krone

Shopping Queen, Pleite Queen, Moneten Queen

von

Gastartikel: Jule bloggt unter monetenqueen.de ebenfalls über Finanzthemen für Frauen. Da Jule und ich die gleiche Mission haben (Frauen zu ermutigen, Verantwortung für ihre Finanzen zu übernehmen) und weil Powerfrauen zusammenhalten, bat ich Jule um einen Gastartikel. Glücklicherweise hat sie zugesagt und sich die Zeit genommen, einen Gastartikel für uns zu schreiben. Ihr Artikel enthält sehr viele persönliche Details und beschreibt ganz wunderbar ihren harten Weg vom Überfluss in die Pleite hin zur radikalen finanziellen Neuorientierung.

Shopping Queen

Vor 3 Jahren war ich eine richtige Shopping Queen: Ich habe es geliebt, nach der Arbeit noch mal schnell in die Einkaufspassage zu fahren. Hier ein kleines Oberteil, dort ein paar schöne Schuhe. Es war für mich ein gelungener Abschluss nach einem anstrengenden Tag. Wenn ich keine Lust auf einen Stadtbummel hatte, habe ich online geshoppt – stundenlang.

Als mein kleiner Sohn dann geboren wurde, hatte ich unter der Woche keine Zeit mehr für ausgiebige Shopping Touren. Da ging es hauptsächlich in den Drogerie-Markt. Aber am Wochenende, wenn mein Mann den Kleinen betreuen konnte, ging ich weiterhin ins Einkaufszentrum shoppen. Das Geld dafür kam aus meinem kleinen finanziellen Poster, das eigentlich das geringe Elterngeld in der Elternzeit ausgleichen sollte. Und dann war da noch dieses tolle neue Smartphone für 600 Euro… Das brauchte ich unbedingt, um Fotos in bester Qualität von meinem Sohn zu machen. Die Zeit vergeht doch so schnell und man vergisst so viel.

Ganz schleichend, ohne dass ich es wirklich mitbekam, wurde mein finanzielles Polster immer kleiner, bis das Unaufhaltsame geschah.

Von der Shopping Queen zur Pleite Queen

Ein halbes Jahr nach der Geburt unseres Sohnes war ich pleite. Ich hatte weder Geld mehr auf dem Konto noch auf dem Sparbuch. Und es war erst Mitte des Monats. Doch das war nicht das Schlimmste an dieser Situation. Als mich diese Erkenntnis traf, blickte ich neben mich auf die Couch. Und da lag er, ganz friedlich schlafend und nichtsahnend. Mein kleiner Sohn. Mir stiegen die Tränen in die Augen. Sollte er mich so sehen? Ist dass das Vorbild, was ich für ihn sein wollte?

Nein, das wollte ich definitiv nicht. Ich wollte eine Mutter sein, die mit Geld umgehen kann. Eine Mutter, die stark ist. Jemand, der der Versuchung, etwas zu kaufen auch widerstehen kann. Ich wollte diejenige sein, die Kontrolle über ihr Leben hat. Das hatte ich aktuell nicht. Um meinem Sohn das Vorbild zu sein, was ich wollte, musste ich eins tun: Ich musste mich um 180° drehen.

Das Geständnis

Ich musste nicht nur mir meine Pleite eingestehen, sondern auch meinem Mann. Schließlich wollte ich nicht auch noch meinen Dispo beanspruchen und benötigte eine kleine finanzielle Hilfe von ihm. Und das war hart und hat eine ganz schöne Überwindung gekostet. Das eigene Scheitern musste ich nun dem Menschen beichten, den ich am meisten liebte. Urgg!

Doch irgendwie nahm er es total gelassen auf und bot mir gleich seine Hilfe an. Nun war ich nicht mehr mit meinem Problem allein, wir waren zu zweit. Das gab mir Kraft, so schnell wie möglich aus dieser Situation wieder herauszukommen. Selbst die anfänglichen Hürden über Geld zu sprechen, verflogen mit der Zeit.

Auf der Suche nach dem Geld

Um herauszufinden, warum ich in diese Situation gekommen bin, musste ich zunächst analysieren, wo das ganze Geld jeden Monat hin floss. Wie genau ich das angestellt habe, kannst du in meinem Artikel ‚Wo ist mein Geld nachlesen. Anschließend suchten wir nach Sparpotentialen. Wir setzten uns Budgets für unsere variablen Ausgaben, wie zum Beispiel für den wöchentlichen Lebensmitteleinkauf.

