen unsere eigenen Rollenbilder von Mann und Frau infrage stellen. Wie emanzipiert sind wir wirklich? Sätze wie „Einen reichen Mann heiraten, das wäre was“ höre ich tatsächlich heute immer noch im Bekanntenkreis. Obwohl unsere Generation von Frauen so gebildet und qualifiziert ist wie noch nie, treten wir im Job oft freiwillig zurück, weil wir denken zu Hause bei den Kindern besser aufgehoben zu sein. Aber können Väter das nicht genauso gut? Vielleicht wollen Männer insgeheim ja gar nicht den Alleinernährer spielen.

Wenn wir etwas gegen die drohende Altersarmut tun wollen, gegen ungleiche Renten, gegen ungleiche Bezahlung, dann müssen wir Frauen bei uns selbst anfangen. 

Erste Schritte:

  1. Melde ich zu meinem kostenlosen Newsletter an, um regelmäßigen Input zu dem Thema zu bekommen.  ZUM NEWSLETTER
  2. Suche den Austausch mit anderen Frauen. Dafür gibt es die Madame Moneypenny Facebook-Gruppe, in der auch die lokalen Meet-Ups (deutschlandweit sowie in Österreich und der Schweiz) organisiert werden. ZUR GRUPPE
  3. Folge mir auf Instagram und Facebook für tägliche Tipps und Live-Fragerunden!

15 Kommentare

  1. Die finanzielle Unabhängigkeit der Frau ist wirklich eine ganz aktuelle Frage! Danke für das berührte Thema! Es kam so vor, dass meine Freundin im Moment sich scheiden lässt. Ein Stolperstein bleibt eine antiquierte Vase, die die beiden im Urlaub gemeinsam gekauft haben https://www.kanzlei-woltmann.de/badzwischenahn Erst der fachlichen Hilfe ist es gelungen, alles Tüpfelchen aufs i zu setzen. Wenn aber ein Hochzeitsvertrag angeschlossen werden, würde sie im Alter vor Armut gesichert! Danke für den Erfahrungsaustausch! Kommt Zeit, kommt Rat!

  2. Kleine Kinder so viel wie möglich in die Betreuung abzuschieben, um so früh wie möglich wieder Vollzeit zu arbeiten, ist für mich keine Lösung …. Wofür hab ich dann Kinder wenn ich sie den ganzen Tag abschiebe ! (Mama von zwei Kids, 4 und 8 in der Teilzeitfalle).

  3. Münchnerin

    Interessant, dass hier nur Männer antworten. Schön, dass das Problem Altersarmut für Frauen erkannt wird. Erschreckend, dass heute immer noch keine gleichberechtigte Verteilung der Kindererziehung erfolgt. Es geht meine Herren!

    Ich bin Ende Vierzig, habe zwei Töchter, 13 und 15, die trotz Berufstätigkeit der Mutter und Krippe ab dem ersten Lebensjahr bisher keinen Schaden haben. Allerdings haben Sie einen engagierten Vater, der deutlich mehr als den bundesdeutschen Durchschnitt der Betreuungs- und erziehungsarbeit übernommen hat. Unseren Töchtern hat es sehr gut getan.

    Männer traut Euch gleichberechtigt zu leben und andere Modelle zur Versorgerehe zu finden! Und redet Euren freuen nicht ein, dass die Kinder die Mutter brauchen, hilft nicht!!

  4. Liebe Madame Moneypenny, danke für einen spannenden Artikel und ein aktuelles Thema. Nach der Ehescheidung hat sich meine Freundin dafür gewagt, finanzielle Verantwortung für sich selbst und ihre Kinder zu übernehmen. Altersvorsorge ermöglichte sich selbst das Alter zu sichern, andere Versicherungen den allmählichen Weg zur Stabilität. Nicht leicht verläuft ihr Alltag, trotzdem werden die Kinder in einer gesunden Atmosphäre groß.

