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5 Lehren aus „Das Robbins Power Prinzip“

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Nach „Money: Die 7 einfachen Schritte zur finanziellen Freiheit*“ war „Das Robbins Power Prinzip: Wie Sie Ihre wahren inneren Kräfte sofort einsetzen*“ mein zweites Buch von Anthony Robbins. Ich habe es mir zugelegt weil es immer wieder auf einigen Muss-man-gelesen-haben-Listen zur Persönlichkeitsentwicklung zu finden ist. Anders als bei „Money“, ist das Thema beim Power-Prinzip etwas abstrakter: Es geht um unsere Glaubenssätze, unsere inneren Regeln, die für Konflikte mit anderen Menschen sorgen, innere Monologe, das Verstehen und Steuern unserer Emotionen, um unsere Identität und noch viele anderes Bestandteile einer Persönlichkeit. Im Kern liefert Robbins Ansatzpunkte zur Veränderung für diejenigen, die momentan nicht in der Lage sind zu erreichen, was sie gerne hätten oder wären. In seiner Theorie hängen Erfolg und Glück von unserem Innenleben ab. Was anfangs ein wenig esoterisch klingt, ergibt nach der Lektüre perfekten Sinn.

1. Das Niagara-Syndrom

Daran leiden sehr viele Menschen: Sie lassen sich treiben. Sie glauben das Leben wäre ein Fluss, in den man hineinspringt, ohne zu entscheiden wohin dieser sie führen soll. Sie haben entschieden, nichts zu entscheiden und lassen sich mitreißen von derzeitigen Ereignissen, Gefühlen und Ängsten. Wenn sie an eine Gabelung kommen, entscheiden sie nicht bewusst, welche Richtung sie einschlagen wollen sondern lassen sich von der Strömung treiben. Dann eines Tages, werden sie von dem Lärm des tosenden Wasserfalls aufgeschreckt und sie realisieren, dass sie sich nur einen Meter von den Niagara-Fällen entfernt in einem Boot ohne Ruder befinden. Doch das Erwachen kommt zu spät und nicht selten ist ein emotionaler, physischer oder finanzieller Absturz die Folge.

Was tun, um dieses Szenario zu verhindern? Beide Paddel ins Boot und rudern! Und zwar in eine bestimmte Richtung, für die du dich vorher entschieden hast. Das Leben in die Hand nehmen anstatt darauf zu warten, dass es jemand anderes tut. Aktiv Entscheidungen treffen, die dich dahin führen, wo du sein möchtest!

2. Unverzügliche Bedürfnisbefriedigung

Unsere Gesellschaft hat das Prinzip unverzüglicher Bedürfnisbefriedigung so stark in den Mittelpunkt gerückt, dass kurzfristige Lösungen oft zu langfristigen Problemen werden. Dabei ist der Entschluss eben dies nicht zu tun, sondern sich vielmehr auf langfristige Ergebnisse zu konzentrieren so wichtig für jede Entscheidung, die wir im Leben treffen.

Vielleicht hast du schon einmal von dem Zukunfts-Ich gehört? Nein? Das glaube ich nicht. Es spricht die ganze Zeit zu dir! Es sagt zu deinem Gegenwarts-Ich: „Ich weiß, Gegenwarts-Ich, die Zigaretten schmecken dir und du hast gerade ein wenig Stress, aber bitte denke an mich, dein Zukunfts-Ich! Ich habe keine Lust auf Lungenkrebs!“ Oder aber: „Oh ja, der neue Fernseher ist der Hammer. Aber du kannst ihn dir doch gar nicht leisten, Gegenwarts-Ich!  Ich habe keine Lust Pizza auszufahren nur weil du vor deinen Freunden angeben musst!“.

Höre ab und zu mal auf den Zukunfts-Ich und schaue auf die langfristigen ggf. schmerzhaften Auswirkungen anstatt auf die kurzfristige, freudige Befriedigung.

3. Die Macht des Glaubens

Ich finde es immer wieder faszinierend, wie unser Glaube sogar die Vorgänge unseres Körpers beeinflusst. Robbins beschreibt ein Ereignis während eines Footballspiels. Einige der Stadionbesucher*innen erlitten im Station eine Lebensmittelvergiftung. Es wurde geschlussfolgert, dass ein Getränk aus einem Automaten die Ursache sei. Der Stadionsprecher warnte vor dem Getränk und beschrieb die Symptome. Daraufhin brach in Inferno im Stadion aus! Menschen übergaben sich, fielen sogar in Ohnmacht. Selbst Menschen, die nicht mal in die Nähe des Automaten gekommen waren, entwickelten die Symptome. Als dann festgestellt wurde, dass der Automat nicht der Übeltäter war, waren alle Fans auf wundersame Weise geheilt.

Ich habe, ich glaube es war im ZEIT-Magazin, über ein Experiment mit Diabetespatienten gelesen. Diese bekamen ihre Medikamente immer um eine bestimmte Uhrzeit. Ihr Blutzuckerspiegel war zu diesem Zeitpunkt auf dem höchsten Stand. Sagen wir um 13 Uhr. Nun verstellten die Leiter des Experiments alle Uhren auf der Station um eine Stunde. Was geschah? Der Blutzuckerspiegel der Patienten erreichte dennoch um 13 Uhr den Höchststand – also um eine Stunde verschoben! Der Glaube, dass um 13 Uhr der Höchststand erreicht wird und die Medikamente genau dann benötigt werden, hat die biologischen Vorgänge in ihren Körpern so sehr beeinflusst, dass ihr Blutzuckerspiegel stieg oder sank! Das ist doch verrückt!

