Wie findet man seine Vision, Laura Malina Seiler?

Madame Moneypenny meets Laura Malina Seiler – Die Interviewserie mit starken Frauen.

Bis Mitte 20 ist Laura Malina Seilers Lebenslauf ganz ähnlich wie bei vielen anderen. Schule, Studium, Auslandsaufenthalte, die ersten Jobs in der Unternehmenswelt. Eine innere Stimme sagte ihr aber, dass da noch viel mehr möglich ist. 

Heute ist Laura Mutter, Unternehmerin, Autorin und Empowerment-Coach, die ihre Kunden dabei unterstützt, ein erfülltes und glückliches Leben für sich zu erschaffen. 

Wenn auch du manchmal das Gefühl hast „Da geht noch so viel mehr!“, dann ist dieses Interview ein absolutes Muss. 

Sie erzählt die Geschichte, wie sie vor ein paar Jahren mit einem 300 € Asos Laptop mit schlechter Kamera angefangen hat, weil sie ihre Erkenntnisse über persönliche Weiterentwicklung mit so vielen Menschen wie möglich teilen wollte. Es geht um Visionen, wie du sie erreichst und warum sie deine größte persönliche Weiterentwicklung bedeuten können. Um ihre Erfolgsgeheimnisse und warum die Geburt ihres Sohnes das beste ist, was ihr und ihrem Business passieren konnte. 

Hol dir also am besten noch was zum Mitschreiben.

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Hier kannst du dir das Video vom Interview ansehen:

Eigentlich wollte ich zur Polizei

Natascha: Du wolltest als kleines Mädchen zur Polizei Reiterstaffel. Weil du ein riesen Pferdefan warst und am liebsten den ganzen Tag reiten wolltest. Jetzt bist du vieles, aber nicht das. Was ist passiert? 

Laura: Ich habe mich mit 16 bei der Polizei beworben und bin im Auswahlverfahren am Diktat gescheitert. Für die, die mich kennen, ist das keine große Überraschung. Auch heute ist Rechtschreibung noch eine Schwäche von mir. Gott sei Dank, kann ich heute sagen. Danach ist unglaublich viel passiert. 

Noch während der Schulzeit war ich im Ausland (Venezuela und Bolivien), hab mein Abitur gemacht, Politikwissenschaften und Spanisch im Bachelor studiert. Es folgte ein Master in Interkultureller Kommunikation, ebenfalls mit einigen Auslandsaufenthalten (USA & Türkei).

Ich wusste, da geht noch so viel mehr.

Irgendwann bin ich dann zum Glück auf das Thema persönliche Weiterentwicklung gestoßen. Denn auch wenn mein Leben auf dem Papier gut aussah, war ich innerlich unzufrieden. Ich wusste, dass da noch etwas auf mich wartet und ich nicht annähernd das Leben lebe, was ich leben könnte. Wie genau ich da hinkomme, war mir aber vollkommen unklar.

Es war ein bisschen so, als würde ich auf ein Tal schauen und dahinter liegt mein Ziel – das Leben, was ich mir wünsche. Ich habe auf alle möglichen Wege versucht, die andere Seite zu erreichen, bin aber immer wieder im Tal gelandet. 

Beispiel: Ich wollte eine erfüllte Beziehung. Meine Strategie: Partnerwechsel. Meine Hoffnung, dass sich dann alles ändert, ist nur – komischerweise – nie aufgegangen. Wie auch? Wenn ein Teil der Gleichung unverändert blieb: ich.

Der große Shift kam, als ich erkannt habe, dass alles, was ich im Außen in meinem Leben hatte, nur eine Reflexion meines Inneren ist. Ein Ausdruck meiner Überzeugungen, meiner Gedanken über mich selbst und die Welt. Dessen, was ich glaubte, was für mich möglich ist und was nicht.

Ich habe angefangen, das alles auf den Kopf zu stellen.

Die beiden Fragen, die mir dabei geholfen haben:

  • Was will ich erschaffen? 
  • Wer muss ich sein, um das erschaffen zu können?