  5. Matthias Schwarz

    Zitat: „Kommt es zu einer Trennung, stehen Frauen, die sich jahrelang ausschließlich um die Kinder gekümmert und den Haushalt geschmissen haben, als Single-Mutter auf einmal ziemlich dumm da. Denn sie selbst haben ja nichts in die Rentenkasse eingezahlt.“

    Gilt bei Verheirateten nicht der sogenannte Versorgungsausgleich? Und zwar gibt jeder Ehegatte die Hälfte seiner während der Ehe erworbenen Rentenansprüche an den Ehepartner ab.

  6. Hallo zusammen,

    ich finde den Punkt zum Thema Ehevertrag und Scheidung übertrieben. Meine Frau und ich haben uns bewusst gegen einen Ehevertrag entschieden. Ich finde die gesetzliche Regelung ausreichend. Zugewinn in der Rente? Wird soweit ich verstanden habe nach der Scheidung 50/50 verteilt. Zugewinn auf den Konten? Hier haben beide Anspruch auf 50/50 Verteilung. Das ist schon ziemlich gut wie ich finde.

    Das Ehegattensplitting finde ich an sich auch eine gute Sache. Als Ehepaar wird man vor dem Gesetz als Einheit gesehen. Einer von beiden ist länger arbeitslos? Einkommen des Ehepartners wird auf Hartz IV angerechnet, was dazu führt das derjenige in den meisten Fällen kein Hartz IV (oder andere Sozialleistungen) bekommt und der arbeitende Ehepartner das finanziell auffangen muss. Solche Pflichten müssen auch mit Vorteilen einher kommen.

    Was ich allerdings nicht verstehe ist die reflexartige Aufteilung nach Steuerklasse 3 und 5 nach der Ehe. Meine Frau und ich arbeiten zur Zeit beide Vollzeit, haben ein unterschiedliches Gehalt und haben uns trotzdem für 4 / 4 entschieden. Die Wahl der Steuerklasse steuert nur wieviel man im Monat ausgezahlt bekommt. Die zu zahlende Steuer zum Jahresende ist in jedem Fall gleich. Warum also ein Gehalt künstlich hoch besteuern? Aber auch hier gilt: Sich selbst informieren und nicht einfach die teure Steuerklasse nehmen, nur weil der Partner das sagt.

    Wir sind auch großer Freund vom 3-Kontenmodell. Unser Haushaltskonto liegt bei der DKB-Bank und als großes Plus haben wir seit Januar diesen Jahres noch ein Depot dabei, wo wir monatlich gemeinsam in einen ETF einzahlen. Ich habe schon lange ein eignes Depot (und werde das auch weiter behalten), meine Frau hingegen hat große Berührungsängste zum Thema Aktien. Sie legt ihr Geld sicher auf dem Tagesgeld-Konto an. Um sie an das Thema heranzuführen, sparen wir seit Januar gemeinsam einen ETF im Depot von unserem Haushaltskonto. Das funktioniert sehr gut und so ist sie wenigstens teilweise in Aktien investiert.

    Ich kann nur jedem empfehlen, (zusätzlich) ein gemeinsames Depot einzurichten und gemeinsam in einen ETF zu sparen, falls der Partner Berührungsängste mit Aktien hat. Das Risiko wird geteilt und es ist jemand da, der einen dazu zwingt, den ersten Schritt zu machen. Ich habe die ETF-Auswahl mit meiner Frau besprochen, ihr erklärt was es für Risiken gibt und welche Aktien wir da eigentlich kaufen (MSCI World) und dann den Sparplan eingerichtet.

