5 Lehren aus „Rework: Change the way you work forever“

Ich habe „ReWork: Change the Way You Work Forever*“ vor einigen Jahren zum ersten Mal gelesen als ich mein Unternehmen gegründet habe. Zu der Zeit hat es eine ganz schöne Welle ausgelöst weil es mit allen traditionellen Wegen zu arbeiten und ein Unternehmen zu führen gebrochen hat. So prangert auf dem Cover (in meiner uralten Version) ein Giftfass mit der Aufschrift „Meetings“.

Ich wollte Rework ein zweites Mal lesen weil ich immer auf der Suche nach Tipps bin, wie ich meine Zeit optimal nutzen kann. Wie ich produktiv bin, mehr in weniger Zeit schaffe und dabei auch noch mehr Freizeit zu haben. Und auch im zweiten Durchgang wurde ich nicht enttäuscht.

Für diesen Artikel habe ich versucht Aspekte rauszugreifen, die ich in dem 7 Tipps um deine Produktivität zu steigern, angelehnt an das Buch „Die 4-Stunden-Woche: Mehr Zeit, mehr Geld, mehr Leben*“, noch nicht erwähnt habe. Natürlich sprechen die Autoren von Rework ebenfalls über Unterbrechungen, Arbeitszeiten etc.

1. Meetings sind Gift

So ist es: Meetings sind Gift. „Aber Meetings sind doch etwas tolles! Man trifft die Kollegen, tauscht sich aus, brainstormt ein bisschen…“ Ja, genau. Die Probleme mit Meetings sind unter anderem die folgenden: 

  • Normalerweise geht es dabei um abstrakte Konzepte, nicht um konkrete Dinge.
  • Besprechungen erfordern eine gründliche Vorbereitung, für die aber so gut wie niemand Zeit hat.
  • Meistens ist mindestens ein Idiot dabei, der die Zeit der anderen verplempert.
  • Sie vermehren sich wie Karnickel: Eins führt zum nächsten und zum übernächsten…
  • Die meisten Meeting werden in 30 Minuten Slots eingerichtet weil die Kalender (Outlook, Google etc.) es so vorgeben. Es würde niemand auf die Idee kommen, für die Besprechung einer Sache, die nur 7 Minuten dauern dürfte, ein Meeting über  7 Minuten einzustellen. Leider.
  • Meetings sind teuer. Angenommen, du berufst ein Meeting mit 10 Mitarbeiter*innen für eine Stunde ein. Das sind 10 Stunden Produktivität, die dort „verloren“ gehen. Ist die Sache, die es zu besprechen gilt, 10 Stunden wert?

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Was also tun mit den giftigen Meeting?  Am besten auf so viele Meetings verzichten, wie möglich. Wenn du zu einem eingeladen wirst, bei dem nicht klar ist, worum es geht: Absagen. Falls doch mal unbedingt ein Meeting nötig ist:

  • Einen Wecker stellen. Wenn der klingelt, ist das Meeting vorbei. Punkt.
  • So wenige Mitarbeiter wie möglich einladen.
  • Konkrete Agenda erstellen. Was ist das Ziel des Meetings und wie kommt man dahin?
  • Mit einem konkreten Problem beginnen.
  • Die Besprechung immer mit einer Lösung beenden und einen Verantwortlichen auswählen, der sich um die Umsetzung kümmern muss.

2. Beginne im Epizentrum

Wenn man etwas Neues anfangen will, sieht man sich mit einem Berg von Möglichkeiten und Entscheidungen konfrontiert. Da fällt es schwer den Anfang zu finden. Daher: Finde das Epizentrum und beginne dort. Das Epizentrum findet man, indem man sich fragt: „Wenn ich das wegnähme, würde es das, was ich verkaufe, noch geben?“ Angenommen, du möchtest einen Hotdog-Stand eröffnen. Was wäre hierbei das Epizentrum? Die Deko am Stand? Die Auswahl der Soßen? Deine Schürze? Die Hotdogs natürlich! Ohne Hotdogs kein Hotdog-Stand. Fange im Epizentrum an und arbeite dich langsam nach außen. So hast du die wichtigsten Dinge schon erledigt und nimmst den Schwung mit für die kleineren Entscheidungen, die sich ggf. ziehen werden.

