Du verdienst, was du verdienst.

***UPDATE***

Liebe Leute,

danke für eure zahlreichen Meinungen und Anregungen zu diesem Artikel, die mich hier in den Kommentaren, per Email und auch in persönlichen Gesprächen erreicht haben.

Dass dieser Artikel einige Wellen schlagen würde, war mir vorher klar. Einige Argumentationsweisen waren ebenfalls vorherzusehen. Ich hatte mir allerdings eine Diskussion auf einer übergeordneten Ebene und nicht über Details erhofft.  Auch hatte ich gehofft, dass das rhetorische Stilmittel der Übertreibung erkannt und die genutzten Extreme nicht als „Generalisierung“ abgestempelt werden würden. Da muss ich offensichtlich an meiner Schreib- und Ausdrucksweise feilen.

Warum habe ich diesen Artikel geschrieben?
Um einen Denkanstoß zu liefern. Mir geht es nicht darum, recht zu haben oder mir selbst auf die Schulter zu klopfen. Wenn man Inspiration liefern will, gibt es kein „recht haben“. Und ich weiß, was ich habe und was ich nicht habe und warum. Dafür brauche ich keine Blogartikel zu schreiben. Ich bin keine Narzisstin, deren Wohlbefinden und Selbstbewusstsein von den Urteilen anderer Menschen abhängen. Aus dem Alter bin ich glücklicherweise raus.

Natürlich ist mir klar, dass es Menschen gibt, die aufgrund von Schicksalsschlägen nicht das Leben führen können, das sie sich wünschen würden. Mir ist auch klar, dass manche Menschen aufgrund gewisser Umstände übergewichtig sind und dagegen nicht viel tun können. Dass es solche Fälle gibt, ist doch wohl sonnenklar. Weiß das jemand nicht? Muss ich so etwas wirklich im Artikel erwähnen?! Und welchen Mehrwert liefern diese Information zum Thema persönliches Wachstum? Was lehrt mich das für die aktive Gestaltung meines eigenen Lebens? Nix. Denn solche Situationen liegen außerhalb unseres Einflussbereiches. Interessant wird es doch, wenn jemand etwas tun könnte, es aber nicht macht. Das ist doch unser Kontrollbereich. Darum geht es, wenn man wachsen und sich weiterentwickeln will. Und ich schreibe hier über Persönlichkeitsentwicklung und nicht über soziale Gerechtigkeit und persönliche Schicksalsschläge.

Vielleicht ist auch alles, was ich geschrieben habe, vollkommener Unsinn und unser aller Leben wird eh von einer höheren Macht bestimmt. Vielleicht ist es tatsächlich so, dass man gar nicht nach Leistung bezahlt wird und alles nur Zufall ist. Aber was, wenn nicht? Und was bringt mich weiter im Leben? Die Einstellung, dass alles Zufall ist und ich keine Macht über mein Leben habe? Oder, dass ich mein Leben beeinflussen kann? Womit erreiche ich mehr? Welche Einstellung ermöglicht es mir ein glücklicheres Leben zu führen?

Ich glaube daran, dass Proaktivität Inaktivität schlägt. Ich glaube daran, dass wer sein Leben nach seinen Vorstellungen leben will, sich äußeren Umständen nicht ergeben darf. Warum glaube ich daran? Weil ich es doch jeden Tag sehe. Und weil die Alternative Ohnmacht wäre.

Also: Warten oder machen? Ergeben oder gestalten? Treiben lassen oder paddeln? Dein Ziel ansteuern oder schauen, wo du rauskommst?

Wenn du mit deinem aktuellen Leben zufrieden bist, ist doch alles wunderbar! Wenn du aber unzufrieden bist, könnte es durchaus Sinn machen, die eigenen Denk- und Verhaltensweisen zu reflektieren und zu analysieren. Und genau hierfür soll der Artikel einen Denkanstoß liefern. Klar kann man alles auf das unfaire Unternehmen, den unfähigen Chef und das ungerechte System schieben. Vielleicht ist das ja auch so! Und nun? Bringt dich das wirklich weiter? Oder hat dich diese Denkweise vielleicht genau dahin gebracht, wo du aktuell stehst (nochmal: Ich rede hier NICHT von Schicksalsschlägen!)? Kannst du das Unternehmen ändern? Nein. Kannst du deinen Chef ändern? Nein. Kannst du das System ändern? Nein. Kannst du dich ändern? Ja! Kannst du dich selbst in eine bessere Situation bringen? Ja, verdammt! Wer soll es denn sonst tun?! Diese Dinge liegen innerhalb deines persönlichen Einflussbereiches.

