Moneytalk: Fokus

In diesem Moneytalk geht es um das Thema Fokus. Darüber werde ich sprechen:

1. Warum ist Fokus so wichtig?
2. Auf was soll ich mich fokussieren?
3. Wie fokussiere ich mich?

Möchtest du dir den Moneytalk lieber anschauen? Hier geht‘s zum Video:

Alternativ kannst du dir das Ganze auch anhören:

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Warum ist Fokus so wichtig?

Wir haben nur ein bestimmtes Kontingent an Energie und müssen deshalb mit ihr haushalten. Es ist wichtig, darauf zu achten, wofür wir unsere Energie verwenden. Denn wir sind täglich auch vielen Ablenkungen ausgesetzt. Statistiken besagen, dass unsere Aufmerksamkeitsspanne unter 10 Sekunden gerutscht ist. Hier kommt Fokus ins Spiel. 

Wenn wir von Fokus sprechen, müssen wir auch über Multitasking reden. Meiner Meinung nach können Menschen nicht 2 Dinge gleichzeitig machen. Stattdessen können wir uns voll auf eine Sache konzentrieren und diese richtig machen. Natürlich kann ich essen und gleichzeitig einen Artikel lesen, aber ich kann nicht 2 Artikel gleichzeitig lesen oder einen Film gucken und gleichzeitig einen Podcast hören.

Deswegen müssen wir unsere Energie sehr gut managen. Um zu verdeutlichen, warum das so wichtig ist, habe ich eine Grafik für euch mitgebracht

(Quelle der Grafik: Buch Essentialism von Greg McKeown)

Auf der linken Seite sieht man einen Kreis, der unsere Energie darstellt. Um den Kreis herum gehen viele Pfeile in die verschiedensten Richtungen. Das ist symbolisch dafür, dass wir mit der Energie, die wir haben, ständig in alle möglichen Richtungen gehen. Auf diese Art und Weise bewegen wir uns nicht vom Fleck. So sieht es aus, wenn du keinen Fokus hast.

Die rechte Seite zeigt, wie es sein sollte. Auch hier sieht man einen Kreis, der unsere Energie darstellt. Anstatt vieler kleiner Pfeile haben wir einen großen Pfeil, der nur in eine Richtung geht. Und plötzlich bewegen wir uns mit der gleichen Energie richtig vorwärts.

Natürlich bewegen wir uns auch in einem Spannungsverhältnis zwischen Fokus und Balance oder Work und Life. Aber: Wenn du dich auf einen Pfeil konzentrierst, dann gibt es keine Balance. In diesem Konstrukt gibt es temporär keine Work-Life-Balance. Da gibt es Fokus auf Work und Fokus auf Life. Man bewegt sich eher in Extremen. Wenn man es plakativ sieht, gibt es in diesem Konstrukt keine Balance. Wenn ich zum Beispiel in einer Fokusphase bin, ist meine Wohnung total unordentlich oder ich treffe eine Zeit lang keine Freunde. Wir bewegen uns also nicht in Balance, sondern in Extremen. Für mich persönlich funktioniert das sehr gut. Wenn ihr sagt, euch ist Balance aber wichtiger, ist das natürlich auch in Ordnung.

Auf was soll ich mich fokussieren?

1. Auf positive Sachen

Mir ist schon klar, dass nicht alles positiv ist und die Welt nicht rosarot. Aber ich glaube daran, dass man das findet, wonach man sucht. Es gibt Menschen, die sich nur auf Negatives konzentrieren. Sie finden sie dementsprechend auch überall.

2. Das Gesetz der Anziehung

Das Gesetz der Anziehung besagt, dass du das, worauf du dich konzentrierst, anziehst. Achte deswegen darauf, worauf du dich konzentriert. Sind das eher positive oder eher negative Sachen?

Ich bekomme sehr sehr viel positives Feedback, aber auch negative Kritiken, die nicht konstruktiv sind, beispielsweise zur Tonqualität von einigen Minuten meines Podcasts. Das sind Personen, die das Negative regelrecht suchen.