3. Entscheidungen bedeuten Fortschritt

Entscheidungen zu treffen, fällt vielen Menschen sehr, sehr schwer. Wir haben Angst vor Konsequenzen und den eigenen Fehlern. Tatsache ist jedoch, dass durch das Aufschieben von Entscheidungen, selbige sich anhäufen. Es entsteht ein Stau, der jegliche Bewegung verhindert. Worauf wartest du? Die perfekte Lösung wird es sowie so nicht geben! Egal, was du im Vorfeld planst, irgendetwas geht trotzdem schief. Und dann entscheidest du einfach neu. Hinzukommt, dass langfristige Projekte schlecht für die Moral sind und je länger sie dauern (auch durch aufgeschobene Entscheidungen), desto unwahrscheinlicher ist die Fertigstellung.

Also: Wann immer es heißt „Denken wir noch ein bisschen darüber nach“ solltest du daraus ein „Entscheiden wir jetzt!“ machen. Entscheiden und sich der nächsten Aufgabe widmen. Es kommt eh anders als geplant warum also Zeit mit langen Analysen verschwenden? Außerdem ist keine Entscheidung für die Ewigkeit und kann jederzeit nachjustiert oder gar ganz verworfen werden.

4. Gründe aufzuhören

Man kann leicht mit gesenktem Kopf immer weiterarbeiten weil man glaubt, die Aufgabe müsse unbedingt erledigt werden. Doch ist das wirklich so? Muss diese Aufgabe erledigt werden? Nicht selten arbeiten wir an etwas, das vielleicht gar keine Arbeit nötig hat. Um sicherzugehen, dass deine Arbeit einen Sinn hat, solltest du dir dann und wann diese Fragen stellen:

  • Warum mache ich das? Weil deine Chefin es dir gesagt hat? Okay, aber wem nützt es, was soll damit erreicht werden?
  • Welches Problem soll gelöst werden? Was ist das Problem? Sind die Kunden verwirrt, bist du verwirrt? Manchmal gibt es gar kein Problem zu lösen. Also Stift fallen lassen!
  • Ist das wirklich nützlich? Man verwechselt leicht Begeisterung mit Nutzen. Das Interessante ist irgendwann passé, der Nutzen nie.
  • Trage ich einen Wert bei? Irgendetwas beizutragen ist einfach; den Wert zu erhöhen ist schwierig. Macht das, woran ich arbeite, das Produkt für den Kunden wirklich wertvoller?
  • Gibt es eine einfachere Möglichkeit? Oft reicht die einfachere Variante vollkommen aus und ist gut genug.
  • Was könnte ich stattdessen tun? Setze die richtigen Prioritäten!

Vertrödel nicht deine kostbare Zeit mit schlechter Arbeit!

5. So schnell wie möglich

Wer kennt es nicht, das inflationär gebrauchte Akronym „asap“ – as soon as possible. Man soll also eine Aufgabe so schnell wie möglich erledigen. Aha. Gilt das nicht für alle Aufgaben? Man lässt sich ja nicht für eine Sache extra zu viel Zeit, oder? Genau hier liegt das Problem. Wenn überall „asap“ drangehängt wird, hat alles höchste Priorität.  Wie soll das gehen? Man kann nur eins nach dem anderen machen. Außerdem wird jede Anfrage, die „asap“ nicht hat, damit automatisch entwertet. Und plötzlich werden nur noch Aufgaben erledigt, die asap zu erledigen sind und die anderen gar nicht mehr. Doch die meisten Aufgaben rechtfertigen diese Hysterie gar nicht. Es wird niemand sterben, entlassen werden und die Firma wird nicht bankrott gehen, wenn es nicht „asap“ erledigt wird. Damit sorgt man nur für künstlichen Stress.

Daher: Nie selbst den Zusatz „asap“ verwenden. Und wenn er mal reinflattert: Nachfragen, ob es sich um einen echten Notfall handelt oder getrost ignorieren.

Fazit zum Buch ReWork: Change the Way You Work Forever*

Das Tolle an Rework: Man kann es easy an einem Tag durchlesen. Die Kapitel sind kurz, auf den Punkt gebracht und mit lustigen Bildchen versehen 🙂 Nach jedem Kapitel denkt man sich „Gott, warum habe ich das nicht schon immer so gemacht?!“ Daher fiel es mir super schwer nur 5 Lehren auszusuchen – das ganze Buch ist ein einziges Lehrstück: „Feuere Workaholics“, „Keine Zeit ist keine Entschuldigung“, „Verkaufen Sie Ihre Nebenprodukte“, „Sagen Sie Nein durch Unterlassung“ und so weiter und so fort. Lesen, verstehen, machen!

Hier geht’s zum Buch*

*A to the F to the filiate!

Foto: https://unsplash.com/photos/67l-QujB14w

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