Natascha: Okay. Das ‘Sein’ steht am Anfang. Die typische Sein-Tun-Haben-Folge, bei der man zu Beginn nicht in den Vordergrund stellt, was man haben muss, sondern wer man sein muss.  

Laura: Genau. Wie bei einer mathematischen Gleichung f(x)=?, habe ich mir überlegt, wer ich sein muss, um meine Träume Realität werden zu lassen. Und dann habe ich daran gearbeitet, genau dieser Mensch zu werden. Um das zu tun, hab ich ordentlich im Innen aufgeräumt. Das war auch notwendig, um da hinzukommen, wo ich heute stehe. 

Natascha: Und das ist eine ganze Menge. Wie war das damals für dich, als du angefangen hast? Und was würdest du jungen Menschen mit auf den Weg geben, die noch nicht so genau wissen, wohin die Reise gehen soll?

“Deine Noten sagen einen Scheiß über deine Intelligenz aus!”

Laura: Ich selbst war bis zur 11 Klasse keine gute Schülerin. Weil mein Fokus woanders war, weil ich dachte, nicht klug genug zu sein. Als Allererstes würde ich jedem einzelnen Schüler sagen: “Deine Noten sagen einen Scheiß über deine Intelligenz aus!”

Zu viele Menschen verlassen die Schule in dem Glauben, sie seien nicht intelligent genug. Und verwirklichen deshalb aus Angst zu Scheitern ihre Träume nicht. Das System ist nicht darauf ausgelegt, einen Visionär oder einen erfolgreichen Unternehmer aus dir zu machen. 

Wir alle sind viel intelligenter, als wir glauben. Unser Gehirn ist so unglaublich und wir sollten uns darauf konzentrieren, wie wir diese Ressource bestmöglich nutzen.

Frag dich, wer du bist. Was deine Werte sind. Was dir wirklich wichtig ist. Was du wirklich richtig gut kannst. Vollkommen unabhängig davon, was deine Eltern, Großeltern oder Freunde dazu sagen. Denn es ist dein Leben!

Ich habe viel zu lange versucht, anderen zu gefallen.

Auch wenn das notwendig war, um zu dem Menschen zu werden, der ich heute bin. Es ist wichtig, sich die richtigen Fragen zu stellen. Und den Mut zu haben, sich die eigenen ehrlichen Antworten zu geben und dann auch danach zu leben.

Natascha: Ganz wichtige Punkte. Ich finde, dass man sich als junger Mensch die Freiheit erlauben sollte, Dinge einfach mal auszuprobieren. Man muss mit 18, 20 oder auch mit 30 Jahren noch nicht wissen, wohin es gehen soll. Mama und Papa haben ihr Leben auch nicht unbedingt auf der Kette. 

Mein Erfolgsgeheimnis: Ich mache es einfach.

Laura: Mich fragen Leute oft, was mein Erfolgsgeheimnis ist … Ich mach es einfach. Ich bin kein Perfektionist. Ich probiere einfach jeden Tag neue Sachen aus und schaue, was passiert. Aus den Ergebnissen lerne ich und mache es das nächste Mal noch ein bisschen besser. 

Mein Tipp: Geh nicht mit der Angst, sondern der kindlichen Neugierde, was passieren würde, wenn …

Natascha: Eine gewisse Art der Naivität, wenn man so will. Einfach mal auszuprobieren, auch wenn es schief gehen kann. So what.

Laura: Ja! Dazu sagte der irische Schriftsteller James Augustine Aloysius Joyce: “ Ein Genie macht keine Fehler. Seine Irrtümer sind Tore zu neuen Entdeckungen.” Und genauso ist es. 

Natascha: Und du lernst vor allem immer. Wenn du in die Aktivität gehst, kannst du nicht verlieren. Eigentlich musst du nur darauf vertrauen, dass du lernen kannst. Und dann können wir alle. Erzähl mir doch mal von deinem Start in dein Business. Schließlich gibt es ja genug Ideen da draußen, die nie zu einem Business werden. Wie bist du auf dein Thema gestoßen und wie hast daraus eine Business gemacht?

