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Zielplanung 2017

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Immer wieder werde ich nach meinen Zielen für 2017 gefragt. Truth is: Ist bin noch in der Findungsphase.

Denn anders als in 2016 möchte ich diesmal strukturierter vorgehen und meine Ziele ganzheitlich definieren, so dass sie in (m)ein Gesamtkonstrukt passen. Ich möchte vom Endpunkt ausgehen, Ziele erarbeiten, die mir langfristig helfen zu werden, wer ich sein möchte. Und das ist gar nicht so einfach. Es bedarf einer ganzen Menge Selbstreflektion, Muse und auch Mut seine tiefsten Wünsche und Träume für das ganze Leben herauszufinden.

In meinen Recherchen zu dem Thema bin ich auf etliche Methoden zur Zielsetzung gestoßen. Heute möchte ich euch erzählen, wie ich nun letztendlich vorgehe, um meine Ziele – nicht nur für die nächsten 12 Monate sondern eher die nächsten 25 Jahre – zu definieren. Für mich, so hat sich herausgestellt, eignet sich ein Mix aus verschiedenen Methoden am besten. Here it goes. 

1. Zweck der Existenz

Dieser Ansatz stammt aus dem Buch The Big Five for Life: Was wirklich zählt im Leben*. Im Kern geht es darum, zu definieren, warum man existiert und/oder was man zu dem Zweck seiner Existenz machen möchte. Alles ist möglich: Von „Tieren helfen“ über „Leute inspirieren“ bis hin zu „Einfach ein glückliches Leben führen ohne später etwas zu bereuen“. An dem Zweck der Existenz kann man dann seine Ziele und Meilensteine orientieren. Wenn mein ZDE lautet „Tieren helfen“, ergeben sich dadurch ganz automatisch Ziele und Aktionen, die mir helfen meinen ZDE zu erfüllen. Bspw. ein Tierheim zu eröffnen, Tier-Patenschaften zu übernehmen oder Aufklärungsarbeit über bedrohte Tierarten in aller Welt leisten. Der ZDE bildet so zu sagen das Dach über allem.

2. Charakterleitbild

Stephen R. Covey beschreibt in seinem Buch Die 7 Wege zur Effektivität: Prinzipien für persönlichen und beruflichen Erfolg* (das mich übrigens zutiefst beeindruckt hat) die Wichtigkeit eines persönlichen Leitbildes. Wie möchte ich sein? Welche Werte sind mir wichtig? Wie möchte ich meine verschiedenen Rollen (als Chefin, Vereinsmitglied, Freundin, Tochter, Schwester, Freiwillige) ausführen? Das könnte so etwas sein wie:

  • Beide Seiten anhören, bevor ich mein Urteil bilde.
  • Nie den Humor verlieren.
  • Ich will mich bemühen, ein möglichst gutes Gleichgewicht zwischen meinem Beruf und meiner Familie herzustellen, beides ist mir wichtig.
  • Mein Geld wird mein Diener sein, nicht mein Herr.
  • Ich will ein Mensch sein, der die Initiative ergreift, um seine Lebensziele zu erreichen. Ich werde gemäß den Situationen und Chancen agieren, statt nur zu reagieren.

Ein persönliches Leitbild kann in Stichworten oder Fließtext geschrieben werden. Ganz egal. Hauptsache, man nimmt sich die Zeit sein inneres Wertekonstrukt zu formulieren und aufzuschreiben. An ihm, in Kombination mit dem ZDE, können konkretere Ziele abgeleitet werden. Richtung und Rahmen stehen fest und es fällt so leicht Entscheidungen im Leben zu treffen. Alles, was auf den ZDE einzahlt und mit dem persönlichen Leitbild vereinbar ist, wird gemacht, angefangen, beibehalten. Alles andere wird eliminiert oder gar nicht erst angefangen.

3. Ziele und Gewohnheiten

Die Idee der nächsten Methode, die ich zu meinem 3. Schritt gemacht habe, beschäftigt sich nun mit der Formulierung konkreter, operativer Ziele und Gewohnheiten. Am ursprünglichen Konzept von Gazelles Inc. habe ich ein paar Anpassungen vorgenommen.

Im Prinzip geht es darum seine Ziele für die nächsten 10 bis 25 Jahre für verschiedene Lebensbereiche (bspw. Beziehungen, Gesundheit, Spirituell, Finanziell) zu definieren und sich dann strukturiert zu überlegen, was dafür in den nächsten 12 Monaten zu tun ist. Diese Jahresziele werden wiederum in 90 Tage herunter gebrochen und auf Gewohnheiten/Aktionen umgemünzt, die man sich aneignen muss (start) und mit denen man aufhören muss (stop), um die Jahresziele zu erreichen. Siehe selbstgebasteltes Bildchen.

Bildschirmfoto 2017-01-12 um 08.53.04

Ein Beispiel für den Bereich „finanziell“:

  • 10-25 Jahre: Ich möchte in 10-25 Jahren Millionärin sein.
  • 1 Jahr: Um das zu erreichen, muss ich ein Online-Business aufbauen sowie 50% meines Einkommens sparen und investieren.
  • 90 Tage: Ich muss anfangen (start) Ideen für ein Business zu sammeln und mir einen Partner suchen. Ich muss aufhören mir alle zwei Monate neue Schuhe zu kaufen (stop).

Nach 90 Tagen reflektiert man, wie es gelaufen ist und schreibt Vorhaben für die nächsten 90 Tage auf.

