5 Lehren aus dem Buch „Setze dir größere Ziele“

Wie in meinen finanziellen Zielen aus Mai beschlossen, habe ich das Buch „Setze dir größere Ziele: Die Geheimnisse erfolgreicher Persönlichkeiten*“ von Rainer Zitelmann gelesen und möchte nun fünf Erkenntnisse daraus mit euch teilen. Warum habe ich dieses Buch gekauft? Weil ich mich momentan, angefixt von Bodo Schäfer, intensiv mit dem Stecken von Zielen auseinandersetze und schon von Zitelmanns „Reich werden und bleiben: Ihr Wegweiser zur finanziellen Freiheit*“ begeistert war.

1. Nur große Ziele holen alles aus dir heraus.

In diesem Punkt sind sich Schäfer und Zitelmann sehr einig: Nur große Ziele bringen dich wirklich weiter. Unrealistische Ziele erfordern ein Wachstum von dir. Du musst dich ändern, strecken, dazulernen, raus aus der Komfort-Zone. Während realistische Ziele das Gegenteil fördern. Sie sind ja realistisch, du musst also nicht viel tun, um sie zu erreichen. Zitelmann sagt „Wie groß Ihre Ergebnisse sind, die Sie erzielen, hängt vor allem davon ab, wie groß die Ziele sind, die Sie sich setzen.“ Das kann ich aus meiner Erfahrung heraus nur bestätigen. Wenn man sich große Ziele setzt, erzielt man große Ergebnisse. Mit gar keinen oder kleinen Zielen erreicht man sehr, sehr viel weniger. Selbst, wenn du dein großes, unrealistisches Ziel nur zu 85 Prozent erreichst, hast du immer noch mehr geschafft als, wenn du ein kleines Ziel zu 100 Prozent erreichst. Ich persönlich bin großer Fan von großen Zielen und habe in den letzten zwei Jahren erlebt, das es funktioniert.

Ein schönes Beispiel ist auch Michael Dell. Im Jahr 1984 gründete der damals 18-jährige Schüler seine Firma PC’s limited und verkündete, er wolle den Wettbewerb mit dem Computerriesen IBM aufnehmen und Marktführer für Computer in den USA werden.  Im April 2001 war Dell Computer mit einem Marktanteil von 12,8% Marktführer. Dell rät: „Steck dir große Ziele und verwirkliche deine Träume, und tu es mit Integrität, Charakterstärke und Hingabe. Und du wirst an jedem Tag gewinnen, an dem du deinen Träumen näher kommst.“ Wenn er mit „Ach, ich schau einfach mal was passiert…“ oder „Ich möchte 1.000 Computer verkaufen“ (was für eine komplett neue Firma in diesem Umfeld ebenfalls schon ein großes Ziel gewesen wäre) an die Sache herangegangen wäre, hätte es Dell vermutlich nicht lange gegeben.

2. Probleme sind gut!

Oberflächlich betrachtet, sehen Erfolgsgeschichten von Menschen, „die es geschafft haben“ immer wie gemalt aus. Alles so schön einfach, vom Underdog zum Milliardär. Eine Idee und viel Glück gehabt und schwupps kam Google dabei heraus.

Was man aber nicht sieht, wenn man nicht ganz genau hinschaut, sind die unzähligen Rückschläge, die tiefen Täler und die kleinen wie großen Katastrophen, die beinahe alles zerstört hätten, die diesen Menschen begegnet sind – und die sie überwunden haben.

Das Beispiel eines Fußballers: Mit 15 Jahren aus der Kreisauswahl geworfen weil er angeblich zu klein und zu schwach war. Ein Jahr später von der B1 in die B3 degradiert weil ein „Supertalent“ für die B1 angeheuert wurde. Wieder ein Jahr später von der A1 in die A2 heruntergestuft weil er nicht gut genug war. Im ersten Bundesligaspiel 4 Tore kassiert, im zweiten 3. Dann zum FC Bayern wechselt und direkt monatelang verletzt. Schließlich zum besten Torwart der Welt gewählt. Burn-Out. Erholt, weitergemacht und noch zwei weitere Male zum besten Torwart der Welt gewählt: Oliver Kahn (dessen Hörbuch ich empfehlen kann!).

Oder nehmen wir IKEA. Wie man sich vorstellen kann, waren die etablierten Möbelhäuser damals in Schweden nicht gerade von der neuen, viel günstigeren Konkurrenz begeistert. Im Gegenteil: Der Verband der Möbelhändler schrieb Briefe an die IKEA-Lieferanten und drohte ihnen, sie würden keine Aufträge der etablierten Geschäfte mehr bekommen, wenn sie weiterhin IKEA belieferten. Es gab folglich einfach keine Firmen mehr, die die Möbel von IKEA-Gründer Kamprad herstellen wollten. Klingt nach einem ziemlichen Downer. Die meisten hätten den Kopf in den Sand gesteckt und wären unter dem Druck eingeknickt. Doch was macht Kamprad? Schreibt einen Brief an den polnischen Minister mit der Bitte um eine Zusammenarbeit. Die hat geklappt und war – obviously – ein echter Glücksgriff für IKEA.