Ich wollte der Mensch sein, der dieses Wissen weitergibt.

Laura: Als ich das Thema ‘Persönliche Weiterentwicklung’ entdeckt habe, hat sich für mich eine ganz neue Welt eröffnet. Ich wollte eigentlich nichts anderes mehr machen, als mich damit zu beschäftigen. Mir wurde klar, dass alles bei mir anfängt. Wenn ich etwas in mir verändere, verändert sich automatisch auch alles um mich herum. 

Ich habe irgendwann entschieden, dass ich der Mensch sein möchte, der dieses Wissen an so viele Menschen wie möglich weitergibt. Denn wie kann es sein, dass so wenige davon wissen? Mir hatte ja auch keiner beigebracht, was es heißt, in seine volle Power zu kommen. Oder zu vergeben, zu meditieren und neu zu denken.

Sobald man anfängt, sich damit zu beschäftigen, scheint alles ganz logisch. Vorher aber denkt man, dass es eben einfach so ist, wie es ist. Sicher und bequem, aber ein Bruchteil dessen, was für uns möglich ist. Ich hab dann erstmal parallel zu meinem Job eine Coaching Ausbildung gemacht. Ich habe meinen Instagram Kanal gestartet, angefangen zu bloggen und Youtube-Videos aufzunehmen.

Am Anfang brauchst du nicht viel

Ich weiß noch genau, wie ich meine ersten Videos in meiner 1-Zimmer-Wohnung in Neukölln aufgenommen habe. Mit meinem 300 € Asos-Laptop mit grottenschlechter Kamera, der auf einer Kiste stand, gings los.

Sobald man in der Persönlichkeitsentwicklungsszene ist, lernt man, wie wichtig der Morgen ist. Fast 1 Jahr habe ich deshalb jeden Morgen ein Live-Webinar gegeben: Den 7 a.m. Club. 30 Minuten mit einer Meditation, einer Dankbarkeitspraxis und ein bisschen Input.

Daraus ist dann auch mein erstes Online-Produkt entstanden, die Rise Up and Shine University. Weil mich Schreiben einfach unglaublich viel Zeit kostet, habe ich stattdessen den Podcast angefangen. Das war vor fast 4 Jahren. Zu der Zeit gab es noch ganz wenige Podcasts und niemand wusste, was genau das ist. 

Trotzdem ist er ziemlich schnell durch die Decke gegangen und dann nahm der Rest seinen Lauf.

Natascha: Toll! Ich find es super, wie du das Bild gezeichnet hast, wie du in deiner 1-Zimmer Wohnung sitzt und einfach anfängst. Das zeigt nochmal, dass man am Anfang nicht viel braucht. Du musst nicht gleich eine GmbH gründen. Mach das, was pragmatisch ist, was die ersten Ergebnisse bringt. Um zu starten, reicht heute eben ein Laptop mit einer Kamera.

Starten statt Visitenkarten

Laura: Ja, voll. Ich kenne so viele, die eine Idee haben, die ihnen sehr am Herzen liegt und einfach nicht anfangen. Weil man alles perfekt machen will, werden erst noch Visitenkarten designed und Studioequipment gekauft. Bevor man sich versieht, ist das Leben vorbei und man hat überhaupt nichts gemacht. 

Natascha: Aber man hat Visitenkarten 😉 Wir dürfen ja auch nicht vergessen, dass wir nicht alleine sind. Wenn wir nicht anfangen, hat in der Zwischenzeit vielleicht jemand anderes eine ähnliche Idee und hats einfach gemacht.

Laura: Den Leuten ist es erstmal “egal”, wie es aussieht, wenn du es mit der richtigen Energie und der richtigen Absicht machst. In dem Jahr des 7 a.m. Clubs hab ich so unglaublich viel gelernt. Zu sehen, dass es den Leuten gefällt, morgens etwas gemeinsam zu machen, habe ich erst dadurch gelernt. Ohne den Club wäre die RUSU niemals das geworden, was sie heute ist. 

