Moneycall: Goldene Gans, Einzelaktien, Riester-Rente und Preisfindung als Selbstständige

Herzlich Willkommen zu einer weiteren Folge des Moneycalls. Ihr schickt mir eure Fragen als Whatsapp-Sprachnachricht und ich beantworte sie im Podcast. Dieses Mal geht es um das Prinzip der goldenen Gans, Geldanlagen für einen kurzen Zeitraum, Einzelaktien, die Riester-Rente und Preisfindung für Selbstständige.

Wenn du möchtest, dass ich das nächste Mal deine Frage beantworte, dann schick sie mir gerne. Alle Infos findest du hier.  

Diese Fragen beantworte ich heute:

1. Wie läuft das mit meinen ETFs, wenn ich in Rente gehen will? Muss ich etwas umschichten? Woher kommt das Geld?

2. Wie lege ich Geld am besten für einen Zeitraum von 3-5 Jahren an?

3. Sind Einzelaktien neben einem ETF-Depot sinnvoll?

4. Worauf sollte ich bei der Riester-Rente achten?

5. Wie lege ich als Selbstständige meine Preise fest und vertrete sie ohne mich schlecht zu fühlen?

Hier kannst du dir die Podcast-Folge anhören:

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1. Wie läuft das mit meinen ETFs, wenn ich in Rente gehen will?

Frage: Wie funktioniert das im Alter, wenn ich von dem, was ich in ETFs angelegt habe, leben möchte? Soweit ich weiß, gibt es ausschüttende und thesaurierende ETFs. Ich frage mich wie ich bei einem thesaurierenden ETF leben kann, wenn die Gewinne wieder re-investiert werden. Du hast das Prinzip der Goldenen Gans geschildert. Wie genau funktioniert das im  Alter genau, damit ich an das Geld komme?

Das Prinzip der goldenen Gans

Die Gans sind eure Investments und die Eier sind das Geld, also der Cashflow, von dem ihr später leben möchtet. Je größer die Gans ist, umso größer werden die Eier. Wir stopfen also die ganze Zeit die Gans bis die Eier groß genug sind, dass wir davon leben können und die Gans immer weiter die goldenen Eier produziert. (Wie du die goldene Gans mit Inflation und Steuern ausrechnest, lernst du übrigens auch bei uns im Mentoring.)

In dem Moment, in dem du in Rente gehst, ist der Punkt erreicht, an dem du nicht mehr sparst und investierst, sondern von den goldenen Eiern lebst.

Ob deine ETFs thesaurierend oder ausschüttend sind, ist dabei gar nicht so relevant. Das ist in der Ansparphase wichtig. Später ist es aber irrelevant, denn dann geht es darum, Anteile der ETFs zu verkaufen.

Beispiel:

Eure goldene Gans (euer Depot) besteht aus einer Million Euro. Nehmen wir an, dass ihr damit 50-60.000 Euro Gewinne pro Jahr generiert. Diese Gewinne verkauft ihr und lebt davon. Die goldene Gans (also die Million) fassen wir dabei im besten Fall nicht an. Denn sie produziert die Eier. Wird die Gans kleiner, werden also auch die Eier kleiner. Das heißt wir schauen, was ist der Gewinn und verkaufen im besten Fall dann genau so viele ETFs.

Wie das ganze in Krisenzeiten funktioniert, lernt ihr bei uns im Mentoring

Wichtig ist, eure goldene Gans richtig zu berechnen. Denn blöd ist, wenn ihr denkt eure goldene Gans muss nur x Euro sein und am Ende stellt ihr fest, dass dieser Betrag nicht ausreicht.

2. Wie lege ich Geld am besten für einen Zeitraum von 3-5 Jahren an?

Frage: Welche Optionen habe ich, wenn ich eine gewisse Summe erst in 3-5 Jahren nutzen möchte? Wie kann ich das Geld optimal anlegen, während ich überlege, was ich damit mache? Ich denke, dass das Tagesgeldkonto nicht in Frage kommt, da es dort keine Zinsen gibt. ETFs legen wir eher über einen Zeitraum von 10-15 Jahren an. Was schlägst du vor?

