Money Stories: Trotz Corona-Krise hat Julianna ihre Finanzen fest im Griff

Julianna hat unter schwierigsten Bedingungen geschafft, was andere unter den besten Bedingungen nicht schaffen. Obwohl ihr während der Corona-Krise gleich beide Standbeine wegbrechen, hat sie ihre Finanzen fest im Griff. 

Im Format Money Stories erzählen Frauen aus der Community ihre Geschichte. Dieses Mal spreche ich mit Julianna aus Berlin. Sie ist freiberufliche Tänzerin und erzählt uns nicht nur von ihren Auftritten mit DJ Bobo und Katy Perry, sondern auch davon, wie heftig sie die Krise trifft. Das Gute: Weil sie ihre Finanzen bereits vorher geregelt hat, bleibt sie trotz Auftragsflaute ziemlich entspannt. Und schafft es sogar, mehr zur Seite zu legen als zuvor. 

Heute sagt sie: „Es macht richtig viel Spaß, sich mit dem Thema zu beschäftigen. Ich frage mich, warum ich mir immer eingeredet habe, dass es nicht so ist.” 

Viel Spaß mit ihrer Money Story.

Das Video zur Money Story findest du hier:

Du willst dir mein Gespräch mit Julianna lieber anhören? Hier geht‘s zum Podcast:

Jetzt anhören und abonnieren auf

Steckbrief Julianna

Name: Julianna
Wohnort: Berlin
Alter: 39 Jahre
Job: freiberufliche Tänzerin, Choreographin, Coach und Sportmassagetherapeutin
Teilnehmerin des Mentoring-Programms 2020

Katy Perry, David Garrett und DJ Bobo – Julianna hat schon für die unterschiedlichsten Promis getanzt. Zu Hoch-Zeiten steht sie dann 4 Abende pro Woche auf der Bühne. Der Job als Tänzerin – so sagt sie selbst – macht extrem viel Spaß, kann gleichzeitig aber sehr intensiv sein.

Nach und nach wurden alle Jobs abgesagt – Als Tänzerin in der Corona-Krise

Angestellt war Julianna in ihrem ganzen Leben noch nicht. Warum auch? In den letzten 15 Jahren lief es immer wie am Schnürchen. Nach und nach baute sich die heute 39-Jährige Berlinerin ein weitreichendes Netzwerk in der Szene auf und ist gleichzeitig bei mehreren Agenturen gelistet, die ihr Jobs vermitteln. Wenn sie nicht gerade mit Künstler*innen in Deutschland, Österreich oder der Schweiz auf Tour ist, tanzt sie für Firmen auf großen internationalen Events. 

Nebenbei hat sie sich außerdem noch ein zweites Standbein als Sportmassagetherapeutin aufgebaut. In Berlin massiert sie unter anderem Sportler*innen.

Buchen kannst du sie per Email unter julimiridance@yahoo.de

Im März 2020, mit dem Start der Pandemie, ändert sich dann alles. Nach und nach werden alle Jobs entweder verschoben oder abgesagt.

„Am Anfang war kompletter Stillstand.”

Einen Notgroschen hat sie zu dem Zeitpunkt noch nicht und auch die staatlichen Soforthilfen, die nur für Betriebskosten, nicht aber für Miete & Co. gedacht sind, sind keine große Unterstützung. 

Dementsprechend hart trifft sie die unerwartete Umsatzflaute, gegen die sie selbst so gar nichts tun kann.  

Nach 20 Jahren Selbstständigkeit musste ich das erste Mal Arbeitslosengeld beantragen

Das Gute: Julianna beschäftigt sich seit ein paar Monaten mit ihren eigenen Finanzen und als Teilnehmerin meines Mentoringprogramms, das zu dieser Zeit gerade in vollem Gange ist, arbeitet sie aktiv an ihrer Einstellung zum Thema Geld. 

Sie weiß, dass sie die volle Verantwortung für ihr Leben trägt. Ganz egal, ob sie die Situation selbst verursacht hat oder nicht. Deshalb entscheidet sie sich, ganz rational an das Thema heranzugehen und Arbeitslosengeld zu beantragen. 

„Ich hab es als Absicherung gesehen, um weitermachen zu können und aus einer entspannteren Situation heraus zu überlegen, was meine nächsten Schritte sind.”

Eine Überwindung, so sagt sie, war es trotzdem.

