Du hast Geld geerbt und fühlst dich mit der Summe überfordert? Du denkst, dass du das Geld nicht verdient hast oder hast Angst, etwas falsch zu machen? Genau deshalb habe ich eine Schritt-für-Schritt-Anleitung für dich verfasst – mit allen wichtigen Infos zum Thema Erben.
In diesem Artikel erfährst du:
- Wie du dein Erbe richtig anlegst.
- Welche Steuern bei einem Erbe anfallen.
- Ob du ein Erbe annimmst oder besser ausschlägst.
Los geht’s!
Inhaltsverzeichnis
- Geerbt – was tun? Der Fahrplan für Erb*innen
- Ich habe geerbt, was muss ich tun: 5 konkrete Schritte
- Schulden geerbt – was tun?
- Bargeld geerbt – was tun?
- Erbe und Steuern – das Wichtigste zusammengefasst
- Immobilie geerbt – was du unbedingt beachten solltest
- Das Wichtigste zum Thema „Geld geerbt” zusammengefasst
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Geerbt – was tun? Der Fahrplan für Erb*innen
363.000 Euro – auf einmal liegen sie auf deinem Konto. 363.000 Euro ist die Summe, die im Durchschnitt in Deutschland je Erbfall vererbt wird (Quelle: Deutsches Institut für Altersvorsorge [2015]). Doch so ein Erbe ist auch mit vielen Emotionen verknüpft und oft wissen Menschen nicht, was sie mit dem Geld anstellen sollen. Völlig verständlich, schließlich hat man gerade einen geliebten Menschen verloren. Um dir in dieser Situation Orientierung zu verschaffen, habe ich eine Schritt-für-Schritt-Anleitung für dich erstellt.
Ich habe geerbt, was muss ich tun: 5 konkrete Schritte
Schritt 1: Geld parken
Überweise das Geld zunächst auf dein Tagesgeldkonto. Hier bekommst du im Vergleich zu deinem Girokonto wenigstens einige Zinsen und du hast trotzdem jederzeit Zugriff auf dein Geld. Wofür du dein Erbe auf jeden Fall (mit-)nutzen solltest, verrate ich dir gleich.
Schritt 2: Money Mindset überprüfen
Gerade beim Thema Erben spielen dein Money Mindset und deine Glaubenssätze über Geld eine wichtige Rolle. Denn ein Erbe geht mit einem Todesfall und Trauer einher und ist ein emotionaler Schock. Ein häufiger Fehler von Erbinnen: Sie verharren in Schockstarre und lassen aufgrund von blockierenden Glaubenssätzen das Geld jahrelang auf dem Girokonto liegen, wo es immer weiter an Wert verliert. Identifiziere deshalb deine blockierenden Glaubenssätze und löse sie auf.
Schritt 3: Schuldenabbau betreiben
Für dich sind Schulden ein relevantes Thema? Dann nutze das Geld, um mögliche Konsumschulden (die ich auch als „schlechte“ Schulden bezeichne, weil sie vollkommen unnötig sind) zu tilgen. Denn die Zinsen dafür sind unglaublich teuer. Du hast noch BAföG-Schulden oder einen Studienkredit? In diesem Fall ist es sinnvoll, dir genau auszurechnen, ob es sich lohnt, mit deinem Erbe diese – „guten“ Schulden – zu tilgen.
Schritt 4: Informieren
Nimm dir ausreichend Zeit und setze dich ausführlich mit dem Thema Vermögensaufbau auseinander. Dazu gehört auch das Thema Altersvorsorge. Insbesondere wir Frauen sind von Altersarmut betroffen. Berechne daher unbedingt deine Rentenlücke und überlege, wie du das geerbte Geld für deine Altersvorsorge nutzen kannst.
Schritt 5: Investieren
Investiere dein Geld an der Börse! Und: Nicht irgendwie in irgendwelche Trend-Aktien, sondern mit Strategie. Denn nur, wenn du dein Geld investierst, kannst du Vermögensaufbau betreiben. Die Person, die dir das Geld vererbt hat, hätte sicherlich nicht gewollt, dass es kontinuierlich an Wert verliert. Aber genau das tut es durch die Inflation.
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Schulden geerbt – was tun?
Erbschaft ausschlagen: Was tun, wenn das Erbe Schulden bringt?
Du kannst dein Erbe innerhalb von 6 Wochen ausschlagen. Die Frist beginnt an dem Tag, an dem du von der Erbschaft erfährst. Wenn du das Erbe ausschlägst, geht es an die nächste Person in der Erbfolge.
Bevor du ein Erbe annimmst, solltest du das geerbte Vermögen prüfen. Zum Beispiel, indem du Nachforschungen anstellst, welches Vermögen oder welche Schulden überhaupt bestehen. Wenn das Erbe mehr Schulden als Vermögen enthält, solltest du es nicht annehmen.
Hohe Schulden geerbt: Welche Rechte haben Erb*innen?
Solltest du Schulden geerbt haben, hast du verschiedene Möglichkeiten. Du kannst, wie eben bereits erwähnt, dein Erbe innerhalb von 6 Wochen nach Kenntnisnahme ausschlagen. Verfällt die Frist oder hast du das Erbe bereits angenommen und erfährst dann erst, dass du Schulden geerbt hast, kannst du eine Nachlassverwaltung beantragen.
Das ergibt besonders dann Sinn, wenn der Nachlass unklar und / oder verschuldet ist. Ein*e Nachlassverwalter*in kümmert sich darum, den Nachlass zu sichten und Verbindlichkeiten zu erfüllen. Ein weiterer Vorteil: Erb*innen haften nicht mit ihrem Privatvermögen für geerbte Schulden.
