Frauen sind an der Börse erfolgreicher

Warum Frauen an der Börse erfolgreicher sind

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Sind Frauen wirklich die besseren Anleger?

Kurz und knapp: Ja. Die Ergebnisse zahlreicher Studien und Untersuchungen sind eindeutig. Frauen sind die besseren Anleger.

  • Frauen schneiden bei Börsenspielen um ca. 5 Prozent besser ab als Männer. Dies fanden Wissenschaftler der University of California heraus als sie das Anlageverhalten von 35.000 Kunden über sechs Jahre hinweg untersuchten. (Quelle: Ferstl)
  • Beim Börsentraining der Deutschen Börse und dem Handelsblatt schneiden Frauen über Jahre hinweg durchschnittlich besser ab als Männer. (Quelle: Ferstl)
  • Im ersten Halbjahr 2013 erzielten Frauen eine durchschnittliche Aktienrendite von 3,6 Prozent während Männer auf nur 2,3 Prozent kamen. (Quelle: Statista)
  • Im Betrachtungszeitrum August 2014 bis August 2015 brachten Frauen es auf eine durchschnittliche Rendite von 5,8 Prozent. Die männliche Konkurrenz schaffte es nur auf 4,1 Prozent Rendite. (Quelle: Schwarzer)
  • Unter anderem Ernst & Young fand heraus, dass Unternehmen mit Frauen in der Führungsetage erfolgreicher wirtschaften. Die durchgeführte Studie vergleicht die Jahre 2005 und 2010 und lässt den Schluss zu, dass Frauen an der Unternehmensspitze ein eindeutiger Erfolgsgarant sind. Demnach entwickelten sich die wichtigen Kennzahlen Umsatz, Gewinn, Mitarbeiterzahl und Börsenwert positiver als der Durchschnitt aller Unternehmen, wenn in den Führung sowohl 2005 als auch 2010 wenigstens eine Frau saß. (Quelle: ZEIT Online, dpa)

Da drängt sich die Frage auf warum dem so ist. Warum sind Frauen erfolgreicher an der Börse als Männer? Die, wie ich finde, plumpe Antwort darauf lautet meist: Frauen scheuen das Risiko. Daher investieren sie vorsichtiger und in die „sicheren“ Aktien. Klingt als würden Frauen gar nicht den Drang verspüren Vermögen aufzubauen und als trauten sie sich nichts zu, was mit einem höheren Herzschlag in Verbindung steht. Langweilig.

Mit Gefühl: Frauen investieren klüger

Zum Glück hat sich die Börsenexpertin und Autorin Carola Ferstl mit dieser These nicht abspeisen lassen. In ihrem Buch „Frauen investieren klüger“ macht sie sich auf die Suche nach den wahren Gründen und fand sie in der Psychologie. Genauer, in der emotionalen Intelligenz. Die meiste Literatur über Börsenerfolg beschränkt sich auf rein rationale Denkweisen als Erfolgsfaktor. Gefühle und Intuition werden vollkommen außer Acht gelassen und sogar als schädlich abgetan. Und das obwohl die Börse mehr von Erwartungen und Gefühlen der Anleger bestimmt wird als von rationalen Fakten.

Es wird also dafür plädiert allein rationale Entscheidungen zu treffen und Gefühle komplett auszuschalten. Eines haben diese Bücher gemeinsam: Der Großteil wurde von Männern verfasst. Wir Frauen wissen, dass Gefühle und Verstand eine Einheit bilden. Wir alle sind Menschen, keine Roboter. Wie soll man seine Gefühle komplett ausschalten und vor allem, warum sollte man das tun?!

Männer sehen Gefühle in diesem Zusammenhang offenbar als schädlich an. Frauen hingegen können mit Gefühlen umgehen und diese nutzen, um clevere Entscheidungen zu treffen. „Denn es ist nicht das Gefühl schlechthin, das uns Frauen auszeichnet sondern intelligentes Gefühl“, stellt Ferstl fest. Wir nehmen unsere Gefühle war und besitzen die Gabe ihnen zu vertrauen, sie aber auch zu kontrollieren. Wir erkennen Angst und Gier, die beim Thema Geld fatal werden können, und sind in der Lage diese Gefühle mit unserem rationalen Verstand zu paaren und somit eine Intuition zu gestalten, die uns ganzheitliche Entscheidungen treffen lässt. Ganzheitlich weil wir nicht nur mit dem Verstand und nicht nur nach Gefühlen handeln, sondern das Beste aus beiden Welten vereinen. Wir behalten trotz unserer Gefühle einen kühlen Kopf und überlegen rational, um zum besten Ergebnis zu kommen.