Meine Vorlage könnt ihr hier herunterladen:  Zielmatrix.docx

4. Von innen nach außen / Jahrein, Jahraus

Eine Übung, die ich in der School of Life in Berlin gelernt habe, hilft dabei sich über das letzte und das kommende Jahr klarer zu werden. Es geht darum, das vergangene Jahr von außen nach innen zu reflektieren und das neue Jahr von innen nach außen zu planen. Dies geschieht anhand der folgenden Fragen:

2016 (von außen nach innen)

  • Was ist in der Welt geschehen, das mich berührt hat (politische Ereignisse etc.) ?
  • Was ist in meinem eigenen Leben passiert (Reisen, Todesfälle, Umzug, Beförderung etc.)?
  • Wie habe ich mich dabei gefühlt? Was hat es mit mir gemacht (Trauer, Ungewissheit, Motivation etc.)
  • Was ist die Essenz meines Jahres 2016? Hierbei geht es um ein paar Wörter oder einen kurzen Satz, der das Jahr zusammenfasst. Meiner lautet beispielsweise „Den Boden bereitet“ weil ich für viele zukünftige Entwicklungen den Grundstein gelegt habe.

2017 (von innen nach außen)

  • Wie lautet dein Motto für 2017? Anknüpfend an „Den Boden bereiten“ aus 2016 lautet meins „Die Samen säen“. Es muss aber nicht unbedingt einen Zusammenhang zu 2016 geben.
  • Wie möchtest du dich 2017 fühlen (ruhig, motiviert, mutig etc.)?
  • Was musst du dafür in 2017 tun, was muss geschehen (Jobwechsel, Sport, Umzug etc.)?
  • Was möchtest du der Welt in diesem Jahr geben (Humor, Inspiration, Wärme etc.)?

Wichtig ist hierbei die Reihenfolge beizubehalten und alles auch wirklich auszuschreiben. Es werden sich für 2016 Themenkomplexe herauskristallisieren, von denen du vielleicht gar nicht gedacht hattest, dass sie so dominant waren. Darauf aufbauend kannst du reflektieren, warum das so war und was du 2017 ändern oder beibehalten möchtest. Diesen Effekt hatte die Übung zumindest bei mir.

Fazit

Ich mag diesen Mix aus Methoden weil alles so schön aufeinander aufbaut. Ich liebe Struktur und das Gefühl, wenn alles gemeinsam Sinn ergibt. Man richtet seine Vorhaben und Ziele an dem Endpunkt aus und tastet sich immer weiter in die nahe Zukunft. Das ist überlegt proaktiv und daher effektiver als einfach drauflos zu machen und nach 10 Jahren zu schauen, wo man eigentlich rausgekommen ist. Denn dann erkennt man nicht selten rückblickend, dass man viel zu oft falsch abgebogen ist und nun eigentlich lieber ganz woanders wäre, kann es aber nicht mehr rückgängig machen. Auch, wenn am Ende vieles anders kommen mag, gibt es ein gutes Gefühl zu wissen, wohin ich will und einen Plan zu haben, wie ich dorthin gelangen kann.

In diesem Sinne: Happy planning!

Foto: https://unsplash.com/collections/432233/pathway-reach-your-goal?photo=q1wd1Q2LYHc

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6 Kommentare
  1. Tobias 4 Monaten ago
    Antworten

    Hey. Ich schau erst seit kurzem hin und wieder mal hier rein.
    Zu deinem Post: Finde ich gut, wenn du dein Konzept erklärst. Das kann schließlich auch nützlicher Input für jeden Leser sein.
    Ich würden trotzdem deine Ziele, Einstellungen, Wünsche und reflektionen interessieren und wie du sie bewertest/ erreichen willst. Es sollte nicht der persönliche Teil deinerseits fehlen imo.

  2. Sascha 5 Monaten ago
    Antworten

    Ein paar super spannende Methoden und Ansätze auf der Meta-Ebene! 😉 Ich habe mich auch schon mal an ein paar guten Vorsätzen für 2017 versucht. Es sind nur 3 kleine aber sehr konkrete Maßnahmen… Ich hoffe es ist ok, wenn ich die hier mal erwähne? http://www.bankenmaerchen.de/gute-vorsaetze-fuer-finanzen/

  3. ETF-Investor 5 Monaten ago
    Antworten

    Du scheinst ziemlich strukturiert an deine Lebensplanung heranzugehen. Wichtig natürlich dabei auch immer, das loslegen nicht aus den Augen zu verlieren.

    In welche Richtung möchtest du dein Online-Business denn aufbauen?

    • Madame Moneypenny 5 Monaten ago
      Antworten

      Ja, das stimmt natürlich. Ein Plan ohne Umsetzung bringt nicht so viel… Ich bin parallel schon dabei die Dinge umzusetzen, die bereits feststehen. Das mit dem Online-Business war eher als Beispiel gedacht. Ich habe ja schon ein Online-Business, das mir meine Brötchen finanziert (wg-suche.de) 😉 Aber eins, zwei weitere Projekte/Produkte werden bestimmt noch folgen!

      • ETF-Investor 4 Monaten ago
        Antworten

        Wow, das ist ja ein klasse Projekt! Das muss ich mir erst einmal genauer angucken. Danke für den Link! Da hätte ich mal vorher einen Blick in „Wer schreibt hier?“ werfen sollen. Ich bitte das zu entschuldigen, aber ich habe so viele interessante Blogs entdeckt in den letzten Wochen und noch nicht die Zeit gehabt, mir einen richtigen Überblick zu verschaffen.

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