Money Stories: Warum es nie zu spät ist, das eigene Leben umzukrempeln.

„Ich bin noch jung und möchte was erleben! Ich will noch keine Rentnerin sein!” – das war nicht für alle in Pias Umfeld nachvollziehbar. Sie wagte den Schritt in die Selbstständigkeit trotzdem. 

Im Format Money Stories erzählen Frauen aus der Community ihre Geschichte. Dieses Mal ist Pia meine Gästin. Mit Mitte 50 kündigt sie nach 30 Jahren ihren Job in der IT Branche, um sich selbstständig zu machen. Im Zuge dessen wirft Pia auch einen Blick auf die lang vernachlässigten Finanzen. Wie ihr Leben vor dem Mentoring aussah, was sich seitdem verändert hat, wie sie mit kritischen Stimmen aus ihrem Umfeld umgeht und warum sie jedem empfehlen kann, sich Unterstützung zu suchen, erfährst du in diesem Artikel. Ich hoffe, die Folge inspiriert dich genauso wie mich.

Das Video zur Money Story findest du hier:

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Steckbrief Pia

Name: Pia
Wohnort: Sinsheim
Alter: 56 Jahre
Kinder: 1 Sohn (19 Jahre)
Job: Entspannungspädagogin für Kinder
Teilnehmerin des Mentoring-Programms 2019

Nach fast 30 Jahren Angestelltendasein in der IT Branche, machte sich Pia 2020 mit ihrem Herzensprojekt Happy little hearts selbstständig. 

Mit Mitte 50 super aufgestellt und trotzdem weiß Pia – da geht noch mehr

Nach einem Selbstfindungs-Seminar ihres Arbeitgebers, war Pia Feuer und Flamme dafür, Dinge in ihrem Leben zu ändern. Sie meditierte, fing an zu journalen und lernte besser mit dem stressigen Joballtag im Großkonzern umzugehen. 

Nach einer Weile ließen die positiven Effekte des Seminars allerdings nach und alles war wieder beim Alten. Durch einen weiteren Impuls im Job begann sie ein Dankbarkeitstagebuch zu führen. Schnell war klar: Mit Anfang 50 ist Pia super aufgestellt. Tolle Familie, mega cooler Job, wunderschönes Haus – und was jetzt? Neben der Angst, zu alt zu sein, um irgendetwas Neues anzufangen, war da diese Gewissheit, dass es für sie noch einiges zu entdecken gibt.  

Parallel tauchte Pia in die Welt der Podcasts ein, entdeckte die Inhalte von Laura Malina Seiler für sich und absolvierte 2019 die Rise Up and Shine Uni. Dort wuchs der Wunsch, das Problem bei der Wurzel zu packen und den Kleinsten in unserer Gesellschaft beizubringen, was sie erst mit über 50 lernen durfte – nämlich das Achtsamkeit, Selbstliebe und positive Glaubenssätze ein fester Bestandteil unserer Lebens sein sollten.

Sie entschloss sich dazu, neben dem Job eine Ausbildung zur Entspannungspädagogin für Kinder zu absolvieren und verabschiedete sich kurz danach, nach 30 Jahren beim selben Arbeitgeber, in den Vorruhestand, um den Schritt in die Selbstständigkeit zu wagen. Was sich dank eines Programms ihres Arbeitgebers auch finanziell für sie auszahlte. Geboren war ihr Herzensprojekt Happy little hearts.

Pias Situation VOR dem Mentoring

Nach ihrem Ausstieg beim IT Konzern wurde Pia öfter mit der Frage konfrontiert, ob das Geld denn reichen würde. Darüber hatte sie sich nie groß Gedanken gemacht, denn es war immer genügend Geld vorhanden. Am Ende des Monats war zwar nie viel übrig, aber es reichte für alles, was sie brauchte und ein bisschen mehr. 

Einen Familienfinanzplan gab es nicht wirklich und auch keine klassische Rollenverteilung. Während sie Vollzeit arbeitete, reduzierte ihr Mann auf Teilzeit, so lange ihr Sohn kleiner war. Beide Gehälter flossen auf ein gemeinsames Konto, von dem alle Ausgaben getätigt wurden. 