Ihr müsst euch darüber klar sein, dass das Ziel für einen Zeitraum von 3-5 Jahren nicht Vermögensaufbau sein kann. Dafür ist der Zeitraum zu kurz.

Im Worst-Case ist das Geld als Startkapital für eine Immobilie oder eine Investition gedacht und genau in Jahr 4 kommt die nächste Krise und du verlierst viel Geld. So können beispielsweise aus 250.000 Euro schnell 180.000 werden. Das Ziel kann hier nur Sicherheit sein. Das Geld solltest du sicher irgendwo verwahren, wo es nicht deutlich weniger wird und keinem Risiko ausgesetzt ist.

Diese Sicherheit ist allerdings auch teuer. Denn während dein Geld auf dem Tagesgeldkonto liegt, könnte es auch für dich arbeiten. Dir gehen also Opportunitätszinsen verloren – bei Aktien sind das ca. 6- 8% pro Jahr. Du hast gesagt, dass das Tagesgeldkonto keine Option ist, da es keine Zinsen gibt. Es ist aber durchaus eine Option. Denn gerade dadurch, dass es keine Zinsen gibt, ist es sicher. Dein Geld ist auf dem Tagesgeldkonto zwar nicht vor der Inflation geschützt, aber vor Kursschwankungen am Markt.

Deine einzigen Optionen sind:

– unter die Matratze legen,

– aufs Tagesgeldkonto legen,

– Festgeld, mit ein paar Zinsen und einer festen Laufzeit

Wenn das Thema sichere Geldverwaltung und nicht Vermögensaufbau ist, liegt es irgendwo und wartet. Da das teuer ist, sollte man sich immer überlegen, wieviel Geld dort wirklich liegen muss. Was die meisten von euch vergessen, ist, dass jeden Monat neues Geld reinkommt und ihr davon auch wieder einen Teil spart.

Frage dich also:  Muss ich wirklich den kompletten Betrag sicher verwahren? Was ist eigentlich der Plan in der Zwischenzeit? Kann ich vielleicht ein Drittel anlegen, weil sich dieses Drittel in den 3-5 Jahren wieder auffüllt. Versucht wirklich mehrdimensional zu denken. Wofür ist das Geld eigentlich da? Es ist ein riesiger Unterschied, ob man damit eine Immobilie kauft oder ein teures Sportgerät. Kannst du vielleicht einen Teil davon sicher verwahren und einen Teil so anlegen, dass das Geld parallel schon für dich arbeitet, während du weiter arbeitest und neues Geld verdienst?

3. Sind Einzelaktien neben einem ETF-Depot sinnvoll?

Frage: Ich habe mir finanzielles Basiswissen angeeignet, einen ETF-Plan aufgestellt und bin zufrieden mit meinen Fonds. Ich überlege jetzt, noch Einzelaktien zu kaufen, bin mir aber unschlüssig, wie viele oder ob ich lieber bei meinem ETF-Plan bleiben sollte. Ich habe bei meinem Notgroschen Geld übrig und überlege dieses in Aktien zu investieren. Ich fühle mich bei dem Thema aber noch unsicher und würde deshalb gerne deine Meinung hören: Wie viele Aktien lohnen sich? Sollte man lieber bei breit gestreuterten Fonds bleiben?

Erste Frage: Warum geht der Überschuss deines Notgroschens nicht in deine ETFs? Zweite Frage: Was ist dein Ziel?

Wenn das Ziel langfristiger Vermögensaufbau, Altersvorsorge, früher in Rente zu gehen oder früher weniger zu arbeiten, ist, sind ETFs das Mittel der Wahl. Weil sie breit gestreut sind und man das Risiko dementsprechend besser überblicken, einschätzen und steuern kann. 

