Money Stories: Vom Dispo in die finanzielle Sicherheit

Im brandneuen Format Money Stories erzählen Frauen aus der Community ihre Geschichten. In der allerersten Folge ist Moneypenny Anja meine Gästin. Die Trennung von ihrem Mann war für sie der Auslöser, sich mit ihren Finanzen auseinanderzusetzen. Sie erzählt von einem 20 Jahre alten Zeitungsartikel zu diesem Thema. Was sie trotzdem immer blockiert hat, sich um ihre Finanzen zu kümmern, wie sie in die Aktion gekommen ist und wie ihre finanzielle Situation heute aussieht, davon berichtet sie.

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Das Video zur Money Story findest du hier:

Steckbrief Anja

Name: Anja
Alter: 52
Job: Gewandmeisterin
Arbeitet in Festanstellung, war lange selbstständig
Kinder: 3 (Zwillinge (18) und Tochter (16))
Wohnort: Zwischen Leipzig und Halle
Teilnehmerin des Mentoring-Programms 2020

Wie alles anfing

Moneypenny Anja ist zufällig auf mein Mentoring-Programm gestoßen, als sie gerade auf der Suche nach Antworten in ihrem Leben war. Sie musste aufgrund von Todesfällen innerhalb eines Jahres 3 Menschen aus ihrem Leben verabschieden. Im April 2019 kam dann noch die Trennung von ihrem Mann dazu.

Das stellte viel bei ihr auf den Kopf. Im Herbst 2019 hatte sie einen Tiefpunkt und entdeckte Laura Malina Seiler für sich. So hörte sie ein Interview von Laura Malina Seiler mit mir.

Das löste etwas in ihr aus. Mit dem Thema Finanzen wollte sie sich schon so lange beschäftigen. Sie fing an, meinen Podcast und mein Hörbuch zu hören, und hatte jede Menge AHA-Momente.

Sie fand sogar einen 20-Jahre alten Zeitungsartikel zum Thema Frauen und Finanzen, den sie damals ausgeschnitten hatte. Solange wollte sie sich schon mit dem Thema beschäftigen.

Anjas finanzielle Situation VOR dem Mentoring

Angst, sich mit dem Thema Finanzen auseinanderzusetzen

Die Angst vor dem Thema hielt sie bisher immer ab, sich um ihre Finanzen zu kümmern. Das war wie eine Blockade für sie. Sie vermutet auch einen Glaubenssatz. Sie machte immer wieder kleinere Schritte, um sich mit dem Thema zu beschäftigen, informierte sich zum Beispiel bei der Verbraucherzentrale. Richtig angefangen hat sie trotzdem nie. Deswegen war es für sie auch so wichtig, diese Blockade zu lösen.

Verschiedene Glaubenssätzen zum Thema Finanzen

Bis sie 30 war, arbeitete Anja in Festanstellung beim Theater und zahlte auch in die gesetzliche Rente ein. Mit 30 fing sie ein Studium an. Zu diesem Zeitpunkt war ihr Glaubenssatz zum Thema Finanzen: Ich verstehe das sowieso nicht.Im Mentoring mit mir war der stärkste Glaubenssatz dann: Ich kann kein Geld mehr anlegen, weil ich zu alt bin. Auch, dass das Gehirn das nicht fassen kann, dass es zu kompliziert ist.

In der Partnerschaft nicht über das Thema Finanzen gesprochen

Als Anjas Kinder noch kleiner waren, war die finanzielle Situation der Familie eng. Sie selbst arbeitete selbstständig ohne regelmäßiges Einkommen. Ihr Mann war in Festanstellung. Beide sind nicht sehr sparsam.Ihr war irgendwie auch klar, dass sie nicht viel Rente bekommen würde. Da Geld in ihrer Ehe aber immer ein schwieriges Thema war, sprach sie es nie an. Das bezeichnet sie rückblickend als Fehler.