Was bedeutet das für uns? Wir sollten ganz fix analysieren woran wir glauben. Wie sind deine Glaubenssätze in Bezug auf Geld? Sind Reiche unehrlich und gemein? Kann man nur gewinnen, wenn ein anderer verliert? Ist Geld schmutzig?

 4. Fragen sind die Antwort

Fragen beeinflussen unsere Gedanken, Gefühle und Aktionen. Eine Kollegin fragt dich: „Findest du dieses Projekt genauso frustrierend wie ich?“ Zack, negative Gedanken und Gefühle. Dein Gehirn beschäftigt sich ab jetzt damit, zu ergründen wie frustrierend doch dieses blöde Projekt ist, und wird sich auf Umstände konzentrieren, die du vielleicht im Vorfeld gar nicht so frustrierend fandest. Wem ist damit geholfen? Niemandem! Im Gegenteil: Die Stimmung ist negativ, jegliche Motivation vernichtet, du fühlst dich schlecht. Wenn du umgekehrt gefragt wirst „Dieses Projekt ist super! Hast du schon mal überlegt, was wir mit unserem Konzept alles in Bewegung setzen können?“ versetzt dich diese Frage direkt in eine positive Stimmung. Dein Gehirn sucht nach einer Antwort auf eine positive Frage.

Auch und besonders die Fragen, wie wir uns selber stellen, beeinflussen unsere Gefühle und Aktionen. Wenn du dich fragst „Was möchte ich mir jetzt als nächstes leisten?“ sucht dein Gehirn nach Antworten auf diese Frage und wird sie finden: Klamotten, Auto, Fernseher. Du könntest dich aber auch fragen „Wie muss der Plan aussehen, den ich brauche, um meine finanziellen Ziele zu erreichen?“. Fakt ist: Die Fragen, die wir uns stellen, entscheiden über die Ziele, auf die wir uns konzentrieren.

Klingt banal, ich weiß. Aber achte mal darauf, welche Fragen du dir den ganzen Tag so stellst. „Verdammt, warum regnet es immer, wenn ich raus muss?“, „Warum mach ich alles falsch?“, „Will der Idiot mich über den Haufen fahren?!“ Anstatt in negativen und unproduktiven Gedanken gefangen zu sein, sollten wir uns fragen, was wir aus unangenehmen Situationen lernen können damit so etwas nicht noch einmal passiert.

5. Die mentale Herausforderung: Das Zehn-Tage-Programm

Die Denkmuster, die uns an den Punkt gebracht haben, an dem wir heute stehen, werden uns nicht dorthin bringen, wo wir gerne sein möchten. Daher hat der gute Tony eine Aufgabe für uns: Zehn Tage hintereinander keine unproduktiven Gedanken oder Gefühle aufkommen zu lassen oder darin zu schwelgen.

Hier ein paar Hilfestellungen dazu:

  • Verzichte bewusst auf lähmende Fragen und Vokabeln.
  • Wenn du dabei bist, dich auf etwas negatives zu konzentrieren (und das wird passieren), stelle dir sofort die Frage „Was ist daran positiv? Was ließe sich verbessern?“.
  • Konzentriere dich auf Lösungen.

Falls du rückfällig wirst, musst du von vorne anfangen. Die Kunst besteht darin, die zehn Tage ohne Unterbrechung voll zu machen. Wenn du bspw. an Tag 4 in eine Negativspirale fällst, musst du wieder bei Null anfangen.

Wirst du es versuchen? Lass mich in den Kommentaren wissen, wie es läuft!

Fazit zum Buch Das Robbins Power Prinzip: Wie Sie Ihre wahren inneren Kräfte sofort einsetzen*

Das Buch ist unglaublich vielschichtig – und auch vielseitig! Es hat 534 Seiten, die mit Ameisen-Schrift bedruckt sind. In „normaler“ Schriftgröße wären es wahrscheinlich 700 oder 800 Seiten. Würde er nicht so amerikanisch ausgeschmückt schreiben, käme er wohl auch mit 350 wunderbar klar 😉

Wen unser Innenleben – von Träumen, über Glauben, Metaphern und Emotionen hin zu Werten, Regeln, Identitätsbildung und Schicksal – interessiert und sich sowie seine Persönlichkeit verstehen und nachhaltig entwicklen möchte, kommt um dieses Werk nicht herum. Es beinhaltet viele Aspekte, die einem auch in anderen Büchern über Persönlichkeitsentwicklung über den Weg laufen. Ich frage mich dann immer, wer von wem abgeschrieben hat, aber ich würde denken, dass Robbins durchaus eine Quelle der Inspiration (auch für andere Autoren) darstellt.

Zu dem Preis kann man mit dem Buch definitiv nur gewinnen!

Hier geht’s zum Buch*

Foto: https://unsplash.com/search/boat?photo=ZytJjcoeyl8

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