In Bezug auf die Finanzierung ihres Eigenheims und verschiedene Versicherungen zur Altersvorsorge vertraute Pia anderen, ohne genau zu wissen, was sie tat. 

Mit dem Sprung in die Selbstständigkeit stellte sie fest, dass sie keine Ahnung hatte, wie es um ihre Finanzen und ihre finanzielle Absicherung im Alter steht.

Pias Fragen zum Thema Finanzen:

  • Wie viel gesetzliche Rente bekomme ich schlussendlich raus? 
  • Habe ich eine Rentenlücke und wenn ja, wie groß ist diese? 
  • Was kommt durch private Rentenversicherungen hinzu? 

Irgendwann stieß sie auf meine Inhalte und wusste, dass der richtige Zeitpunkt gekommen war, die eigenen Finanzen in die Hand zu nehmen. Oder in ihren Worten: Die Arschbacken zusammenkneifen und an das Thema ranzugehen.

Pias finanzielle Lage 1,5 Jahre nach dem Mentoring-Programm

Mit dem Mentoringprogramm fing Pia an, sich intensiv mit ihren Finanzen auseinander zu setzen. Bis heute führt sie akribisch ein Haushaltsbuch und weiß mittlerweile ganz genau, wo sie steht und was sie noch tun darf, um ihre finanziellen Ziele zu erreichen. Etwas, das sie so vorher nie hatte.

Neben ihrem eigenen ETF-Sparplan, gibt es mittlerweile auch einen für ihren Sohn. Dessen aktiver Fond, der schon seit Jahren gefüttert wurde, stellte sich als wenig attraktiv heraus. Diesen Wandel nahm natürlich auch ihre Familie war. Allen voran ihr Sohn, der dank seiner Mutter nun einen ganz anderen Bezug zu Geld hat. 

Eines ist für Pia klar: Das Thema Finanzen ist nie abgehakt.

Glaubenssätze zum Thema Geld

In Bezug auf ihre Glaubenssätze war Pias Vater eine prägende Figur, denn sobald es ums Geld ging, war Papa verantwortlich. Er war es, der alles im Blick hatte und verwaltete. Brauchte eine der Frauen in der Familie Geld, musste danach gefragt werden. 

Ein Glaubenssatz ihres Vaters, den sie für sich übernommen hatte: „Mach dir keine Sorgen – die Bank hat noch.” 

Das führte dazu, dass es normal wurde in den Dispokredit zu gehen, wenn Mitte des Monats kein Geld mehr da war und man sich trotzdem etwas leisten wollte.

Außerdem erlebte sie mit, wie ihr Vater als Selbstständiger alles verlor und wieder von null anfing. Das triggerte Glaubenssätze wie: „Das bekomme ich doch nie hin”.

Im Mentoring realisierte sie, dass die Dinge, die sie für Tatsachen hielt, in Wahrheit Glaubenssätze waren und es allein ihre Entscheidung ist, ob oder ob nicht sie ihr Leben danach ausrichtet. Ein echter Befreiungsschlag für Pia.

Noch sagte sie, habe sie nicht alle Glaubenssätze in Bezug auf Geld für sich aufgelöst. Ist auch gar nicht so einfach, wenn diese einen über 50 Jahre begleiteten. Davon abhalten lässt sie sich heute aber nicht mehr.

2x die Woche sprechen Pia & ihr Mann über ihre Finanzen

Als Hauptverdienerin der Familie war Pia durchaus bewusst, dass ihre Entscheidung sich selbstständig zu machen, mit einer gewissen Verantwortung einher geht. Verantwortung, die sie bis zu dem Zeitpunkt sehr gerne an andere abgegeben hatte.

Umso wichtiger war es in ihren Augen, sich im Rahmen des Mentorings intensiv mit den eigenen Finanzen auseinander zu setzten. Und das tat sie auch. 

Ihre finanziellen Ziele sind klar: Ein Haus am Meer, am liebsten auf Kreta. Die Freiheit, sich gewisse Dinge leisten zu können, ohne dreimal darüber nachdenken zu müssen. Urlaube ohne Einschränkungen bei der Hotelwahl. 

Um das zu erreichen, setzen ihr Mann und sie sich zwei Mal pro Woche für einen ‘Moneytalk’ zusammen. Anhand des Haushaltsbuch wird detailliert besprochen, was raus und was rein geht & wo sie im Hinblick auf ihre Sparziele stehen. 