  7. Ich kenne die Problematik „Teilzeitfalle“ nur zu gut, aber diesen Satz halte ich dennoch für nicht hilfreich:

    „Es ist wichtig, auch mit Kind als Frau wieder so schnell wie möglich in den Vollzeit-Job zurückzukehren.“

    Finanziell und aus Rentensicht mag das so sein, aber die Lebenssituation mit Kind ist eine andere als vorher und Betreuung kann nicht alles übernehmen, soll sie auch gar nicht. Denn wozu habe ich Kinder? Wichtiger fände ich hier anzusetzen, dass Teilzeit unternehmensfähiger wird und zwar vor allem auch für Männer! Wir haben beide Teilzeit gearbeitet. Für meinen Mann das durchzusetzen war aber wesentlich schwieriger und natürlich sehr ungern gesehen.

    • Hi Ivonne,
      hier geht es um die Rentensicht, nichts anderes. Thema des Blogs ist finanzielle Unabhängigkeit, nicht wie man seine Kinder erzieht 😉
      LG Natascha

  8. Dominik von depotstudent.de

    Hi Natascha 🙂

    Mich würde interessieren, was Du einer Frau mit folgendem Ausgangsszenario raten würdest:

    50 Jahre alt, jahrelang schlecht bezahlt, Kinder aufgezogen und daher teilweise gar nicht gearbeitet und teilweise Teilzeit. Irgendwann dann noch Scheidung und bis dahin nichts für die eigene Vorsorge getan.

    Kann es da noch funktionieren, lediglich mittels Sparen und Investieren auf einen grünen Zweig zu kommen oder ist ein Jobwechsel (mit hohem Gehalt) absolut notwendig?

    Grüße
    Dominik

  9. Hallo,
    ich gebe dem Beitrag grundsätzlich recht und auch bin ich es, der immer wieder die Partnerin dazu ermutigt, etwas für das Alter zu tun – ich selbst tue das auch.
    In einer Sache muss ich aber widersprechen – natürlich abhängig vom Verdienst der Frau vor der Geburt der Kinder. In unserem Falle ist es so, dass ihr für die Elternzeit mehr Rentenpunkte angerechnet werden als es zuvor der Fall war – bei mir wäre es erheblich weniger.
    Sie ist je Kind 3 Jahre zuhause (das 2. kam während der Elternzeit des 1. so dass es nicht ganz 6 Jahre sind), für die sie also mehr Rentenpunkte erhält.
    Wir führen das 3-Kontenmodell und zahlen auf das 3. anhand der Einkommensverteilung genau unseren Anteil an einer festgelegten Summe X. Bei einer Aufteilung von bspw. 70:30 zahlen wir auch entsprechend 70:30 – so dass beiden ausreichend zur Rücklagenbildung bleibt.

    Grüße,
    Taro

  10. Ich sehe vieles wie Du. Wenn ich den Rentenbescheid meiner Frau anschaue, dann muss ich echt schlucken.
    Auf der anderen Seite sehe ich es aber auch kritisch die Kinder sofort oder schon nach einem Jahr in die Kita zu stecken. Man will doch seine Kinder auch erleben, erziehen und für sie da sein. So wie es unsere Mütter früher auch bei uns gemacht haben…
    Meine Frau arbeitet halbtags und übernimmt die Kinder dann vom Kindergarten ( 4 und 6 Jahre alt). Irgendwann wird sie auf zumindest 70 % aufstocken, aber die Zeit mit den Kinder kriegst Du halt auch nie wieder im Leben zurück.
    Als Frau / Mutter ist man heutzutage ganz schön in der Zwickmühle.
    Hilft nur, wenn man zusammen mit dem Mann Sparziele, finanzielle Planung unternimmt und nicht alles dem Staat oder der Versicherung überlässt. Selbst in die Hand nehmen. Und wenn die Ehe scheitert, dann wird geteilt (wenn man keinen Ehevertrag gemacht hat).
    Aber insgesamt finde ich es wichtig für Mutter, Kinder und die gesamte Familie, wenn die Frau zumindest die ersten Jahre zumindest mittags für die Kinder da ist und die Kinder nicht von unserem „Staat“ erzogen werden.

