Moneytalk: Was ist finanzielle Freiheit und wie erreichst du sie?

In diesem Moneytalk spreche ich über finanzielle Freiheit. Was das überhaupt ist, wie du finanziell frei werden kannst und was der Unterschied zu finanzieller Unabhängigkeit ist, erfährst du in diesem Artikel.

Darum geht‘s:

1. Was ist finanzielle Freiheit
2. Wie erreichst du finanzielle Freiheit?
3. Finanzielle Freiheit vs. Finanzielle Unabhängigkeit
4. Eure Fragen

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Was ist finanzielle Freiheit?

Der Wunschgedanke hinter dem Begriff finanzielle Freiheit ist Zeit. Es geht nicht darum, so viel Geld wie möglich anzuhäufen, sondern darum, mehr Zeit zu haben. Sie ist unser höchstes Gut, weil sie endlich ist. Wenn du Geld verlierst, kannst du es dir wieder holen. Zeit kannst du dir nicht zurückholen.

Menschen, die finanzielle Freiheit als Ziel haben, möchten ihre Zeit mit den Dingen verbringen, die ihnen wichtig sind (beispielsweise Zeit mit der Familie, Weiterbildungen, Reisen, Urlaube oder einen Beruf auszuüben, der weniger gut vergütet ist).

Die höchste Stufe von finanzieller Freiheit ist nicht mehr zu arbeiten. Da du aber trotzdem leben möchtest, brauchst du dafür Geld. Freie Zeit bekommst du also nur, wenn du genug Geld hast, um deine Ausgaben zu decken.

Finanzielle Freiheit heißt, freie Zeit zu haben, dadurch, dass du genug Geld hast, du es für dich arbeiten lässt und genug bekommst, um deine Ausgaben zu decken.Die Definition von finanzieller Freiheit lautet: Du bist finanziell frei, wenn deine Ausgaben von einem passiven Einkommen gedeckt werden.

Was ist passives Einkommen?

Passives Einkommen heißt nicht, dass man Geld geschenkt bekommt. Es ist immer mit einem Anfangsinvestment verbunden. Wenn du beispielsweise in Aktien oder eine Immobilie investierst, musst du erstmal Geld anhäufen, um dann aus den Gewinnen oder der Miete dein passives Einkommen zu beziehen. Auch eine Rente ist ein passives Einkommen. Für sie hast du aber vorher gearbeitet, Geld verdient und in die Rentenversicherung eingezahlt.

Passives Einkommen kann auch durch ein eigenes Unternehmen generiert werden. Wenn sich deine Produkte gut verkaufen und deine Mitarbeiter*innen den Großteil der operativen Aufgaben übernehmen. Auch wenn du manchmal noch im Unternehmen mitarbeitest, ist es doch deutlich passiver als das typische Angestelltendasein.

Noch einmal: Finanzielle Freiheit ist ein Status, bei dem deine täglichen Ausgaben von einem passiven Einkommen gedeckt werden.

Das Bild der goldenen Gans

Dazu gibt es ein schönes Bild von der goldenen Gans, die goldene Eier legt. Dein Vermögen ist die Gans. Diese musst du stopfen. Denn je größer die Gans ist, umso größer sind die Eier, die sie legt. Von diesen Eiern lebst du. Die Größe der Eier richtet sich nach der Größe deines Vermögens.

Beispiel: 

Dein Vermögen beträgt 500.000 Euro, das du in Aktien und ETFs angelegt hast. Darauf bekommst du jährlich 5% Zinsen. Du kannst von diesen 5% leben.

Wenn dein Vermögen allerdings 1 Million ist, bekommst du bei 5% deutlich mehr Geld.

Deswegen ist es so wichtig, dass du deine Gans stopft und sie nie tötest, sondern von den Eiern lebst.

Wenn du finanziell frei sein möchtest, müssen die Eier deiner Gans groß genug sein, dass du davon leben kannst und deine Ausgaben bestreiten kannst.

Was musst du dafür genau machen?

Es kommt auf deine Ausgaben an. Überlege dir, wie groß die Eier deiner Gans sein müssen, damit du davon leben kannst. Finanzielle Freiheit wird deswegen oft mit sparen in Verbindung gebracht.

Beispiel:

Oli von den Frugalisten hat das Ziel, mit 40 in Rente zu gehen. Das erreicht er, indem er extrem sparsam lebt. Trotzdem fährt er in den Urlaub, isst, hat eine Wohnung und ihm geht es gut mit seinem Leben. Er spart aber 80% seiner Einnahmen und stopft damit seine goldene Gans. Je mehr du sparst, umso früher bist du finanziell frei. Denn: Es macht einen Unterschied, ob du monatlich 500 oder 3000 Euro sparst.

