Wie ich seit dem Abi 90.000 Euro verloren habe

Oder: Warum der Zinseszinseffekt dein bester Freund ist.

‚90.000 Euro verloren?! Alter Schwede! Was hast du denn mit der ganzen Kohle gemacht? Und wie bist du überhaupt an 90.000 Euro gekommen?!‘ Nun ja, ich hatte sie nie. Und genau da liegt das Problem. Ich habe mir mal ausgerechnet, wie viel Geld ich in den letzten 10 Jahren, also seit meinem Abi, verloren bzw. nicht bekommen habe, weil ich mein gespartes Geld nicht investiert sondern auf meinem Girokonto (!) habe versauern lassen oder es einfach für Kram ausgegeben habe.

Da wären die folgenden Posten an Erspartem, was ich extra hatte. Also nichts, was ich zum Leben gebraucht hätte, dieses Geld war also übrig:

  • Geld fürs Abi: 1.000 Euro
  • Weihnachts- und Geburtstagsgelder der letzten 10 Jahre: ca. 6.000 Euro
  • Geld durch Nebenjobs & Praktika während Schule & Studium: 40.000 Euro
  • Mal hier, mal da von Oma & Opa, Erbe etc.: 3.000 Euro

Macht also ca. ganze 50.000 Euro, die ich allein in den letzten 10 Jahren on top zur Verfügung hatte. Wo ist das Geld jetzt? Ich weiß es nicht. Ein Teil davon steckt höchstwahrscheinlich in meinem Kleiderschrank, etwas ist für Möbel, Urlaube, Partyleben, Umzüge draufgegangen. Es ist nur nicht da, wo es die letzten 10 Jahre hingehört hätte: In ein Aktiendepot! Denn jetzt kommt der bittere Teil der Rechnung.

Wenn ich diese 50.000 Euro über die letzten 10 Jahre in Aktien angelegt hätte, beispielsweise in einen ETF auf den MSCI World, der ein durchschnittliches jährliches Wachstum von 6,1% hingelegt hat, wären aus diesen 50.000 Euro heute satte [simple_tooltip content=’Vor Steuern, Kosten & Inflation‘]90.000 Euro[/simple_tooltip] geworden. Einfach so. Durchs Nichtstun. Ohne auch nur einen weiteren Cent zu investieren. Bitter.

Wenn meine Eltern bei einem Anfangsinvestment von 10.000 Euro seit meiner Geburt jeden Monat nur 100 Euro in ein ETF Portfolio investiert hätten, wäre dieses Portfolio heute knappe 250.000 Euro wert. Auch bitter.

Der Zinseszinseffekt macht’s möglich

Durch den Zinseszinseffekt bekommst du nicht nur Zinsen auf dein von dir eigens ursprünglich investiertes Geld sondern eben auch auf die Zinsen darauf. Du erhältst Zinsen auf die Zinsen. Dieser Effekt ermöglicht ein exponentielles Wachstum. Irgendwann übersteigen die Zinsen sogar das von dir getätigte Investment. Du bekommst also einen Großteil deines neuen Vermögens „einfach so“ ohne aktiv etwas dafür tun zu müssen. Im Gegenteil, denn du praktizierst ja passives Investieren!

Beispiel: Du legst 10.000 Euro in einen ETF an. Dieser ETF erzielt eine Rendite von 5% im erstes Jahr, dein Depotwert beträgt nur also 10.000+(10.000*5%)=10.500 Euro. Anstatt dir die 500 Euro auszahlen zu lassen, re-investierst du diesen Ertrag wieder in den ETF. Im zweiten Jahr erhältst du also nicht auf die ursprünglichen 10.000 Euro 5% sondern auf die 10.500 Euro. Das sind dann also nicht 500 Euro wie im ersten sondern 525 Euro extra. Durch diesen Effekt kannst du innerhalb von 20 Jahren und bei einem Zinsatz von 5% aus 10.000 Euro über 26.000 Euro machen ohne in diesen 20 Jahren auch nur einen weiteren Cent eingezahlt zu haben.

Hätte hätte Fahrradkette. Diese Rechnung zeigt mal wieder: Der Zinseszins ist unser allergrößter Freund und je eher du anfängst zu investieren, desto länger kann dieser Freund für dich arbeiten und dein Vermögen innerhalb weniger Jahre verdoppeln.

Also, schleunigst vorne anfangen und dafür sorgen, dass dein Vermögen wächst anstatt zu schrumpfen!

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