So super funktionierte das Zusammenspiel aber nicht immer.

In erster Linie mache ich das für mich.

Ihr erster Versuch ihre Familie mit auf ihren Weg zu nehmen, war weniger erfolgreich. Heute weiß sie, dass man niemanden von heute auf morgen zwingen kann, sich zu verändern. 

Genauso wie sie erst nach und nach mit den verschiedenen Themen Finanzen, Meditation oder Persönlichkeitsentwicklung in Berührung kam, müssen sich ihre Männern ebenfalls erst daran gewöhnen. 

Ihre Herangehensweise: Anregung statt Anweisung. Anstatt zu versuchen andere zu bekehren, macht Pia mittlerweile einfach ihr Ding und gibt Tipps und Anregungen, wenn es passt. 

Weil die Menschen in ihrem Umfeld sehen, wie gut es ihr damit geht, entstehen automatisch ganz neue Gespräche. Heute weiß sie, dass bewusste Veränderung zwar ein Prozess ist, der seine Zeit braucht, sich langfristig aber immer auszahlt.

Das erste Jahr in der Selbstständigkeit

Nach ihrer Ausbildung zur Entspannungspädagogin für Kinder, die sie Anfang 2020 abschloss, fing sie an die Themen Achtsamkeit, positive Glaubenssätze und Selbstliebe im Rahmen von Workshops an Schulen und Kindergärten zu bringen. Denn genau wie das Fach Finanzen, fehlen auch diese Themen immer noch in jedem Lehrplan.

Zudem kooperiert sie mit anderen Selbstständigen, die in ähnlicher Mission unterwegs sind. So zum Beispiel mit Bianca Batanas, der Autorin des Kinderbuch ‘Geliebtes Herzenskind’.

Es ist absolut in Ordnung, sich Hilfe zu holen

Die Arbeit als Selbstständige war für nach 30 Jahren Angestelltendasein absolutes Neuland. 

Pia erkannte relativ früh für sich, dass die Arbeit mit Coaches sie extrem weiterbringt. Deshalb sucht sie sich gezielt Unterstützung von Coaches, die ihr wichtiges Wissen in Sachen Businessaufbau, Strategie, Marketing und Steuern & Moneymindset an die Hand geben. Neben dem Madame Moneypenny Mentoringprogramm hat sie zum Beispiel auch Janine Hurte als Business Coach an ihrer Seite. 

Sich einzugestehen, dass man das nicht alles alleine hinbekommt, fand Pia nicht einfach. Vor allem, weil es bei anderen teilweise so super easy aussieht.

Ihre größten Learnings aus einem Jahr Selbstständigkeit:

  • Das eigene Mindset spielt eine entscheidende Rolle.
  • Es ist unheimlich wichtig, Entscheidungen zu treffen und diese dann anschließend einfach mal umzusetzen. 
  • Alles ist ein Prozess. Gedanken, wie: „Ich könnte schon so viel weiter sein.”, bringen dich nicht voran. Besser ist zu sagen: Ich mache das in meinem Tempo und es ist alles gut so wie es ist. 
  • Es in Ordnung, sich Hilfe zu holen und damit in sich selbst zu investieren. Zu wissen, was man tut ist wichtig. Genauso bedeutsam ist es aber zu erkennen, wann man alleine einfach nicht weiter kommt. Warum sollte man sich keine Hilfe holen von Menschen die dort sind, wo man selbst sein möchte und die einem sagen, worauf man achten muss?

Wie reagierte dein Umfeld auf die vielen Veränderungen in deinem Leben?

„Du bist doch schon über 50, warum kündigst du jetzt? In ein paar Jahren musst du doch gar nicht mehr arbeiten.”

Diese und ähnliche Sätze durfte sich Pia von ihrem Umfeld anhören, als sie von ihren Plänen berichtete. Währenddessen liefen in ihrem Kopf ganz andere Szenarien ab. „Ich bin doch noch jung!”, „Ich hab noch so viel vor und möchte noch was erleben!”, „Ich will noch keine Rentnerin sein!”

