Vermögen ist weiblich [Podcast]

Heute widmen wir uns einem ganz besonders spannenden Thema: Warum Vermögen weiblich ist! Denn, Frauen sind nachgewiesenermaßen die besseren Anleger.

Intuition, Selbstkontrolle und das eigene Ego zurückstellen sind unschlagbare, weibliche Eigenschaften. Genau das hilft uns die besseren Anleger zu sein. Außerdem stelle ich dir ganz typische weibliche Denkfehler vor. Zuerst an andere denken, emotionale Käufe, Freundschaftspreise und Geld totschweigen kommt dir irgendwie bekannt vor? Dann solltest du diese Podcast-Folge unbedingt hören!

Erwähnte Links:
Nice Girls don’t get rich von Lois P. Frankel: https://www.amazon.de/Nice-Girls-Dont-Get-Rich/dp/044669472X

Transkript

Das Thema heute: “Vermögen ist weiblich”. Dazu würde ich dir gerne als erstes ein paar typische “Frauen-Fehler” vorstellen. Danach betrachten wir, warum wir Frauen, tatsächlich nachgewiesen, die besseren Anlegerinnen sind.

Aber erstmal zum unangenehmen Teil: Typische Frauen-Fehler. Ja, es gibt wirklich Fehler bzw. Denkmuster, die wir Frauen an den Tag legen, anders als Männer. Die uns auch letztendlich in Bezug auf Geld sehr stark Schaden können.

1.Fehler: Zuerst an andere denken. Da kommt ein bisschen unsere mütterliche Fürsorge durch. Erstmal soll es den Kindern gut gehen, dann soll es den Eltern gut gehen, dann soll es dem Partner gut gehen und dann irgendwann kommen, wenn überhaupt, wir an letzter Stelle.

Ich finde, es ist sehr altruistisch gedacht und denke hierbei, dass es niemanden hilft sich auf mich zu verlassen, wenn ich nichts habe. Wenn ich für mich nichts besitze, dann kann ich auch nichts geben. Um anderen helfen zu können, sollte man zuerst an sich denken, um dann viel besser im zweiten Schritt an andere denken zu können.

2. Fehler: sich auf den Partner verlassen und nichts im eigenen Namen zu haben oder machen.“ Mein Mann macht das, der hat das schon immer gemacht.” Ok, aber erstens, was macht er da überhaupt eigentlich mit seinem, deinem und eurem Geld? Ist das gut, was er da macht? Und hast du überhaupt irgendetwas in deinem eigenen Namen? Wenn nicht, ist das nicht gut.

Wenn dein Mann irgendwann mal weg ist – weil er dich verlässt oder auch, weil du ihn verlassen möchtest, weil du einfach keine Lust mehr auf ihn hast. Dann hast du nichts in deinem eigenen Namen und stehst letztendlich ohne Hab und Gut da, weil nichts über dich läuft. Du hast vielleicht noch nie eigenes Konto gehabt. Vielleicht stehst du in eurem Eigenheim gar nicht mit im Grundbuch drin. Das sind alles Dinge, die große Fehler sind und die im Nachhinein richtig unangenehm enden können.

Generell reden wir einfach viel zu wenig über Geld. Ich weiß nicht, ob Männer auch so wenig darüber reden. Wir Frauen machen das sehr, sehr wenig. Es scheint, als gehöre es sich auch nicht für Frauen, über Geld zu reden. Geld ist ja “Männersache”. Aber das stimmt nicht. Genau deswegen habe ich auch die Facebook-Gruppe Madame Moneypenny gegründet und organisiere Meetups, damit wir Frauen uns mehr über Geld austauschen. Ich habe ein bestimmtes Wissen, du hast ein bestimmtes Wissen, lass uns doch austauschen und darüber reden. Damit wir beide letztendlich besser werden und nochmal andere Blickwinkel einnehmen und uns gemeinsam in eine gute oder sogar noch bessere Situation als vorher bringen. Redet über Geld, das tut gar nicht weh!

Nächster Punkt: Wir verhandeln nicht und sind zu schnell zufrieden. Das kann ich auch total und direkt auf mich beziehen. Ich war tatsächlich mal angestellt. Am Anfang ganze 2 Jahre lang, bevor ich mich selbstständig gemacht habe. Ich habe mein Gehalt auch nicht verhandelt – ein bisschen schon, aber wahrscheinlich nicht so intensiv, wie ich es hätte machen können oder auch sollen. Wir Frauen neigen auf die Frage “was möchten Sie denn verdienen?” die Antwort “35000 Euro, wenn das okay ist? Wenn nicht nehme ich auch weniger” zu geben. “Hauptsache ich darf arbeiten, denn es macht mir so viel Spaß.” Nein, jede hat seinen Wert. Diesen muss man aber auch kommunizieren und man muss nicht alles annehmen, was einem angeboten wird.