Für die Nachlassverwaltung fallen allerdings Kosten an. Den Antrag für ein Nachlassinsolvenzverfahren kannst du beim zuständigen Amtsgericht stellen. Ein*e Insolvenzverwalter*in sichtet dann den Nachlass für dich und reguliert die Schulden.
Wenn du Schulden geerbt hast, bietet es sich außerdem an, spezialisierte Fachanwält*innen zu konsultieren und dich dazu beraten zu lassen. Du musst dich durch diese Situation nicht allein kämpfen! Ein Erbe ist schon ohne Bürokratie (emotionale) Belastung genug.
Bargeld geerbt – was tun?
Auch wenn es auf die Frage keine pauschale Antwort gibt, empfehle ich dir in jedem Fall, zuerst deine persönliche Situation zu klären:
– Wie kann dich das Erbe unterstützen?
– Was ist deine persönliche Situation und wo willst du hin?
Es ist sehr wahrscheinlich, dass dein Ziel die Altersvorsorge und das Schließen deiner Rentenlücke ist. Frag dich also, wie das Erbe dir dabei helfen kann, deine Rentenlücke zu schließen und wo es demnach am besten eingesetzt ist. Ich predige immer: zuerst teure Schulden abbezahlen, dann einen Notgroschen aufbauen und danach (!) langfristig und breit diversifiziert investieren, um deinen Vermögensaufbau zu starten und später immer weiter auszubauen.
Erbe und Steuern – das Wichtigste zusammengefasst
Wer erbt, kommt auch um das Thema Steuern nicht herum. Zunächst einmal gilt: Du musst dein Erbe beim Finanzamt melden und das innerhalb von 3 Monaten nach Bekanntwerden des Erbfalls. Stichtag für die Berechnung der Steuern ist übrigens der Todestag der vererbenden Person.
Wie viel Geld darf man steuerfrei erben?
Das kommt auf den Verwandheitsgrad an. Je enger dieser ist, desto höher der Freibetrag. Konkret heißt das:
- Ehepartner*innen und eingetragene Lebenspartner*innen: Bis zu 500.000 Euro
- Kind: 400.000 Euro
- Enkel: wenn die Kinder noch leben 200.000 Euro, wenn nicht 400.000 Euro
- Für Erben, die nicht mit dem*r Erblasser*in verwandt sind: 20.000 Euro
Erbschaftssteuer: Wie viel Steuer fällt auf das Erbe an?
Wird der erbliche Freibetrag (siehe oben) überschritten, fallen Steuern auf dein Erbe an. Die Erbschaftssteuer ist sehr variabel und hängt vom Verwandheitsgrad und der Höhe des Erbes ab. Sie bewegt sich zwischen 7 bis 50 Prozent.
Insgesamt gibt es beim Erben drei Steuerklassen:
- Steuerklasse 1: gilt für enge Verwandte (z. B. Ehepartner*innen, Kinder, Enkel, usw.)
- Steuerklasse 2: gilt für entferntere Verwandte (z. B. Geschwister, Schwiegereltern, Stiefeltern, geschiedene Ehepartner*innen)
- Steuerklasse 3: gilt für Personen, die nicht mit dem*r Erblasser*in verwandt sind (z. B. Freund*innen, Kolleg*innen, usw.)
Immobilie geerbt – was du unbedingt beachten solltest
Immobilien zu erben, hat einige steuerliche Vorteile gegenüber dem Depot. Vor allem, wenn es sich dabei um das sogenannte Familienheim handelt.
Unter Familienheim versteht man die Wohnung oder das Eigenheim, in dem der*die Erblasser*in bis zum Todestag gewohnt hat. Es kann zu 100 Prozent steuerfrei übertragen werden, wenn einige Voraussetzungen beachtet werden.
Bei Ehegatten: Sie müssen 10 Jahre nach dem Todestag noch in der Wohnung leben, um keine Steuern auf das Erbe zu zahlen. Ziehen sie allerdings früher aus, fallen Steuern an.
Bei Kindern: Auch sie haben die Möglichkeit, das Eigenheim steuerfrei zu nutzen, wenn sie die 10-jährige Wohnfrist einhalten. Die Immobilie darf allerdings nicht größer als 200 m2 sein. Alles, was darüber liegt, ist steuerpflichtig. Darauf wendet das Finanzamt den Steuerfreibetrag von 400.000 Euro an.
Wie hoch sind die Freibeträge bei der Erbschaft von Immobilien?
Der Freibetrag für Kinder, die die Immobilie der Eltern erben, liegt bei 400.000 Euro. Alles, was diesen Betrag überschreitet, muss versteuert werden.
Das Wichtigste zum Thema „Geld geerbt” zusammengefasst
Erben ist ein hoch emotionales Thema. Viele Menschen lassen geerbtes Geld deswegen jahrelang einfach auf dem Girokonto liegen. Besser ist es dagegen, sich mit blockierenden Glaubenssätzen zum Erben auseinandersetzen und das geerbte Geld zu investieren. Generell fallen auf ein Erbe Steuern an, aber es gibt auch Freibeträge, die je nach Verwandheitsgrad variieren. Sollten die Verstorbenen große Schulden hinterlassen, ist es besser, das Erbe auszuschlagen. Ein Eigenheim kann unter gewissen Voraussetzungen steuerfrei geerbt werden.



