Die 11 besten Ausreden gegen finanzielle Verantwortung

Wir kennen sie alle. Wir hören sie ständig, wir nutzen sie selbst: Ausreden. Ausreden sind keine Argumente oder Begründungen sondern Entschuldigungen. Ausreden entstehen dann, wenn man es eigentlich besser weiß aber unehrlich zu sich selbst und anderen ist. „Ich habe heute einfach keine Lust wegzugehen“ wäre eine ehrliche Antwort und Begründung zuhause zu bleiben. „Ich muss noch etwas für die Uni machen“, ist eine unehrliche Ausrede.

Finanzielle Verantwortung? Oh, so spät ist es schon?! Mein Bus kommt..!

Besonders, wenn es um finanzielle Verantwortung geht, sind der Kreativität keine Grenzen gesetzt, keine Ausrede ist zu stumpf. Sich um seine Finanzen selbst zu kümmern, erscheint vielen mühsam oder schlicht nicht wichtig genug. Sie erfinden Ausreden, um sich nicht weiter mit dem Thema beschäftigen zu müssen sondern sich lieber weiter zu verstecken in der Hoffnung, dass irgendwie doch noch alles gut werden wird (wer soll dafür sorgen?). Das Schöne ist, dass man alle diese Ausreden mit wenigen Argumenten aushebeln und die wahren Gründe der Verweigerung von finanzieller Verantwortung an die Oberfläche befördern kann: Faulheit, Arroganz, Angst. Zum Glück ist alles drei heilbar.

Hier kommen sie also, die 11 besten Ausreden für die Verweigerung finanzieller Verantwortung – und die Beweise, wie irrational sie sind. Wenn du dich darin wieder findest: Nichts für ungut. Wir haben sie alle schon ausgesprochen oder zumindest gedacht. Einsicht ist der erste Schritt zur Besserung 🙂

1. Dieser ganze Finanzkram ist mir zu kompliziert.

5+1-2=4  –> Du verdienst 5, bekommst 1 an Zinsen/Dividenden/Miete/etc., gibst 2 aus und hast am Ende 4.

5-1-2-5=-3 –> Du verdienst 5, die Inflation nimmt dir -1, Konsumschulden nehmen dir -2, du gibst 5 aus und hast am Ende -3.

Gar nicht so kompliziert, oder? Kompliziert ist an Finanzen gar nichts, es ist einfachste Logik und Mathematik aus der Unterstufe. Eine gewisse Komplexität hingegen lässt sich aufgrund der vielfältigen Produkte nicht leugnen. Das Gute: Komplexität kannst du mit Fleiß, Willen und ein bisschen Ausdauer besiegen. Alles, was du brauchst, ist Menschenverstand und Zeit, um dir Wissen anzueignen. Hast du doch beides, oder?

2. Ich habe dafür keine Zeit!

Keine Zeit dich um deine Existenz zu kümmern? Hmm, woher soll die Zeit auch kommen, wenn du dich knappe 4 Stunden pro Tag vor den Fernseher hockst und dir Dschungelcamp, GNTM und der Bachelor ansiehst 😉 ? Fakt ist: Jeder Tag hat für jeden 24 Stunden. Du hast also genauso viel Zeit wie Beyoncé, Richard Branson, Venus Williams, Mark Zuckerberg oder Hillary Clinton. Nur nutzen sie ihre Zeit anders als du.

3. Meine Mama macht das auch nicht!

Ich nehme an, deine Mama ist bereits glücklich in Rente und genießt ihr Leben in finanzieller Unabhängigkeit mit passivem Einkommen? Nicht? Dann wird sie aber wenigstens eine stattliche gesetzliche Rente bekommen, von der sie wunderbar leben können wird? Auch nicht? Dann wird sie aber wenigstens einige Vermögenswerte angehäuft haben, wie Immobilien, Aktien, Unternehmen, die sie im Alter mit dem nötigen Kleingeld versorgen werden? Auch nicht? Ist es dann ein guter Plan alles genauso wie deine Mama zu machen? Deine Rente wird höchstwahrscheinlich sogar unter dem jetzigen Harz-IV-Niveau liegen.

4. Mir ist Geld nicht wichtig!

Warum gehst du dann jeden Tag zur Arbeit? Und nein, die Antwort ist nicht „Weil es mir so unglaublich viel Spaß macht“. Geld wird immer dann wichtig, wenn man zu wenig davon hat. Also lieber jetzt schon mit ein wenig Weitsicht agieren.