Ich denke manchmal, dass ich meine Anfänge hätte filmen sollen. In einer Art Vlog oder so. Einfach, um zu zeigen, wie das aussieht. Das hat sich auch nicht so schnell verändert. Ich hatte kein überkrasses Podcast Studio. Der Ort, an dem ich die Folgen aufgenommen habe, war bis vor einem Jahr wahlweise mein Küchentisch oder mein Bett.

Natascha: Stichwort Pragmatismus! Du hast ja schon ein bisschen erzählt, wie groß das Ganze heute ist. Das geht natürlich einher mit einem gewissen Risiko, was Frauen wie du und ich eingehen. Jeden Tag was Neues auszuprobieren, bedeutet halt auch, dass viel schief gehen kann. Ein Mitarbeiter, der doch nicht performed, ein Format, was floppt… Ich weiß, dass ich ganz am Anfang ganz schön viel Respekt vor der Sache hatte. Den ersten Blogartikel zu veröffentlichen, hat durchaus einen Moment gedauert. Und auch mein E-Book hatte ich schon eine ganze Weile fertig, bevor ich es dann endlich publiziert habe. Kannst du uns nochmal in deine Gefühlswelt ganz am Anfang mitnehmen? 

Mein allererster Workshop – zu Hause hab ich angefangen zu weinen.

Laura: Klar. Ich erinnere mich noch an meinen allerersten Workshop. Ich hab mich bestimmt 2 Monate auf die 2 Stunden vorbereitet. Dafür, dass ich sowas vorher noch nie gemacht hatte, war er gut. Mein Fehler: Ich hatte bei Facebook angegeben, dass der Workshop 3 Stunden dauert. In Realität ging er aber nur 1 Stunde und 45 Minuten. Direkt im Anschluss kamen zwei extrem angesäuerte Frauen auf mich zu. Sie wollten sofort ihre 10 €, die es gekostet hatte, zurück. 

In dem Moment war ich so verletzt und schockiert, dass ich kaum reagieren konnte. Zurück zu Hause hab ich erstmal angefangen zu weinen. Es hat eine Woche gedauert, bis es wieder einigermaßen besser war. Da schießen sofort diese Gedanken in den Kopf.. Ich kann das nicht. Es soll nicht sein. Ich lass es besser. 

Zum Glück waren ein paar Freunde von mir auf dem Workshop, die mir gut zuredeten. Wie du weißt, hab ich letztendlich weiter gemacht, aber das war durchaus ein Moment, der weh tat. Ich hab daraus gelernt. 

Natascha: Was ich daran auch spannend finde, ist, dass man sich die 2 Menschen im Gedächtnis behält, denen es nicht gefallen hat. Anstatt sich darüber zu freuen, dass es alle anderen mega fanden. Aber das kenne ich auch von mir. Man bekommt den ganzen Tag positives Feedback und die eine kritische Stimme, zieht einen trotzdem runter.

Überleg dir gut, mit wem du im ersten Jahr deine Idee teilst.

Laura: Ich stell mir das immer so vor: Am Anfang hast du eine Idee. Die ist wie ein kleiner Samen in deinem Herzen. Dieser Samen wächst ganz langsam und wird zu einer winzigen Blume. Das ist das ganze erste Jahr. In diesem ersten Jahr solltest du ganz vorsichtig sein, wem du diese Blume zeigst. 

Denn es gibt Menschen, die trampeln da einfach drauf. Wenn du ein sensibler Mensch bist, dann kann es passieren, dass dir das in dem Moment einfach dein Herz bricht. Ja, es ist wichtig, deine Idee am Anfang mit anderen zu teilen, um Feedback zu bekommen. Sei aber achtsam, mit wem du sie teilst. Und hol dir ganz aktiv positives Feedback.

Meiner Erfahrung nach gibt es 2 Typen von Menschen. Menschen, die machen und die, die diejenigen kritisieren, die machen. Irgendwann musst du dich entscheiden, welcher davon du sein willst.