Anja rät Frauen, mit ihren Partnern über Finanzen zu sprechen

Sie rät jungen Frauen, das Thema Finanzen mit ihrem Partner zu besprechen und das am besten, bevor die Kinder da sind.

Denn: Eine kürzlich veröffentlichte Bertelsmann-Studie zeigt, dass Frauen mit einem Kind auf das gesamte Erwerbsleben gesehen durchschnittlich ca. 40 % weniger Einkommen haben, Frauen mit drei oder mehr Kindern sogar bis zu 70%.

Sie findet, dass man sich Zeit nehmen sollte, so etwas in einer Beziehung zu besprechen. Denn das hat ja auch viel mit Lebenszielen zu tun.

Mittlerweile gibt es viele Modelle. Zum Beispiel das 3-Konten-Modell oder das Modell, in dem der  Mann, der mehr verdient, anteilig in die Rente einzahlt, wenn die Frau mit den Kindern zuhause bleibt. Sie findet, dass hier auch die Männer auf die Frauen zugehen müssten und nicht nur die Frauen fordern.

Im Osten Deutschlands, wo sie lebt, gehen Frauen häufig früh nach der Geburt des Kindes wieder arbeiten, oft auch zu 80-100%. Trotzdem bleibt die Hausarbeit und Kinderbetreuung dann vielmals an den Frauen hängen. Frauen sollten eine bessere Aufteilung selbstbewusst einfordern.

Permanent im Dispo

Noch vor einem Jahr war Anja permanent im Dispo – schwarze Zahlen gab es bei ihr nie. Sie versuchte immer wieder einige hundert Euro auf einem separaten Konto zu sparen. Auf dieses Geld griff sie aber meistens am 20. des Monats wieder zu, um laufende Kosten zu decken. Sie musste durch den Auszug neue Möbel kaufen, die sie in Raten abbezahlte.

Anjas finanzielle Situation NACH dem Mentoring

Als ihre Mutter letztes Jahr verstarb, hinterließ sie ihr 25.000 Euro. Anja war klar, dass sie mit diesem Geld etwas machen wollte. Es sollte der Grundstock für etwas sein. Sie machte das Mentoring und währenddessen legte sich bei ihr ein Schalter um.

Anjas finanzielle Situation heute (Stand August 2020):

– Sie ist schuldenfrei
– Sie führt Haushaltsbuch
– Sie hat 2 Tagesgeldkonten
– Sie hat ein Depot eröffnet
– Sie hat eine monatliche Sparrate
– Sie hat einen Notgroschen von 3 Monatsgehältern angespart
– Sie legt jeden Monat Geld für Urlaub, Fixkosten, etc. zur Seite

Mit dem Umfeld über Finanzen sprechen

Seit sie sich mit dem Thema Finanzen auseinandersetzt, spricht Anja das Thema auch offen im Freundeskreis an. Viele ihre Freunde sind froh darüber. Es ist eine große Offenheit entstanden. Früher galt: Über Geld spricht man nicht – heute ist das nicht mehr so.

Wenn sie von Aktien und ETFs sprach, kam manchmal auch Gegenwind (oftmals am Beispiel der Telekom-Aktie). So war beispielsweise ihr Bruder dem Mentoring-Programm gegenüber skeptisch, aber sie konnte ihn von dem Wert überzeugen. Nach einer Viertelstunde fragte er sie nach dem Link zum Mentoring für seine Freundin.

Bewusster Geld ausgeben

Im Januar noch vor dem Mentoring hatte Anja schon beschlossen, sich dieses Jahr keine Kleidung zu kaufen. Am Anfang war sie sehr streng und gab fast gar kein Geld mehr aus. Mittlerweile hat sie aber einen guten Mittelweg gefunden. So war sie zum Beispiel in der Urlaubszeit öfter mit ihren Kindern unterwegs. Einige Tipps, wie sie bewusst Geld ausgegeben hat:

– Ins Museum gehen, aber Familienrabatt verhandeln
– Selbstgeschmierte Brote mitnehmen, anstatt an der Raststätte zu essen
– Im Urlaub selber kochen und dafür ein Eis essen

Heute gibt Anja Geld bewusster aus als früher und überlegt auch länger, ob sie gewisse Dinge wirklich braucht.

