Grundwissen Aktien

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6 Dinge, die du über Aktien wissen musst

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Was ist eine Aktie?

Eine Aktie ist ein Anteil an einem Unternehmen. Wenn du also für 100 Euro Aktien von Zalando kaufst, erwirbst du damit ein kleines Stück an dem Unternehmen. Du bist in diesem Fall also ein Investor, du investierst dein Geld in dieses Unternehmen, in der Erwartung, dass dein Anteil an diesem Unternehmen zukünftig mehr wert wird als die 100 Euro, die du anfangs ausgegeben hast. Zalando wird dein Geld und das der anderen Investoren nutzen, um ihre wirtschaftlichen Ziele zu erreichen, zu wachsen, mehr Umsatz und Gewinn zu erwirtschaften. Als Gegenleistung für deine Investition und das damit verbundene Risiko, das du unweigerlich trägst (denn niemand weiß ja, ob das Unternehmen in Zukunft wirklich seine Ziele erreichen wird und dein Anteil im Wert steigt, es könnte auch genau anders herum kommen) erhältst du von Zalando eine jährliche Dividende ausgezahlt. Diese Dividende ist also der zählbare Umsatz deiner Investition. Wenn Zalando sich das Geld von der Bank leihen würde, müssten sie dies ja ebenfalls bezahlen, nämlich mit Zinsen auf einen Kredit. An der Börse bist du quasi die Bank, von der sich Zalando Geld leiht. Du könntest dir für die 100 Euro natürlich auch einfach einen neuen Wintermantel bei Zalando bestellen und somit das Unternehmen unterstützen. In dem Fall hast du aber einfach Geld verkonsumiert, sprich ausgegeben, nicht investiert. Oder wird der Mantel über die Zeit mehr wert und zahlt dir Dividende? 😉

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Wie kaufe ich eine Aktie?

Um eine Aktie zu kaufen, brauchst du nichts weiter als ein Depot bei einer Bank, am besten einer Onlinebank, denn hier kannst du direkt selber kaufen und verkaufen – ohne einen Bankmitarbeiter dazwischen, der Gebühren kostet. Ich habe mein Depot bei der comdirect und bin damit sehr zufrieden, es ist übersichtlich, verlässlich und kostenlos.

Wenn du also ein Depot bei der comdirect eröffnet hast, ist es sehr einfach eine Aktie zu erwerben. Du loggst dich ein, suchst nach der Aktie, die du kaufen möchtest, klickst auf „Kauf/Verkauf“ und trägst auf der nächsten Seite die entsprechenden Daten ein (bspw. wie viele Aktien du kaufen möchtest). Du bestätigst den Kauf mit einer mobile Tan und schon gehört ein Teil von Zalando dir.

Die Screenshots zeigen dir, wie das genau aussieht (draufklicken für Vergrößerung).

Um ein Gefühl dafür zu bekommen, rate ich dir einfach mal ein kostenloses Depot zu eröffnen und mit einem Musterdepot rumzuspielen. Ein Musterdepot ist wie ein richtiges Depot, nur mit Spielgeld. Du kaufst und verkaufst nicht wirklich sondern simulierst dein Handeln. Natürlich ist es dann mit echtem Geld noch mal was anderes, aber du bekommst ein Gefühl für die Abläufe und Technik. Es kostet nichts! Hier geht’s direkt zur Depoteröffnung.

Soweit zum technischen Teil, der, wie du siehst, ein Kinderspiel ist. Zwei Buttons und ein Formular bedienen, kann jede von euch. Bei Aktieninvestments geht es natürlich um viel mehr, nämlich um die Auswahl der für dich passenden Titel. Ich, beispielsweise, würde nie in Zalando investieren. Warum nicht, erzähle ich euch vielleicht später noch 😉

Wichtiger Hinweis: Achte beim Kauf von Aktien und ETFs unbedingt auf die Kosten des Brokers. Hier findest du eine Übersicht, welcher Broker welche Gebühren verlangt: Die günstigsten Broker.

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Welche Aktienprodukte gibt es?

Es gibt da draußen eine ganze Reihe von Finanzprodukten, die meisten brauchen dich als Privatanlegerin aber nicht zu interessieren. Die, über die du als dein „Grundwissen Aktien“ bescheid wissen solltest, sind diese:

Einzelwerte, Einzelaktien

Einzelwerte bzw. Einzelaktien sind genau das, was du oben schon gelesen hast: Anteile an einem einzelnen Unternehmen, wie zum Beispiel Zalando.

