Kinderleicht: 9 Geldtipps für Eltern

Ja klar, Kinder kosten Geld: Sie brauchen Kleidung und Essen, Schule und Ausbildung werden in der Regel auch von den Eltern finanziert. Weißt du sicher alles. Aber gleichzeitig hast du – neben den ganzen Spartipps, die du eh schon in deinem Alltag umsetzt – eine ganze Menge Möglichkeiten, um als Elternteil Geld zu sparen und für deine Kinder anzulegen. Das ist in doppelter Hinsicht gut, denn a) sicherst du dich und deine Familie finanziell ab und b) gehst für deine Kinder mit gutem Beispiel voran. Schließlich erben wir unser Money Mindset von unseren Eltern.

Hier habe ich ein paar Geldtipps rund um Kinder und Babys für dich, die dir als Anregung dienen können. Grundsätzlich zahlt sich eine Recherche zu Spar- und Steuertipps aus – jede Familienkonstellation und –situation ist ja ganz individuell.

1. Gründlich zum Elterngeld recherchieren

Bevor es mit dem Elternsein so richtig losgeht, lohnt es sich, wenn du dich gründlich über das Elterngeld informierst. Denn es gibt verschiedene Modelle: das Elterngeld, das ElterngeldPlus oder eine Kombination aus beiden. Welche Variante Sinn macht, entscheidet sich danach, wer in deiner Partnerschaft wieviel verdient, wer wieviel arbeitet und später arbeiten möchte.

Auf der Seite ElterngeldDigital oder dem Elterngeldrechner vom BMFSFJ könnt ihr euch beispielsweise über die verschiedenen Möglichkeiten informieren und direkt mal alles durchspielen. Auf der Internetseite von elterngeld.net gibt es außerdem eine gute Übersicht über verschiedene Elterngeld-Themen.

2. Die Steuerklasse wechseln

In manchen Partnerschaftskonstellationen kann es Sinn machen, die Steuerklasse zu wechseln. Frauen, die weniger als der Partner arbeiten sind oft in der Steuerklasse V eingestuft. Um ein höheres Elterngeld zu bekommen, kann es sich lohnen, die Steuerklasse zu wechseln. Recherchiere auch in diesem Fall gründlich, denn möglicherweise kann dieses Vorgehen zu einer höheren Nachzahlung im Folgejahr kommen.

Dieser Artikel aus der Wirtschaftswoche gibt hierzu einen ersten Überblick. Informieren könnt ihr euch zusätzlich auf der Seite des Bundesministerium für Finanzen, zum Beispiel hier

3. Regelmäßig U-Untersuchungen für Kinder besuchen

So oder so: U-Untersuchungen für Kinder sind wichtig. Wenn sich der Gang zu Kinderarzt aber doppelt lohnt – umso besser! Einige Krankenkassen bieten nämlich einen finanziellen Babybonus, wenn du pünktlich mit deinem Kind bei den U-Untersuchungen erscheinst. Am besten wandert der Betrag direkt auf ein extra Sparkonto. Frag bei deiner Krankenkasse nach, ob sie ein solches Bonussystem anbietet.

4. Betreuungskosten von der Steuer absetzen

Sobald du wieder arbeiten gehst, stellt sich die Frage nach der Kinderbetreuung. Ganz egal für welches Modell du dich entscheidest: Die Kosten für Kita oder Kindergarten kannst du bis zu zwei Drittel steuerlich geltend machen. Das gilt für Kinder unter 14 Jahren und bis maximal 4.000 Euro je Kind und Jahr.

5. Das Kindergeld anlegen

Das Kindergeld in Deutschland ist eine gute Sache. Noch besser wird es, wenn du es direkt auf ein Sparkonto überweist. Zum ersten Januar 2018 wurde das Kindergeld um je zwei Euro erhöht. Nun werden für das erste und zweite Kind monatlich 194 Euro gezahlt – bei zwei Kindern bedeutet das 4.656 Euro pro Jahr (!) auf dem Sparkonto. Aber Klassenfahrten, Bücher und Studium können ganz schön ins Geld gehen – glücklicherweise gibt’s noch mehr Möglichkeiten, um ein schön stabiles Geldpolster für den Nachwuchs anzulegen. Was du sonst noch tun kannst, um sinnvoll Geld für deine Kinder zu sparen, liest du hier in meinem Artikel übers Anlegen für die Kiddies

6. Kinderfreibeträge geltend machen

Nochmal zurück zur Steuer. Neben den Betreuungskosten gibt es noch weitere Kinderfreibeträge, die du in deiner Steuererklärung geltend machen kannst. Alleinerziehende können beispielsweise einen Entlastungsbetrag von 1.908 Euro im Jahr* für das ihr erstes Kind geltend machen, für jedes weitere Kind kommen 240 Euro hinzu. Beiträge, die du für deine Kinder zur Kranken- und Pflegeversicherung zahlst, kannst du als Sonderausgaben geltend machen. Und Eltern mit volljährigen Kindern in der Ausbildung gibt es einen Ausbildungsfreibetrag. Hier lohnt es sich als definitiv noch einmal intensiver zu recherchieren!

