Selbstständig durch die Krise [Moneytalk]

Mittlerweile ist klar, dass wir mitten in einer Wirtschaftskrise stecken. Für viele Selbstständige ist das eine schwierige Situation. Deswegen beschreibe ich in diesem Blogpost 3 Schritte, die du kurzfristig, mittelfristig und langfristig gehen solltest, um als Selbstständige (gut) durch die Krise zu kommen.

  1. Sofortmaßnahmen
  2. Mittelfristige Maßnahmen
  3. Langfristige Maßnahmen 

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Bevor es um die konkreten Maßnahmen geht, möchte ich dir noch 3 Dinge mit auf den Weg geben.

  1. Du wirst stärker aus dieser Krise hervorgehen, als du reingegangen bist.
  2. Du kannst mehr Dinge, als du nicht kannst. Man kann alles lernen.
  3. Unsicherheit ist Teil unseres Lebens und wird auch Teil der Zukunft sein. Diese Krise wird nicht die letzte Krise sein. 

Aber lasst uns nun mit den konkreten Maßnahmen loslegen: Selbstständig durch die Krise: Welche 3 Schritte musst du gehen?

1. Sofortmaßnahmen

Wenn ich von Sofortmaßnahmen sprechen, meine ich alles, was du heute oder morgen tun kannst. Hier geht es also um alles, was du jetzt sofort tun kannst.

Soforthilfe beantragen: Finde heraus, ob du Anspruch auf staatliche Hilfe hast und diese nutzen willst. 

– Einmal laut fluchen und negative Energie rauslassen. Danach aber wieder beruhigen und fokussieren.

– Situation als Chance sehen: Möchtest du Frosch (quakt und sieht sich in der Opferrolle) oder Adler (schwebt über allem und ist sofort im Lösungsmodus) sein? Denk daran, dass du Unternehmerin bist und das sicherlich nicht die erste schwierige Situation für dich ist. Nutze die Krise, um überfällige Dinge zu tun und dein Unternehmen krisenfest zu machen. Du musst in Lösungen denken. Dein Mantra sollte sein: Figure it out – make it happen! 

2. Mittelfristige Maßnahmen

Vom Timing her spreche ich hier von morgen und in den nächsten Tagen. Pläne machen und diese aufzuschreiben gibt Halt, Selbstvertrauen und Sicherheit. Um selbstständig durch die Krise zu kommen, solltest du deshalb als mittelfristige Maßnahme 3 Pläne machen.

  1. Cashflow-Plan
  2. Business-Strategie-Plan
  3. Marketing-Plan

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1. Cashflow-Plan

Cash ist King und der Sauerstoff deines Unternehmens. Der Cashflow zeigt, wie viel reinkommt und rausgeht. Was aber ist der Unterschied zwischen Cash und Umsatz? Cash ist das, was heute auf deinem Konto ist, Umsatz kann eine geschriebene Rechnung sein, die aber noch nicht bezahlt wurde.

Um auszurechnen, wie lange das Geld in deinem Unternehmen noch reicht, dividierst du den vorhandenen Cash durch die monatlichen Ausgaben. Wenn du sichere Einnahmen hast, kannst du diese den Ausgaben gegenrechnen.

Danach solltest du verschiedene Szenarien aufbauen, um zu wissen, was du in den jeweiligen Situationen machen kannst. Zum Beispiel kannst du das Worst-Case-Szenario definieren: Dein Unternehmen hat aktuell keine Einnahmen und nur Ausgaben und dein Cashflow sinkt stetig. Hier solltest du eine rote Linie ziehen: Wenn der Cashflow unter x Euro fällt, dann müssen wir Cost-Cutting-Maßnahmen x, y, z treffen.

Dein Plan sollte weiterhin Maßnahmen enthalten, wie du deinen Cashflow optimieren kannst. Das erreichst du, indem du den Cashflow-Output reduzierst und den Cashflow-Input maximierst.

Den Cashflow-Output reduzieren heißt

  •  Ausgaben minimieren 
  •  (Fix-)Kosten verringern. 
  • Private Ausgaben reduzieren, damit du nicht zu viel Geld für dich selbst aus deinem Unternehmen rausziehen musst.

Um den Cashflow-Input zu maximieren, kannst du zum Beispiel

  • neue Zahlungsmethoden einführen 
  • Kunden, die die komplette Rechnung nicht zahlen können, Ratenzahlung anbieten.
  • Auch hier gilt es, lösungsorientiert zu denken und nah am Kunden zu kommunizieren.

Meine Empfehlung ist, deinen Notgroschen so spät wie möglich anzufassen. Wenn du noch keinen Notgroschen hast, solltest du dir einen Plan machen, wie du ihn aufbaust.