Wir dürfen nicht schnell zufrieden mit irgendwelchen Dingen sein, weder mit dem Gehalt, weder im Job, noch mit dem Partner. Eigentlich mit gar nichts. Du solltest genau darauf achten, was du haben möchtest, was du wert bist und dann darum verhandeln.

Wir denken, wir müssen perfekt sein. Frauen sind perfekt, Frau müssen perfekt sein, sie müssen schön und klug sein. Das perfekte Lächeln, das perfekte Outfit haben, die perfekte Familie sein- natürlich auch so ein Unsinn. Doch diese Glaubenssätze stecken ein bisschen in uns allen, denke ich. Ich kenne diesen Perfektionismus auch bei mir. Ich arbeite hart daran diesen abzulegen. Denn was Perfektionismus mit uns macht, ist, dass er uns blockiert. Man gerät dadurch sehr schnell in eine Über-Analyse.

Heute nochmal 15 Bücher lesen, noch mal mit 3 Leuten darüber sprechen und noch mal nachfragen, was Papa so denkt. Irgendwann haben wir dann so viele Informationen und sind so dicht mit Infos und Meinungen, dass wir gar nicht mehr wissen, wo oben und unten ist und dann einfach gar nichts machen. “Thema abgehakt, viel zu groß, steige ich nicht durch”. So komme ich natürlich nicht weiter. Ich sage gerne “done is better than perfect.” Bedeutet: Wenn etwas gemacht ist, ist es immer noch besser als perfekt. Denn es gibt wenigstens etwas, worauf ich aufbauen und beispielsweise noch verbessern kann.

Emotionales Kaufverhalten: Z.B. Frust- und Belohnungskäufe. ”Ach, das war irgendwie total der blöde Tag, ich muss mir erstmal was kaufen” oder “hey, das war ein total super Tag, ich kaufe mir erstmal was, um mich zu belohnen”. Da frage ich mich: “ok, in welcher emotionalen Verfassung musst du denn sein, um dir einfach mal nichts zu kaufen?”. Denn wenn es dir gut geht, kaufst du dir gerne etwas, wenn es dir schlecht geht, kaufst du und wenn du neutral gestimmt bist, könnte es dich langweilen und kaufst wieder etwas. Bei emotionalen Käufen gerne ein bisschen darauf achten und reflektieren.

Thema Achtsamkeit: Brauche ich das gekaufte eigentlich wirklich? Hätte ich mir das auch gekauft, wenn das Wetter anders wäre? Oder beziehe ich das wirklich nur auf meine innere Situation. Muss ich mir etwas kaufen, um Emotionen überdecken oder zu verstärken? Ich kann dir nämlich sagen, dass dich die Frust- und Belohnungskäufe, welche emotional bedingt sind, nicht glücklich machen.

Danach fühlt man sich auch noch schlecht, weil man sich denkt “Mist, jetzt habe ich schon wieder Geld ausgegeben und dann liegen die Schuhe doch nur in der Ecke und werden nicht angezogen. Denn die Schuhe haben wir nicht gekauft, weil wir sie so toll finden, sondern um etwas anderes, eine gewisse Leere oder Gefühle in uns zu betäuben. Emotionale Käufe sind keine gute Idee.

Zu viel verschenken ist auch ein Punkt, also ich meine nicht Bücher verschenken oder Geschenke machen. Sondern Zeit zu verschenken oder auch für eine Leistung kein Geld zu verlangen. Tauschgeschäfte gerne, auch im handwerklichen Bereich. Die Friseurin tauscht mit der Masseurin irgendwelche Stunden, obwohl die Friseurin eigentlich gar keine Massage haben möchte, aber weil das so angeboten wurde, fühlt sie sich dazu verpflichtet diesen Tausch zu machen.

Oder auch Thema Freundschaftspreise: Von so einen Freundschaftspreis kommst du nie wieder los, du musst diesem Kunden immer ein Freundschaftspreis machen, wenn du es einmal getan hast, weil ansonsten wärt ihr keine Freunde mehr.
Das würde es nämlich implizieren, also hör endlich auf Freundschaftspreise zu machen und hör auf deine deine Leistung zu verschenken und nimm doch einfach mal Geld, für deine Leistung, das ist total in Ordnung.

Ich merke es bei mir auch, wenn ich beispielsweise mit Fotografen zusammenarbeite. Im Briefing und im Angebot ist der Preis für sechs Fotos enthalten, was bekomme ich: 10 Fotos für den gleichen Preis, wo ich dann immer nachfrage: “aber es waren doch nur sechs vereinbart?”. Antwort: “Ja, aber das hat mir so viel Spaß gemacht“ und so weiter. Das ist ja alles ganz nett und schön, aber du verschenkst letztendlich Geld, das wollen wir nicht.

Ich habe noch eine Buchempfehlung für dich:“Nice Girls Don’t Get Rich”. Ich mag den Titel ehrlich gesagt nicht, weil da so ein Glaubenssatz drinsteckt. Es impliziert nämlich, dass nette Mädchen nicht reich werden, sondern nur böse Mädchen. Also, dass nicht beides geht: reich und nett sein kann. Was ich für einen sehr schlimmen Glaubenssatz halte, aber der Inhalt ist ganz okay.

