Moneytalk: Kindergeld & Co. – Finanzen in der Schwangerschaft

In diesem Moneytalk gebe ich euch einen Überblick über Kindergeld & Co. Es geht um Mutterschaftsgeld, Elterngeld und Kindergeld. Ich spreche über Geld in der Partnerschaft, sparen fürs Kind und was das alles für deine Rente bedeutet. Außerdem beantworte ich natürlich eure Fragen.

Darum geht’s heute:

  • Mutterschaftsgeld
  • Elterngeld und seine 3 Varianten
  • Kindergeld
  • Geld in der Partnerschaft
  • Sparen fürs Kind
  • Was heißt das für meine Rente?
  • Eure Fragen

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Disclaimer: Ich bin weder Familienbüro noch Familienberatung

Die im Blogartikel erwähnte Checkliste zu Kindergeld & Co. findet ihr hier.

Fangen wir mit dem Mutterschaftsgeld an

Der Mutterschutz ist 6 Wochen vor und 8 Wochen nach der Geburt. In diesem Zeitraum gilt ein Beschäftigungsverbot. Ihr geht also nicht arbeiten, bekommt aber Mutterschaftsgeld. Es sichert euer Einkommen während der Schutzzeit. Die Höhe des Mutterschaftsgelds berechnet sich aus dem Durchschnitt der letzten drei Nettogehälter. Einen Teil davon bekommt ihr von der Krankenkasse, den anderen Teil vom Arbeitgeber.

Das Mutterschaftsgeld müsst ihr 7 Wochen vor Geburtstermin bei der Krankenkasse beantragen. Dafür braucht ihr von eurem Arzt oder eurer Ärztin eine Bescheinigung über die Schwangerschaft.

Wenn ihr selbstständig oder privat versichert seid, gibt es einige Sonderregeln. Informiert euch da bitte individuell. Informieren könnt ihr euch beim Bundesministerium für Soziales und Familie, Senioren, Frauen und Jugend. Dort findet ihr einen Leitfaden zum Mutterschutz

Elterngeld

Die Elternzeit ist eine Auszeit vom Berufsleben, um die Kinder zu betreuen. Diese kann bis zu 3 Jahren gehen und muss spätestens 7 Wochen vor Beginn beim Arbeitgeber beantragt werden. In dieser Zeit erhaltet ihr keinen Lohn, aber dafür den Ausgleich durch das Elterngeld.

Elterngeld ist die finanzielle Lebensgrundlage, mit der ihr die Betreuung eures Kindes sicherstellt, wenn das Einkommen wegfällt oder stark vermindert wird.

Das Elterngeld beantragt ihr bei der zuständigen Elterngeldstelle. In manchen Bundesländern ist es möglich, das Elterngeld unter Elterngeld-digital.de online zu beantragen.

Das Elterngeld kann frühestens nach der Geburt beantragt werden, es wird maximal 3 Lebensmonate rückwirkend gezahlt. Spätestens im zweiten Lebensmonat solltet ihr euch also darum kümmern.

Auch hier gibt es einige Sonderfälle für Paare, Alleinerziehende, etc. Schaut euch da gerne die Details noch einmal selber an.

Ich lege euch auch den Elterngeldrechner ans Herz.

Es gibt verschiedene Varianten des Elterngeldes:

Basiselterngeld

Das Basiselterngeld gibt es bis zum 14. Lebensmonat. Ihr könnt es euch aufteilen.

Zum Beispiel: Mutter: 1.-8. Lebensmonat, Vater oder 2. Mutter 9.-14. Lebensmonat

Die Höhe des Elterngeldes beträgt 65% des Nettoeinkommens vor der Geburt, zwischen 300 und 1800 Euro pro Monat.

Einschränkung: Das Mutterschaftsgeld wird angerechnet. Das heißt: in dieser Zeit bekommt ihr kein Basiselterngeld.

Elterngeld Plus

Ein Monat Basiselterngeld entspricht zwei Monaten Elterngeld Plus. Ihr könnt es maximal bis zum 32. Lebensmonat (2 Jahre und 8 Monate) bekommen. Höhe: die Hälfte des Basiselterngeldes, also zwischen 150 und 900 Euro pro Monat.