Es geht darum vom Akzeptieren ins Handeln zu kommen und sich äußeren Umstände nicht zu ergeben. Auszubrechen, aufzubrechen, Neues zu erkunden, lösungsorientierte Fragen zu stellen anstatt problemorientiert zu denken. Von „Ich werde nicht leistungsgerecht bezahlt“ hin zu „Vielleicht ja doch? Wie kann ich meinen Wert steigern? Würde ein zusätzliches Studium mich weiterbringen? Oder ein Side-Business?“. So kommt das Hirn doch erst in Schwung und nur so kannst du deine Situation verbessern. Diese Arbeit wird dir niemand abnehmen.

Ach so: Wer wirklich glaubt, dass mir alles zugeflogen ist, den lade ich gerne mal auf ein alkoholfreies Bierchen ein, um ihm ein umfassendes Bild von meinem Leben der letzten 8 Jahre zu geben. Davon, wie viel Zeit und Mühen ich in meine Projekte stecke, welche Fails ich hinter mir und noch vor mir habe, wie oft ich wieder aufgestanden bin und welche Opfer ich jeden Tag bringe. Und das sogar gerne. Und dann werde ich ihn fragen, was es ihm bringt, zu denken erfolgreiche Menschen hätten immer nur Glück im Leben gehabt. Und, ob die Frage, die ihn weiterbringen würde, nicht etwa lautet: Wie machen die das? Wie haben sie das geschafft und was kann ich von ihnen lernen?

Viele Grüße
Natascha

***UPDATE ENDE***

Diesen Artikel werden einige von euch richtig blöd finden. Sie werden sich angegriffen fühlen – von mir und der unfairen Welt. Die meisten von ihnen werden etliche Ausreden parat haben und sich tiefer in ihre Opferrolle hinein graben. Ein paar werden vielleicht erkennen, dass, wenn man alle Ausreden und politischen Aspekte ausblendet, nur eine die Verantwortung für die eigene finanzielle Situation trägt: Man selbst. Kurz vorab: Ich möchte niemanden herabstufen, keine Berufe schlecht machen und erst recht nicht jemanden persönlich angreifen. Aufrütteln, ja, angreifen, nein. Lass‘ dich kurz drauf ein.

Gestern bin ich in den Weiten des Internets auf folgenden Satz gestoßen: You earn what you deserve. Im Deutschen werden earn und deserve praktischer Weise vom gleichen Wort vertreten: Verdienen. Du verdienst, was du verdienst. Was ist damit gemeint? Damit ist gemeint, dass du aktuell genau so viel Geld hast, wie du der Welt an Nutzen stiftest. Du frittierst Pommes bei McDonalds? Dann ist dein Nutzen für die Welt relativ gering. Daher verdienst du vergleichsweise wenig. Du hast Jahre lang an einer Technologie gearbeitet, die unsere komplette Welt verändert und mir ermöglicht diesen Blogartikel zu tippen? Dann ist dein Nutzen für die Welt enorm und du besitzt ein Nettovermögen von 85 Milliarden US-Dollar. Und heißt Bill Gates.

Die Welt ist fairer als du glaubst

„Warum verdiene ich nicht so viel Geld? Die Welt ist so unfair,“ sagen die Menschen, wenn sie jemanden sehen, der viel mehr Geld besitzt als sie selbst. Gegenfrage: Warum sollte jemand, der Pommes frittiert gleich viel Geld verdienen, wie jemand dessen Unternehmen die Welt verändert hat? Wäre das wirklich fairer? Oder warum sollte jemand, der auf seine Ernährung achtet, regelmäßig Sport treibt und sich das Dessert verkneift, genauso übergewichtig sein, wie jemand, der den ganzen Tag Chips und Schoki futtert und die Abende faul auf dem Sofa verbringt? Wäre das etwa fairer? Und warum sollte jemand, der offen, nett und aufmerksam ist, genauso viele Freunde haben, wie jemand, der unfreundlich und egoistisch ist? Wäre das etwa fairer? Du bekommst, was du verdienst.

Ich sage nicht, dass die Welt fair ist. Es gibt Berufe, die heillos unterbezahlt sind und nicht alle Menschen haben die gleichen Chancen in allen Bereichen. Aber das bringt dich ja nicht weiter. Wenn man es auf den Kern herunterbricht und alle äußeren Aspekte außen vor lässt, ist die Welt durchaus fairer, als wir oftmals glauben. Ich persönlich lebe lieber in einer Welt, in der Proaktivität, Durchhaltevermögen und Positivität stärker belohnt werden als Faulheit, Gleichgültigkeit und Neid. Es gibt sicherlich Ausnahmen, aber in den meisten Fällen dürften Menschen, die übermäßigen Einsatz bringen, gegenüber anderen gewinnen.

Es gibt keine Zufälle. Zum Glück.

