Was muss ich tun, um eine alte, reiche Lady zu werden?

Wir alle wollen im Alter genug Geld haben, um gut davon leben zu können. Aber wie fangen wir am besten damit an? Kann ich in 40 Jahren in Rente gehen, wenn ich jetzt anfange monatlich 200 € zu sparen? Was ist der Vorteil von Aktien gegenüber Immobilien? Wie wähle ich einen Fond aus, der zu mir passt? Und wann sollte frau nervös werden, wenn sie noch nicht angefangen hat mit dem Vermögensaufbau? Im Interview der Sendung Sputnik vom MDR, haben mir Raimund und Friederike genau diese Fragen gestellt. Ich habe dir die 5 wichtigsten Einstiegsfragen beantwortet. 

Der erste Schritt, wenn du Vermögen aufbauen willst, ist anzufangen. Wenn du noch nicht weißt wo, schau dich auf meinem Blog um, lies meine Bücher, oder komm in mein kostenloses Online-Training. Gemeinsam rocken wir das Thema, damit es ein für alle mal abgehakt ist!

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Frage #1: Ich habe gar nicht so viel Geld. Wann ist der richtige Zeitpunkt, um sich mit dem Thema Vermögensaufbau und investieren zu beschäftigen, um im Alter gut abgesichert zu sein?

Je früher, desto besser! Meine Antwort auf die Frage wird dich nicht überraschen, aber that’s how it is. Wichtig ist es, anzufangen. Eines der größten Missverständnisse ist, dass man Vermögen nur aufbauen kann, wenn man schon reich ist. Dabei ist es genau anders rum. Du investierst, um reich zu werden. Das können am Anfang 25 € im Monat sein, die du investierst.

Lass uns ein bisschen konkreter werden. Die erste Frage, die du dir stellen musst, ist, was “gut abgesichert sein” für dich bedeutet. Wie viel brauchst du tatsächlich im Monat, um gut leben zu können? Die zweite Frage: Wann möchtest du in Rente gehen? 

Ausgehend davon ist es nur noch ein Rechenspiel. Keine Angst, hier gibt es Sparplan-Rechner, die dir dabei helfen. 

Wenn du ohne Startkapital 40 Jahre lang jeden Monat 25 € in einen Fond einzahlst, bekommst du ca. 70.000 € raus. Das reicht natürlich noch nicht, um im Alter davon leben zu können, aber vergiss nicht, dass du insgesamt nur 12.000 € selbst eingezahlt hast. Den Rest erledigt der Zinseszinseffekt

Bei einer monatlichen Investition von 200 € sind es in 40 Jahren (96.000 € Eigeninvest) schon knapp eine halbe Million Euro. Nicht schlecht oder? 

Die Rolle, die die Zeit hier spielt, wird deutlich, wenn wir die Investitionslaufzeit auf 20 Jahre verkürzen. Weil du früher in Rente gehen willst, oder einfach später anfängst. Um ebenfalls 500.000 € zu haben, muss du nun schon knapp 1200 € im Monat einzahlen.

Frage #2: Investition in Aktien oder Immobilien – was ist die bessere Wahl?

Wir haben nicht unendlich viel Geld zum Investieren. Um in der Lage zu sein, sich die lang geplante Weltreise leisten zu können, oder die kaputte Waschmaschine zu reparieren, macht es Sinn ein wenig Geld auf der hohen Kante zu haben. Ich nenne das meinen Notgroschen (ca. 3 Monatsgehälter). Der liegt auf deinem Bankkonto und wird nicht angetastet, bis du ihn wirklich brauchst. 

Wenn du aber darüber hinausgehend, Geld übrig hast, macht es Sinn das zu investieren. Ob in eine eigene Immobilie, oder Aktienfonds (welche Fonds ich empfehle liest du in Frage 3), darfst du entscheiden. Das sind die Vor- und Nachteile, die ich sehe. 

Vorteil Aktienfonds: 

  • Du brauchst nicht viel, um anzufangen. Selbst mit 25 € im Monat, legst du schon mal eine gute Basis für später.
  • Aktienfonds sind breit diversifiziert. Mit deinen 25 € investierst du also in ganz verschiedene Unternehmen. 
  • Wenn du einmal ein ordentliches, strategisches System aufgesetzt hast, musst du die nächsten 30 Jahre nur einmal im Jahr draufschauen.

Nachteil Aktienfonds:

  • Rendite kommt von Risiko. Eine Investition in Aktien geht immer mit einem gewissen Risiko einher. Deshalb ist es unglaublich wichtig, die eigene Risikobereitschaft VOR dem Kauf einzuschätzen.

Vorteil Immobilie: 

  • Es geht kein Geld für Miete verloren
  • Passive Einkommensquelle (durch Mieteinnahmen) im Alter, wenn vermietet wird. 
  • Geringe Wohnkosten im Alter, wenn die Immobilie selbst genutzt wird.
  • Eventuelle Steuervorteile.