Partnerschaftsbonus

Zwei bis vier zusätzliche Monate Elterngeld Plus sind möglich. Das ist quasi eine Verlängerung des Elterngeld Plus, wenn sich beide Eltern die familiären Aufgaben teilen und beide in Teilzeit arbeiten. Nur dann gibt es den Partnerschaftsbonus.

Voraussetzung für einen Partnerschaftsbonus ist, dass beide den Partnerschaftsbonus gleichzeitig nutzen. Er kann maximal vier aufeinanderfolgende Lebensmonate beinhalten und gilt wirklich nur, wenn beide in Teilzeit arbeiten, das heißt minimal 24 Stunden und maximal 32 Stunden pro Woche. So könnt ihr quasi das Elterngeld Plus nochmal um 2-4 Monate verlängern.

Der Partnerschaftsbonus ist die Hälfte des Basiselterngeldes, beträgt also zwischen 150 und 900 Euro pro Elternteil.

Diese drei Elterngeld Varianten könnt ihr so kombinieren, wie es für euch Sinn macht.

Auch hier gibt es natürlich wieder viele Ausnahmen. Und da müsst ihr euch bitte wirklich individuell nochmal selbst informieren (Quellen wie Familienpartei, Bundesministerium für Familie, etc habe ich bereits weiter oben genannt).

Kindergeld

Das Kindergeld soll die grundlegende Versorgung der Kinder sicherstellen. Denn Kinder bedeuten automatisch mehr Ausgaben. Das Kindergeld ist für Kinder unter 18 Jahren ausgelegt, unter bestimmten Voraussetzungen teilweise auch länger, zum Beispiel während Ausbildung und Studium. Die Höhe beträgt 219 Euro pro Monat. Ab dem dritten Kind gibt es mehr Kindergeld.

Ihr beantragt es bei der Familienkasse der Bundesagentur für Arbeit. Das könnt ihr online machen.

Wann beantragen? Am besten zeitnah nach der Geburt, weil man das Kindergeld auch nur 6 Monate rückwirkend beantragen kann.

Neugeborene bekommen ein schönes Geschenk vom Staat – eine Steuer-CD. Sobald ihr die Steuer-CD des Kindes habt, könnt ihr das Kindergeld bei der Familienkasse der Bundesagentur für Arbeit beantragen.

Ich empfehle euch einfach schon alle Anträge fertig zu machen, dann braucht ihr nach der Geburt nur noch die Steuer-ID eintragen und könnt sie losschicken.

Geld in der Partnerschaft

Neben den ganzen Anträgen gibt es auch in der Partnerschaft sicherlich noch einige Sachen zu besprechen und neu aufzusetzen. Mit einem Kind beginnt ein neuer Lebensabschnitt und damit eine komplett neue Verantwortung und Kostenstruktur sowie neue Vor- und Nachteile für beide Elternteile oder für Alleinerziehende.

Was solltet ihr klären? Wenn ihr noch kein Haushaltsbuch führt, solltet ihr am besten vor der Geburt noch damit anfangen. Damit ihr einen Überblick über eure jetzigen Ausgaben und die, die noch dazu kommen werden, habt. Ihr werdet höchstwahrscheinlich deutlich weniger Einnahmen haben. Ihr bekommt nicht 100 Prozent des letzten Gehaltes als Mutterschaftsgeld, Elterngeld oder Kindergeld, sondern nur einen Anteil. Da wird also eine Lücke entstehen.

Idealerweise kennt ihr jetzt schon eure Einnahmen und Ausgaben und könnt so betrachten, was weniger Einnahmen konkret für euch bedeuten und wo ihr Einsparungen vornehmen könnt oder müsst. Ihr werdet nicht nur weniger Einnahmen, sondern auch höhere Kosten haben. Kinder kosten Geld. Deswegen solltet ihr einmalige Anschaffungen wie Kinderwagen, Wickelkommode etc. mit einbudgetieren.

Ich habe bereits gelernt, dass man vieles auch leihen oder Second Hand kaufen kann. Das will ich sowieso machen.

