Wie mein Mindset mir geholfen hat, einen Bestseller zu schreiben [Moneytalk]

Ich habe die Veröffentlichung meines Taschenbuches 2018 und eure Fragen dazu als Anlass genommen, über mein persönliches Mindset zu sprechen. Es geht unter anderem darum, wie ich Entscheidungen treffe, wie ich arbeite und welche Rolle mein Mindset dabei spielt. 

  1. Die Entstehungsgeschichte des Buches: Über Ziele und Versagensangst
  2. Der Erstellungsprozess des Buches: Über Selbstdisziplin, Planung & maximalen Fokus
  3. Die Vermarktung des Buches: Rausgehen und sichtbar werden
  4. Eure Fragen

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1. Die Entstehungsgeschichte des Buches: Über Ziele und Versagensangst

2017 war ich eingeladen, ein Webinar mit Edition F zum Thema Finanzielle Unabhängigkeit zu halten. Im Publikum saßen zwei Lektorinnen, die mir daraufhin beide einen Buchvertrag angeboten haben. 

Meine ursprüngliche Idee war es “Bali statt Bochum” verlegen zu lassen. Der Rowohlt Verlag schlug mir dann aber vor, ein neues Buch zu schreiben. Das Buch “Wie Frauen ihre Finanzen selbst in die Hand nehmen können” wurde schließlich im Sommer 2018 veröffentlicht. 

“Natascha, wie hast du das geschafft?” – war eine häufige Frage aus der Community

Ziele setzen

Egal ob es jetzt darum geht, das Buch zu schreiben oder um andere Projekte, ich fange immer damit an mir ein Ziel zu setzen. Eines meiner Jahresziele für 2017 war es tatsächlich ein Buch mit einem Verlag zu veröffentlichen. 2018 war das Ziel dann, dass das Buch ein Bestseller wird. Ich glaube felsenfest daran, dass wenn ich mir diese Ziele nicht gesetzt hätte, es höchstwahrscheinlich auch nicht passiert wäre. Ziele sind einfach unglaublich wichtig. Hierbei gilt: lieber große Ziele als zu kleine. Ich persönlich bin ein großer Fan von unrealistischen Zielen. Meine Ziele fühlen sich auch immer total unrealistisch an, werden dann aber auf dem Weg dahin realistisch. Wenn ich mir Ziele setze, gehe ich nicht von mir und den Mitteln, die mir heute zur Verfügung stehen, aus, sondern setze mir erst das Ziel und suche mir dann die Ressourcen dazu. Was, wen und welche Expertise brauche ich dafür, was muss ich wissen? Es geht um das Mindset und die Vision, die Ziele erreichen zu wollen.

Keine Angst zu versagen

“Woher hast du den Mut genommen, ein Buch zu schreiben?” Diese Frage aus der Community habe ich erst mal gar nicht verstanden und habe dadurch gemerkt, wie sich mein Mindset in den letzten Monaten und Jahren gedreht hat. 

Auch die Frage einer Bekannten “ob ich mir das Edition F Webinar mit 150 Teilnehmerinnen zutraue”, hatte ich mir selbst nie gestellt. Natürlich tue ich das! 

Die Frage, ob ich mir etwas zutraue, hab ich mir in den letzten Jahren sehr selten gestellt. Nicht aus Arroganz, sondern aus dem Denken, dass ich dann halt was dafür tun muss, dass es gut wird.

Ich habe keine Angst zu versagen, weil ich nur gewinnen kann! Am Beispiel meines Buches heißt das: Für mich gab es zwei mögliche Ergebnisse.

  1. Das Buch geht durch die Decke, die Leute finden es geil und es wird ein Bestseller! 
  2. Es interessiert niemanden, die Leute finden es kacke und ich habe 1,5 Jahre vergeudet. 

Selbst wenn der 2. Fall eingetreten wäre und es sich scheiße angefühlt hätte, hätte ich eine krasse Lektion gelernt. Mein Mindset ist: Und wenn ich nur was dabei lerne, hab ich auch gewonnen! Mit dieser Einstellung kann frau nur gewinnen.

Aber: Es erfordert maximale Selbstreflexion in beiden Fällen, um die Lehren auch mit zu nehmen. Wenn man das nicht macht, verliert man tatsächlich, weil man dann nichts mitnimmt. Selbstreflexion ist das absolute Muss! 

2. Der Erstellungsprozess des Buches: Über Selbstdisziplin, Planung & maximalen Fokus

Wenn ich Dinge erschaffe, ist das Credo: Maximaler Mehrwert. Wie kann das meiner Zielgruppe den maximalen Mehrwert liefern. Das muss der Knaller sein. Denn nur dann habe ich das Gefühl, wirklich alles gegeben zu haben. 