Deswegen: Aufgepasst, worauf ihr euch fokussiert! Ihr habt immer die Wahl, ob ihr euch auf etwas Positives oder etwas Negatives fokussiert.

3. Auf Lösungen

Es gibt Menschen, die suchen und sehen nur Probleme.

Beispiel:

– „Ich kann das nicht.“

– „Ich kann nicht mehr sparen.“

– „Ich habe keine Zeit.“

Diese Personen schaffen es nicht, in die Lösung zu kommen. Wenn die Person sagt, sie kann nicht mehr sparen, was ist dann die Lösung des Problems?

Achte darauf, dass du dich auf Lösungen fokussiert und lösungsorientiertes Denken praktiziert. Analysiere kurz das Problem und konzentriere dich danach auf die Lösung des Problems.

Der Ausgangspunkt für jeden Fokus ist dein Ziel. Du fokussierst dich darauf, wo du hinwillst. Falls du (noch) nicht weißt, wie du dir Ziele setzt, schau dir gerne meinen Moneytalk zu dem Thema an.

Um dein Ziel zu erreichen, setzt du dir Aufgaben und Meilensteine. Der Fokus liegt auf deinem Ziel. Auf dieses eine Ziel wird dein Fokus gelegt.

Wenn es um Veränderung geht, du beispielsweise von A nach B kommen möchtest, es aber nicht schaffst, lohnt es sich zu schauen, wo der Engpass liegt. Danach suchst du nach Lösungen für den Engpass.

Beispiele für Engpässe:

– Warum habe ich keine Zeit?

– Warum mache ich nicht den Umsatz, den ich gerne hätte?

Bevor ihr dann aber richtig loslegt, lohnt es sich, ein paar Dinge zu überprüfen.

Stichwort: Work Smart

Effektivität

Lehnt die Leiter, die ich hochgehen möchte, an der richtigen Wand? Fokussiere dich nicht auf etwas, was dich nicht zum Ziel bringt. Anders gesagt: Gehst du dich richtigen Schritte, um dein Ziel zu erreichen?

Die Säge schärfen.

Wenn ihr gleich losrennt, um dem Baum abzusägen, aber eine stumpfe Säge habt, bringt euch das wenig.

Auf den großen Domino fokussieren.

Frage dich: Was ist der eine Dominostein, der, wenn du ihn umwirfst, alle anderen Dominosteine umwirft. Was ist die eine Aufgabe, deren Erledigung andere Aufgaben einfacher oder überflüssig machen würde?

Bevor du also anfängst, 100 Aufgaben zu erledigen, überlege dir, welche eine Aufgabe du tun kannst, damit du die 100 Aufgaben nicht mehr tun musst.

Ein Beispiel aus dem Privatleben:

Deine Wohnung sieht aus wie Sau. Anstehende Aufgaben sind aufräumen, Staub saugen, Staub wischen, Badezimmer putzen, Fenster putzen usw. Anstatt all diese kleinen Aufgaben zu erledigen, könnte ich mir eine Reinigungskraft suchen, die diese Aufgaben übernimmt und diese somit für mich überflüssig macht.

Ein Beispiel aus dem Berufsleben:

Du hast super viele Aufgaben zu erledigen. Anstatt sie alle immer wieder aufs Neue zu erledigen, kannst du zu deinen Chef gehen und sagen, dass du eine/n Praktikant*in oder Werkstudent/in brauchst. Der/die Praktikant*in ist in diesem Beispiel der Dominostein.

Wie fokussiere ich mich richtig?

Üben. Üben. Üben. Das ist wie ein Muskel, den man trainiert.

Hier sind ein paar Tipps, wie du Fokus üben kannst.

Meditation

Ich mache das beispielsweise durch Meditation. Da geht es darum, den Fokus zu halten und sich beispielsweise nur auf den Atem konzentrieren.