5. Ich muss einfach nur auf meine Gehaltserhöhung warten!

Die 43,12 Euro mehr werden dein Leben höchstwahrscheinlich nicht verändern. Auch nicht alle 5 Jahre aufs Neue! „Wissen Sie denn schon, was Sie mit dem vielen Geld machen werden?“ – „Ich denke, ich werde mir eine neue Jeans kaufen!“ Sorge doch einfach selbst für ständige Gehaltserhöhungen! Indem du dein Geld clever anlegst und ein passives Einkommen generierst anstatt alle 5 Jahre „Bitte, Bitte“ zu machen oder zu hoffen, dass du in 3 Monaten überhaupt noch einen Job hast.

6. Ich verdiene schon genug Geld!

Wenn du das Gefühl hast genug Geld zu verdienen, ist das schon mal super. Das können viele nicht von sich behaupten und die, die es tun, reden sich es oft nur ein damit sie nicht ändern müssen. Allerdings garantiert ein hohes Einkommen noch lange keinen Reichtum oder ausreichende Vorsorge im Alter. Denn es kommt nicht darauf an, wie viel Geld du verdienst sondern wie viel du davon behältst und wie viel mehr Geld du daraus machst. Dazu brauchst du finanzielle Bildung. Dazu musst du dich mit (deinen) Finanzen beschäftigen und endlich finanzielle Verantwortung übernehmen.

7. Ich habe keine Ahnung von Vermögensaufbau und Aktien!

Ja, das kann ich verstehen. Wenn mich etwas behindert, tue ich auch immer alles damit es bloß nicht besser wird. Beispielsweise mache ich kein Yoga, denn dafür bin ich zu ungelenkig. Ich meditiere auch nicht, denn dafür bin ich zu unruhig und ich ernähre mich auch nicht gesund, denn dafür bin ich zu krank. Ich mache keinen Sport, dafür bin ich nicht ausdauernd genug und ich nehme auch nicht ab, dafür bin ich zu dick. Du beschäftigst dich ja mit deinen Finanzen damit du bald Ahnung davon hast. Die Verantwortung zu übernehmen ist der erste Schritt.

8. Finanzen sind Männersache!

Wir Frauen ziehen uns oft aus der finanziellen Verantwortung, indem wie behaupten dieses Thema sei Männersache. Doch was qualifiziert Männer eigentlich dazu sich um die Familienfinanzen zu kümmern? Ihr Geschlecht? Du bist doch nicht dümmer als dein Mann. Weißt du denn überhaupt, was der da so treibt mit eurem Geld? Weiß er eigentlich, was er tut? Und was machst du, wenn er nicht mehr an deiner Seite ist?

9. Das ist mir alles zu riskant!

Es gibt zwei Arten von Risiken: Intelligente und dumme. Wenn ich etwas einsetze, um zukünftig aus meinem Einsatz ein Vielfaches des Selbigen zu machen, ist das ein cleveres Risiko. Handeln mit Aktien: Cleveres Risiko (wenn man weiß, was man tut –> finanzielle Bildung), denn ich kenne das Risiko, bestimme den Einsatz selbst und kann etwas gewinnen. Bei rot über die Ampel gehen: Dummes Risiko, denn ich setze mein Leben aufs Spiel und gewinne nichts dazu, wenn es gut geht. Ist ein Angestelltendasein risikolos? Nein. Du hast nur einen einzigen Einkommensstrom, bist abhängig von den Entscheidungen anderer und kannst so ziemlich jeder Zeit gekündigt werden. Ist finanzielle Unwissenheit risikoreich? Ja. Denn so lange du selbst keine Ahnung hast, kann es passieren, dass nicht du Geld verdienst sondern viel mehr andere mit dir Geld verdienen. Was uns zur nächsten Ausrede bringt…