(aktiv gemanagte) Aktienfonds

Aktienfonds sind eine Sammlung von Einzelwerten. Ein Fondsmanager setzt den Fonds auf und entscheidet, welche Unternehmen zu welchen Anteilen darin vertreten sind. Indem du in einen Fonds investierst, investierst du also in alle Unternehmen, die Teil dieses Fonds sind. Wenn ein Unternehmen in dem Fonds mal schlapp macht, ist das in der Regel nicht so wild, wenn die anderen den Verlust kompensieren. Das hört sich erstmal toll an, dennoch solltest du nicht in aktiv gemanagte Aktienfonds investieren denn sie kosten dich viel Geld in Form von allen möglichen Gebühren, es besteht ein großer Interessenkonflikt zwischen dir und dem Fondsmanager (er will sein Geld vermehren, du deins) und sie performen schlecht. Eine ausführliche Ausarbeitung findest du hier: Warum du nie in aktive Aktienfonds investieren solltest.

ETF

ETF steht für Exchange Traded Funds. Wir werden uns in einem eigenen Kapitel sehr, sehr ausführlich mit ETFs beschäftigen. Hier also nur kurz die Erläuterung, worum es bei ETFs grob geht.

ETFs sind (passive = nicht aktive) Fonds, die einen Index abbilden. Du kennst bestimmt den DAX, den Deutschen Aktienindex. Der DAX ist ja kein Unternehmen oder ähnliches, sondern eben ein Index über die 30 größten deutschen Unternehmen[/simple_tooltip], die an der Börse vertreten sind. Wenn der DAX steigt oder sinkt, tut er das weil die Aktien eines oder mehrerer der 30 im DAX enthaltenen Unternehmen steigen oder sinken. Als im Zuge des Abgasskandals die VW-Aktie zeitweise um 41% eingebrochen ist, verlor der DAX ebenfalls ein paar Punkte. Der DAX bildet also immer die Entwicklung der in ihm enthaltenen Unternehmen ab. Wer sich für die genaue Zusammensetzung interessiert, wird hier schlau.

Nun ist der DAX ja weder Unternehmen noch Staat, man kann sich also nicht einen Teil des DAX kaufen, wie das bspw. bei Zalando möglich ist. Dennoch man kann mittels bestimmter ETFs, nämlich die, die den DAX nachbilden, in die Entwicklung des DAX investieren. So ein „DAX ETF“  ist also ein (passiver) Fonds, der genau die gleiche Anzahl an Aktien an genau den gleichen Unternehmen hält, wie der DAX. Wenn du also Anteile an einem „DAX ETF“ gekauft hast und der DAX steigt, steigt auch der Wert deines Anteils am „DAX ETF“. Wenn der DAX sinkt, passiert genau das Gegenteil. Der Vorteil: Diversifikation bei geringen Kosten.

Staatsanleihen

Staatsanleihen sind vom Begriff her keine Aktien, denn sie beziehen sich nicht auf Unternehmen sondern eben auf Staaten. Vereinfacht dargestellt, kannst du der Bundesrepublik Geld leihen indem du Staatsanleihen kaufst. Deutschland ist also Zalando und du bist die Bank.

So. 3 geschafft, 3 more to go bis zu deinem perfekten Grundwissen Aktien!

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Welche Risiken gibt es?

Wer mit Finanzprodukten handelt, geht immer ein Risiko ein und zwar das des Verlustes. Unternehmen gehen pleite, Staaten auch. Wenn ein Unternehmen insolvent ist, ist das investierte Geld der Anleger weg – Totalverlust. Zum Glück kann der Wert einer Aktie nicht unter Null rutschen, man kann also keine Schulden machen. Dass Aktienkurse schwanken, also auch mal sinken, liegt in der Natur der Sache. Die Frage ist jedoch immer, wie man mit Kursschwankungen umgeht. Denn einen Verlust erleidest du nicht, wenn der Aktienkurs eines Unternehmens in deinem Portfolio sinkt. Sondern erst in dem Moment, in dem du die Anteile zu diesem Verlustkurs verkaufst. Bis zum Verkauf ist alles virtuell und der Wert kann wieder steigen. Wenn du allerdings überhastest verkaufst, hast du den Verlust realisiert – du hast echtes Geld verloren. Mit Aktiengeschäften ist es also, wie mit allem im Leben: Es kommt darauf an, wie man sich verhält. Es gilt schon vor dem Kauf das Verlustrisiko zu minimieren indem man Diversifikation betreibt, heißt, „nicht alle Eier in einen Korb“ legen, sich Wissen anzueignen und eine Strategie zu haben.