Anja hat gelernt:

Es ist wichtig, dranzubleiben und auch freundlich zu sich selbst sein, wenn es mal nicht so geklappt hat. Und es ist nie zu spät, damit anzufangen.

Veränderung auch in anderen Lebensbereichen

Sich um ihre Finanzen zu kümmern, war auch der Anstoß für Veränderungen in anderen Lebensbereichen. Sie ist in die Selbstverantwortung gekommen.

Für Anja war der härteste Schritt: Zu erkennen, es sind nicht die anderen, es liegt nur an mir. Auch wenn jeder andere Herausforderungen hat. Zu erkennen, dass sie für sich selbst spart. Das ist der größte Ausdruck an Wertschätzung, den man sich selbst geben kann. Das Buch von Stephen Covey „Die 7 Wege zur Effektivität*“ hat ihr auch sehr dabei geholfen.

Nach dem Mentoring fing sie zum Beispiel an, sich um ihre Rentensachen zu kümmern. Sie bestellte sich die Workbooks von Nadine Hirte (Entspannte Ordnung) zur Rente. Während der Corona-Zeit sortierte sie in 2 Monaten ihre Rentensachen und machte aus 20 Ordnern 5. Als Nächstes stehen die Steuerunterlagen an.

Das Wissen, dass sie das Mentoring geschafft hat und sie ETFs kaufen kann, hat sie befähigt, ganz andere Sachen anzugehen (Steuer, Rente, Ideen für passives Einkommen, etc.). Sie investiert jetzt jeden Tag in ihr Humankapital.  

Anja war auch vom Buddy-Prinzip (2 Personen werden verpartnert) des Mentorings begeistert und übertrug es kurzer Hand auf andere Bereiche ihres Lebens. So macht sie mit einer Freundin gerade die 5 Euro Challenge, um sich eine Reise nach Tibet zu finanzieren. Das Schöne an dem Buddy-Prinzip ist, dass man nicht so schnell aufgibt und gemeinsam Erfolge feiern kann.

Anjas Schlusswort: Was sie Frauen mit auf den Weg geben würde, damit sie anfangen, sich um ihre Finanzen zu kümmern

Anja möchte alle Frauen ermutigen, sich mit dem Thema Finanzen auseinanderzusetzen.

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4 Kommentare

  1. Vielen, vielen Dank für diesen Podcast. Richtig gut, mal eigene kleine Erfolge wertzuschätzen und nicht immer nur den großen unbezwingbaren Berg zu sehen.
    Der Hinweis auf die kleinen Schritte war für mich wichtig.
    Ich bin auf dem richtigen Weg. Auch wenn ich nicht, wie es weitergeht. Das nun zu wissen, gibt Mut.

  2. Gabriella Honti

    Vielen vielen Dank für Anja und Dich Natascha für dieses tolle Video, für das offene, ehrliche Äußerungen von Anja. Es ist ein richtiger Augenöffner. Ich hab mir direkt Notizen gemacht um meine ersten Sparmaßnahmen zu starten.
    Liebe Grüße Gabriella

  3. Martina Rauterberg

    So sehenswert war dieser Podcast, ich komme gerade gar nicht mehr klar 💕. Vielen, vielen Dank für Deine wunderbare Idee, Moneypennies zu interviewen, denn man kann sich so gut mit Gleichgesinnten identifizieren, liebe Natascha. Anja ist auch so sympathisch und hat ihre Veränderungen so toll rübergebracht und ich habe die ganze Zeit mit ihr gefiebert, um zu hören wie ihre Transformation (hoffentlich ) gut ausgegangen ist. Und das ist sie!!! Ich wünsche Anja weiterhin viel Erfolg und Glück für ihre Projekte und danke Dir, liebe Natascha für Deine wunderbare Arbeit!!! Liebe Grüße von Martina

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