10. Dafür habe ich ja meinen Finanzberater!

Und der ist bestimmt total „unabhängig“, richtig? Und hat alle Versicherungen und aktive Aktienfonds, die er dir empfiehlt, entweder auch für sich selbst oder seinen Neffen abgeschlossen? Natürlich hat er das. Finanz- und Bankberater erhalten eine Provision für jedes verkaufte Produkt. Sie müssten daher eigentlich nicht Berater sondern Verkäufer heißen. Werde doch für 2 Minuten selbst zu einer Verkäuferin. Wir haben hier Versicherung A und Versicherung B. Ein Abschluss von Versicherung A beschert dir 700 Euro an Provision, Versicherung B nur 450 Euro. Kühlschrank und Kind wollen gefüttert werden, der nächste Urlaub steht an. Welche Versicherung wirst du versuchen jedem Kunden zu verkaufen? Die, mit der du 700 Euro verdienst oder die, die dir nur 450 Euro einbringt? Zurück in die Realität: Du bist nicht die Verkäuferin sondern die unwissende Käuferin. Die da sitzt, ohne blassen Schimmer von dem, was ihr erzählt wird.  Und ohne Kenntnis darüber, dass Versicherung B viel besser zu ihrer Lebenssituation und -planung passt und obendrein auch noch günstiger wäre.Glaub‘ mir, ich kenne das… Dem kannst du nur mit Wissen entkommen und, indem du finanzielle Verantwortung übernimmst.

11. Aktien sind nur etwas für reiche Menschen, ich habe doch nicht mal eben Zehntaus…

Stopp! Lies diesen Artikel.

So, alle faulen Ausreden zu Nichte gemacht? Keine mehr übrig? Dann weißt du ja, was jetzt zu tun ist: Loslegen! Entweder du klickst dich durch den Blog oder du schaust dir mal mein Ebook „Bali statt Bochum“ an – dort gibt es alle Infos (und noch viel mehr) als Schritt-für-Schritt-Anleitung. Zum Ebook „Bali statt Bochum“

Foto: pexels.com

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5 Kommentare

  1. Interessanter Artikel, der mal so gar nicht langweilig geschrieben ist und die Fakten auf den Tisch bringt. Unter Punkt 6 finde ich den Satz „Es kommt nicht darauf an, wie viel Geld du verdienst sondern wie viel du davon behältst und wie viel mehr Geld du daraus machst.“ am wichtigsten. Es kommt wirklich darauf an, WIE man mit dem Geld umgeht!

    • Natascha

      Hi Anita,

      genau so ist es!
      Viele Menschen schauen nur aufs Einkommen. Und das mag gar nicht mal so schlecht sein, aber am Ende des Monats steht trotzdem eine schwarze Null unterm Strich. Davon hat man leider recht wenig. Hierbei ist der wichtigste Faktor, denke ich, seine Ausgaben nicht automatisch mit den Einnahmen zu erhöhen. Sprich, mehr Geld auszugeben weil man mehr verdient. Mit einer Gehaltserhöhung müssen es oft die größere Wohnung, das neue Auto und die teureren Urlaube sein – und schon ist man wieder bei der schwarzen Null obwohl man doch mehr verdient.

      Liebe Grüße
      Natascha

  2. Hallo,
    eine schöne Zusammenfassung von dem was ich als ehemaliger Finanzberater für mehr als 10 Jahre gehört habe. Ich kann noch ergänzen: „Es gibt ja eh keine Zinsen, wieso soll ich da sparen?“
    Eine kurze Ergänzung zu Punkt 10: aus meiner Erfahrung ist es selten so, dass eine Versicherungsgesellschaft 450 €, die andere 700 € verspricht. Das Problem ist anders (und schlimmer): Für einen ETF bekommt der Vermittler 0 €, für einen Fonds 400 € (in den ersten 5 Jahren) und für eine Versicherung sofort 5250 € ausgezahlt. Da ist es klar, dass er immer Versicherungen empfiehlt, auch wenn die nicht immer das Beste sind. Es gibt (fast) immer einen Vorteil, der für die Versicherung spricht, und auf dem wird dann rumgeritten bis der Kunde das dann eben kauft.
    Gruß
    Alexander

    • Madame Moneypenny

      Hallo Alexander,
      5250 Euro?! Wow, das hätte ich jetzt nicht gedacht. Verrückt!
      Danke für die Ergänzung!
      Beste Grüße!

  3. Was für radikale Worte, Madame Moneypenny. Aber ich kann Dir nur Recht geben. Mädels, macht Euch auf, Euch um Euer Geld zu kümmern.
    Manchmal machen mit Freundinnen (und Freunde) geradezu wütend, wenn sie so dermassen blauäugig durchs Leben wandern. Immerhin rollt da ein Rentenproblem auf uns zu und ich fürchte, ich werde dann doch durch irgendwelche Abgaben und Steuern das Fiasko mitlösen müssen.
    Obwohl ich mir selbst so einen schönen Plan gemacht habe…
    Danke für Deine harten, aber richtigen Worte.
    Tschüß Monika

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