Juliannas finanzielle Situation vor dem Mentoring (& vor Corona)

Ein Jahr vor dem Mentoring hatte Julianna:

  • Ein Girokonto &
  • Ein Tagesgeldkonto, auf das sie immer mal wieder etwas einzahlte (für mögliche Steuernachzahlungen und um es nicht aus Versehen auszugeben)

Ihre Altersvorsorge bestand daraus, monatlich in die KSK (Künstlersozialkasse) einzuzahlen – wohlwissend, dass das alleine nicht ausreichen würde, um im Alter gut abgesichert zu sein. 

Was ihr auffällt: Obwohl sie viel arbeitet & immer gut verdient, bleibt ihr Kontostand im Großen und Ganzen unverändert. 

Heute weiß sie, warum.

1. Eine Sache der Einstellung.

Julianna feierte ihre Erfolge mit ihrem Lieblingshobby, dem Reisen. Sobald mal wieder mehr Geld reinkam, wurden die Koffer gepackt. Vollkommen okay, sagt sie auch heute noch, wenn sie sich aktiv darüber Gedanken gemacht hätte, wie viel sie für solche Urlaube ausgeben möchte. 

2. Keinen Plan.

Wo geht eigentlich mein ganzes Geld hin? So viel habe ich doch gar nicht ausgegeben. Weil Julianna sich nie Gedanken darüber machte, wie viel woher rein- und wie viel wofür rausgeht, waren die monatlichen Ausgaben eher dem Zufall überlassen. Das Gleiche galt für das oben erwähnte Tagesgeldkonto. Auch wenn sie ab und an etwas (zum Beispiel für Steuern) zur Seite legte, gab es keinen Plan dahinter.

3. Sparen ist nichts für mich.

Gegen ein bisschen mehr Geld auf dem Tagesgeldkonto hätte Julianna nichts gehabt, aber wofür genau soll es da blöd rumliegen? Fürs konsequente Sparen fehlte ihr ein klares Ziel, für das es sich zu sparen lohnt. Dazu kam die Einstellung, dass Sparen eher die Spaßbremse ist, die einen davon abhält, das Leben spontan zu genießen.

4. Alle anderen machen es genauso.

Die Tatsache, dass keiner in ihrem Umfeld viel über Geld sprach, machte es einfach, das Thema zu ignorieren. „Irgendwann mal muss ich mich drum kümmern – aber nicht jetzt. Immerhin zahle ich schon mal in die KSK (Künstlersozialkasse) ein”, so ihr Gedankengang.

5. Kein Geld zum Investieren.

Um Geld zu investieren, braucht man erst mal welches. Einer von Juliannas Glaubenssätzen, die sie daran hinderten, sich überhaupt mit ihren Finanzen zu beschäftigen. Als eine Freundin von mir (Madame Moneypenny) erzählt, hört sie deshalb nur mit halbem Ohr zu. 

Wie so oft im Leben, arbeiten die Dinge unterbewusst aber doch weiter. Deshalb fing Julianna ein paar Monate später an, sich intensiver mit dem Thema zu beschäftigen und entschied sich im Februar 2020 dazu, an meinem Mentoring Programm teilzunehmen.

„Geld kann man nicht kontrollieren”

In Juliannas Kindheit war mal mehr, mal weniger, insgesamt aber immer genug Geld da. In den allermeisten Fällen bekam sie, wenn sie lieb fragte, einen Zehner in die Hand gedrückt, um auszugehen. Es gab aber auch Momente, in denen der Wunsch nach der neuesten Levis Jeans oder Ähnlichem ausgeschlagen werden musste, weil das Geld für andere Dinge gebraucht wurde. 

Lange Zeit dachte sie, dass ihre schwankenden Einnahmen ihrem Künstler-Dasein geschuldet seien. 

Eine Übung im Mentoring Programm öffnete ihr aber die Augen für folgende 3 Glaubenssätze, die sie aus ihrer Kindheit übernahm:

  • Geld kann man nicht kontrollieren.
  • Geld ist entweder da oder eben nicht.
  • Weil Geld unberechenbar ist, muss ich mich & meine Bedürfnisse anpassen.

Spannend, oder?

Diese Überzeugungen brachten natürlich lange Zeit auch große Vorteile mit sich. Während andere ohne Planungssicherheit in Panik gerieten, blieb Julianna gelassen. In voller Akzeptanz, dass das im Moment „eben einfach so ist”, war es für sie kein Problem auch mal mit weniger Geld auszukommen. 

Ein großer Nachteil allerdings machte es ihr leicht, diese Glaubenssätze für sich aufzulösen: Die Idee, dass es sich nicht lohnt, die Verantwortung für die eigene finanzielle Lage zu übernehmen, wenn man eh keine Kontrolle darüber hat, was passiert. 

Das muss – auch als Künstler*in – nicht so sein. Es war an der Zeit, dass sich ihre berufliche Weiterentwicklung auch auf dem Konto widerspiegelt.