Zuhören

Einfach mal jemandem im wahren Leben zuhören. Wann hast du das letzte Mal jemandem richtig fokussiert zugehört?

Die richtigen Voraussetzungen schaffen.

Fokus ist auch eine Frage des Umfelds. Große Ablenkungen sind beispielsweise Fernseher oder die Playstation. Identifiziere auch deine Energiefresser. So kannst du bspw deine Email Notifications ausschalten. Ein anderer Tipp ist es, eine Eieruhr auf 20 Minuten einstellen und nichts anderes zu machen, bis die Zeit um ist. Einfach mal wieder lernen, sich zu konzentrieren.

Nein sagen

Zu allem, was nicht zu deinem Fokus gehört, solltest du Nein sagen. Fokussiere dich auf die eine Sache. Das kann auch bedeuten, spannende Sachen nach hinten zu schieben, weil es jetzt gerade nicht passt. Ansonsten einfach nett absagen, Nein sagen – auch das kann man lernen.

Komplexität reduzieren

Einfachheit gewinnt immer. Einfach ist immer besser als komplex. Dann noch kombiniert mit Geschwindigkeit – sehr schwer zu schlagen. Versucht also, Dinge zu vereinfachen. Fokussiert euch auf kleine Schritte. Ihr dürft das Big Picture natürlich nicht aus den Augen verlieren, aber einfach einen Schritt nach dem anderen gehen.

Beispiel:

Das Ziel und das Big Picture sind deine Masterarbeit zu schreiben. Aber dein Ziel für heute ist es nicht die Masterarbeit zu schreiben. Dein Ziel für heute ist es, eine bestimmte Anzahl an Wörtern auf ein Blatt Papier zu bringen, ein Kapitel fertigzustellen oder Ähnliches. 

Bevor ich eure Fragen beantworte, habe ich noch eine Buchempfehlung für euch: The One Thing von Gary Keller with Jay Papasan*. In diesem Buch wird die Domino-Thematik erklärt.

Kommen wir nun abschließend zu euren Fragen.

Eure Fragen

Auch auf die Gefahr hin, dass ich mich unbeliebt mache: Das klingt alles sehr nach Selbstoptimierung.

JA! Das ist Selbstoptimierung pur. Es geht darum, das Beste aus sich herauszuholen.

Sollte man mehrere Fokusse haben oder besser nur bei einem bleiben?

Einen Fokus! Das ist der Sinn davon.

Manchmal fällt es mir schwer, meinen Fokus wegen meiner Familie zu wahren. Hast du Tipps, wie ich die Balance halte?

Das ist eine Frage der Definition: Wie viel Fokus und Balance möchtest du haben? Das ist dann ein Zeitmanagement-Thema.

Wie kann man den Fokus im Alltag behalten?

Üben und wissen, worauf man sich fokussiert. Ablenkungen streichen. Energiefresser ausschalten.

Wie gehe ich mit Rückschlägen um?

Überlege, wie es zu dem Rückschlag gekommen ist und mache es beim nächsten Mal besser. Konzentriere dich auf die weiteren Schritte. Selbstreflexion: Wie ist es dazu gekommen? Wie kann ich es beim nächsten Mal besser machen? Dann weiter machen.

Wie priorisierst du deine Ideen? Manchmal kommen so viele gleichzeitig.

Indem ich mir überlege, was mein Fokus ist. Fokus ist ein Priorisierungsinstrument. Ich habe für mich persönlich sehr klare Vorgaben. Wenn eine interessante Idee an mich herangetragen wird, mein Fokus aber gerade woanders liegt, kommt sie auf Halde. Dafür muss sie aber erstmal durch mein Raster bzw. mein Kriterienkatalog. Alles, was nicht auf mein Ziel einzahlt, dazu sage ich ‚Nein‘.