Weiterhin gilt es, die bisherigen finanziellen Absprachen auf Sinnhaftigkeit zu überprüfen. Wie ist gerade euer Modell? Habt ihr vielleicht nur zwei eigene Konten? Macht es dann vielleicht Sinn, jetzt ein drittes Konto zu eröffnen, wenn einmalige Anschaffungen und laufende Kosten für das Kind dazu kommen?

Dafür gibt es ja zum Beispiel das 3-Konten-Modell, bei dem beide Gehälter erstmal auf ein Konto gehen. Davon werden alle Familienausgaben getätigt. Danach geht der Rest wieder zurück auf die Einzelkonten.

Eine Variante ist auch, dass beide Partner*innen von ihren jeweiligen Einzelkonten einen Festbetrag auf das Gemeinschaftskonto überweisen. Das kann derselbe Betrag für beide oder auch unterschiedliche Beträge sein. Davon werden die Gemeinschaftsaufgaben getätigt

Das könnt ihr machen, wie ihr wollt. Wichtig ist, vor der Geburt darüber zu reden.

Ein weiteres wichtiges Thema ist der Notgroschen.

  • Habt ihr beide einen?
  • Ist einer vielleicht größer als der andere?
  • Muss der Notgroschen jetzt größer werden? (Höchstwahrscheinlich ja, weil eine Person mehr finanziell abgesichert werden muss)
  • Macht es Sinn, einen gemeinsamen großen Notgroschen zu haben? Oder einen Kindernotgroschen?

Macht euch darüber Gedanken und redet offen miteinander.

Verdienstausfälle und finanzielles Ungleichgewicht besprechen

In der Regel ist es so, dass die Mutter erst einmal nicht arbeitet, Verdienstausfälle zu verzeichnen hat und weniger bis gar nichts in die gesetzliche Rente einzahlen kann. Das betrifft auch die private Rente. Es gibt außerdem Karriereeinschnittte. Das sind alles Themen, die diese eine Person benachteiligen. Darüber sollten ihr sprechen und Lösungen dafür finden.

Zum Beispiel:

  • Ausgleichszahlung
  • Übernahme der Sparrate
  • Übernahme der Rentenversicherung

Das könnt ihr wunderbar ausrechnen. Wie viel weniger Einnahmen habe ich? Und was machen wir jetzt mit dieser Differenz?

Ihr solltet euch außerdem Gedanken über den Wiedereinstieg und das zukünftige Lebensmodell machen:

  • Wer steigt wann aus?
  • Wer fängt wann wieder an?
  • Wie sind wir zukünftig finanziell aufgestellt?
  • Was bedeutet es für unsere Ziele und vielleicht auch unsere Prioritäten?
  • Wie sieht bei uns eine gleichberechtigte Partnerschaft aus (Finanzen, Aufgaben, usw.)?

Jetzt ist auch ein guter Zeitpunkt einfach mal das Thema Vorsorge und Absicherung zu besprechen. Ziel soll sein, dass die komplette Familie im Todesfall, Krankheit, Jobverlust, usw. finanziell abgesichert ist. Schaut euch an, wie sich euer Bedarf geändert hat und lasst euch ggf. beraten (Risikolebensversicherung, Familienhaftpflicht, Ehevertrag, Testament,…).

Die Schwangerschaft ist ein wunderbarer Zeitpunkt, um die Familienfinanzen zu besprechen. Wenn ihr da einen Haken dran habt, wird euch das viel Sicherheit und Erleichterung geben. Es heißt auch nicht, dass es dann so in Stein gemeißelt ist, aber dass ihr euch erst mal auf eine Grundlage verständigt. Idealerweise macht ihr das schon vor der Schwangerschaft, aber spätestens jetzt solltet ihr das auf jeden Fall angehen. Im Moneytalk 7 Tipps für Geld in der Partnerschaft findet ihr übrigens weitere coole Tipps.