Eine Maßnahme, die ich nicht empfehle, ist die Preise zu senken. Stattdessen macht es Sinn andere Produkte anzubieten, die weniger kosten. Warum? Weil du die Preise nicht einfach wieder erhöhen kannst, wenn sie einmal niedrig sind und sich deine Kund*innen daran gewöhnt haben. Behalte die Preise bei, aber entwickel vielleicht ein “light” Produkt, das einen geringeren Preis hat. 

Generell gilt: Am besten den Cashflow-Plan so früh wie möglich aufstellen und sich damit auseinandersetzen. So weißt du, wie lange dein Unternehmen noch Geld – also Sauerstoff zum Überleben! – hat und kannst dementsprechend handeln. 

2. Business-Strategie-Plan

Wie kommst du strategisch gesehen über die nächsten 2-3 Jahre?

Schritt 1: Fokussiere dich auf umsatzbringende Maßnahmen! 

Es geht jetzt darum, dein Business hochzuziehen. Lass dich also nicht von To Dos ablenken, die dir keinen direkten Umsatz bringen. Zum Beispiel Aktivitäten wie Instagram-Posts verschönern, Email-Signatur verbessern. 

Mach dir dafür klar, woher dein Umsatz kommt. Das Pareto-Prinzip besagt, dass 20 Prozent der Kunden 80 Prozent des Umsatzes ausmachen. Analysiere also deine Kunden und Produkte und fokussiere dich auf die Kunden, die den meisten Umsatz bringen oder die Produkte mit der höchsten Marge. Vielleicht ist auch das Thema Upsell relevant: Kannst du bestehenden Kunden mehr verkaufen?  

Schritt 2: Erschließe neue Einnahmequellen!

Eine weitere Möglichkeit ist es, neue Einnahmequellen zu erschließen. Hierbei ist Kreativität gefragt. Überlege dir, was Menschen gerade brauchen (T-Shirts vs. Atemmasken, Fotoshooting vs. Unterstützung beim Home-Schooling, etc.). Durch die Krise sind neue Probleme entstanden, die es zu identifizieren gilt, um dann passende Lösungsansätze zu finden. Anders gesagt: Finde heraus, wo das Geld liegt. Um das ganze zu verdeutlichen, habe ich hier einige Beispiele gesammelt: 

  • Beispiel 1: Ich habe zu Beginn der Corona-Krise angefangen jeden Tag Dobble live auf Instagram zu spielen, um meine Community auf andere Gedanken zu bringen. Nachdem die Frage aus meiner Community kam, ob ich dafür bezahlt würde, kam ich auf die Idee eine Kooperation mit Dobble* (Affliate Link) einzugehen. Somit habe ich eine neue Einnahmequelle erschlossen.
  • Beispiel 2: Das deutsche Unternehmen Trigema, das Kleidung herstellt, produziert jetzt Gesichtsmasken.
  • Beispiel 3: Lottas Torten stellt eigentlich Hochzeitstorten her. In der Krise haben sie begonnen Torten zum Versand anzubieten und Süßigkeiten als Gruß zu verschicken.
  • Beispiel 4: Das Ramones Museum in Berlin bietet jetzt virtuelle Touren an.
  • Beispiel 5: Original Unverpackt bietet jetzt einen Lieferservice an.

Um Ideen für neue Einnahmequellen zu finden, habe ich 2 Tipps für dich:

  1. Brich dein Business in Einzelteile herunter: Schau‘ dir die User Journey (Kundenreise) an. Welche Schritte gibt es bis zum Endprodukt? Beispiel: Wenn der Kunde nicht mehr ins Restaurant zum Essen kommen kann, kann das Restaurant das Essen zum Kunden bringen -> Lieferservice. Einen Schritt davor: Das Restaurant macht das Essen. Wenn das auch gerade nicht möglich ist, kann das Restaurant Videos oder einen Videokurs zum Thema Kochen anbieten. Noch einen Schritt davor: Rezepte ausdenken. Das Restaurant kann zum Beispiel Rezepte als E-Book anbieten oder eine Rezepte-App. Noch einen Schritt davor stehen die Zutaten: Das Restaurant kann anfangen, seinen Kunden die Zutaten nach Hause zu schicken.
  2. Was und welche Emotionen verkaufst du und wie kannst du diese anders verpacken? Was ist dein Warum? Beispiel: Ein Reiseveranstalter verkauft Reisen. Das ist sein Produkt. Die Emotion dahinter ist Abenteuerlust. Die Überlegung wäre hier also, wie man Abenteuer zu den Menschen bringen kann, auch wenn reisen gerade nicht möglich ist.

Schritt 3: Erschaffe vorhersehbaren Umsatz! 

Der nächste Schritt des Business-Strategie-Plans ist die Überprüfung deines Business-Modells. Wie kannst du vorhersehbaren Umsatz schaffen (engl.: monthly recurring revenue)? Das Abo-Modell ist das höchste Modell, da mit der Zahl der Abonnenten der Umsatz geplant werden kann. Eine weitere gute Möglichkeit, vorhersehbaren Umsatz zu schaffen, sind Stundenpakete mit Vorabbezahlung. 