Meine Vision gibt mir die Kraft auch in schwierigen Momenten weiter zu machen.

In den letzten 3 Jahren habe ich viel daran gearbeitet, negatives Feedback nicht persönlich zu nehmen. Ich habe so eine große Vision. Um die zu erreichen, ist es unglaublich wichtig, dass ich in meiner Mitte bin und an mich und meine Vision glaube. Nur dann habe ich die Kraft, die es braucht auch in schwierigen Momenten weiter zu machen. 

Heute lese ich fiese Kommentare entweder gar nicht mehr oder mit dem nötigen emotionalen Abstand. Am Ende ist es nur eine Meinung. Ich mache es nicht für die Menschen, denen es nicht gefällt, sondern für diejenigen, die ich mit meiner Arbeit weiterbringe.

Meine Rolle ist es nicht, anderen zu gefallen.

Laura: Ich muss nicht gemocht werden. Meine Rolle ist es, anderen dabei zu helfen, ihren Arsch hochzukriegen. Damit sie ihr Leben so leben, wie sie es sich wünschen. Das kann bedeuten, dass sie mich erst mal richtig scheiße finden, bevor sie den Unterschied spüren. Irgendwann kommt der Zeitpunkt, wo sie bereit sind. Oder eben nicht. Dann ist das aber auch okay.

Natascha: Spannend, dass du das sagst. Genau so eine Erkenntnis hatte ich auch dieses Jahr. Es geht nicht darum, Menschen, die keinen Bock haben etwas zu ändern, zu überreden es doch zu tun. Coach the coachable und lass die anderen ziehen.

Die wichtigste Währung in deinem Leben ist deine Energie.

Laura: Deshalb ist es unglaublich wichtig, sich gut zu überlegen, wohin du deine Energie lenkst. So viele Menschen verschwenden ihre Energie, um darüber nachzudenken, was andere über sie denken könnten. Das Ding ist: Wenn du das machst und der andere es genauso macht, ist der Ganze ziemlich sinnlos. Denn jeder ist am Ende nur mit sich selbst beschäftigt. Die Energie kannst du dir also sparen und stattdessen einfach anfangen, dein eigenes Ding zu machen. 

Natascha: Da sind wir ja auch schnell dabei, dass das, was wir machen ‘größer als wir’ ist. Es geht nicht um uns, sondern um die Sache selbst (finanzielle Unabhängigkeit/ persönliche Weiterentwicklung). Dann ist die Entscheidung, sich zu verkriechen gleichzeitig die Entscheidung nicht weiter für seine Mission zu kämpfen. Das wäre unglaublich schade.

Die Vision hinter der Vision

Laura: Richtig. Aus diesem Grund sollte jede/r sich die Zeit nehmen, sich seiner Vision und Mission bewusst zu werden. Diese auch wirklich schriftlich festzuhalten. Meine Vision zum Beispiel ist gestaffelt. 

Vision #1: Ich möchte so vielen Menschen wie möglich mit ihrer inneren Kraft in Kontakt bringen. Warum? Weil du dann anfängst, darüber nachzudenken, was du der Welt geben kannst und aufhörst dich zu fragen, was du brauchst. Es geht also um den Shift vom Mangel in die Fülle. 

Vision #2: Zu einer Welt beizutragen, in der alle Menschen wissen, dass genug von allem und für alle da ist. Eine Welt, in der Menschen fragen, wie sie für die anderen tun können. Das ist die Vision hinter der Vision. 

Das Interessante ist ja, dass wir die großen Probleme unserer Zeit nur gemeinsam lösen können. Weil das nur möglich ist, wenn wir weg von unserem Individualbewusstsein hin zu einem ‘Wir sind Eins’-Bewusstsein kommen, fange ich genau da an. 

Das gibt mir die Kraft dranzubleiben. 

Natascha: Hattest du diese Vision von Anfang an oder hat die sich entwickelt? 

Laura: Sie hat sich insofern entwickelt, als dass ich irgendwann die Worte dafür gefunden habe. Gewusst habe ich es unterbewusst schon immer.