Sparen und Investieren fürs Kind

Kinder kosten Geld. Laut Statistischem Bundesamt geben Paare durchschnittlich pro Monat 763 Euro für ein Kind aus (Konsum, Lebenshaltungskosten, usw.). Auf 800 Euro gerundet habt ihr eine gute Zahl für euer Haushaltsbuch. Ihr schaut euch also an, wie viel ihr weniger bekommt und rechnet 800 Euro pro Monat on top. Dazu kommen noch einmalige Anschaffungen wie ein Kinderwagen. Bis zum 18. Lebensjahr des Kindes betragen die Ausgaben ca. 164.000 Euro.

Deshalb solltet ihr so früh wie möglich einen Weg finden, jetzt schon Kosten einzusparen und vielleicht nicht nur einmalig. Es ist ein toller Zeitpunkt, sich zu überlegen, wo weitere Einsparungen möglich sind.

Sparen fürs Kind

Ihr solltet am besten ein Extra-Sparkonto fürs Kind einrichten, auf das ihr monatlich per Dauerauftrag einen fixen Betrag überweist. Darauf können an Weihnachten und zum Geburtstag dann auch die Großeltern und andere Verwandte einzahlen. Also gerne Geldgeschenke annehmen anstatt die 13. Puppe geschenkt zu bekommen. Denn so etwas wie Führerschein, Klassenfahren, etc. kommen noch oben drauf. Dafür kann dieses Konto dann gut genutzt werden.

Wenn ihr jeden Monat 50 Euro spart, habt ihr nach 6 Jahren schon 3800 Euro angespart.

Investieren fürs Kind

Der zweite Ast ist das Investieren fürs Kind. Ihr habt das Sparkonto und den Notgroschen fürs Kind und um ein Vermögen aufzubauen, müsst ihr investieren. Aber in was? In kostengünstige, breit gestreute ETFs. Wie ihr das macht, lernt ihr bei mir im Mentoring.

Der große Vorteil bei Kindern ist der unheimlich lange Anlagehorizont. Wenn ihr bereits kurz nach der Geburt anfangt zum Beispiel  50 Euro pro Monat zur Seite zu legen und diese in einen ETF Sparplan investiert, hat das Geld unheimlich viel Zeit sich zu vermehren.

Den ETF Sparplan für euer Kind  habt ihr erst mal in eurem Depot mit drin. Wenn ihr noch kein Depot habt, kommt zu mir ins Mentoring. Dort machen wir das zusammen. Gerade weil Kinder so einen riesig langen Anlagehorizont haben, könnt ihr auch deutlich mehr Risiko eingehen als ihr das für euch selbst tun würdet. Warum? Weil ihr Krisen einfach aussitzen könnt. Es gilt wieder: Je früher, desto besser.

Beispiel:

Wenn ihr 100 Euro bei durchschnittlich 6% Rendite in diesen Sparplan investiert, sind das nach 18 Jahren 38.000 Euro.

Und nach 18 Jahren mit knapp 40.000 Euro zu starten, ist glaube ich schon mal ganz cool. Im Idealfall sagt das Kind dann irgendwann „Ach ja, dann möchte ich selber noch mehr drauf einzahlen. Oder ich gebe noch ein bisschen was von dem Taschengeld mit dazu.“ Das ist auch ein sehr schönes Mittel eure Kids an dieses Thema heranzuführen. Das hat viel mit finanzieller Bildung zu tun, die auch eure Aufgabe ist. In meinem Blogartikel Sparen für Kinder findest du weitere hilfreiche Tipps.

Eine gute Vorsorge fürs Kind ist übrigens auch die eigene Absicherung. Ich glaube, kein Elternteil möchte seinen Kindern später auf der Tasche liegen. Sorgt deshalb dafür, dass ihr im Alter gut abgesichert seid, damit eure Kinder nicht einspringen müssen.

Was heißt das für meine Rente?

Kinder wirken sich erstmal positiv auf die gesetzliche Rente aus – zum Beispiel  in Form von Kindererziehungszeiten und Berücksichtigungszeiten.

Was sind Kindererziehungszeiten?

Was haben Kinder für eine Auswirkung auf eure gesetzliche Rente?