Juliannas Situation NACH dem Mentoring

Juliannas größte Errungenschaft ist, wie sie selbst sagt, ihr neues Mindset.

„Eigentlich ist meine Arbeit mehr wert, …”

Viele Dinge, die sie in Bezug auf das Thema Finanzen über sich selbst dachte, stimmten so gar nicht. 

Zwei Beispiele:

  1. Lange Zeit dachte Julianna, dass Geld sie nicht interessiert bzw. ihr nicht wichtig ist. Im Mentoring stellt sie fest, dass dies ihr Weg war, um sich zu beweisen, dass sie ‘nicht nur wegen des Geldes’ tanzt. Das stand ihr bei Gehaltsverhandlungen im Weg. 

Dass das Tanzen ihre Passion sein kann und sie gleichzeitig angemessen dafür bezahlt wird, ist ihr heute sonnenklar. Direkt nach dem Mentoring verhandelte sie bei gleich zwei Jobs höhere Gagen, worauf sie sehr stolz ist.

Sie geht sogar noch einen Schritt weiter. Früher stand für sie das selbstständige Künstlerinnen-Dasein im direkten Konflikt mit Vermögensaufbau. Im Mentoring lernte sie dann aber die verschiedenen Stellschrauben kennen, an denen jede*r arbeiten kann egal, ob selbstständig oder angestellt. 

  1. Ein weiterer hinderlicher Gedanke: „Ich kann nicht gut mit Geld umgehen”. Ein Blick auf die letzten 15 Jahre zeigte, dass das so nicht stimmte. Neben der Tatsache, dass sie immer gut über die Runden kam, investierte sie zum Beispiel ganz intuitiv in sich und ihre Weiterbildung. Diese Investitionen in ihr Humankapital schätzt sie heute viel mehr wert – weil sie viel achtsamer mit ihrem Geld umgeht. 

Sie weiß genau, wie viel sie hat und entscheidet aktiv, wie viel Geld wofür ausgegeben wird. Die klare Struktur, die im Mentoring Programm vorgegeben wird, half ihr dabei sehr. 

„Ich war die, die im Mentoring fragte, ob man wirklich schon mit 25 € im Monat loslegen kann.”

Julianna hatte schon während des Mentorings so richtig Lust loszulegen. 

Deshalb entscheidet sie sich, diesen Energieschub zu nutzen und mehrere Dinge gleichzeitig anzugehen:

Sie fängt an, ein Haushaltsbuch über ihre Einnahmen und Ausgaben zu führen, richtet einen ETF-Sparplan ein, legt monatlich Geld für den Aufbau ihres Notgroschens zurück & zahlt nebenbei die Schulden bei ihrer Schwester ab.  

Da zu Beginn nicht wirklich viel Geld zur Verfügung steht, startet sie mit kleinen Summen. Das sind beim ETF-Sparplan zum Beispiel 25 € monatlich.

Als die Corona-Krise losging, dachte sie zunächst: Wenn ich vorher nicht sparen konnte, dann kann ich es jetzt erst recht nicht. Aber sie bleibt dran. 

Während der Corona-Krise hat Julianna …

  • sich einen ganz genauen Überblick über ihre Finanzen geschafft.
  • bereits die Hälfte der Schulden (ca. 1500 €), die sie sich bei Familienangehörigen geliehen hatte, abbezahlt.
  • den Sparbetrag für ihren ETF-Sparplan erhöht.  

Es ist faszinierend, welche Geschichten wir uns über uns selbst darüber erzählen, was für uns möglich ist (und was eben nicht). „Am Ende muss man vor allem einfach mal anfangen. Alles andere kommt dann schon”, sagt Julianna und macht damit hoffentlich vielen von euch Mut.

Warum Julianna sich überhaupt mit ihren Finanzen auseinandersetzte

Eine konkrete Situation, die Julianna bewogen hat, sich mit Themen wie Vermögensaufbau und Altersvorsorge zu beschäftigen, gab es nicht. Es war eher das Gefühl, dass sich etwas ändern darf, das nach und nach stärker wurde. Hinzu kam die Erkenntnis, dass es auch für sie als selbstständige Künstlerin möglich ist, mehr Kontrolle über ihre Finanzen zu bekommen. 

Das ist ihr vor allem aus 2 Gründen ganz wichtig:

1. Familienplanung

Julianna hätte sehr gerne irgendwann Kinder. Es nervt sie aber, dass sie sich dafür ganz unbewusst noch nicht ready fühlt, weil sie ihre Finanzen nicht 100 % unter Kontrolle hat. Zu viel liegt außerhalb ihrer Macht. Das soll sich ändern.