Das Prinzip ist immer das Gleiche: Wenn du verstanden hast, wie ETFs funktionieren und was ihre Vorteile sind, weißt du, was die Nachteile von einzelnen Aktien sind. Mit Einzelaktien versuchst du den Markt zu schlagen, das kannst du auf Dauer aber nicht. Bei einzelnen Aktien ist das Risiko sehr auf ein Unternehmen gebündelt – bei ETFs nicht.

Für beide Seiten gibt es Vor- und Nachteile. In dem Status, in dem du dich gerade befindest, würde ich ehrlicherweise noch einmal zurückgehen und schauen, ob dein ETF-Portfolio auch wirklich gut geplant und strukturiert aufgebaut ist. Und ob auch genug Geld pro Monat hineinfließt, dass du es dir noch erlauben kannst, mit Einzelaktien herumzuspielen.

Klar, wenn du vor 20 Jahren ein paar Euro in Amazon investiert hättest, wärst du jetzt Millionärin. Aber wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit, dass du das nächste Amazon findest. Plus, die ETFs enthalten bereits Aktien. Wenn du in einen ETF investierst, in dem Amazon drin ist und dir dann noch eine Amazon Einzelaktie kaufen möchtest, ist fraglich, wie viel Sinn das macht.

Ihr kennt meinen Ansatz: Keep it simple! Das eine machen, was funktioniert und was mich zu meinem persönlichen Ziel bringt. Alles andere ausblenden.

Für Ziele wie langfristiger Vermögensaufbau, Altersvorsorge, früher in Rente zu gehen oder früher weniger zu arbeiten, spielen einzelne Aktien keine Rolle. Wenn du ein anderes Ziel hast, wie „Get rich quick“, kannst du ein bisschen herumspielen. Für das, was wir machen sind Einzelaktien einfach nicht notwendig.

4. Worauf sollte ich bei der Riester-Rente achten?

Frage: Ich habe es bisher total verpasst, mich um meine Finanzen zu kümmern. Ich habe zwei Riester-Renten und keine Ahnung davon. Hast du Tipps? Worauf muss man achten? Lohnt sich das überhaupt? Ich möchte auch gerne an deinem Mentoring teilnehmen. Bitte nimm mich auf.

Das Thema Versicherungen und Riester-Rente ist sehr individuell. Es kann sich lohnen, aber eben auch nicht. Je nachdem, ob du zum Beispiel Kinder hast und wie viele Verträge du hast. Mehr als einer klingt nach zu viel. 

Es kommt auch darauf an, über wen du den Vertrag abschließt. Verträge, die du über eine Provisionsberatung abschließt, sind teurer und anders gestrickt als Verträge, die du über eine Honorarberatung abschließt. Die Honorarberatung zahlst du direkt, die Provisionsberatung indirekt über Gebühren an die Versicherung. 

Deine Verträge können wir uns gerne im Mentoring gemeinsam anschauen. Da geben wir dir einige Tipps, worauf du in deiner ganz persönlichen Lebenssituation achten solltest. 

Versicherungen sind ein super probates Mittel für einen Teil deiner Altersvorsorge. Du kannst die Grundsicherung über Versicherungen abdecken und den Lebensstandard und Vermögensaufbau mit ETFs. Das lernst du auch im Mentoring.

Um am Mentoring teilzunehmen, schreib mir eine Nachricht bei Instagram, dass du am Mentoring teilnehmen möchtest. Das gilt auch für alle anderen: Wenn ihr auf der Warteliste steht, ins Mentoring wollt und die Anforderungen erfüllt, schreibt mir auf Instagram mit welcher E-Mail-Adresse ihr auf der Warteliste steht.

5. Wie lege ich als Selbstständige meine Preise fest und vertrete sie ohne mich schlecht zu fühlen?

Ich bin gerade dabei, mich selbstständig zu machen. Wie baue ich ein Mindset auf, dass ich es mir Wert bin, gutes Geld für meine Leistungen zu verlangen? Ich möchte eine Selbstverständlichkeit ausstrahlen, um zahlende Kund*innen anzuziehen und meinen Preis ohne Schamesröte im Gesicht nennen können.