Risikoscheu vs. risikobewusst

Wir Frauen sind nicht risikoscheu, wir sind risikobewusster. Das ist ein himmelweiter Unterschied. Wir erkennen Risiken, schätzen sie ein und wägen sie ab anstatt uns kopfüber hineinzustürzen.

Einer der größten Fehler, die von Anlegern unbewusst begangen werden, ist das Herdenverhalten. In der Masse fühlt man sich sicher und stark. Was alle machen, kann ja schließlich nicht falsch sein. Ist es aber meist doch weil so Blasen entstehen. Als im Jahr 2000 die Dot-Com-Blase platze, hatten zuvor massenweise Hobbybörsianer aus purer Gier auf das gleiche Pferd gesetzt. Alle sind mit der Masse gegangen ohne auch nur einmal einen Geschäftsbericht eines der hippen Silicon Valley Startups zu lesen und ihre Geschäftsmodelle zu verstehen. Dann hätten sie nämlich gemerkt, dass sie keine hatten… Als die ersten Zweifel aufkamen, haben alle sofort verkauft. Die Lawine geriet ins Rollen, die Blase platzte. Was unsere emotionale Intelligenz dem entgegenzusetzen hat, sind Selbstkontrolle und Intuition.

Weibliche Intuition als Vorteil an der Börse

So männlich das Wort „Herdenverhalten“ daherkommt, so weiblich scheint „Intuition“ belegt. Und das zu Recht: Das Gen, das für die menschliche Intuition verantwortlich ist, kommt überwiegend bei Frauen zur Entfaltung.

Oft wird Intuition mit plötzlichen Ideen oder zufälligen Eingebungen gleichgesetzt. Der Psychologe und Bekanntmacher der Mind-Map-Methodik Tony Buzan (hier geht’s zu dem Buch) hingegen beschreibt Intuition als „Superlogik“, die unser Gehirn nutzt, um seine riesige Datenbank (bestehend aus vielen Milliarden Einzelheiten früherer Erfahrungen) in Bezug auf die zu treffende Entscheidung zu sichten. Das Ergebnis funkt unser Gehirn als biologische Reaktion weiter – unser Bauchgefühl entsteht. Diese Superlogik und das daraus resultierende Bauchgefühl sind bei uns Frauen besonders ausgeprägt und werden aufgrund unserer angeborenen Einfühlungsgabe, Achtsamkeit und Sensibilität für unsere Umwelt kontinuierlich angereichert. An der Börse ist unsere Intuition von unschätzbarem Wert. Denn gerade hier ist es so essentiell zwischen den Zeilen zu lesen, Untertöne und Nuancen, Stimmungen, Gefühle und subtile Schwingungen erkennen und richtig deuten zu können.

Fazit

Dafür braucht es nicht mehr als dieses GIF…

Worauf wartest du noch?

Du bringst also von Natur aus schon eine ganze Menge mit, was dir eine erfolgreiche Laufbahn als Privatanlegerin bescheren kann und auch wird. Du verfügst über die Fähigkeit rational zu denken, deine Gefühle und deine Intuition in Denkprozesse miteinzubeziehen, so dass du am Ende ganzheitliche Entscheidungen triffst. Wenn dir jetzt noch das fachliche Wissen fehlt, um deinen Verstand auf eine neue Ebene zu heben, solltest du am besten direkt weiterlesen und mit einer Bestandsaufnahme deiner aktuellen finanziellen Situation starten.

Foto: https://pixabay.com/en/youth-active-jump-happy-sunrise-570881/

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6 Kommentare
  1. […] niemand diese wirtschaftliche Freiheit? Dabei ist es gar nicht schwer. Gerade Frauen sind gute Anlegerinnen. Also, ran an die […]

    • Madame Moneypenny 8 Monaten ago
      Antworten

      So isses 🙂

  2. Ex-Studentin 1 Jahr ago
    Antworten

    Wir Frauen sind vermutlich kontinuierlicher beim Investieren. Eine solide Strategie, die durchgezogen wird. Bei Männern kommt es mir so vor, als wäre die Schere größer: Wenn ich mir die männlichen Blogger anschaue, werden hohe Renditen eingefahren. Selbst mit so umstrittenen Sachen wie Optionen. Auf der gleichen Seite gibt es aber sicherlich auch genug Männer, die Verluste nach Hause fahren. Ansonsten kenne ich zugegeben in meinem Bekanntenkreis keine Frauen, die an der Börse investieren. Nur eine Freundin hatte schon als Kind von ihren Eltern ein kleines Depot bekommen. Kassiert die Dividenden und macht damit sonst nichts weiter. Entweder schweigen alke darüber oder die Stichprobe investierender Frauen ist sehr klein.. Und wenn man als eine der wenigen Frauen schon investiert, dann besonnen.