Das Buch ist auf Englisch. Ich weiß nicht, ob es das Buch auch auf Deutsch gibt, es kostet zwischen 10 € oder 12 € und gibt es bei Amazon oder einer Buchhandlung deiner Wahl.
Es kann auf jeden Fall nicht schaden, da mal reinzublättern, denn es werden “75 avoidable mistakes” vorgestellt, die wir Frauen machen.

Jetzt aber genug der Schelte, wir wollen ja auch noch wissen, warum wir Frauen trotzdem, obwohl wir diese ganzen Fehler haben, letztendlich die besseren Anlegerinnen sind!
Denn das sind wir nachweislich. Es gibt verschiedene Studien, Untersuchungen von Börsenspielen oder auch von Renditen über verschiedene Zeiträume hinweg. In diesen wird deutlich, dass Frauen an der Börse nachweislich besser abschneiden. Warum ist das so?

1.Punkt: Wir haben Selbstkontrolle und Intuition. Ich glaube Intuition ist ein ganz tolles Ding. Das wird als Bauchgefühl abgetan oder als ein Geistesblitz. Das wird gar nicht richtig ernst genommen, aber Intuition ist letztendlich ein biologischer Vorgang in uns.

Wir haben sehr viel Erfahrung über die Jahre gesammelt und Intuition ist tatsächlich ein innerer Vorgang, wo eben Bauch und Kopf hin und her funken und sich miteinander verständigen. Mensch, wenn ich jetzt diese ganzen Erfahrungen, die wir schon gemacht haben, verknüpfe und in eine anderer Reihenfolge bringe, dann habe ich eigentlich das Gefühl, dass das gut ist, oder dass das schlecht oder neutral ist. Wir Frauen haben mehr Gene, die für die Intuition verantwortlich sind als Männer. Deswegen ist diese Intuition, für uns ein sehr gutes Werkzeug, dass wir gerne auch nutzen.

Es kann auch damit zusammenhängen, dass uns kein Ego im Weg steht. Ja, also wir sind nicht wie irgendwelche Männer, die beim Grillfest um Ihre Steaks herum stehen und sich erzählen, was für tolle Rendite sie mit Bitcoins und Tesla und keine Ahnung was nicht noch so gemacht haben, das brauchen wir nicht. Das heißt, wir haben diese “Gier-Gen” nicht, dieses “ich muss mich nach außen beweisen, ich muss zeigen, wie toll ich bin.
Das haben wir glücklicherweise nicht in diesem Ausmaß und so steht also tatsächlich und idealerweise bei vielen Frauen kein Ego im Weg und wir trauen uns Fragen zu stellen.

Es gibt diesen schönen Spruch: Ein Mann fragt nicht nach dem Weg, Frauen schon – das ist gut. Wir holen uns Hilfe. Wir stellen fragen, wir wollen lernen, wir wollen voneinander lernen, wollen gemeinsam Sachen schaffen. Das ist eine ganz große Stärke. Ich glaube wirklich ausschlaggebend dafür, dass wir die besseren Anlegerinnen sind, liegt daran, weil wir uns erstmal mehr Informationen holen. Wir machen nämlich unsere Hausaufgaben und überlegen uns, was muss ich denn vorher machen. Wie du jetzt, du lernst erstmal wie es überhaupt funktioniert. Du hast dir diesen Online-Kurs gekauft und willst es von der Pike auf lernen, bist du dich dann bereit fühlst, das Ganze auch durchzuziehen

Männer springen ganz gerne mal kopfüber ins kalte Wasser und gucken was so passiert und wundern sich dann vielleicht an der einen oder anderen Stelle, dass sie gar nicht so richtig wissen, was sie da tun. Letztendlich hört man oft diesen Spruch: Frauen sind die besseren Anlegerinnen, weil Sie kein Risiko eingehen, was ja aber Quatsch ist, weil wenn man kein Risiko eingeht, dann kann man auch gar keine Rendite machen – ist also totaler Trugschluss. Ich würde auch gar nicht sagen, dass wir Frauen risikoscheuer sind, sondern dass wir risikobewusster sind.

Dadurch, dass wir uns mehr Informationen einholen. Dadurch, dass uns unser Ego nicht im Weg steht. Dadurch dass wir unsere Hausaufgaben machen, können wir das Risiko besser einschätzen und wägen das Risiko ab, anstatt einfach auf unser Ego zu hören und uns kopfüber irgendwo hinein zu stürzen. Das war: Vermögen ist weiblich.

Ich hoffe du konntest vielleicht auch ein paar Fehler bei dir selber entdecken – diese typischen Frauen-Fehler und im zweiten Schritt dann hoffentlich abstellen. Du weißt jetzt auch, warum wir Frauen, die besseren Anlegerinnen sind.

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