Nachdem ich festgestellt hatte, was ich in diversen Drogerie- und Spielzeugläden für Geld ausgegeben habe, verordnete ich mir erstmal eine Shopping Diät. Ich kaufte nur noch das Notwendigste. Ich kaufte nur, wenn es aufgebraucht, kaputt oder (für meinen Sohn) zu klein war und ich keinen Ersatz hatte. Das zog ich ziemlich lange durch. Diese Shopping Diät machte mir wieder bewusst, wie wenig man eigentlich im Leben benötigt. Mir ging es ähnlich wie Natascha schon in ihrem Artikel ‚Ein Jahr keine Kleidung‚ beschrieben hat.

Ich habe außerdem angefangen, mich sehr intensiv mit dem Thema Geld, Konsumverhalten und Investitionen auseinander zu setzen. Viele Bücher, wie ‚Der Weg zur finanziellen Freiheit: Die erste Million‚* von Bodo Schäfer oder der Klassiker ‚Rich Dad Poor Dad: Was die Reichen ihren Kindern über Geld beibringen‚* von Robert T. Kiyosaki halfen mir beim Umdenken. Nataschas Buch Bochum statt Bali war auch super Einstiegslektüre. Das hat auch mein Mann mit Begeisterung gelesen.

Eine neue Ära bricht an

Mein Mann und ich haben beide unsere Einstellung zu Geld geändert und wir geben unser Geld mittlerweile viel bewusster aus. Damals war unser Kühlschrank immer vollgestopft mit Lebensmitteln. Soviel benötigten wir gar nicht. Wir fingen an, uns auf das Wesentliche zu beschränken und siehe da… niemand musste verhungern. Anfang diesen Jahres haben wir eine Sondertilgung für unseren Autokredit getätigt. Das hat mich sehr stolz gemacht. Das kam uns vorher überhaupt nicht in den Sinn und es zahlt sich echt aus. Es macht richtig Spaß, wenn wir beide an einem Strang ziehen.

Sätze wie “Schatz, wir müssen 500EUR für den Urlaub anzahlen” hatten früher Schweiß- und Panik-Ausbrüche ausgelöst. Heute ist das alles kein Problem, da habe ich das Geld einfach zur Verfügung und ich sehe dem Urlaub entspannt entgegen.

Über unsere Ausgaben und Investitionen zu sprechen, ist für uns ganz selbstverständlich geworden. Nachdem ich die erste kleinere Investitionen getätigt habe, ist mein Mann nun auch auf den Geschmack gekommen und hat sich ein Depot eröffnet. Wir beschäftigen uns viel intensiver mit diesem Thema und tauschen uns gegenseitig aus. Die geschaffenen Werte geben wir unserem Sohn mit. Wir haben jetzt mehr Verantwortung und müssen nicht nur für unsere Zukunft sorgen, sondern auch für die unseres Sohnes. Nun bin ich auf dem besten Weg, das Vorbild für meinen Sohn zu sein, was ich sein will.

Das kannst Du auch

Ich finde, es sollten sich viel mehr Frauen trauen, ihre Finanzen selbst in die Hand zu nehmen. Es ist gar nicht so kompliziert, wie alle sagen. Das Schwierigste ist eigentlich, den Mut zu haben, den ersten Schritt zu tun. Danach wird es immer leichter, glaub mir. Mit meinem Blog Monetenqueen unterstütze ich Dich dabei, einen entspannten Umgang mit Geld zu entwickeln. Du profitierst von meinen Erfahrungen und bekommst Tipps und Worksheets, damit Du gleich loslegen kannst. Also hol Dir die Kontrolle über Deine Finanzen zurück. Nimm dein Leben selbst in die Hand, bevor es andere tun.

Vielen Dank für Deine Zeit, sie ist das kostbarste, was wir haben.

Deine Jule von monetenqueen.de

 

Foto: https://static.pexels.com/photos/175980/pexels-photo-175980.jpeg

Das wird dir auch gefallen:

Schreibe einen Kommentar

Deine Email Adresse wird nicht veröffentlicht!