Zuallererst: Preisfindung, Positionierung, Kommunikation und Branding müssen zum Preis passen.

Ein Beispiel:

Wenn ich mich auf Instagram immer in Schlappen, kaputter Hose und kaputtem T-Shirt präsentiere, mein Coaching aber für  20.000 Euro verkaufen möchte, dann passt das vielleicht nicht so. Der Brand Fit sollte gegeben sein.

Bezüglich des Preis-Mindsets ist es ziemlich simpel. Die simpelsten Sachen sind immer die, die am besten funktionieren.

Du hast eine Mission. Du willst Menschen dienen und ihnen helfen, etwas zu erreichen. Meine Mission ist finanzielle Unabhängigkeit von Frauen. Warum? Weil eine Welt mit starken, unabhängigen Frauen eine deutlich bessere ist.

Du wirst ein ähnliches Ziel haben. Du möchtest einen Unterschied im Leben von Menschen herbeiführen. Das kannst du nur, wenn du Geld für deine Dienstleistungen verlangst. Wenn du kein Geld oder zu wenig dafür verlangst, wird es dich nicht lange geben. Dann brennst du aus oder musst einen zweiten Job machen und kannst dich nicht zu 100 % auf deine Mission fokussieren. 

Menschen zahlen dir Geld für deine Dienstleistungen und du nutzt es dafür, dass es diese Dienstleistungen auch in Zukunft noch gibt, um weiteren Menschen zu helfen. Das ist ein sich selbst verstärkendes System. Wenn du dein Produkt für 200 Euro anstatt für 2000 Euro anbietest, weil du dich selbst damit nicht wohl fühlst, tust du damit niemandem einen Gefallen – im Gegenteil. Du zerstörst dich selbst und deine Mission, wenn die 200 Euro eigentlich nicht genug sind.

Ein Business muss eine Win-Win-Situation sein. Du verdienst damit Geld, kannst Leute einstellen, kannst dich bekannter machen und deine Dienstleistungen noch breiter und besser anbieten, dich immer wieder optimieren und deine Kund*innen bekommen genau das, was sie wollen und im Idealfall noch ein bisschen mehr. Stichwort: Overperformance. Immer ein bisschen mehr liefern als erwartet wird. Dann hast du ein Knaller Produkt oder -dienstleistung. Einen vernünftigen Preis dafür zu nehmen, muss selbstverständlich werden.

Das Mindset ist: Nur, wenn du einen guten Preis verlangst, der sowohl dir als auch deinen Gegenüber etwas bringt, funktioniert es.

Übrigens. Für die Coaches und Berater*innen unter euch: Mit einem vernünftigen Preis steigt das Commitment. Es macht einen Unterschied ob ich mehrere Tausend Euro für ein Coaching bezahlen oder 150 Euro für einen weiteren Zugang zu einem Onlinekurs. Und ich weiß wovon ich rede. Preispolitik ist auch Teil des Produktes. Gerade im Coaching ist es auch ein Produktfeature.

Nur wenn du vernünftige Preise verlangst, stellt du eine Win-Win-Situation her und kannst deine Mission weiterdenken, weiterverfolgen und größer denken und größer machen.

Du machst dich nicht nur selbstständig um Geld zu verdienen, sondern um deine Mission weiterzutragen und einen Unterschied zu machen. Dafür brauchst du das Geld. Ihr macht es nicht wegen des Geldes, aber ihr braucht das Geld, um es machen zu können.

Dieses Mindset werden deine Kund*innen übrigens teilen. Denn sie wissen auch, dass es das Wert ist. Natürlich zahle ich einen guten Preis für eine sehr gute oder exzellente Dienstleistung oder sehr gutes Produkt.

Sei selbstbewusst mit deinen Preisen, übertreib es aber auch nicht. Es ist auch eine Frage der Zielgruppe. Denn: Nicht jeder Preis ist am Markt durchsetzbar. Es sollte eine Balance geben und ein Match zwischen meiner Dienstleistung und ob meine Zielgruppe das Geld hat. 

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