Merke: Ihr arbeitet weniger und bekommt weniger Einkommen. Dementsprechend zahlt ihr auch weniger in die Rentenkasse ein. Denn  nur wer arbeitet, offiziell Geld verdient & versteuert und in die Sozialversicherung einzahlt, bekommt eine eigene gesetzliche Rente. Wer nicht arbeitet, bekommt diese nicht.

Deshalb schafft der Staat einen Ausgleich: Kindererziehungszeiten dienen als Ausgleich dafür, dass ihr während der Kinderbetreuung nicht arbeitet und es dementsprechend schwierig bis gar nicht möglich ist, in die Rentenkasse einzuzahlen. Deswegen gibt es bis zu drei Jahre Kindererziehungszeiten, die auf das Rentenkonto gutgeschrieben werden. Das heißt, dass es Entgeltpunkte gibt. Ihr seid dann nicht bei null, sondern habt trotzdem Rentenpunkte gesammelt, obwohl ihr de facto nicht aktiv arbeiten geht und nicht aktiv in die gesetzliche Rentenversicherung einzahlt. Wichtig dabei ist  zu wissen, dass nur ein Elternteil zur selben Zeit Anspruch darauf hat.

Auch das müsst ihr selber beantragen und zwar bei der Deutschen Rentenversicherung.

Berücksichtigungszeiten

Hier geht darum, Benachteiligungen durch die Betreuungszeiten auszugleichen, indem Rentenansprüche erworben, oder aufrechterhalten werden. Berücksichtigungszeiten gibt es für die Kindererziehung, beginnend mit dem Tag der Geburt bis zu 10 Jahre danach. Auch hier kann wieder nur ein Elternteil berücksichtigt werden. Das muss ebenfalls beantragt werden. Gleiches Formular wie bei den Kindererziehungszeiten. Es geht um bestimmte Ausgleiche, dass euch da nicht so viele Rentenpunkte einfach flöten gehen, sondern das schön auf einem guten Level bleibt.

Meine Empfehlung generell bei all diesen Anträgen: Bereitet alles vor, legt es auf einen Stapel und schickt es weg, wenn es so weit ist.

Drohende Altersarmut durch Teilzeit

Besser gesagt: Drohende weibliche Altersarmut durch Teilzeit. Es ist sehr weit verbreitet, quasi die Norm, dass viele Frauen nach der Geburt in den ersten Jahren nur in Teilzeit arbeiten, um die Kinderbetreuung zu machen. Unbezahlte Care-Arbeit lautet das Stichwort. Ist ja auch absolut verständlich. Dennoch ist es wichtig, dass ihr euch darüber bewusst seid, was das bedeutet. Und zwar weniger Gehalt, damit weniger Rente und Einbußen beim Lebenserwerbseinkommen (im Durchschnitt 40%, bei 3 Kindern sogar 70%).

Das Lebenserwerbseinkommen besagt, wie viel ihr in eurem ganzen Leben verdient. Laut Studien der Bertelsmann Stiftung wird dieses Lebenserwerbseinkommen im Durchschnitt 40 Prozent gemindert, wenn eine Frau ein Kind bekommt. Und das ist sowieso schon weniger als bei Männern.

Dadurch steigt das Risiko für Altersarmut enorm. Ihr verdient weniger, ihr könnt weniger selbst investieren und bekommt weniger Rente. Ihr könnt euch weniger privat absichern und könnt einfach weniger Vermögenswerte schaffen.

Durch Teilzeitarbeit ist es in Deutschland auch immer noch schwieriger, danach im gleichen Job wieder anzufangen, wenn ihr einmal draußen seid – also nicht gerade der Karriere-Booster.

Es ist finanziell gesehen, eine absolute Vollkatastrophe Teilzeit zu arbeiten. Natürlich gibt es viele Gründe, die für Teilzeit sprechen. Ihr solltet euch aber bewusst sein, was das aus finanzieller Sicht bedeutet und das auch in der Partnerschaft ansprechen: „Wie können wir das ausgleichen?“

Es kann nicht sein, dass dann immer noch sehr häufig die Mutter da sitzt, mit deutlich weniger Gehalt, mit deutlich weniger Einkommen und mit deutlich weniger Rente, während die andere Person weiter Karriere macht und super gut abgesichert ist.