So findest du deine Vision

Natascha: Und um genau diese Visionen für die 10 wichtigsten Lebensbereiche zu finden, gibt es einen Kurs ‘I AM’ von dir, richtig? Wie funktioniert das? Wie findet man seine Vision? 

Laura: Ich glaube, dass viele ihre Vision nicht finden, weil sie diese aus ihrem jetzigen Mindset heraus entwerfen.

Meiner Erfahrung sind aber die folgenden Schritte wichtig:

Beispiel: Lebensbereich Finanzen.

Schritt 1: Was ist dein jetziges “Ich bin…” im Bereich Finanzen? z.B. “Ich bin nicht klug genug, um meine Finanzen in den Griff zu bekommen.”

Schritt 2: Frag dich, welche Gefühle mit diesem Mindset einhergehen. Welche Entscheidungen wurden basierend darauf getroffen und welche Erfahrungen habe ich deshalb gemacht? z.B. “Ich setze mich nicht mit dem Thema auseinander, deshalb werde ich immer wieder negativ überrascht.”

Schritt 3: Update des “Ich bin …” in einer kraftvollen Meditation. Hier wird das Unterbewusstsein direkt mit upgedated.

Schritt 4: Abgeleitet aus dieser Vision deines neuen “Ich bin…” im Bereich Finanzen – welche Entscheidungen müsstest du jetzt treffen, um in einem Jahr dort zu sein. z.B. “Ich mache den Kurs von Madame Moneypenny und eröffne ein Depot.”

So hat es bei mir und vielen anderen funktioniert und so funktioniert es auch bei dir. 

Natascha: Klingt simpel, aber nicht einfach. Da sieht man mal wieder, es ist am Ende alles eine Frage des Mindsets. 

Laura: Ja! Gerade beim Thema Finanzen ist das ganz deutlich zu sehen. 

Du kannst deine Glaubenssätze im Bereich Finanzen an deinem Kontostand ablesen.

Ob dein Konto im Minus ist oder nicht, hat etwas mit dir zu tun. Es geht nicht darum, dass du etwas falsch gemacht hast. Überhaupt nicht. Aber nur, wenn du einmal ehrlich hinschaust, besteht die Chance, dass du etwas ändern kannst. 

Es ist ganz einfach. Wenn du eine Veränderung in deinem Leben willst, kannst du nicht weiterhin die gleichen Dinge tun und erwarten, dass andere Ergebnisse rauskommen. 

Natascha: Ich hab das Gefühl, dass man das bei Geld ganz besonders gut sieht. Zahlen lügen halt nicht. Würdest du sagen, dass erst mit der Vision starten sollte? Oder ist es besser, mit dem alten Asos und der schlechten Kamera loszulegen und dann kommt die Vision danach? 

Laura: Im Idealfall hast du beides. Es hilft ungemein zu wissen, wo du hin willst. Das heißt nicht, dass es am Ende genau so kommen muss, aber es hilft dir in schwierigen Momenten dranzubleiben. 

Natascha: Man sollte sich wahrscheinlich überlegen, warum man etwas macht und wo es ungefähr hingehen soll. Und dann flexibel genug sein, dass sich im Laufe der Zeit etwas ändern kann. Du hast, genau wie ich, allein gegründet. War das eine bewusste Entscheidung?

Ich dachte, ich müsste alles alleine schaffen

Laura: Mir wäre damals tatsächlich nie in den Sinn gekommen, das mit jemand anderem gemeinsam zu machen. Ich hab erst in den letzten 2 Jahren gecheckt, dass da bei mir der Glaubenssatz dahinter steckte “Am Ende muss ich es doch alleine machen.” Weil irgendwann aber alles so viel und so anstrengend war, habe ich mir Unterstützung von einem Coach geholt und diesen Glaubenssatz entdeckt. Seitdem hat sich einiges geändert. Heute sind wir ein Team von 11 Leuten. 