Sparen spielt aus 2 Gründen eine so große Rolle für die finanzielle Freiheit:

1. Je sparsamer du lebst, desto mehr kannst du sparen und investieren. Umso schneller erreichst du dein Wunschinvestment.

2. Bei einem sparsamen Lebensstil muss deine Gans (=dein Wunschinvestment) gar nicht so groß sein, solange die Eier für dich ausreichen.

Wie erreichst du finanzielle Freiheit?

Zeitpunkt festlegen

Überlege dir, zu welchem Zeitpunkt du finanziell frei sein willst. Wann möchtest du die Möglichkeit haben, nicht mehr zu arbeiten. Setz dir ein konkretes Datum. Ich möchte dich ermutigen, dieses lieber ein bisschen früher zu setzen als zu spät. Große Ziele zeichnen sich auch dadurch aus, dass sie unrealistisch sind. Wenn du dir ein großes Ziel setzt und es nicht erreichst, bist du trotzdem noch so viel weiter, als wenn du dir ein kleines Ziel gesetzt hättest.

Rückwärts rechnen

Du brauchst Zahlen, an denen du festmachen kannst, wie viel du sparen und investieren musst, um dein Ziel zu erreichen.

Beispiel:

Wenn du in 15 Jahren 3000 Euro monatlich zum Leben brauchst, kannst du das in den Sparrechner eingeben. So kannst du ausrechnen, wie viel du sparen und anlegen musst. Überlege auch, ob du wirklich so viel Geld brauchst oder ob es auch weniger sein kann.

Dann musst du es „nur“ noch umsetzen 😉

Allein dadurch, dass du dir über deine Finanzen Gedanken machst, kommst du in ein sehr proaktives Mindset. Frage dich nicht „ob“, sondern „wie“.

Anstatt: Ich frage mich, ob ich noch 200 Euro mehr monatlich sparen kann, besser: Ich frage mich, wie ich noch 200 Euro mehr monatlich sparen kann

Such nach Wegen anstatt nach Ausreden. Wenn du ein cooles Ziel hast, wird es dir leicht fallen, noch mehr pro Monat zu sparen, um es zu erreichen.

Eine andere gute Möglichkeit, mehr zu sparen, ist, die Einnahmen zu erhöhen. Denn du kannst maximal 100% deiner Einnahmen sparen. Anders gesagt: Du kannst nicht mehr sparen, als du einnimmst. Der Hebel liegt also beim Einkommen. Wenn du mehr einnimmst, kannst du auch mehr sparen.

Beispiel:

Du hast 2000 Euro Einnahmen und sparst davon 500 Euro vs. du hast 5000 Euro Einnahmen und sparst davon 3000 Euro.

Wichtig ist dabei: Wenn du deine Einnahmen erhöhst, solltest du deine Ausgaben nicht erhöhen, sondern den Überschuss sparen. Ganz oft wachsen unsere Ausgaben nämlich mit den Einnahmen. Das musst du dir bewusst machen. Darum geht es: bewusste Entscheidungen zu treffen. Auch wenn du dir durch die Einnahmensteigerung eine größere Wohnung leisten könntest, zahlt das nicht auf dein Ziel der finanziellen Freiheit ein.

Natürlich gibt es auch viele Menschen, die dazu nicht bereit sind. Sie möchten sich neue Autos und Fernseher kaufen und teure Fernreisen machen. Letztlich ist das eine Frage des Mindsets und was jede von uns vom Leben will.

Es ist also die Entscheidung zwischen:

– 50 Jahre arbeiten, das Geld ausgeben, Statussymbole aufbauen und vielleicht deine Kids nicht so häufig sehen, weil du so viel arbeitest

oder

– dir ist deine Zeit wichtiger. Du bist bereit, dafür sparsamer zu leben und vielleicht an die Ostsee anstatt nach Thailand in den Urlaub zu fahren. Dafür ist es dein Ziel früher aufzuhören zu arbeiten oder als Zwischenziel die Arbeitszeit zu reduzieren. In 10 Jahren nur noch Teilzeit zu arbeiten, kann beispielsweise auch ein Ziel sein. Letztlich ist die Frage, ob du mehr Zeit für die Dinge haben willst, die dir wichtiger sind als arbeiten.