Ich bin duale Studentin, arbeite und studiere also und schreibe gleichzeitig meine Masterarbeit. Setze ich mein Ziel nach Zeitpunkten? Morgens, mittags, abends, Wochenende?

Wenn das alles gleichzeitig passieren muss, dann hast du nicht einen einzigen Fokus und es ist ein Zeitmanagement-Thema. Ich würde denken, dass deine Masterarbeit wahrscheinlich der größere Fokus ist. Da du alle Sachen gleichzeitig machen musst, geht es bei dir  viel mehr um  Organisation bzw. darum, wie du deine Zeit am besten einteilst.

Wenn du Ideen hast, die alle auf dein Ziel einzahlen, wie entscheidest du mit was du wirklich anfängst?

Da gibt es ganz verschiedene Kriterien. Ich entscheide meistens nach der Wichtigkeit/Dringlichkeit-Matrix. Bei mir geht es ganz oft auch darum, ob ich die Ressourcen habe, etwas umzusetzen. Meinen Podcast habe ich beispielsweise erst spät gestartet, weil ich dafür das Team brauchte. Das ist auch Energiemanagement.

Wie lässt sich das Thema Fokus auf Teams übertragen? Kann jeder ein eigenes Ziel haben oder müssen alle den gleichen Fokus haben, um wirklich gut zu sein?

Ich gehe davon aus, dass sich ein Team dadurch definiert, dass man gemeinsam an einem Ziel arbeitet. Ansonsten macht ein Team für mich keinen Sinn. Also: Ein Ziel pro Team. Dann heißt es, die einzelnen Personen im Team so managen, dass alle in die gleiche Richtung laufen.

Wie kann ich mich bloß auf eine Sache konzentrieren, wenn ich als Alleinerziehende 3 Kinder zu versorgen habe, meine Finanzen in den Griff bekommen will, wieder Sport machen, endlich ausmisten möchte, Haushalt schaffe usw.

Indem du das eine nach dem anderen machst. Gerade mit Kindern, die lassen sich nicht weg fokussieren. Das ist ein Zeitmanagement-Thema. Aber von den Themen Finanzen in den Griff bekommen, wieder Sport machen, endlich ausmisten und den Haushalt irgendwie schaffen und noch Freunde treffen, würde ich erstmal eins angehen. Dort Prozesse aufsetzen und reinkommen. Dann das nächste Thema angehen, reinzukommen. Danach können diese auch parallel laufen. Momentan hast du aber mehrere verschiedene Ziele, in denen du noch nicht drin bist. Entscheide dich für ein Ziel und das ist dann für die nächsten Wochen – natürlich neben deiner Kinder – dein Fokus. Familie ist für mich kein Fokus, sondern gegeben. Die anderen Ziele müssen dann noch ein paar Wochen warten. Wenn du das erste Ziel erreicht hast, geht es zum nächsten Ziel. Man muss unterscheiden zwischen Aufgaben, die immer wieder anfallen und abgeschlossenen Projekten. Natürlich kann man den Fokus nicht von den Kindern wegnehmen und sagen: Jetzt mache ich 3 Wochen nur Haushalt. Aber Projekte kann man nacheinander anfangen.

Wie viele Business-Bereiche kann man nebeneinander managen?

Managen kann man sehr viele Bereiche. Hier würde ich aber nochmal unterscheiden zwischen dem Erledigen von Fachkraft-Aufgaben oder dem Managen von Fachkraft-Aufgaben. Beispiel: Ich setze mir nicht als Fokus, mich ein Jahr um den Kundenservice zu kümmern. Stattdessen kann ich mich darauf fokussieren, jemanden einzustellen, der den Kundenservice übernimmt oder Prozesse einführt, die den Kundenservice verbessern.

Meditierst du auch zwischendurch oder eher als Ritual?

Als Ritual morgens, jeden Morgen.

Bist du zwischendurch als Speakerin unterwegs?

Immer mal wieder, aber solche Anfragen haben es schwer, durch meinen Fokus-Filter zu kommen.

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