2. Karriereplanung

„Wie stellst du dir das mit dem Tanzen eigentlich in Zukunft vor?” Diese Frage wird ihr bereits seit 10 Jahren gestellt. Da Julianna es liebt, Neues zu lernen, hat sie kein Problem mit der Tatsache, dass sie eventuell nicht für immer professionell tanzen wird. Um einen Karrierewechsel entspannt hinzubekommen, braucht sie allerdings Geld. Denn das würde ihr die Freiheit geben, sich die Zeit zu nehmen, die sie für diese Übergangsphase braucht.

Was wir in Zukunft von Julianna erwarten können.

Was genau sie nach ihrer Tänzerinnenkarriere machen möchte, weiß Julianna noch nicht. Noch ist es ja auch nicht so weit. 

Klar ist aber, dass man in ihrem zukünftigen Business nicht mehr nur im 1:1 Kontakt mit ihr arbeiten können soll. Höchstwahrscheinlich wird es sich deshalb in Zukunft immer mehr um die Themen Gesundheit & Wellbeing drehen. 

Ihr klarer Fokus: Input sammeln. Für diejenigen, die das Thema ebenfalls interessiert, kann sie die Bücher ‘Die 4 Stunden Woche’* von Tim Ferriss & ‘Rich Dad Poor Dad’* von Robert Kiyosaki empfehlen.

Juliannas größte Erkenntnisse des letzten Jahres über sich selbst.

1. Früher habe ich mich mit Geldausgeben belohnt

Das führte oft zu unüberlegten Käufen, die eine Finanzplanung schwer machten. Auch heute noch gibt Julianna gerne Geld für schöne Dinge aus. Sie geht dabei aber viel bewusster vor. „Wenn ich morgen Essen gehe und nicht aufs Geld achten möchte, gebe ich heute eben weniger aus.”

2. Ich bin nicht schlecht im Umgang mit meinen Finanzen, ich habe mir dafür nur keine Zeit genommen.

Noch während des Mentorings nahm Julianna ihre Finanzen unter die Lupe. Dabei analysierte sie nicht nur ihren Status, sondern die letzten 10 Jahre. Dabei merkte sie, wie viel Spaß ihr das Ganze machte. Und das, obwohl sie sich immer eingeredet hatte, dass sie dafür einfach nicht gemacht ist. Im Rahmen ihrer Analysen bemerkte sie unter anderem Fehler in den Steuererklärungen der letzten zwei Jahre und bekam Geld zurück. Ein unbeschreiblich tolles Gefühl, dass alleine hinbekommen zu haben, sagt sie.

3. Ohne das Mentoring wäre ich nicht so gelassen & zuversichtlich durch diese Krise gekommen.

Die Corona – Krise führte dazu, dass Julianna von heute auf morgen keine Einnahmen mehr hatte. Trotz dieser „etwas schweren Situation” hat sie dank des Mentorings, das den Grundstein dafür legte, sich mit ihren Finanzen zu beschäftigen, die Zuversicht, dass es eigentlich nur besser werden kann. Weil sie sieht, was sie schon jetzt alles geschafft hat.

Juliannas Wort an alle Frauen, die noch nicht angefangen haben

Julianna hat unter schwierigsten Bedingungen geschafft, was andere unter den besten Bedingungen nicht schaffen. Das sind ihre Worte an dich, wenn du noch haderst:

Ich kenne das Gefühl der Unsicherheit sehr gut, weil ich das Thema selbst 3 bis 4 Jahre vor mir hergeschoben habe, bevor ich endlich angefangen habe. 

Selbst zu Beginn des Mentoring Programms war ich mir unsicher, ob ich es wirklich schaffen würde, in 8 Wochen zu investieren. Bin ich dafür clever genug? Heute weiß ich, dass man nicht hochintelligent sein muss, um seine Finanzen im Griff zu haben.

Meine Tipps, um anzufangen:

  1. Fang an, ein Haushaltsbuch zu führen, denn das hilft dabei, hinzuschauen. 
  2. Du hast noch nicht angefangen/ nicht so viel Geld/ wieder zu viel ausgegeben? Hör auf dich zu bewerten, denn das hält dich davon ab, ins Tun zu kommen. Ja, das Thema Finanzen ist emotional. Versuch es trotzdem sachlicher zu sehen. 

Alles, worüber man wenig weiß, ist erst einmal angsteinflößend. Es hilft, sich zu informieren und einfach irgendwo anzufangen. In den allermeisten Fällen stellt sich dann raus, dass es doch gar nicht so schwer ist wie gedacht. 

56 Shares

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.