Schritt 4: Diversifiziere dein Einkommen

Außerdem solltest du deine Einkommensströme diversifizieren. Eine digitale Komponente ist ein absolutes Muss, auch wenn es nur ein kleines Produkt ist, wie z.B. ein E-Book, ein digitaler Kurs oder ein Online-Event. Weiterhin kannst du überlegen, ob du dein Business auf B2B ausweiten kannst (wenn du eigentlich im B2C arbeitest) oder andersrum.

3.  Marketing-Plan

Wie passt du dein Marketing an die neuen Maßnahmen aus dem Business-Strategie-Plan an? Was ändert sich im Messaging und in der Kommunikation? 

Die Stichworte sind hier: Content Marketing, Beziehungen aufbauen und präsent sein. Und zwar unter der Prämisse: Erst geben, dann nehmen. Ich war zum Beispiel in den letzten 14 Tagen 3x live (normalerweise 1x pro Monat) und stelle Gratis-Content zur Verfügung, um eine langfristige Beziehung zu meiner Zielgruppe aufzubauen. 

Arbeite ebenfalls an deinem Sales-Funnel und fange an Email-Adressen zu sammeln. Damit hast du den direkten Kontakt zu deinen Kunden. Der Mechanismus ist hierfür immer ähnlich: Du bietest etwas kostenlos an und die Person hinterlässt dafür ihre Email-Adresse. Warum? Damit du direkten Zugang zu deinen (potentiellen) Kunden hast. Du hast so die Möglichkeit ständig Kontakt zu deiner Zielgruppe aufzunehmen, zum Beispiel um easy neue Produkte zu kommunizieren. Dafür musst du dann auch erstmal kein Werbebudget aufbringen. Wenn du keine Email-Adressen hast, kannst du neue Produkte nicht kommunizieren und somit weiß auch keiner davon.

Beispiel: Mein Cheat Sheet, das ihr vielleicht auch runtergeladen habt. Dafür habt ihr mir eure Emailadresse gegeben. Somit habe ich euch in meinem Verteiler, falls ich euch später erreichen möchte.

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3. Langfristige Maßnahmen

Mit langfristig meine ich übermorgen und in den nächsten Wochen.

Hier geht es jetzt darum, die Maßnahmen und Pläne aus Schritt 2 umzusetzen. Aber anstatt dir 3 Wochen lang 20 Ideen auszudenken, solltest du lieber schnell eine gute Idee testen. Wenn es nicht funktioniert, gehst du über zur nächsten Idee, ansonsten baust du die Idee weiter aus.

Außerdem solltest du einen Notgroschen für dein Business ansparen: Dieser sollte im Privaten mindestens 3 Monatsgehälter betragen. Definiere, wie groß er für dein Business sein soll und mach dir einen Plan, wie du ihn zusammen sparst.

Dann gilt es weiterhin kreativ zu sein, innovativ zu bleiben, auszuprobieren und regelmäßig Prozesse, Kosten und die Strategie zu überprüfen. Das machst du am besten in kurzen Abständen (alle 5-7 Tage).

Du solltest des Weiteren am Aufbau deiner Marke arbeiten. Durch kostenlosen Content kannst du Vertrauen und Bekanntheit aufbauen. Ideal ist, wenn du dann noch direkten Zugang zu deinen Kunden (z.B. durch Email-Adressen) hast. 

Weiterhin solltest du in dein Humankapital investieren, denn: „Dein Business ist nur so gut, wie du es bist„. Es kommt darauf an, wie du auf die externen Umstände reagierst. Stichwort: Lernen, lernen, lernen.

Nützlich ist auch Reflexion: Warum bist du in dieser Lage? Woran liegt es? Was würdest du rückblickend anders machen? 

Und hier noch mein Bonustipp:

Vernetze dich mit anderen Unternehmer*innen, um euch regelmäßig auszutauschen. Wichtig ist, dass du die Branchen mischst, damit ihr den größten Mehrwert aus dem Austausch ziehen könnt und mehr Impulse von außen bekommt.

Das waren die 3 Schritte, mit denen du selbstständig durch die Krise kommst. Abschließend habe ich noch einige Buchempfehlungen für dich:

Zu guter Letzt heißt es also: Lass‘ den Input sacken, mach‘ einen Plan und leg‘ los! Bist du Frosch oder Adler? Um selbstständig durch die Krise zu kommen, musst du ins Handeln kommen. Pragmatismus, Cleverness und Schnelligkeit gewinnen. 

Um sofort loszustarten, hol dir jetzt das kostenlose Cheat Sheet mit den 3 Schritten und allen Plänen aus diesem Blogpost. Hier kostenlos herunterladen.

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