    • @Michael: Warum muss die Mutter die ersten Jahre Zuhause bleiben und das machen? Der Vater könnte das doch genauso gut? Ich weiß schon, warum ich mir kein Kind ans Bein binden werde… Frau ist nämlich immer diejenige, die in die Röhre guckt!

      Es muss sich in diesem Land einiges ändern und ja, Frauen sollten definitiv mehr Verantwortung für ihre Finanzen übernehmen! (Genauso wie es bitte nicht sein kann, dass wir „berufstätige Mutter“ sagen, aber im Gegenzug niemand von einem „berufstätigen Vater“ spricht.)

      Der Blog gefällt mir und ich werde ihn mit anderen Teilen!

      LG

    • Nein, Kinder sollten nicht „vom Staat“ erzogen werden, sondern von Ihren Eltern und der erweiterten Familie, inkl Betreuer des Vertrauens und von anderen Kindern….
      Wenn ich Eltern schreibe meine ich beide Teile und finde es schon paradox wie „besorgt“ sich über die Mütter in der Zwickmühle geäußert wird ohne sich offenbar selbst in der Pflicht zu sehen.
      Papas können das genauso gut. Papas können auch die Kinder aus der Kita abholen und den Tag mit ihnen verbringen damit Mama auf die „immerhin“ 75% kommt. Papas können auch 75% – sie müssen es nur machen!!

      Ich bin immer wieder überrascht mit welcher Selbstverständlichkeit die meissten Männer die Rollenverteilung erwarten.
      Und ich bin sehr dankbar dass wir zumindest den Kinder& Arbeitsvolumenteil gleichberechtigt umsetzen konnten. Und ja, es war scheisse viel Arbeit IHN zu überzeugen. Denn auch er ist mit Hausfrau-Muddi grossgeworden.
      Und nein, beide in Vollzeit mit 100% Präsenz und ein glückliches Familienleben- das wirkt auf mich sehr hart. Für alle.

      Zu den Tipps für Frauen: Versuchen direkt nach dem ersten Kind in Vollzeit zurückzukehren und maximal viel home office verhandeln (!!).
      Nach einem Vollzeitjob arbeitet man in TZ oft genausoviel und bekommt weniger und hat noch oft dieses dubiose schlechte Gewissen weil man „früher geht“.
      Das ist meiner Meinung nach der Fehler.

      Nach unserem zweiten Kind haben wir beide von „voll“ auf ca 75% reduziert und sind bisher sehr happy 🙂

    • Hallo Michael,

      dazu eine etwas „provokante“ Frage, bitte verzeih, das Thema ist für mich emotional recht aufgeladen: warum übernimmst du das nicht? (falls du das bereits tun solltest – dann nehme ich alles zurück, aber du gehst hier leider nicht ins Detail) 😉

      Du könntest ja auch für ein paar Jahre aussetzen und die Kinder betreuen, sicherlich möchte nicht nur „die Frau“ die Kinder aufwachsen sehen, erziehen und betreuen, als Vater möchte man das doch sicher auch, oder?

      Oft (nicht immer) argumentieren Männer dann so: „aber ich verdiene mehr, das lohnt sich nicht“ oder „das macht mein Arbeitgeber nicht mit“ oder „ein Kind braucht seiner Mutter (hmm, und den Vater nicht?)“. Du argumentierst: „die Zeit mit den Kindern kriegst du halt auch nie wieder zurück“ – exakt. Also warum lässt du dir als Mann diese Zeit durch die Lappen gehen? Ihr könntet beispielsweise beide in Teilzeit gehen, dann habt ihr beide Zeit mit den Kindern und deine Frau könnte bereits jetzt mehr arbeiten, ergo mehr verdienen, ergo sich besser vor den finanziellen Risiken der Zukunft schützen.

      Ich verstehe nicht, warum das ganze Kinderthema immer nur an den Frauen hängen soll, der Vater ist doch genauso an der Entscheidung für die Kleinen beteiligt. Essentialismus ist übrigens kein Argument 😉

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