Im Erstellungsprozess waren folgende Faktoren für mich sehr wichtig:

Sehr viel Selbstdisziplin.

Ist unglaublich wichtig und hängt auch wieder mit den Zielen zusammen. Wenn ich keine Ziele habe, warum sollte ich morgens um 5 Uhr aufstehen. Wenn ich aber möchte, dass mein Buch ein Bestseller wird, dann stehe ich auf, um zu schreiben, komme, was wolle.

Organisiertheit

Ist für mich ein absoluter Erfolgsfaktor!

Viel Vorlauf für Planung & Konzept

Die ersten Wochen habe ich nichts geschrieben, sondern erst mal die Idee und das Konzept rund gemacht und einen Plan erstellt.

Maximaler Fokus

Als ich das Buch geschrieben habe, hat (fast) nichts um mich herum mehr existiert (mit einigen Ausnahmen zum Beispiel mein anderes Unternehmen wg-suche.de). Vom Mindset her war ich sehr auf das Buch fokussiert. Trotzdem hatte ich meinen Ausgleich wie Sport oder lesen.

Ich habe versucht, mich von der Außenwelt ein bisschen abzuschirmen (keine Emails, kein Handy). Es fällt mir immer noch schwer, aber es zahlt sich aus.

3. Die Vermarktung des Buches: Rausgehen und sichtbar werden

Die Vermarktung eines Buch liegt auch beim Autor nicht nur beim Verlag. Rausgehen und sichtbar machen ist total wichtig. Viele Gründer*innen haben ein tolles Projekt, aber gehen nicht raus damit, weil sie sich und ihr Produkt nicht zu sehr verkaufen wollen. So habe ich früher auch gedacht, bis ich Folgendes gehört habe: “Du hast die Verpflichtung, wenn du ein gutes Produkt oder Dienstleistung hast, das rauszubringen in den Markt.” Ihr zwingt ja niemanden, das Produkt zu kaufen. Vermarktung gehört dazu! 

Auch wenn man manchmal denkt, man nerve die Leute, sollte man ruhig mal die eigenen Grenzen austesten, und aus der zurückhaltenden Art heraus treten. Vor allem wenn das Ziel ein Spiegel-Bestseller ist 😉 

“Am besten sagst du es keinem! Hoffentlich finden es die Leute gut.” Diese Gedanken kenne ich auch, aber irgendwann man muss über diese eigenen Hürden drüber springen, um seine Ziele zu erreichen.

Eine Mindset-Frage ist: Muss ich alles alleine machen oder kann ich mir Unterstützung holen von jemandem mit einer bestimmten Expertise? Mir hat das definitiv geholfen.

Affirmationen und Visualisierung spielen für mich eine große Rolle

Es gibt ja diese Behauptung, dass vieles von dem, was wir sind, vom Unterbewusstsein gesteuert wird. Ganze 95% unserer Gehirnkraft sollen dafür freigehalten und benutzt werden.

Affirmationen sind Glaubenssätze, die wir uns selber einreden. Die Mechanik dahinter: Wenn wir uns bestimmte Sätze immer wieder sagen glaubt  uns unser Gehirn  diese Dinge irgendwann, Das Gehirn kann ab einem gewissen Zeitpunkt  nicht mehr unterscheiden, was Realität und was der nicht. Deswegen sollten Affirmationen immer in der Gegenwart formuliert werden.

Ich habe mir zum Beispiel monatelang jeden Morgen eingeredet: “Mein Buch ist ein Spiegel Bestseller” und mir vorgestellt wie ich im Buchladen meinen Namen auf der Bestseller-Liste sehe.

Während das Unterbewusstsein also irgendwann denkt, die Aussage stimme, denkt das Bewusstsein weiterhin, dass es nicht so ist. Das Unterbewusstsein beeinflusst deine Energien und Umgebung dann so, dass du nach Wegen suchst die Diskrepanz zwischen Unterbewusstsein und Bewusstsein aufzulösen, sodass der Glaubenssatz dann wahr wird.

Aber nicht verwechseln mit: Aufs Sofa setzen und denken, mein Buch soll ein Bestseller werden und dann Pommes Essen gehen. Es hat nichts mit Wünschen zu tun, sondern damit eine Basis zu schaffen und das Unterbewusstsein mit rein zu holen.

Wie geht frau mit Negativität im Umfeld um?

Als ich mein E-Book Bali statt Bochum geschrieben habe, meinte ein Kumpel: “Um mit E-Books Geld zu verdienen, brauchst du aber einen großen Namen.” “Wo steht das?”, habe ich mich gefragt und es natürlich trotzdem geschrieben. Aber wie geht man mit solchen Menschen um? Mein Tipp: Hinterfragt Dinge, die ihr gesagt bekommt. Lasst euch nicht davon blenden, was andere Menschen schon erreicht haben und denkt, dass ihr dort nicht hinkommen könnt. Jeder hat mal angefangen, auch ich.