Ich möchte euch außerdem ans Herz legen, eure Rentenlücke zu berechnen und zu überlegen, wie hoch eure Sparrate sein muss, um genug Vermögen aufzubauen, damit es im Alter reicht. Es ist eure Verantwortung diese Lücke zu stopfen – niemand anderes wird es für euch tun. Genau das machen wir übrigens auch im Mentoring. Dann habt ihr auch eine gute Grundlage, um vielleicht in der Partnerschaft noch mal auf die andere Person zuzugehen. Man kann ja auch gemeinsam darauf hinarbeiten, diese Lücke zu schließen. Und die andere Person darf durchaus mithelfen, dass das passiert.

Im Mentoring gibt es neben vielen Müttern übrigens auch viele Nicht-Mütter. Die Rechnung und die Methode ist nämlich für alle die gleiche. Es sind nur andere Zahlen und ihr Mütter geht einen Schritt weiter, indem ihr Ausgleichszahlungen mit euremr Partnerin (falls vorhanden) vereinbart. Schaut wirklich, dass ihr nicht auf dieser Geschichte der unbezahlten Care-Arbeit sitzen bleibt.

Ihr kennt alle die Gaps wie Pay Gap, Care Gap, usw. die in der Pension Gap münden: Frauen bekommen 60% weniger Rente.

Eure Fragen

Lohnt sich das Mentoring auch als Beamtin?

Würde ich schon sagen. Willst du ein Vermögen aufbauen? Wollen Beamt*innen kein Vermögen aufbauen? Dann nicht, ansonsten ja 😉

Wo finde ich die Links zu den Formularen?

www.madamemoneypenny.de/kindergeld oder in die Suchmaschine eingeben.

Soll ich meine Steuerklasse wechseln?

Das weiß ich nicht. Frag am besten deinen Steuerberaterin

Wie hoch ist die Sparrate für dein erstes Kind?

Das muss ich noch genau ausrechnen. Ich weiß auch nicht, ob euch die Information so viel hilft, wie viel hundert Euro ich für mein Kind spare.

Welches ist die beste Aufteilung der Elternzeit?

Es gibt natürlich nicht die perfekte Aufteilung für alle. Ihr müsst schauen, wie es für euch Sinn macht. Rein aus finanzieller Sicht, wer verdient wie viel? Wie ist denn die Ausgleichszahlung? Das hängt natürlich sehr von euren Wünschen und der finanziellen und persönlichen Lebenssituation ab. Du hast ja pro Kind bis zu 3 Jahre Elternzeit. Das muss man sich natürlich auch leisten können. Rechnet euch das durch. Das Basiselterngeld gibt es maximal 14 Monate. Deswegen ist es sehr wichtig, diese verschiedenen Elterngeld-Kombinationen so abzustimmen, dass es hinhaut.

Das Haushaltsbuch ist dafür die Basis:

  • Wie viele Ausgaben habt ihr aktuell?
  • Wie viele Gehaltseinbußen könnt ihr euch wie lange leisten?
  • Wie lange reicht euer Gespartes?

Ein mögliches Modell ist auch, bereits angespartes Geld Stück für Stück zu verbrauchen und dafür länger Elternzeit zu nehmen. Aber rechnet euch das bitte ganz genau aus. Hier nochmal als Tipp der Elterngeldrechner auf dem Familienportal.

Soll ich die Sparpläne während der Elternzeit reduzieren? Wenn ja, in welchem Maßstab?