Was lernen wir daraus? Probleme sind Prüfungen, die wichtig sind, um die jeweils nächsthöhere Stufe zu erreichen. In jedem Problem steckt auch eine Chance (wie bei IKEA) – wenn man diese erkennt. Krisen zwingen uns, neue Wege zu beschreiten und innovative Ideen zu entwickeln.

3. Ausgelacht und bekämpft zu werden, lohnt sich.

Einem schönen Mantra, das ich auch in meinem Ebook „Bali statt Bochum“ predige, widmet Zitelmann ein ganzes Kapitel: „Wer so denkt und das tut, was die meisten Menschen tun, der wird auch nur den Erfolg haben, den die meisten Menschen haben.“ Und das ist bekanntlich nicht sonderlich viel Erfolg. Im Umkehrschluss werden diejenigen, die sich gegen den Strom zu schwimmen und gänzlich neue Ideen umzusetzen, lernen, wachsen und eher erfolgreich sein.

Auf dem Weg zum Erfolg durchläuft jede bahnbrechende Idee vier Stufen:

  1. Zuerst wird sie ignoriert,
  2. dann wird die Idee lächerlich gemacht,
  3. schließlich wird sie bekämpft und
  4. zuletzt als selbstverständlich angesehen und akzeptiert.

Glaubst du damals hat auch nur eine handvoll Personen an den jungen 18-jährigen Dell mit seinen Spinnereien geglaubt? Er wurde ausgelacht und als Idiot abgestempelt. Oder nehmen wir Beate Uhse. Ja, die mit den Schmuddelläden. Was für eine mutige und ehrgeizige Frau! Als Jugendliche wollte sie Fliegerin werden und machte mit 18 Jahren im Jahr 1937 (!) ihren Flugschein – als einzige Frau mit 59 Männern!  Sie flog für die Luftwaffe, überlebte einen Kugelhagel in der Luft, verlor ihren Mann bei einem Flugzeugabsturz und geriet zusammen mit ihrem Sohn in Kriegsgefangenschaft.

Sie selbst und viele ihrer Freundinnen wurden nach dem Krieg, also zu einem denkbar ungünstigen Zeitpunkt, ungewollt schwanger. Kondome und Pille gab es damals noch nicht. Andere Verhütungsmethoden mussten her. Beate Uhse verfasste eine Broschüre („Schrift X“), in der sie die Verhütungsmethode von Knaus-Ognio, die Lehren von den empfängnisfreien Tagen der Frau, erklärte. Innerhalb kürzester Zeit verkaufte sie 37.000 Exemplare dieser Aufklärungsschrift. Es folgten Aufklärungsbücher und Kondome, die sie in ihr Sortiment aufnahm.

Das klingt alles ganz easy, aber wir reden hier von den 40ern. Da gab es nicht wenige Menschen, die Sex und alles, was damit zu tun hatte, als Unzucht empfanden und Beate Uhse loswerden wollten. Was folgte, waren über 700 Gerichtsprozesse. Zum Glück verlor Beate Uhse nie ihren Ehrgeiz und vor allem ihren Mut, machte weiter und führte ihr Unternehmen 1999 sogar an die Börse.

Jim Rogers, der für seine antizyklischen Investments bekannt und mit ihnen sehr reich geworden ist, wird zitiert: „Wenn andere über dich lachen dann bist du auf dem richtigen Weg. Je mehr Leute über dich lachen, desto sicherer kannst du sein, dass du richtig liegst“.

4. Unterbewusstsein = Zielnavigationssystem

Wie erreicht man große Ziele? Arnold Schwarzenegger, Immobilienmillionär, Schauspieler, Bodybuilder und Gouverneur, beschreibt sein Erfolgsrezept so: „Ich setze mir ein Ziel, visualisiere es sehr deutlich und entwickle den Drang, den Hunger es in die Realität umzusetzen.“ Schwarzenegger stellt sich zudem in Tagträumen vor, seine Ziele bereits erreicht zu haben: „… ich muss nicht krampfhaft daraufhin arbeiten dorthin zu gelangen, weil ich das Gefühl habe, schon dort zu sein, dass es nur eine Frage der Zeit ist.“

Was Schwarzenegger hier beschreibt, nennt Zitelmann das „Zielnavigationssystem„. Er meint damit unser Unterbewusstsein, das wir auf unseren Erfolg trimmen. Wie schon Napoleon Hill, misst Zitelmann unserem Unterbewusstsein und dessen Konditionierung auf Erfolg einen extrem hohen Stellenwert in Bezug auf das Erreichen von Zielen bei. Er selbst betreibt täglich autogenes Training, um sein Unterbewusstsein aufnahmefähig für suggestive Formeln zu machen und sagt seine Zielerreichungsquote liegt, dank autogenem Training, bei 85%. Und ihr könnt euch sicher vorstellen, dass der Mann sich keine kleinen Ziele setzt 😉

5. 40 Minuten Nickerchen pro Tag!