Das Ganze zeige ich euch ohne jegliche Bewertung auf. Das Wichtige ist, dass du mit dem für dich gewählten Modell glücklich bist.

Geld ist nur ein Mittel, um euch freie Zeit einzukaufen. Geld ist weder gut noch böse, es kommt darauf an, wofür man es verwendet. Aber es ist notwendig zum Leben. Mit genügend Geld könnt ihr euch diese freie Zeit kaufen.

Die Idee der finanziellen Freiheit mag für manchen Menschen nicht erstrebenswert sein. Für andere mag es das sein, aber sie glauben, dass sie es sowieso nicht erreichen und suchen Ausreden.

Finanzielle Freiheit vs. Finanzielle Unabhängigkeit

Ich persönlich nutze lieber den Begriff der finanziellen Unabhängigkeit, der in der Literatur oft als Synonym zu finanzieller Freiheit verwendet wird.

Ich spreche bewusst von Unabhängigkeit, weil es für mich im Bezug auf Frauen einen kleinen Unterschied gibt.

Für uns Frauen hat das Wort Unabhängigkeit noch einmal eine ganz andere Bedeutung. Es geht beispielsweise um Unabhängigkeit vom Partner. Ein eigenes Konto zu haben, eigenes Geld zu verdienen und seine eigenen Investments zu tätigen.

Als Frau also in die Selbstbestimmung kommen, da fängt für mich bereits die finanzielle Unabhängigkeit an. Und die sollten wir alle haben.

Unabhängigkeit:

– vom Partner

– vom Staat

– von Berater*innen

Finanzielle Unabhängigkeit in Bezug auf uns Frauen bedeutet für mich: Eigene, unabhängige und souveräne Finanzentscheidungen zu treffen.

Genau deshalb mache ich nochmal diesen Unterschied zwischen finanzieller Freiheit und finanzieller Unabhängigkeit. Das eine ist hin in die Freiheit, das andere ist raus aus der Abhängigkeit.

Unabhängigkeit bedeutet für mich: Mich selbst mit meinen Finanzen auseinanderzusetzen, damit ich mir keine Sorgen machen muss, was jemand anderes mit meinem Geld macht. 

Ich werde beispielsweise immer arbeiten, auch weil ich das möchte, aber selbstbestimmt. Ich entscheide, wann, wie viel, wo und mit wem ich arbeite. Diese Entscheidungen unabhängig vom Geld zu treffen, ist für mich finanzielle Unabhängigkeit.

Reichtum

Meiner Meinung nach steht Reichtum eine Stufe über finanzieller Freiheit. Finanzielle Freiheit ist der Oberknaller, Reichtum ist aber nochmal on-top.

Das Ganze kannst du stufenweise angehen: Erst die finanzielle Unabhängigkeit, dann die finanzielle Freiheit und dann Reichtum.

Manche brauchen diesen Reichtum auch gar nicht. Wenn du diese innere Zufriedenheit hast, ist das top. Es ist immer eine Frage der Perspektive. Es kommt darauf an, was dich glücklich macht und ob du bereit bist, den Weg zu gehen, um das zu erreichen. Denn letztlich bist du für dein persönliches Glück und deine Zufriedenheit verantwortlich. Aber: Deine Rente sollte trotzdem gesichert sein!

Der Schlüssel ist finanzielle Bildung. Wenn du dich nicht auskennst, bist du verloren. Die Informationen dazu sind (größtenteils kostenlos) verfügbar. Es ist wichtig, dir einen Bildungsstatus zu erarbeiten.

Zum Abschluss möchte ich noch loswerden: Geld allein löst keine Geldprobleme. Geldprobleme entstehen nicht durch fehlendes Geld, sondern weil du nicht damit umgehen kannst, keine finanzielle Bildung und keine klaren Ziele hast.

Eure Fragen

Sind 5% Rendite realistisch? Gerade auch in Bezug auf die Inflation?

Ja, sind sie! In der Literatur wird von 4-5% gesprochen. Die Inflation berechnest du idealerweise in dein Endziel mit ein. Steuern und Inflation sind definitiv Dinge, mit denen du dich beschäftigen solltest und die du mit einberechnen solltest.

4-6% sind mit einem gut diversifizierten Weltportfolio und einer mittelmäßigen Risikobereitschaft definitiv möglich. Mit mehr Risiko kann deine Rendite natürlich auch höher sein, mit weniger Risiko niedriger. Wichtig ist, auszurechnen, was du machen musst, um dein Ziel zu erreichen.

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