Eure Fragen:

Zum Thema maximaler Mehrwert: Hast du da mit deinen Nutzerinnen gesprochen?

Die Community ist auf jeden Fall ein guter Ort für Feedback. Ich habe aber keine 1:1 User Interviews gemacht. Ich habe Personen in meinem Umfeld zum Thema Geld befragt und ich selbst habe das ja auch alles durchgemacht. Ich habe auch in der Gruppe mal gefragt, welches die AHA-Momente waren.

Wie lange hast du intensiv geschrieben?

Ca. 4-5 Monate. Von September bis Dezember. Die Deadline war 1.1.2018, ich wollte es aber vor Weihnachten fertig haben.

Wie schafft man das, ohne sich mega auszupowern?

Mit Selbstpflege. Ich mache zum Beispiel Meditation. Viel Sport ist auch ein Ausgleich für mich. Ich lese auch. Ruhephasen zu haben ist wichtig. Ich mag auch Wellness und Entspannung zum Beispiel im Spa. Da muss jede selbst auf sich achten, aber es ist auch eine Sache von Planung. Wenn man gut genug plant, ist das schon die halbe Miete.

Wie organisierst du dich? Hast du einen Terminkalender? To-Do-Listen?

Ich arbeite viel mit Trello (Projektmanagement-Tool) und dem Madame Moneypenny Finanzjournal.

Hast du Buchempfehlungen für das richtige Mindset?

Brian Tracy. Ansonsten bin ich ein großer Fan von Biografien, zum Beispiel von Nike-Gründer Phil Knight*, Richard Brandson* oder Arnold Schwarzenegger*. Die Bücher von Rainer Zitelmann zum Thema Ziele sind auch empfehlenswert.

Wenn negative Glaubenssätze aufgetaucht sind, wie hast du sie aufgelöst?

Ehrlich gesagt, habe ich noch nicht aktiv versucht, negative Glaubenssätze aufzulösen. Es gibt da aber verschiedene Techniken das zu tun Bei mir ist das eher so ein stetiger Prozess, in dem ich den richtigen Leuten folge und die richtigen Bücher lese.

Welche Affirmationen hast du dir gesagt und hast du es jeden Tag durchgezogen?

Die Affirmation war “Mein Buch ist ein Spiegel-Bestseller” und das habe ich mir jeden Morgen gesagt. Vielleicht kennst du das Konzept Miracle Morning? Dabei spielt es eine große Rolle, die erste Stunde des Tages optimal zu nutzen. Sport, Meditation, Lesen, positive Affirmationen und Ziele sind die 5 Sachen, die ich am Morgen mache.

Was motiviert dich? Was ist dein innerer Motor?

Ein ganz starker Drang zur Weiterentwicklung. Ich hasse Stillstand. Weiterentwicklung von mir, ein besserer Mensch zu werden, Mehrwert zu schaffen. Speziell auf Madame Moneypenny bezogen ist die Mission: Frauen raus aus dieser Altersarmutsfalle, rein in die Selbstbestimmtheit. Das ist ein Herzensthema für mich! Ich erschaffe gerne Dinge und finde Lösungen. Deswegen liebe ich auch Probleme.

Wie viele Stunden hast du pro Tag geschrieben?

Ganz unterschiedlich! An manchen Tagen kein einziges Wort, an anderen Tagen 5-6 Stunden.

Woher nimmst du neben Job, Blog, Buch und Sport noch Zeit für Familie, Freunde und Beziehung? Und wie grenzt du dich von negativen Menschen ab?

Vielleicht sieht es manchmal so aus, als ob ich mein Privatleben um die Arbeit herum stricken würde. In Wahrheit ist es genau anders herum. Das war bis vor Kurzem noch nicht der Fall, war aber eines meiner Ziele: Privatleben first. Erst Urlaub planen, dann die Arbeitstermine.

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1 Kommentare

  1. Hi, Carlos hier von Beyond Saving 🙂

    Ich finde den Beitrag unglaublich inspirierend. Beim Punkt „Versagen“ ist auch eine Form von Erfolg muss ich dir zu 120% zustimmen. Es ist das Mindset, das wir ändern müssen, bevor wir an eine Sache rangehen – das führt am Ende dazu (wahrscheinlich), dass auch mehr Leute ihre Ideen auch wirklich durchziehen.

    Wenn wir „Versagen“ oder „Scheitern“ oder „Fehler“ umdefinieren in „Chance etwas zu lernen und besser zu werden“, dann kann man im Leben nur gewinnen – sei es auch einfach nur eine neue Erkenntnis.

    Danke dir für die schönen Worte!

    Carlos

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