Wenn wir akzeptieren, dass es diesen Zusammenhang zwischen Aktion und Reaktion gibt und verstehen, dass wir Resultate beeinflussen können, gibt uns das die Möglichkeit zu erreichen, was wir erreichen möchten. Stell‘ dir doch mal vor, in deinem Umfeld gäbe es Menschen, die Sport treiben, sich gut ernähren, nicht rauchen und keinen Alkohol trinken. Und es gäbe gleich viele Menschen, die genau das Gegenteil tun. Von all diesen Menschen sind 50 Prozent schlank und gesund und die anderen 50 Prozent sind übergewichtig und krank. Aber nicht ausschließlich die mit dem ungesunden Lebensstil wären übergewichtig und krank, sondern die Hälfte der disziplinierten Menschen auch. Und umgekehrt wäre die Hälfte derer mit ungesundem Lebensstil schlank und gesund. So ließe sich kein Zusammenhang zwischen Aktion und Reaktion herstellen. Alles wäre also purer Zufall.

Für die eher weniger Ambitionierten unter uns, wäre das ein Traum. Sie würden sagen: „Super, egal, was ich tue, ich kann das Resultat eh nicht beeinflussen. Also easy life mit Chips, Schoki, Bier und Kippen.“ Für Menschen, wie dich und mich, die mehr im Leben vorhaben als Chips, Schoki, Bier und Kippen, wäre es der absolute Albtraum keinen Einfluss auf das eigene Leben zu haben. Zum Glück gibt es in dieser Hinsicht keine Zufälle. Wir können unser Leben, unser Gewicht, unser soziales Umfeld, unsere Finanzen und unser Glück beeinflussen. Tun wir ja auch. Jemand landet nicht durch Zufall bei McDonalds an der Fritteuse und er wird auch nicht dazu gezwungen. Er hat selbst entschieden, dort zu sein.

„Aber Jennifer Lopez kann nicht singen!“

Auf den ersten Blick gibt es Menschen, die der Welt keinen sonderlich großen Nutzen stiften, in dem, was sie tun nicht sonderlich gut sind und dennoch die Millionen nach Hause tragen. So wie Jennifer Lopez. Kann sie gut singen? Sicherlich nicht. Eine Opernsängerin kann tausend Mal besser singen als Jennifer Lopez. Nur leider interessiert die Opernsängerin niemanden. Deswegen verdient sie nicht so viel Geld. Hat McDonalds die besten Burger der Welt? Natürlich nicht. Den besten Burger gibt es bei der kleinen Klitsche in Berlin Neukölln. Nur leider hat die kleine Burgerklitsche aus Berlin Neukölln nicht das Risiko einer Firmengründung inkl. Franchise-Business auf sich genommen, gelernt, wie man Leute einstellt, Marketing macht, internationalisiert und und und. Genauso wenig, wie die Opernsängerin gelernt hat, welche Musik die breite Masse mag, wie man sie produziert, ein Team einstellt, auf Welttournee geht und Menschen entertaint.

Ein Satz dazu aus einem meiner Lieblingsbücher „The Millionaire Fastlane: Crack the Code to Wealth and Live Rich for a Lifetime!*“: „Affect millions, make millions“. Beeinflusse Millionen und du verdienst Millionen. Think about it.

Was kannst du tun?

Zunächst einmal, solltest du verstehen, dass du dein Leben lenkst. Niemand sonst. Und dann solltest du dein Bewusstsein für die Welt schärfen. Was beschäftigt Menschen? Welche Probleme haben sie? Was brauchen sie? Das kann auf dem freien Markt oder auch bei deinem Arbeitgeber sein. Du willst mehr verdienen? Dann sieh‘ zu, dass du der Firma mehr Nutzen stiftest, als du es aktuell tust. Du willst mehr Kunden gewinnen und so mehr Geld verdienen? Dann sieh‘ zu, dass du mehr Menschen einen Nutzen stiftest. Löse Probleme. Probleme von Kunden, deinem Chef, deinem Partner. Bringe einen wahren Mehrwert in die Welt.

Fazit

Ja, soziale Berufe sind unterbezahlt. Ja, als Mutter wird man vom System ungerecht behandelt. Ja, bei manchen Menschen ist das Übergewicht genetisch begünstigt. Ja, ja, ja. Das mag ja alles sein. Und nu? Ergeben? Warum bist du in dem Beruf gelandet, in dem du aktuell bist? Warum genau bei diesem Arbeitgeber? Warum verdienst du nicht mehr? Hat dich jemand dazu gezwungen?  Zwingt dich jemand zu diesem mickrigen Gehalt weiterzumachen? Das hast du so entschieden. Und du verdienst, was du verdienst. Und kannst mehr verdienen. Um mehr zu haben, musst du mehr leisten – in jedem Lebensbereich. So einfach ist das. Und fair.

Foto: Scott Webb

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