Natascha: Läuft es denn seit dem im Business noch besser? Viele haben ja Angst, dass nicht mehr genug für sie selbst übrig bleibt, wenn sie jemanden einstellen.

Laura: Erstens brauche ich selbst nicht so viel zum Leben. Und zweitens kann ich meine Vision alleine überhaupt nicht wahr werden lassen. Dazu brauche ich so viele Menschen wie möglich. Meine Vision hat mir also dabei geholfen, meinen hinderlichsten Glaubenssatz für ich aufzulösen.

In unserer eigenen Vision liegt unsere eigene größte persönliche Weiterentwicklung.

Da das so ist, wirst du Sachen auf deinem Weg zur Verwirklichung deiner Vision loslassen müssen. 

Natascha: Du bist seit einem Jahr Mama. Magst du uns mal mitnehmen in die Veränderungen, die damit einhergegangen sind. Was waren die größten Veränderungen, die einen Impact auf dein Business haben? 

Laura: Erstmal ist es wichtig all den Frauen, die gerne ein Baby hätten, sich aber wegen des eigenen Business nicht trauen, das zu tun, eines mitgeben: Es geht beides. Du findest einen Weg.

Mein Sohn ist mein größtes Geschenk

Für mich war immer klar, dass ich eine Familie haben wollte. Ich wusste immer, dass ich in der Lage bin, viel zu lieben. Aber dieser kleine Mensch hat mir gezeigt, dass da noch viel mehr möglich ist. Das habe ich nicht erwartet. Diese Energie kann ich natürlich wieder zurück in mein Business fließen lassen. 

Ich bin seit dem mehr in meiner weiblichen Kraft und gönne mir Familienzeit ganz ohne Arbeit. Das hat es vorher sehr selten gegeben. Meine Vision hat mir ganz neue Welten eröffnet und mein Sohn tut das gerade das gleiche. Er lehrt mich ehrlich, authentisch und geduldig zu sein. Wirklich präsent zu sein. Meine Familie ist mein Ruhepol, den ich als Ausgleich zu meiner Arbeit brauche. 

Natascha: Interessant. Für viele ist ein Baby ja in erster Linie eine Business-Bremse. So wie du das beschreibst, ist es ja eher nochmal ein Business-Katalysator. Das sollte natürlich nicht der Grund für ein Baby sein, aber es ist durchaus ein schöner Nebeneffekt.

Laura: Uuuund – dank Carlo bin ich gezwungen, mehr und besser zu delegieren. Das macht mich zu einer besseren Chefin. 

Ich kümmere mich gerade ganz besonders gut um mich

Natascha: Und wie machst du das zeitlich? Ich sehe ich trotzdem die ganze Zeit auf irgendwelchen Bühnen rumhüpfen. Wie machst du das? 

Laura: Ich schlafe gerade extrem wenig. Seit einem Jahr habe ich keine Nacht mehr durchgeschlafen. Von mir wird zurzeit nochmal eine ganz andere Intensität gefordert, das ist klar. Ich schaue, dass ich mich gut um mich kümmere, gesund esse, usw. Und ich hole mir Unterstützung von Babysittern und nehme Carlo viel mit. 

Ich habe mir auch für mich als Mama eine Vision entworfen. Es war von Anfang an klar, dass ich beides haben möchte, Familie und Business. Also habe ich einen Weg gefunden, um das möglich zu machen.

Geld ist …

Natascha: Eine tolle Perspektive zu dem Thema. Ich habe auf jeden Fall auch einiges gelernt. Ich habe noch 4 Sätze zum Vervollständigen für dich:

  1. Geld… ist Liebe.
  2. Erfolg … musst du selbst definieren.
  3. Unternehmertum… schafft Möglichkeiten.
  4. Frauen… sind so powervoll.

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1 Kommentare

  1. Hallo Madam Moneypenny,
    wie cool, dass du einen Podcast mit Laurs gemacht hast. Ich höre euch beiden schon lange und war schon kurz davor euch vorzuschlagen mal zusammen etwas zu machen. Danke!
    Philipp

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