Man kann nicht Sprinter und Marathonläufer gleichzeitig sein. Sprinter*innen laufen sehr viel intensiver, können ihre Leistung aber nur wenige Sekunden erbringen und nicht über Stunden. Genauso verhält es sich mit unserer Arbeitskraft. Wir können nicht 14 Stunden am Tag auf Hochtouren laufen! Umso wichtiger ist es, Zeit mit aktiver und intensiver Entspannung zu verbringen? Keine Zeit dafür? Dann solltest du schon mal die Zeit, die du beim Arzt und im Krankenhaus verbringen wirst, einplanen…

Persönlichkeiten wie Winston Churchill, Maggie Thatcher, Richard Branson und Bill Gates schwören auf ein gepflegtes Nickerchen am Nachmittag. Die NASA hat in einem umfassenden Forschungsprojekt bestätigt, dass ein kurzer Schlaf von 40 Minuten die Leistungsfähigkeit um durchschnittlich 34%  und die Aufmerksamkeit um 100% verbessert.

Bei jedem Handy muss der Akku aufgeladen werden. Auch wir müssen uns aufladen und regelmäßige Pausen einlegen – pro Tag, pro Woche, pro Monat und pro Jahr. Und zwar nicht obwohl sondern WEIL wir große Ziele erreichen wollen.

Fazit

Setze dir GROOOOOßE Ziele und programmiere sie durch Visualisierung und stetiges Einreden in dein Unterbewusstsein ein.  Sieh Probleme als Chancen und wachse an ihnen! Sei mutig, anders und freu dich, wenn jemand über dich lacht. Denn dann bist du wahrscheinlich auf dem richtigen Weg. Auf einem Weg, den nur nur siehst und der dich zum Erfolg bringen wird.

Was mir an Zitelmann besonders gut gefällt, ist dass er jeden seiner Ratschläge an Verhaltensweisen erfolgreicher Persönlichkeiten, mit deren Leben er sich ausgiebig beschäftigt hat, knüpft. Er sagt nicht einfach „Sei mutig“ sondern viel mehr „Schau, was Beate Uhse geschafft weil sie mutig war!“ Dadurch stellt er nicht sich selber als inspirierende Person in der Vordergrund sondern legt den Fokus auf erfolgreiche Menschen aus ganz unterschiedlichen Branchen und Zeiten.

Jeder, die mehr erreichen, wachsen und (auf welche Weise auch immer) erfolgreich werden will, kann ich dieses Buch sehr empfehlen. Es ist mit 24,99 Euro nicht ganz günstig, aber meiner Meinung nach lohnt es sich wirklich.

Hier geht’s zum Buch „Setze dir größere Ziele: Die Geheimnisse erfolgreicher Persönlichkeiten*“ von Rainer Zitelmann.

3 Kommentare

  1. Hi Natascha,

    interessanter Buchtipp. Bei mir klappt es mit der Zielsetzung eigentlich schon ganz gut. Ich setze mir immer „maximal-realistische Ziele“ (so nenne ich es) für das Folgejahr und übertreffe sie trotzdem in den meisten Fällen. Ich persönlich halte aber nichts davon, sich total utopische Ziele zu setzen.

    Liebe Grüße

    Lars

  2. Vielen Dank für die ausführliche Buchvorstellung! Das Buch kommt ganz sicher auf meinen „To-Read“ Stapel, und auch das von Herrn Kahn- auf den wäre ich jetzt ehrlicherweise von selbst nie gekommen… Gerade habe ich die Millionair Fastlane ausgelesen, die ich sehr inspirierend fand. Ich mag ja auch Hörbücher -ich habe ein Audibleabo. Aber kürzlich habe ich entdeckt, dass man mit der App „Spook“ bei Spotify jede Menge Hörbücher kostenlos hören kann. Das funzt aber wohl nur auf dem Tablet, beim Smartphone schaltet die App beim kostenlosen Account in den Shuffle-Modus und wechselt munter in den Kapiteln herum. Ich geh jetzt gleich mal gucken, obs den Kahn auf Spotify für umme gibt

  3. Vielen Dank für deine schöne Zusammenfassung. Ich habe das Buch von Rainer Zitelmann auch erst vor kurzem gelesen, aber die wichtigsten Lehren kurz und knapp nochmal zu lesen, ist wirklich super :).

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