    • Madame Moneypenny 1 Jahr ago
      Antworten

      Liebe Ex-Studentin,

      ja, ich denke, das ist auch ein Punkt.
      Vielleicht haben Frauen auch den Vorteil, dass sie Geld und Geldanlagen nicht so sehr als Statussymbole ansehen. Frauen reden tendenziell weniger über Geld, spüren also eventuell auch nicht den Druck sich mit ihren Geschäften profilieren zu müssen und können daher „in Ruhe“ und besonnener agieren.

      Liebe Grüße
      Natascha

  3. Joerg 1 Jahr ago
    Antworten

    Hallo Natascha,

    vielen Dank, jetzt weiss ich, weshalb ich in meinem Leben so wenig erfolgreich war an der Boerse … ich bin ein Mann!
    Also kann ich ja gar nichts dafuer?! Das muss ich gleich meiner Frau erzaehlen … ich konnte ja gar nicht anders!
    Ein Aufatmen geht durch die verlustgeplagte maennliche Zocker-Gemeinde …

    Sind denn die Stichproben auch gleich gross?
    Sind nicht viel weniger Frauen an der Boerse unterwegs als Maenner?
    Also wenige leidenschaftliche Boersen-Amazonen versus einem grossen Testosteron-Gorilla-Pulk?
    Warum ist das wohl so?

    Warum gibt’s weniger weibliche Spitzenkoeche?
    Warum gibt’s viel weniger Schachgrossmeisterinnen? „Prozentual spielen Frauen also viel schlechter Schach“?
    Rennfahrerinnen (Formel1)?
    andere (gefaehrliche) Extremsportarten?
    Warum interessieren sich Frauen weniger fuer Geld / ueberlassen das Feld ihren Maennern?

    Vielleicht hat es mit unserer Bauweise/Schoepfung zu tun?
    Maenner sind ideal ausgeruestet fuer die Jagd und Frauen kuemmern sich um Nest und Nachwuchs (Empathie)?

    Die Boerse ist als aktiver Anleger ein Haifischbecken (Jagd).
    Als passiver Anleger (nur ETF-Sparplaene) eher wie ein Garten: langjaehrige Beziehung & Treue (ja nicht verkaufen/switchen) ist hier gefragt …

    Versoehnlich koennte stimmen, dass mit Trading (Jagd) an der Boerse wenig zu holen ist, weder fuer Frauen noch fuer Maenner.
    Mit langweiligem Sparplanern (Beziehung) aber schon!
    Vielleicht koennen wir uns hier treffen?

    Also ich finde es gut, dass du hier daran arbeitest Frauen fuer die passive Anlage in Unternehmensanteile zu gewinnen.

    Liebe Gruesse
    Joerg

    • Madame Moneypenny 1 Jahr ago
      Antworten

      Hallo Jörg,

      danke für deine spannende Sichtweise!

      Ich kenne sowohl Männer, die passiv investieren als auch Frauen, die aktiv investieren. Wenn deine Theorie ist, dass mehr Männer aktiv und mehr Frauen passiv investieren, liegt es natürlich auf der Hand, dass Frauen bessere Renditen erwirtschaften – und zwar allein aufgrund der Tatsache, dass passives Investieren langfristig erfolgreicher ist. Das mag sein, ja. Man müsste also mal die Performance von weiblichen und männlichen aktiven sowie weiblichen und männlichen passiven Anleger*innen untersuchen.

      Aber auch in den Bereichen des aktiven und passiven Investierens gibt es ja jeweils durchaus Entscheidungen, die von jedem individuell zu treffen sind (Auswahl der Werte, Risikoaufteilung, Kauf- und Verkaufszeitpunkte, Höhe der Beträge, etc.). Und die Theorie ist, dass die Fähigkeit nicht rein rational sondern eben auch intuitiv zu handeln bei Frauen ausgeprägter ist und sie daher erfolgreicher sind. Alles Theorie 😉

      Ich finde es auf jeden Fall ein spannendes Thema und freue mich natürlich, dass du es begrüßt, dass hoffentlich bald mehr Frauen investieren!

      Liebe Grüße!
      Natascha

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