7. Riester-Möglichkeit prüfen

Es lohnt sich zu prüfen, ob sich die Riester-Rente für dich lohnt. Denn: Du zahlst privat in deine Altersvorsorge ein, wirst steuerlich gefördert und außerdem gibt’s eine Kinder-Zulage. Für jedes Kind das bis 2007 geboren wurde sind es 185 Euro und für jüngere Kinder 300 Euro im Jahr. Gilt übrigens auch, wenn du nur kurze Zeit im Jahr Anspruch auf Kindergeld hattest. Die Sache Riestersache ist natürlich hoch individuell, aber es schadet ja nicht, mal reinzuschauen. Also: Einfach mal die Möglichkeiten ausloten.

8. Kindern Geld schenken

Haben du und dein Partner mehr Zinseinkünfte als der Sparfreibetrag für Ehepaare hergibt (1.602 Euro im Jahr), könnt ihr euren Kindern Geld schenken: Ihnen wird ein Sparer-Freibetrag von bis zu 801 Euro gewährt und ihr spart Abgeltungssteuer. Allerdings könnt ihr später nicht einfach so an das Geld ran. Denn die Verfügungsrechte gehen auf euer Kind über, wenn ihr das Geld in seinem Namen anlegt. Ist aber dennoch eine gute Anlage für ein Studium oder eine Ausbildung, oder?

9. Gemeinschaftskäufe tätigen und Secondhand shoppen

Neben dem ganzen Gespare müssen aber auch ein paar Anschaffungen gemacht werden: Kinderwagen, Kleidung, Badewanne… Du hast andere Eltern im Freundeskreis? Wunderbar! Dann überlegt doch einmal, welche Käufe ihr gemeinsam tätigen könnt. Kinderkleidung kann außerdem problemlos Secondhand gekauft werden, da sie meist nur kurze Zeit getragen wird. Auch eine gute Alternative: Anbieter, die Kinderkleidung und –bedarf vermieten.

Als Elternteil kannst du also eine ganze Menge für dein und das Sparkonto deines Kindes tun. Wenn du noch weitere Geldtipps rund um Kinder und Babys hast, dann freue ich mich, wenn du sie in den Kommentaren teilst!

5 Kommentare

  1. Hallo Natascha,
    ich bin erst vor kurzem auf Dein Blog gestoßen und schwer begeistert – als Mutter von zwei Kindern auch und im Besonderen über diese Geldtipps! Allein mit den Secondhand-Einkäufen tue ich mich schwer. Mein Großvater pflegte zu sagen, dass er sich günstig nicht leisten könne. Er hat absolut Recht, wenn es darum geht, dass Klamotten von jüngeren Geschwisterkindern aufgetragen werden sollen/können/müssen. Jedes billig gefertigte und gekaufte Teil ist spätestens nach einer Saison durch und muss fürs nächste Kind wieder neu gekauft werden. Gleiches gilt auch für die bereits getragene und strapazierte Secondhand-Kinderkleidung. So gibt man am Ende mehr Geld aus, statt einmal etwas mehr in die Hand zu nehmen und qualitativ hochwertig einzukaufen. Die Krux ist ohnehin viel eher, nicht jedes süße Kleidchen oder Pullöverchen zu kaufen, weil es an den Kleinen so Zucker aussieht – sondern nur das, was wirklich gebraucht wird!

  2. Man beachte aber, dass Ersparnisse oder Eigentum des Kindes später bei BAföG oder Wohngeld und auch bei evtl Sozialhilfe angerechnet werden.

  3. Sonja Filip

    Kinderflohmärkte sind tatsächlich das A und O. Da wird man das meisten 2 Jahre später zum annähernd selben Preis auch wieder los 😉
    Bei ebay kleinanzeigen lohnen sich vor allem Kleiderpakete.

    Wer kein Problem mit dem Datenschutz hat: meldet euch bei den babyclubs von rossmann und dm an (real hat sowas auch. globus ebenso, müller auch…), da gibts in der Schwangerschaft schon oft ein Geschenk, zur Geburt auch nochmal eins (bei real war das eine ganze Kiste voll, u.a. mit einem o-Ball) und vor allem ein Coupon-Heft mit einer Menge Sparmöglichkeiten.

    Überhaupt: kauft die Eigenmarken von rossmann, dm und co. Sie sind nicht schlechter, nur weil nicht Bübchen draufsteht, versprochen! Das sihet man sehr regelmäßig bei Stitung Warentest udn ökotest, das Waschgel kostret aber halt etwa ein Drittel davon.

    Ansonsten darf man überrascht sein, wie viel Freunde und Bekannte einem zur Geburt schenken. Will man dies sinnvoll kanalisieren und nicht den 5. Schlafsack in Mini-Größe, der eh nur 4 Wochen passt, legt man eine Wunschliste an (oder bittet um dm-Gutschenie oder Windeln).

  4. Finde ich deine Tipps sonst immer mindestens anregend, bin ich hiervon sehr enttäuscht. Neben den steuerlichen Möglichkeiten gehen die Tipps an meiner Realität vorbei, denn Elterngeld ist nunmal kein voller Lohnersatz und secondhand zu kaufen, oft nicht sparen sondern das nötigste überhaupt erst anschaffen können. Deine Tipps sind damit für mich nur was für Leute die eh schon mehr als genug haben.

    • Mehr als genug? Was sind denn deine Spartipps für Eltern? Ist ja keine Frontalbeschallung hier 😉

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.