Grundsätzlich gilt: Das größte Risiko bist immer du selbst. Immer dann, wenn du unüberlegt, ohne Wissen und nicht rational handelst.

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Kann man mit Aktien reich werden?

Klar, kann man mit Aktien reich werden. Dennoch gelingt das nur recht wenigen Anlegern. Ein berühmtes Beispiel für den Erfolg mit Finanzgeschäften ist Warren Buffett, der durch sein Handeln an der Börse zum Milliardär wurde. Auch Anleger, die ab Stunde Null ihr Gespartes in Unternehmen wie Apple, Google oder Facebook investiert haben, dürften heute steinreich sein. Das hat in diesem Fall aber weniger mit Können als mit purem Glück zu tun. Denn es hätte ja auch anders kommen können. Aber das Tragen dieses extremen Risikos (es konnte ja keiner wissen, was aus Google wird) wurden sie mit enormen Renditen belohnt – aber natürlich nur die, die wirklich an das Unternehmen geglaubt und daher nicht bei dem nächsten kleinen Kursrutsch direkt alles verkauft haben.

Doch es muss ja nicht immer die Phantastillarde auf dem Konto sein. Unser Ziel hier ist es mithilfe von rationalen Investments ein (durchaus ansehnliches) Vermögen aufzubauen. Aber immer mit einem überschaubarem Risiko und eine klaren, langfristigen Strategie.

Wovon jedoch alle Anleger profitieren und was einen letztendlich „reich“ macht ist der Zinseszinseffekt. Der Zinseszinseffekt beschreibt die Zinsen auf Zinsen. Bedeutet: Du legst 10.000 Euro in einen ETF an. Dieser ETF erzielt eine Rendite von 5% im erstes Jahr, dein Depotwert beträgt nur also 10.000+(10.000*5%)=10.500 Euro. Anstatt dir die 500 Euro auszahlen zu lassen, re-investierstdu diesen Ertrag wieder in den ETF. Im zweiten Jahr erhältst du also nicht auf die ursprünglichen 10.000 Euro 5% sondern auf die 10.500 Euro. Das sind dann also nicht 500 Euro wie im ersten sondern 525 Euro extra. Durch diesen Effekt kannst du innerhalb von 20 Jahren und bei einem Zinsatz von 5% aus 10.000 Euro über 26.000 Euro machen ohne in diesem 20 Jahren auch nur einen weiteren Cent eingezahlt zu haben (siehe Abbildung).

Also, merke: Wir lieben den Zinseszins!

aus 10.000 Euro werden über 26.000 Euro.
aus 10.000 Euro werden über 26.000 Euro.

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Welche Aktien sollte ich kaufen?

Gute Frage! Das hängt maßgeblich von zwei Fragen ab, dessen Antworten nur du kennst. 1. Was sind deine Ziele? 2. Was ist deine Strategie um diese Ziele zu erreichen? Da wir soweit noch nicht sind, hast du höchstwahrscheinlich noch keine Antworten auf diese Fragen, was überhaupt nicht schlimm ist. Und genau deshalb kann diese Frage an dieser Stelle nicht beantwortet werden – und schon gar nicht von mir.

Was ich dir aber sagen kann, ist dass es in diesem Blog eher weniger um das Investieren in einzelne Aktien sondern in ETF gehen wird. Und bei der Wahl der für dich richtigen ETF werde ich dir auf jeden Fall und sehr detailliert behilflich sein.

Ok, das war wieder einiges an Holz und du hast es gewuppt! Du hast „Grundwissen Aktien“ abgeschlossen und nun nicht nur die Börse sondern auch einfach mal Aktien verstanden! Du bist einfach verdammt schlau! Schlauer als alle anderen!

 

Welche Fragen hast du noch? Was sollte ich noch besser erklären, was ergibt für dich gar keinen Sinn? Schreib‘ es einfach in die Kommentare! Merci!

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1 Kommentar
  1. Sandra 2 Jahren ago
    Antworten

    Hallo Madame Moneypenny 😉
    Danke für diesen tollen Guide! Ich fühle mich schon ganz wissend und habe echt Lust bekommen mich weiter mit diesem wichtigen Thema zu beschäftigen.
    Eine Frage stelle ich mir schon die ganze Zeit: Wann genau sollte man in Aktien investieren? Ich meine auf die Kurse gesehen. Kann man das überhaupt sagen?
    Danke vorab für deine Sicht der Dinge!
    LG Sandra

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