Nachteil Immobilie: 

  • Du startest mit einer großen Anfangsinvestition und machst in den allermeisten Fällen hohe Schulden. Ein Kredit von 100.000 € heißt, dass du die erstmal wieder rein bekommen muss (plus Zinsen), bevor dir irgendwas gehört. 
  • Hinzukommen “versteckte” Kosten, wie Notar und Steuern, die man oft vergisst.
  • Du hast ein Klumpenrisiko, da deine Immobilie in einer Region/ einer Stadt hast. Fallen die Preise, kannst du den Verlust nicht abfedern, es sei denn, du hast 10 Immobilien an verschiedenen Plätzen dieser Welt.
  • Verwaltungsaufwand oder -kosten.

Frage #3 Wie genau läuft ein Kauf von Aktien ab?

Gehen wir davon aus, dass du dich dafür entscheidest, dein Geld in Aktien zu investieren.

Diese 4 Punkte solltest du beachten:

  • Wie & in was investiere ich? 

Grundsätzlich gibt es 2 Möglichkeiten. Entweder du gehst zu einem Berater, der dir irgendetwas aussucht, oder du entscheidest dich dafür, das Thema selbst in die Hand zu nehmen. Der Nachteil bei einem Berater: du weißt nicht, was er aussucht und meist wird es dir auch nicht komplett erklärt. Die Ausnahme sind Honorarberater. 

Mein Ansatz ist selbst machen, selber informieren und selber Entscheidungen treffen. 

Das kann man mit Fonds machen, sogenannten Exchange Traded Funds, kurz ETFs. Die werden direkt an der Börse gehandelt. Du kannst sie also selber kaufen, ohne einen Berater involvieren zu müssen. 
Dazu eröffnest ein Depot bei einer Online Bank und wählst aus, welche Fonds du gerne hättest. Wie du dir deinen kostenlosen ETF Sparplan bei Trade Republic einrichtest, habe ich dir sonst aber auch hier nochmal ganz einfach zusammengefasst.

  • Wie wähle ich Fonds aus, die zu mir passen und das abwerfen, was ich nachher will?

Tja, das ist die Kunst. Das im Detail zu erarbeiten, dauert bei mir im Bootcamp 8 Wochen. Dann ist das Thema aber auch ein für alle mal abgehakt. Zunächst musst du verstehen, wie die Börse und Aktien funktionieren. Viele Leute machen Verluste, weil sie keine klare Strategie haben und in Panik verkaufen, wenn die Kurse fallen. 

Jede, die an der Börse investiert, muss sich bewusst sein, dass das mit einem gewissen Risiko einher geht. Überleg dir genau, was zu dir passt, deine Bedürfnisse abdeckt & wie viel Geld du im Alter brauchst. Mach dich schlau, lies Bücher, aber gib dir Verantwortung nicht ab. 

Ich habe vor 5 Jahren selbst eine schlechte Entscheidung getroffen, weil ich mich damit nicht beschäftigen wollte und eine private Rentenversicherung bei einer “unabhängigen” Beraterin abgeschlossen habe (pass auf, wenn etwas nichts kostet!!). Grundsätzlich eine gute Idee, aber mein Vertrag war schlecht. Ich habe dafür bezahlt, meine finanzielle Existenz in die Hände von jemand anderem zu geben. 

  • Kann ich mein Geld nicht kurzfristig in vielversprechende Aktien anlegen und schneller reich werden? 

So kann man es mit ganz ganz viel Glück auch machen. Ich persönlich habe da aber keine Lust drauf. Ich möchte mich einmal damit beschäftigen und dann nie wieder.

Das heißt, dass ich am Anfang einmal Zeit investiere, um mein ganz eigenes System aufzusetzen. Ab dann – deshalb heißt es auch passives Investieren – läuft das von alleine. Warren Buffett, einer der reichsten Menschen der Welt, ist durch Aktien zu seinem Vermögen gekommen. Mit der einfachen Strategie: Buy and Hold. Einmal machen und warten. Ich spreche von langfristiger Altersvorsorge – als einem Investitionszeitraum von mindestens 15 Jahren. Da hat Zocken nichts zu suchen. 

  • Wie wird das Geld am Ende der Laufzeit ausgezahlt? 

Wenn du mit 60 in Rente gehen möchtest, kannst du entweder deine Aktien Stück für Stück verkaufen und von den Verkäufen leben. Oder du hältst deine Aktien und lebst von den erwirtschafteten Gewinnen, also den Dividenden. Dafür musst du aber schon einiges investiert haben. Mit 25 € im Monat wird es dann knapp. 

Frage #4 Ab welchem Alter solltest du nervös werden, wenn du noch nichts für deine Altersvorsorge getan hast?

Kurze Antwort: Wahrscheinlich so ab Mitte 40. Das heißt nicht, dass es zu spät ist. In meiner Community sind viele, die erst mit 50 anfangen zu investieren. Also keine Panik, denn später ist immer besser als nie. 

Erfahrungsgemäß merken die meisten Leute zwischen 30 und 50 Jahren, dass sie nicht genug Geld haben, um im Alter unbeschwert leben zu können. Wenn du unsicher bist, ob es sich für dich überhaupt noch lohnt, zu investieren, frag dich lieber, was die Alternative ist.