Abgeprallt sind die Kommentare ihrer Mitmenschen nicht. Ganz im Gegenteil. Trotzdem schaffte sie es, sich davon frei zu machen. 

So hat sie das geschafft:

  1. Ausgewählten Input. Pia suchte das Gespräch mit Menschen, die auf einem ähnlichen Weg waren wie sie. 
  2. Konzentration auf das Positive. Neben allen negativen Kommentaren, gab es natürlich auch andere Reaktionen. Darauf lenkte Pia ihren Fokus. 
  3. Bei sich bleiben. Immer wieder nahm sich Pia die Zeit, um zu überprüfen, was sie will. Ihre bevorzugten Mittel, um das zu tun: Meditieren und Schreiben. 
  4. Unterstützung holen. Pia suchte sich Menschen, die sie inspirieren. Vor allem diejenigen, die bereits dort sind, wo sie gerne hinmöchte. 

Auch heute noch gibt es Menschen, die es komisch finden, wie offen Pia zum Beispiel über ihre Finanzen spricht. Aber das ist okay so. 

Pia hat sich dafür entschieden einen Schritt nach dem anderen zu gehen, sich immer wieder daran zu erinnern, dass alles gut so ist, wie es ist und sich nicht stressen zu lassen. Das hilft an Tagen, an denen der innere Kritiker besonders laut ist.

Pias Appell an die Community

Mädels da draußen, macht es einfach. Nehmt es in die Hand, denn es ist nicht so schwer, wie es vielleicht scheinen mag. Je früher man damit anfängt, desto einfacher ist es. Verlasst euch nicht auf andere Menschen. Es geht um euch und das, was ihr wollt! Es durchzuziehen bringt Sicherheit und Selbstvertrauen und davon können wir alle nicht genug haben. 

Redet über eure Vorhaben. Mit eurem Partner, mit euren Freunden, mit eurer Familie. Macht es nicht mit euch alleine aus, holt euch Hilfe, wenn ihr Hilfe braucht (zum Beispiel in Form von Coaches).

Es ist nie zu spät zu sagen: Jetzt zieh ich das Ruder nochmal rum.

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7 Kommentare

  1. Liebe Pia,
    ich bin jetzt 47 u habe jedes Wort aufgesaugt!!! Danke für die Inspiration u die Motivation u Deine Strahlkraft. Das tut so gut.
    Liebe Natascha,
    Danke für diesen wunderbaren Podcast u dass Du Frauen weiterbringst – ich höre regelmäßig zu lerne stetig dazu.

  2. Liebe Natascha, liebes Moneypenny-Team,
    großen Dank für diesen und viele weitere hilfreiche und inspirierende Beiträge, auch auf Facebook.
    Ganz besonders möchte ich mich einmal für die schriftlichen Zusammenfassungen zu den Podcasts bedanken, denn ich bin sehr schwerhörig und kann Podcasts trotz diverser technischer Hilfen nur mühsam folgen. Daher bin ich für Transkripte u.ä. immer sehr dankbar.

  3. Vielen , vielen Dank liebe Pia. Schöne Inspiration. Ich bin 53 Jahre alt und bin auch auf einem so schönem Weg. Habt Spaß und macht euer Ding.Danke liebe Natascha. Liebe Deinen Podcast.Gestaltet euer Leben💚

  4. Was für eine wunderbare Story: bestärkend, mutig und sehr sympathisch.
    Zeigt nur, dass es nie zu spät ist seinem Herzen zu folgen.
    Das Projekt ist gerade zur heutigen Zeit ein wunderbarer Weg Kinder zu stärken; Stichwort Mobbing und Leistungsdruck.
    Vielen Dank für dieses Interview und für dein Angebot an die Kinder.
    Alles Gute liebe Pia und ganz viel Erfolg Dir weiterhin.

  5. DANKE! Ihr beide seid eine tolle Inspiration! Ich bin fast 55 und es knistert auch schon länger im Gebälk… Wieder eine Bestärkung, weiterzugehen! Sehr interessant, deine Geschichte, liebe Pia. Da war so viel Informatives und weiter Erforschenswertes drin. Als Lehrerin wünsche ich dir ganz besonders viel Erfolg mit den Kindern, die – immer mehr unter Strom – heute vielleicht mehr denn je Entspannung und Besinnung brauchen.

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