Der Juli-Report

In diesem Jahr begleiten wir Moneypenny Geli bei ihrer Zielerreichung. Die Marschrichtung: Verdoppelung ihres Jahresumsatzes und eine Sparrate von durchschnittlich 50 Prozent. Falls du Geli noch nicht kennst, kannst du hier alles über ihr Ziel und diese neue Rubrik lesen. Es folgt nun Gelis Juli-Report!

Geli, wir war dein Juli? Konntest du an die fantastischen Vormonate anknüpfen?

Der Juli war ganz furchtbar. Schön war, dass wir bereits unser Jahresziel im Juli erreicht haben, aber der Rest war ziemlich schlimm.

Was ist passiert?

Das hört sich jetzt für Außenstehende vielleicht wehleidig ab. Aber: Es geht alles viel zu schnell. Ich habe das Gefühl, das ganze Geschäft verselbständigt sich und wir kommen mit unserer Entwicklung nicht mehr hinterher.

Damit meine ich sowohl externe Komponenten, wie Materialien. Unsere Zulieferer können nicht so schnell liefern, wie wir Ware brauchen. Und intern auch: Wir haben keine Zeit für Strategie, Planung, Vision und so weiter. Also genau die Aufgaben, die wir als Unternehmerinnen unbedingt erledigen sollten. Man ist irgendwie immer hinter der Welle. Und ich weiß, dass wir uns weiterentwickeln müssen, denn sonst entstehen Prozesse, die wir nicht haben wollen. es geht zu schnell, wir sind immer zu spät dran. Das ist ein echtes Problem grad.

Unzuverlässige Partner tragen dann auch zum stressigen Gesamtbild bei, indem sie einfach nicht liefern. Keiner sagt uns Bescheid. Und, wenn wir nachfragen heißt es „Achso, ja… Die Frau XY ist im Urlaub und der Herr XY ist krank.“ Sowas ist natürlich bitter.

Vor allem, weil unsere Kunden in der Zwischenzeit die doppelte und dreifache Menge bestellen. Die Nachfrage ist aktuell enorm – was ja total toll ist – nur kommen wir nicht hinterher. Das hat sich im Juli dramatisch zugespitzt. Wir arbeiten mit Wartelisten und gehen alle auf dem Zahnfleisch.

Hinzu kam die Hitze, die uns daran gehindert hat, unsere Ware verschicken zu können. Das schmilzt uns ja unterwegs alles weg. Also: Riesige Lieferverzögerungen. Das muss an die Kunden kommuniziert werden und so weiter.

Wir haben an den Wochenenden bis 12 Uhr nachts gearbeitet. Das geht so einfach nicht. Körperlich und auch seelisch. Da fragt man sich dann schon, ob man sich einfach zu viel aufgehalst hat. Ich war wirklich kurz davor alles hinzuschmeißen.

Das klingt, als könntet ihr euren Erfolg gar nicht genießen.

Ja, so ist es. Es haben wieder einige Zeitschriften über uns berichtet. Was wirklich, wirklich toll ist! Allerdings können wir uns darüber aktuell nicht freuen. Denn für uns bedeutet es zusätzlichen Stress. Was einfach schade ist.

Im Juli haben wir dann die Notbremse gezogen und einige Anfragen einfach abgelehnt. Es ging einfach nicht mehr. Ich frage mich schon, wie das in Zukunft weiterlaufen kann…

Braucht ihr mehr Mitarbeiter*innen?

Ja, auf jeden Fall. Wir brauchen mehr fleißige Helferinnen. Die, die wir haben, befinden sich noch in der Lernphase. Das muss sich alles erst noch einspielen.

Zudem brauchen wir andere Räumlichkeiten. Wir operieren ja immer noch von Zuhause aus! Und unser Tisch hat 2-3 verschiedene Funktionen. Ständig muss alles ab- oder umgeräumt werden.

Wir müssen es hinbekommen, das Wachstum zu planen, zu halten und zu kontrollieren. Sonst gehen wir unter. Und dafür muss ich wieder am Unternehmen arbeiten, nicht im Unternehmen. Schließlich muss man muss sich selbst entwickeln, um den neuen Herausforderungen gewachsen zu sein. Dafür brauche ich Zeit.

Wie willst du das konkret angehen?

Wir werden weiter einstellen, uns parallel nach einem Raum umsehen. Und: Für August haben wir eine Sommerpause verhängt. Wir haben allen Wiederverkäufern geschrieben, dass es bei uns im August nichts gibt. Diese Pause werden wir nutzen, um Luft zu holen, vorzuarbeiten und zu planen.

Das klingt doch nach einem Plan! Gab es noch etwas im Juli?

Ja, unsere Marke wurde quasi geklaut. Das wars so: Eine Modefirma hatte eine ähnliche Marke, wie unser Name. Diese lief vor kurzem aus, und wurde nicht verlängert. Als das klar war, haben wir unsere Marke angemeldet. Wir haben die Urkunde bekommen und alles. Doch dann haben wir erfahren, dass genau ein Tag vorher eine ähnliche Marke angemeldet wurde. Und zwar im gleichen Business wie wir! Wo kommen die plötzlich her?! Ein weiterer Nebenschauplatz, den keiner braucht…

Aber, wir versuchen weiterhin alles positiv zu sehen. Immerhin muss man an solche Probleme auch erstmal stoßen. Wenn wir nicht erfolgreich wären, hätten wir diese Probleme gar nicht. Allerdings rechnet man mit sowas am Anfang natürlich nicht. Das sagt einem auch keiner. Damit muss man dann klarkommen.

Liebe Geli, das klingt nach einem wirklich turbulenten Monat. Ich finde es gut, dass unsere Leserinnen auch diese Seite des Unternehmertums kennenlernen. Denn sie gehört einfach dazu. Es ist nicht immer alles eitel Sonnenschein – ganz und gar nicht. Ich wünsche dir eine erholsame Sommerpause im August!

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