Weiter oben haben wir gesehen, welchen Einfluss die Laufzeit darauf hat, wie viel du am Ende heraus bekommst. Es gibt aber auch noch andere Hebel:

  1. Sparrate. Je älter du bist, desto höher muss die Sparrate sein, um das gleiche Endkapital zu erreichen. 
  2. Anfangskapital. Wenn du bereits eine größere Summe angespart hast, kann du die direkt investieren (Achtung: nicht den Notgroschen!) und startest gleich mit einer guten Basis.
  3. Später in Rente gehen. Auch wenn es im ersten Moment hart klingt: Wenn du mit 67 nicht in Rente gehen kannst, weil du es dir nicht leisten kannst, dann kannst du das eben nicht tun.
  4. Einkommen erhöhen. Ich selbst habe mittlerweile 2 Unternehmen, die mir helfen, schneller Vermögen aufzubauen. Je mehr du hast, desto mehr kannst du auch investieren.

Frage #5 Warum ist das Thema Finanzen gerade für Frauen so wichtig? 

Alles, was ich gesagt habe, gilt genauso auch für Männer. Das Endprodukt „Aktie“ ist für alle gleich. Es gibt ja keine pinken und blauen Aktien. Allerdings haben es Frauen sehr viel dringender nötig, sich um das Thema Vermögensaufbau zu kümmern. Weil wir weniger Rente bekommen. Weil wir weniger verdienen. Weil wir Babypausen machen und oftmals in die Teilzeitfalle tappen, …. Deshalb richte ich mich ausschließlich an das weibliche Geschlecht.

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7 Kommentare

  1. Franziska

    Liebe Natascha,

    wie soll ich bei der Planung meiner eigenen finziellen Freiheit / Altersversorgung damit umgehen, dass ich 2 Elternteile habe (getrennt lebend, ca. 55) deren Alterspflege (Betreuung, Pflege, Altersheim) später sicher sehr viel Geld kosten wird, da die beiden bisher kaum vorsorgen. Was wenn ich meine Altersversorgung aufbau und am Ende alles für deren Betreuung angerechnet werden soll.

    Das Thema könntest du ja vielleicht mal behandeln.

    Viele Grüße
    Franziska

    • Hallo Franziska,
      da kann ich vielleicht weiterhelfen, da ich in dem Bereich arbeite.
      Seit dem 01.01.2020 sind Angehörige nur noch unterhaltspflichtig wenn dass gesamte Bruttojahreseinkommen 100.000€ übersteigt. Der Vermögensstamm an sich ist nicht interessant sondern nur die Erträge daraus. Zudem ist die „indirekte Schwiegerkindhaftung“ weggefallen und es geht nur um dein Einkommen, nicht das deines Partners.
      Reichen die Einkünfte deiner Eltern nicht aus und hat jeder weniger als 5000€ an Ersparnissen (Giro, Sparbuch, Rückkaufswerte von kapitalbildenden Versicherungen etc.), kann man einen Antrag auf Sozialhilfe in Heimen stellen. Die sog. Hilfe zur Pflege. Deinen Eltern bliebe dann jeweils ein monatliches Taschengeld, der Rest der Rente geht ans Heim und der fehlende Betrag wird vom Sozialamt übernommen.
      Stand Juni 2020. Wird aber so oder so ähnlich seit über 15 Jahren gehandhabt, da gab´s wenig Änderungen im Gesetzt außer der Vermögensfreigrenzen.

  2. Antonia Bär

    Ich bin dabei mich zu informieren un lese gerade das Buch Souverän investieren von Gerd Kommer, habe auch das Buch von Andre Kostolany :Die Kunst, über Geld nachzudenken,. Ich habe das Gefühl das mir Die Zeit davonläuft, bin 56Jahre alt geworden. Ich möchte in ETFs,langfristig investieren, passiv, soviel habe ich verstanden. Kann ich zB 5000 Euro + monatlich 200 Euro in Etf s investieren, und mir nach 15 Jahren die Dividende auszahlen lassen ? Muss ich diese Zeit festlegen wenn ich jetzt Anfange, oder kann ich jederzeit von meinem Depotkonto auf diese Rendite zugreifen?

    • Kerstin

      Liebe Antonia, im Februar bin ich 50 geworden und so muss auch ich mich sputen. Vor allem, da sich mein Vermögen dank Wirecard, um einen großen Batzen verringert hat. Ich selbst besitze zwei ETFs. Beide sind thesaurierend, die Dividende wird also nicht ausgeschüttet, sondern gleich wieder investiert. Den ersten halte ich schon einige Jahre, der andere habe ich seit einer Woche. Diesen habe ich bei meiner Depotbank wie eine Aktie gekauft. Jeder ETF hat ja eine WKN und man kann hier einfach Anteile kaufen. Diese Anteile können auch steigen und fallen. Du könntest dir also einen ETF aussuchen, für 5.000 Euro Anteile kaufen und dann darauf noch einen Sparplan anlegen. Wenn du in ein paar Jahren Geld brauchst, verkaufst du einzelne Teile oder auch alles.

  3. …schöner Beitrag, aber ich will eine reiche, junge Dame sein 😀
    muss mich ranhalten, bin schon 33.

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