Idealerweise nicht. In welchem Maßstab? Wenn du sie reduzieren musst, dann so, dass es hinkommt. Logisch ist, dass es aufgrund des geringeren Einkommens bei vielen notwendig ist, die Sparpläne zu reduzieren. Versuch trotzdem gerne die gleiche Sparquote beizubehalten. Das heißt, wenn du vorher 10 Prozent gespart hast, kannst du jetzt auch weiterhin 10 Prozent sparen. Die absoluten Zahlen ändern sich natürlich, aber so bleibst du wenigstens auch in dem Mindset von 10%. Und wenn sich dein Einkommen dann wieder erhöht, bleibst du einfach weiterhin bei den 10%. Wenn das aus irgendeinem Grund nicht möglich ist, dann reduzier so weit wie nötig. Wenn du das Geld zum Leben brauchst, muss der Sparplan leider reduziert werden. Aber erhöhe den Sparplan auf jeden Fall später wieder. Wenn du es komplett richtig machen möchtest, müsstest du nicht nur auf die Sparquote von vorher erhöhen, sondern auch noch den einen Betrag X oben drauf. Nämlich das Geld, das dir in der Elternzeit verloren gegangen ist. Aber guck auch hier einfach wieder, was möglich ist.

Was ist mit Zuverdienst durch nebentätige Selbstständigkeit während des Elterngeldbezuges?

Zuverdienst ist prinzipiell möglich mit maximal 32 Wochenstunden. Aber Obacht, es wird natürlich angerechnet. Das heißt, ihr bekommt weniger Elterngeld. Das, was ihr dann verdient, wird entsprechend angerechnet und das Elterngeld reduziert. Da gibt es auch keinen Freibetrag. Daher lohnt sich eine Nebentätigkeit tatsächlich nicht immer. Auch das müsst ihr euch dann ausrechnen. Es ist wahrscheinlich auch wenig sinnvoll, mit einer Selbstständigkeit ein bisschen was dazu zu verdienen, wenn dann unterm Strich weniger rauskommt. Es kann auch sinnvoll sein, aber ich glaube in der Regel eher nicht. Solltet ihr euch ausrechnen.

Kannst du ein digitales Tool für ein Haushaltsbuch empfehlen?

Sucht doch einfach mal nach Haushaltsbuch App. Im App Store gibt es einige kostenlose. Sie machen alle das Gleiche, es ist vollkommen egal. Das sollte eine Entscheidung sein, die nicht länger als drei Sekunden dauert.

Kann man schon einen Sparplan einrichten, auch wenn gerade noch kein Kind geplant ist?

Warum sollte man einen Sparplan einrichten, wenn noch nicht einmal ein Kind geplant ist? Wahrscheinlich macht es dann Sinn, wenn es in der Planung ist. Denn wenn ihr sagt, ihr wollt keine Kinder, warum solltet ihr es dann machen? Aber leg doch erstmal einen Sparplan für dich selber an und pack ein paar Euro on top für irgendwann einmal. Sorg dafür, dass du gut abgesichert bist und wenn dein Kind auf dem Plan steht, überlegst du, was zu tun ist.

Wie lege ich in der heutigen Zeit am besten das Ersparte fürs Kind an?

Für Kinder gilt das Gleiche wie für dich. Je früher, desto besser. Breit diversifiziert. Langer Anlagehorizont. ETFs. Das machen wir zusammen im Mentoring.

Sparkonto plus Vermögensaufbau fürs Kind: Was ist der Unterschied?

Auf dem Sparkonto liegt Cash für die Ausgaben. Das Sparkonto ist für alles, was das Kind dich kostet. Der Vermögensaufbau fürs Kind dient dazu, das Kind finanziell abzusichern. Das ist der Vermögensaufbau, den eure Eltern verpasst haben für euch zu machen.

Hast du das Konto auf deinen Namen oder den Namen des Kindes?

Ich tätige die Ausgaben, d.h. ich zahle beispielsweise die Klassenfahrt fürs Kind. Also ist das Konto auf meinen Namen. Aber ich weiß, dass es fürs Kind ist. Es ist quasi eine Erweiterung eures Kontomodells, wenn ihr eins habt. Manche Menschen richten sich extra Sparkonten ein, zum Beispiel für die Weltreise, das Wohnmobil, andere Konsumausgaben oder Eigenkapital fürs Eigenheim. Also für die verschiedenen Sparziele. Genauso würdet ihr das mit einem Kinderkonto auch machen. Dort liegt dann einfach Cash fürs Kind, von dem ihr beispielsweise die Klassenfahrt bezahlen könnt.